Ausgabe 
1.12.1891
 
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die Musikkapelle die dänische Nationalhymne. Die Begrüßung des Kaisers mit dem Könige von Dänemark, welcher die Uniform seines thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 trug, war eine äußerst herzliche. Nach der Vorstellung des beider­seitigen Gefolges schritten der Kaiser und der König unter den Klängen des Königsmarsches die Front der Ehren­compagnie ab und begaben sich dann vor den Bahnhof, wo eine Escadron Garde-Ulanen Aufstellung genommen hatte. Kaiser und König bestiegen einen vierspännigen offenen Wagen und fuhren, ein Zug Ulanen vor und ein Zug hinter dem Wagen, unter den brausenden Jubelrufen der zahlreichen Menschenmenge nach dem Stadtschloß. Hier eingetroffen, be­sichtigten sie die im Schloßhose aufgestellte Leib-Compagnie des 1. Garde - Regiments zu Fuß, die Musik spielte den dänischen Königsmarsch, hierauf folgte Parademarsch der Com­pagnie und der Ulanen-Escorte. Der Kaiser und der König begaben sich hierauf in das Innere des Schlosses, wo großer Empfang stattfand. Der Kaiser kehrte nach dem Empfang nach dem neuen Palais zurück.

Wien, 29. November. DasFremdenblatt" bespricht die am Freitag von dem Reichskanzler v. Caprivi im deutschen Reichstage gehaltene Rede und hebt dabei hervor, der Reichskanzler habe darauf Geweicht gelegt, daß die Mächte des Dreibundes vor einem Kriegsfälle sich nicht zu fürchten hätten. Das Urtheil des Reichskanzlers über den Besuch der französischen Flotte in Kronstadt decke sich vollständig mit den vom Grasen Kalnoky in den Delegationen abgegebenen Erklärungen. Die leitenden Persönlichkeiten müßten vor einem in gleicher Weise schädlichen ungerechtfertigten Maße von Optimismus wie Pessimismus warnen, weil beides die Widerstandskraft des Volkes beeinträchtigen könnte. Die lebhafte Zustimmung der Volksvertreter zu der Rede des deutschen Reichskanzlers werde gewiß im Volke einen kräf­tigen Widerhall finden.

Depeschen desBureau Herold".

Lübeck, 30. November. Der norddeutsche national­liberale Parteitag ist unter zahlreicher Betheiligung von Reichstags- und Landtags-Abgeordneten, darunter Osann- Darmstadt, Siegle-Stuttgart verlaufen. Der Abgeordnete Osann hielt eine mit Jubel aufgenommene Rede aus Bismarck. Es wurde beschlossen, alljährlich in Norddeutschland einen Parteitag abzuhalten. Beim Festmahl wurden Hochs aus den Kaiser und Bismarck ausgebracht und an letzteren ein Huldigungstelegramm gesandt.

totales ttnö promnjieUes.

Gießen, 30. November 1891.

A Das zweite Concert des hiesigen Contertvereius am Sonntag den 6.December wird ausschließlich d'em Andenken Wolfgang Amadeus Mozarts gewidmet sein. Am 5. December 1791 meldete die Wiener Zeitung in Nr. 98 folgendes:In der Nacht vom 4. zum 5. d. Mts. verstarb allhier der k. k. Hof-Kompositor Wolfgang Mozart. Von seiner Kindheit an durch das seltenste musikalische Talent schon in ganz Europa bekannt, hatte er durch die glückliche Entwickelung seiner ausgezeichneten Naturgaben und durch die beharrlichste Verwendung derselben die Stufe der größten Meister erstiegen- davon zeugen seine allgemein beliebten und bewunderten Werke, und diese geben das Maß des unersetz­lichen Verlustes, den die edle Tonkunst durch seinen Tod erleidet." Mit noch größerer Bewunderung wie vor hundert Jahren pflegt die ganze cjvilisirte Welt auch heute noch des Meisters unsterbliche Werke und beeifert sich, demselben eine würdige Gedächtnitzseier zu bereiten. Auch der Concertverein will darin nicht zurückbleiben und eine seinen Mitteln und Kräften entsprechende Gedenkfeier am 6. December d. I. um 5 Uhr Abends in Steins Saalbau veranstalten. Mit einem Prolog von Otto Roquette eingeleitet, werden im ersten Theile die Ouvertüre, zwei Arien und der Priesterchor aus derZauberflöte" sowie dieMaurerische Trauer­musik", im zweiten Theile dasRequiem (Missa pro defunctis für 4 Solostimmen, Chor und Orchester) ausgesührt werden. Als Solisten sind gewonnen Frau Eva Adler- Hugonnet, Fräulein Frieda Zimmer und Herr Adolf Müller aus Frankfurt sowie Herr Nicola Doerter aus Mainz.

Neues Theater. Das am Freitag den 27. d. Mts. wegen eingetretener Hindernisse plötzlich vom Repertoir ab­gesetzte LustspielDie relegirten Studenten" kommt nun heute Dienstag in einer theilweise anderen Besetzung zur Aufführung. Wir empfehlen dies reizende Lustspiel auf das Beste. Gleichzeitig machen wir nochmals daraus auf­merksam, daß nur noch vier Vorstellungen im 1. Abonnement stattfinden. Zu dem am 29. December beginnenden 2. Abonnement haben die jetzt im Umlauf sich befindenden Karten keine Gültigkeit.

Neues Theater. Die sünsactige PosseDie kranke Familie" von Trost und Moser ging gestern als Sonn­tags-Vorstellung über die Bretter. Der Inhalt der Posse ist wie bei allen Theaterstücken dieser Sorte nichtssagend, speciell bei dieser geradezu abgeschmackt. Wie schon der Titel sagt, handelt es sich um eine kranke Familie, deren sämmt- liche Mitglieder von der fixen Idee befallen sind, krank zu fern, ausgenommen zwei Backfische, welche in der That liebes­krank sind. Wir wollen nicht näher aus den Inhalt eingehen und nur erwähnen, daß das Stück auch einige recht drollige Scenen, wie z. B. die Barbier- und Sanitätsraths-Scene, aufweist, und dadurch manchesLächerliche" bietet und das rst ja die Hauptsache. Von den Rollen verdienen nur drei näherer Erwähnung, in erster Linie die des Rentier Nagel (Herr Paul Ernst). Seine heutige Rolle glich mit kleinen Ausnahmen auf das Haar der imHypochonder", nur daß er diesmal der duldende und weinerliche, eingebildete Kranke war. Wie alle bisherigen Leistungen genannten Dar­stellers, so war auch die heutige eine in die kleinsten Einzel­

heiten vollendete. Den höchsten Lacheffect erzielte jedoch der Barbier Qualm, nachmalige Pseudo-Sanitätsrath Humbug (Herr Director R e i n e r s). Für diese Rolle haben die beiden Autoren des Stückes ihren ganzen Vorrath von komischen Einfällen und Humoresken-Gedanken zusammengebacken. Diese Rolle war für den Darsteller wie geschaffen und wurde auch humbugmäßig" durchgeführt, wozu auch viel das gelungene Aeußere des Sanitätsraths beitrug. Sodann wäre noch der schüchterne, confuse Liebhaber Wendel (Herr GeorgStege- mann) zu erwähnen. Diese keineswegs leichte Rolle war wohl den Fähigkeiten des Darstellers angepaßt, aber im Hinblick auf ihre Schwierigkeit, besonders im Geberdenspiel und Auftreten, äußerst undankbar. Nichtsdestoweniger ver­suchte Herr St., so viel wie möglich daraus zu machen. Bezüglich der übrigen Darsteller müssen wir erwähnen, daß die meisten, besonders Femini generis, in den drolligen Scenen, die manchmal ja unwiderstehlich zum Lachen reizen, in diesen Momenten im Geberdenspiel aus demConcept" fallen. In Momenten, wo der oder die Darstellende, anstatt zu weinen oder betrübt zu sein, das Lachen nicht verbeißen kann, hört er eben aus, Schauspieler zu sein. Herr Bell­mann, den wir eigentlich gestern zum ersten Male als stuä. Julius gesehen, würde mehr gewinnen, wenn er natürlicher spräche, durch das Forciren der Stimme erhält dieselbe bei seinem Organ einen zu weinerlichen Klang. Bei dieser Gelegenheit wollen wir die Theaterbesucher und sonstigen Gönner des beliebten Schauspielers und Regisseurs Paul Ernst darauf aufmerksam machen, daß derselbe kom­menden Freitag Benefiz hat. Zur Aufführung gelangt das reizende LustspielDer Raub der Sabinerinnen".

Im Bericht über die Sitzung des Oberhesfischen Geschichtsvereins am 26. November sind die an diesem Abend gewählten Vorstandsmitglieder nicht vollzählig aufgeführt. Der Vorstand besteht aus den Herren: Pros. Dr. Höhlbaum, Vorsitzender, Oberbibliothekar Dr. Haupt, Dr. rneck. Klewitz, Hauptmann Weimer, Realgymnasiallehrer Dr. Strack, Prof. Dr. Buchner, cand. hist. K. Ebel, Fabrikant R. Wolff. Jeder der genannten Herren nimmt gerne An­meldungen von neuen Mitgliedern entgegen.

Jubiläum. Morgen, am 1. December, feiert unser allverehrter Mitbürger, Herr Rendant und Stadtverordneter Carl Grüneberg, fern 50jähriges Dienstjubiläum bei bestem Wohlsein. Indem wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß es Herrn Grüneberg vergönnt sein möge, noch lange in bisheriger Rüstigkeit seines Amtes zu walten, gedenken wir über die Feier selbst näher zu berichten.

Kirchliche Nachrichten. Dem Psarrverwalter Beyer zu Darmstadt wurde die hiesige katholische Psarrstelle über­tragen.

Die Börsenlage und Baukkrifis. Die Thatsache, daß unter erschreckenden Umständen in Berlin mehrere einst an­gesehene Bankinstitute zusammengebrochen sind, und daß in einigen Provinzialstädten ebenfalls einzelne Bankiers in Folge betrügerischer Handlungen bankrott machten, haben im Verein mit der ungünstigen Geschäftslage eine Börsen- und Bank­krisis hervorgebracht. Doch die schlimmsten Befürchtungen sind in dieser Hinsicht nicht eingetroffen, der Bankkrach hat doch nicht weiter um sich gegriffen und ist dadurch der Be­weis erbracht, daß doch nur ein kleiner Theil der Bankiers und Börsenkausleute oop jener sittlichen Fäulniß ergriffen ist, welche die Hirschseld, Wolff, Sommerfeld und Maaß zu Falle brachte und daß wir in der Hauptsache mit soliden und ehrenhaften Bankiers und Bankinstituten rechnen dürfen. Wir dürfen daher die bekannten Bankkatastrophen heute wohl als einen Gesundungsprozeß betrachten, welche faule Elemente aus den Bank- und Börsenkreisen beseitigt hat und allen Capitalisten zur Warnung dient, in Bezug aus Vertrauen und Speculation doppelte Vorsicht obwalten zu lassen. Die Bank- und Börsenkrisis selbst hat aber auch zweifellos Miß­stände im Bank- und Börsenverkehr ausgedeckt, welche man, wie einige Anträge im Reichstage beweisen, mit Hülfe der Gesetzgebung zu beseitigen suchen wird. Das Augenmerk der Gesetzgeber ist dabei hauptsächlich aus die Beseitigung der Mißbräuche bei den Differenzgeschäften und Depots gerichtet.

vermrischtes.

* Rodelheim, 25. November. In der Nacht vom Diens­tag auf Mittwoch starb Plötzlich der hiesige Einwohner Joh. Kraft. Er hatte nach dem Abendessen, wie er dies öfters that, eine Dosis Bullrich-Salz genommen, um sich vor etwaigen Magenbeschwerden zu schützen. Nach dem Genüsse des Salzes stellten sich heftige Magenkrämpfe ein, die tkotz des sofort herbeigerufenen Arztes so zunahmen, daß Kraft gegen Morgen starb. Der Arzt ließ auf Antrag des Bruders Krafts das Bullrich-Salz in der Apotheke untersuchen. Dort wurde das Vorhandensein von Strychnin festgestellt. Die Untersuchung hat ergeben, daß Kraft das Salz aus einer Frankfurter Material- und Farbwaarenhandlung bezogen hatte. (Franks. Ztg.)

* Holzwickede, 25. November. Ein gräßliches Eisen­bahnunglück hat sich gestern Morgen auf der Strecke Holzwickede-Schwerte ereignet. Dicht vor dem Tunnel in der Richtung nach Holzwickede waren Arbeiter mit der Instand­setzung der Geleise beschäftigt, als ein Personenzug heran­gebraust kam, was die Arbeiter überhört haben müssen. Der Locomotivführer gab Gegendampf, jedoch zu spät. Die Loco- motive erfaßte zwei Arbeiter und zermalmte sie. Wie die //Hag- Ztg." schreibt, trifft den Locomotivführer keine Schuld.

* Einen Herzensroman, bei dem aber nicht die Ent­wickelung, sondern das Ende zu den Seltenheiten gehört, theilt man derTägl. Rundschau" aus Berlin W mit. Ein körperlich wie geistig von der gütigen Natur mit allerlei Gaben, nur nicht mir dem schnöden Mammon ausgestatteter junger Mann ernährte sich nothdürftig als Musiklehrer. So ertheilte er u. A. auchhöheren Töchtern" Musikunterricht,

und wie es so zu gehen pflegte, verliebte sich in den hübschen Lehrer eine der jungen Damen, eine 16jährige Amerikanerin, eine eltern- und mittellose Waise, die auf Kosten eines stein­reichen alten Erbonkels in Berlin erzogen ward. Natürlich erwiderte der Musiklehrer die zärtliche Neigung. Da aber Onkel Jonathan, das heißt: der geldstolze Oheim in New- Aork, niemals eine Verbindung seiner Nichte und Erbin mit einem armen deutschen Schlucker gestattet hätte, kehrte Miß F. schließlich unverlobt nach den Gefilden Amerikas zurück, selbst­verständlich nicht ohne rührenden Abschied und die üblichen Schwüre ewiger Treue. Soweit ist es nun die alte Ge­schichte. Neu aber ist ihr Abschluß. Vor drei Wochen näm­lich erhielt der junge Musiker folgendes Kabeltelegramm: Onkel gestorben. Check auf Bleichröder unterwegs- bezahle Deine Schulden und komme sofort hierher!" Das hat der junge Mann denn auch eiligst gethau. Seine zahlreichen Gläubiger sind von ihm angenehm überrascht worden und er selbst schwimmt heute nicht nur in Wonne, sondern auch schon auf dem Ocean!

* Amerikanisches Jägerlatein. Es ist unsere traurige Pflicht, so schreibt eine amerikanische Zeitung, das Austauchen einer der ungeheuerlichsten Lügen der letzten Jahre zu ver­melden. Der Mann, der sie erzählt, will sich in den Con- greß wählen lassen, und was von ihm zu erwarten ist, kann man sich bei seiner Leistungsfähigkeit im Lügen vorstellen. Folgendes ist die Geschichte, die er erzählt: Er hat.eine Farm am oberen Missouri. Vor einer Woche bemerkte er, daß der Fluß zu steigen begann und sein Land überschwemmen würde, und er rettete daher seine Familie und beweglichen Güter auf höher gelegene Ländereien. Nun ist aber, so sagt er, seine ganze Farm, deren Umfang 2 (engl.) Meilen be­trägt, von einem fünffachen Draht-Stachelzaun umgeben- auf jede Ruthe fallen 32 Stacheln, aus die ganze Umzäunung also 102400. Alle diese Stacheln will besagter Lügner unter Beihülfe eines Taglöhners mit einem kleinen Stück Fleisch als Lockspeise versehen haben. Daun entwich er eben­falls nach den Anhöhen. Das Wasser überfluthete sein Land und blieb 26 Stunden lang fünf Fuß über dem Zaun stehen. Dann trat es wieder zurück und jener verhärtete Gauner kam und untersuchte seinen Zaun. Er fand so versichert er an jedem Stachel, mit Ausnahme von dreien, einen Fisch hängen, also zusammen 102397 Hechte, Brassen, Barsche u. a., die bei einem Durchschnittsgewicht von 10 Pfund das enorme Gewicht von 1023 970 Pfund ergaben. Er entließ seinen Taglöhner, weil er drei der Stacheln nicht sorglich genug geködert hatte! Was wird der Mann erzählen, wenn er in den Congreß gewählt wird?!

Schiffsnerchpichten.

Hamburg, 28.November. sHamburg-AmerikgnischePacketfahrt- Actien-Gesellschaftd Das Deutsche DampfschiffCalifornia", Capttän Dröscher, am 13. November von hier dtrect nach Newyork expedirt, ist am 28. November, 4 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen.

Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases.

Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gas­verbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen.

Monat November 1891: 141/2 Kerzen. ___________________ Buchner.

Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.

t c ^.stunde heute Montag den 30. Novbr., Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Römerbrief, Kap. 3, Vers 1: Der Menschen Untreue und Gottes Wahrheit. Pfarrer vr. Naumann.

1- Adventswochengotttesdienst am Donnerstag den

3. December, Abends 8 Uhr. Pfarrer Dingeldey.

Ipielplan der vereinigten frankfurter Stadttheater.

Mittwoch den 2. December: Vorstellung bei ermäßigten Preisen Zum Gedächtnisse Mozarts. Erster Abend: Ouvertüre zuJdomenes" Die Entführung aus dem Serail. Außer Abonnement. Er­mäßigte Preise.

Donnerstag den 3. December: Fidelio. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 4. December geschlossen. '

Samstag den 5. December: Zum Gedächtnisse Morarts Zweiter Abend. Die Zauberflöte. Gewöhnliche Preise

Sonntag dm 6. December, Nachmittags 31/« Uhr: Der Z unerbar on Ermäßigte Preise. Außer Abonnement. Abends 7 Uhr: Zum Gedächtnisse Mozarts. Dritter Abend. FigaroS Hochzeit. Große Preise.

Montag den 7. December geschlossen.

Dienstag den 8. December: Zum Gedächtnisse Mozarts. Vierter Abend. Cosi fan tutte. Gewöhnliche Preise.

Schauspielhaus.

Mittwoch den 2. December: Der freie Wille. Gewöhnliche Preise.

Donnerstag den 3. December: Die Großstadtluft. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 4. December: Im Forsthause. Durch den Kaufmännischen Verein. Gewöhnliche Preise.

Samstag den 5. December: Die Großstadtluft. Gewöhn­liche Preise.

Sonntag den 6. December: Zum ersten Male: Das Buch Hiob. Schauspiel in einem Aufzug von Leopold Adler. Hierauf: Neu einstudtrt: Ein vornehmer Schwiegersohn. Gewöhnliche Preise.

Montag den 7. December: Richard der Dritte. Gewöhn­liche Preise.

Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müfterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Ver­fälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen dieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-D6pöt von G. Henne- berg (K. u. K. Hoflief) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 9592