Ausgabe 
1.12.1891
 
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Gieffener Anzeigen

Neilage M Rr 280.-1891

Dienstag den 1. December

Engros-Preise.

ia, Qualitäten.

Pfg-

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Feinste

Dienstag Nachmittag 2 Uhr

Bücklinge, Kieler Sprotten

werde« im Gasthaus »zum Pfa«^

Pelzmuffe mit Boa

Reustadt 55:

Stickereien in Stramin, Tuch, Plüsch, Leinen etc.

24 Pelzmuffe (Nerz, Iltis, JEMujHpse

Opossum, Hase u. s. tv.)

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1891.

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Fuhraccord.

Die Stellung der Gespanne

auf dem Amtszimmer des zeichneten vergeben.

Gießen, am 27. November Der Kreisingenieur: Stahl.

electrischen Kraft fällt für das Publikum jede Belästigung durch Qualm, Rauch, Hitze u. s. w. fort.

Zur Vermittelung des Verkehrs aus den electrischen unterirdischen Bahnen sollen im Allgemeinen kleine Züge zu je drei Personenwagen verwendet werden. Letztere ruhen, nach dem betreffenden Projecte, vorn und hinten aus je zwei Achsenpaaren und sind im Zuge miteinander durch Uebergänge verbunden. Für jeden Zug ist eineelectrische Locomotive" bestimmt, welche lediglich mehrere langsam lausende Electro- motoren, die nöthigen Bremsvorrichtungen und den Platz sür den Führer enthalten soll. Die Drehung der Motorachsen wird den Rädern der Locomotive mitgetheilt und hierdurch der ganze mit dieser gekuppelte Zug in Bewegung gesetzt. Die benöthigte electrische Energie wird in Centralstationen, welche gleichzeitig den electrischen Strom für die Zug- und Tunnelbeleuchtung, die Signaleinrichtungen u. s. w. geben, erzeugt.

Buxkin, Kammgarn, Velour ea. 140 cm breit ä Mk. 1.95 Pfg. per Meter versenden jede beliebige Meterzabl direct an Private. Burkin-Fabrik-D6pöt Oettinger & Co., Frankfurt a. M. Musterabsckn^tte auf Verlangen bereitwilligst franco. 712o

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* Die Frau im Durchschnittsroman wird derTäglichen Rundschau" von einer boshaften Feder so geschildert: Sie wird nicht geboren, sondern sie erblickt das Licht der Welt. Ihre Wiege, an der ihr manches nicht gesungen wird, was sie später erlebt, steht mit Vorliebe beim Landpsarrer oder im Forsthause. Hier ist sie nicht etwa ein Sprößling, welcher wächst und gedeiht, sondern eine holde Menschenknospe, welche ihre Blätter dem Lichte entfaltet. Als Schulkind ist sie ein _ meist blondlockiges Mägdlein, der Liebling von Alt und Jung und der Sonnenschein des Hauses. Wird auch nicht weggeleugnet, daß sie zur Zeit der Einsegnung lang ausgeschossen, eckig und unerträglich ist, so treffen wir sie doch meist schon nach einem Jahre wieder als vollendete Schönheit, was gewöhnlich der in die Ferien heimkehrende Vetter zuerst entdeckt. Von nun an geht sie nicht mehr, son­dernschreitet", setzt sich nicht, sondernsinkt" aus eine Sitzgelegenheit. Sie spielt nicht Clavier, sondern ihre ginger gleiten über die Tasten. Sie schläft nicht, sondern ruht in

Dienstag den 1. December,

Nachmittags 2 Uhr,

werden im Gasthaus zum Pfau, Neustadt 55 (früher Bramrn) ver­steigert : a

ca. 80 Mir. Buckskins, ?u Aryugen geeignet Ratinestoff zu 2 Winterüberziehern, ca. 144 Ctm. breit, in guten Qualitäten, 1 Parthie Herren- und Frauenhemden, Metzgerblousen (wegen Aufgabe eines Geschäftes), ferner:

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Louis Rothenberger.

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Morpheus Armen. Sie wacht nicht auf, sondern sie erschließt ihre Augen dem Tageslicht- sie steht nicht aus, sondern sie erhebt sich. Sie srisirt sich nicht, sondern sie schlingt ihr Haar in einen losen Knoten, von dem sich meist eine goldene Strähne loslöst, wenn der geliebte Mann in Sicht ist. Sie ist auch nicht angezogen, sondern ihre Kleider umfließen in weichen Falten ihren Leib. Mit Vorliebe verschiebt sie das Busentuch" und läßt blendende Reize sehen obwohl zu keiner Zeit und in keiner Gegend ein solches aus der blanken Haut getragen wurde. Die Frau im Roman berührt eben nur die Speisen, schlürft die Getränke und saugt den be­rauschenden Duft der Blumen ein. Wird sie geärgert, so graben sich ihre Füße in den Sand oder ihre Zähne in die Unterlippe. Wird sie angebettelt, so gießt sie den Inhalt ihrer Börse in den Schooß der Armen oder sie wirft ihnen die wohlgefüllte Börse ganz hin. Liebt sie, so ist sie über Nacht eine andere geworden, sie scheint größer, ihre Formen runden sich, ihr Busen hebt und senkt sich und sie erröthet oft bis unter die Haarwurzeln. Das ahnungslose Mädchen ist zum Weibe erblüht. Nun heirathet sie nicht etwa, son­dernsie folgt dem geliebten Manne zum Traualtar". Später flüstert sie ihm ein Geheimniß ins Ohr; ihre Hände nähen winzige Sächelchen und über Jahr und Tag umspielt ein liebliches Knäblein ihre Knie. Nachdem ihre Lausbahn vollendet, stirbt sie nicht, sondern sieschläft hinüber"; ebensowenig wird sie beerdigt, sondern man bettet sie ins kühle Grab.

Die Einführung elektrischer Untergrnnds- bahnen in Deutschland.

Nachdem man bereits seit längerer Zeit in London, Paris und Newyork mit dem Bau unterirdischer, durch Elec- tricität betriebener Bahnen begonnen und mit denselben recht günstige Erfolge erzielt hat, steht nun auch die Einführung des gleichen Unternehmens in Deutschland bevor. DieAll­gemeine Electricitäts - Gesellschaft" hat es in die Hand ge­nommen, auch Deutschland in die Reihe der Staaten, welche sich electrischer Untergrundsbahnen erfreuen, einzusühren und sind hierzu die generellen Vorarbeiten schon im Gange. Was nun das Wesen der für Deutschland projectirten Untergrunds­bahnen mit electrischem Betrieb, bei denen selbstverständlich durchgängig das Tunnelsystem zur Anwendung gelangen muß, anbelangt, so dürsten hierbei folgende Einzelheiten in- teressiren: Zum Material für die Tunnelröhren dient Fluß­eisen. Aus demselben werden die Tunnelröhren, 10 Mm. stark, 3i/2 Meter hoch und unten etwa 3 Meter breit, her- gestellt- sie sollen im Allgemeinen in einer Tiefe von 8 bis 15 Meter unter der Erdoberfläche zu liegen kommen. Die Tunnelröhren werden deßhalb so tief gelegt, um sie gegen die Einwirkungen selbst des strengsten Frostes gründlich zu schützen. Mittelst sinnreicher Vorrichtungen werden die Röhren unter die Erde gewissermaßen hineingeschoben und.aus ihnen dann der Boden fortgeschafft. Der hierdurch zwischen dem äußeren Erdreich und dem Tunnel hergestellte sreie Raum soll dicht mit Cementmörtel ausgesüllt werden. Dasselbe Material soll auch im Innern des Tunnels als Mantel und als Schutz gegen das Rosten Anwendung finden. Die Schienen werden auf der Sohle des Tunnels in einem Abstande von einem Meter angebracht und hier führen auch die Zuleitungs­drähte des electrischen Stromes zur Fortbewegung der Züge, zur Beleuchtung des Tunnels, zur Bedienung !der im Be­triebe nöthigen Signaleinrichtungen u. s. w. Als bewegende Kraft wird selbstverständlich Electricität dienen, welche über­haupt erst einen behaglichen Ausenthalt in den Räumen der unterirdischen Eisbahn ermöglicht, denn bei Anwendung der

zwei Schneepflügen wird am Dienstag den 1. Deebr. l. I., Mittags 3 Uhr,

Verkehr, Land- unfc volkswirthschaft.

Grünberg, 28. November. .Fruchtpreise. Weizen «4t 2510, Korn v4L 24.80, Gerste v4L 17.50, Hafer JL 14.60, Erbsen 21.40, Linsen J4L. Wicken 16.-, Lein^L, Kartoffeln X 6.50, Samen JL.

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Montag den 14. December,

Nachmittags 21/a Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Georg Pfaff Eheleuten in Gießen gehörige hofraithei

Flur 2 Nr. 1O4Vio 623 Meter Hof- raithe, Laggärten in den hintersten Schietzgärten

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 2. November 1891.

Großh. Ortsgericht Gießen.

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Dienstag den 29. Drcember,

Nachmittags 2^2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Karl Sterrernagel Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:

Flur 34 Nr. 598</10 1191 Meter Hof- raithe zwischen dem Wäldchen und dem Schießhaus,

Flur 34 Nr. 58185/100 114 Meter Grab­garten daselbst,

Flur 34 Nr. 581«s/ioo 374 Meter Grab­garten daselbst

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 16. November 1891.

Großh. Ortsgericht Gießen.

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