Ausgabe 
1.3.1891 Erstes Blatt
 
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Abg. Hinze (srs.) kann weder in der Quantität noch in Quali- tät einen solchen Nothstand anerkennen. Das Manquement betrage nach Abzug des durch die Vermehrung eingetretenen Bedarfs nur 3,6 Procent. DaS sei keine bedenkliche Erscheinung. Wenn auf die Höhe der Löhnung hingewiesen worden, so müsse doch dabei auch >te Sicherheit der Stellung der Unteroffiziere berücksichtigt werden. Ao» den nicht anaestellten Anwärtern müsse man diejenigen abziehen, Welche als Invaliden rc. den Etviloersorgungsschein erhielten, dann blieben nur noch etwa 1200 Unteroffiziere übrig, welche noch ohne Stellung blieben. Wie sei es denn in anderen Ständen? Da müßten die Leute oft viele Jahre auf eine Anstellung warten und während dem seien sie zu ihrer Erhaltung ausschließlich auf sich selbst angewiesen. ES sei darauf hingewiesen worben, daß auch Frankreich Unteroffizieren Dtenftprämicn gewähre; dort aber lägen bie Verhältnisse ganz anders, als bei uns, sie seien dort viel un­günstiger, trotz des Prämicniystems. Man möge nicht ein System <u8 Frankreich zu uns herübernehmen, das uns der Natur nach fremd sei. Wenn der Minister einen Austritt zahlreicher Unter­offiziere infolge Nichtbewilltgung der Dfinstp?ämien befürchte, so habe er einen besseren Glauben von der Pflichttreue und der Erkennt- irifc ihrer Interessen dieser Leute. Werde s. Z. ein wirklicher Noth­stand nachgewiesen, dann würden auch seine Freunde zur Hebung desselben die Hand bieten, nicht aber durch solche Theilmaßregeln.

Reichskanzler v. Caprivi: Als die Regierung auf die Ver- küngerung des Socialistengesetzes verzichtete, war sie sich völlig darüber Aar,daß dieBekärnpfung der Soctaldemokratiedamit nur umso nöthiger fei» werde, und daß alle Mittel aufgewendet werden müßten, ihr den Boden zu entziehen. Hierbei sei ein tüchtiger Uuteroffizierstand von größter Dichtigkeit. Heute sei die Lage des Unterofstzterstandes ungünstig. Der mit dem Ctvilversorgungsschein gewährte Dorther! sei vielfach gar nicht realtsirbar und dann sei die Versorgung oft so beschaffen, daß fie keineswegs als Belohnung gelten könne. DaS müffe Miß­vergnügen erwecken. Die Anforderungen an den Unteroffizierstand feien heute viel höhere als früher, namentlich hinsichtlich der all­gemeinen Bildung. Es gelte die Aufrechterhaltung einer Autorität unter schwierigen Verhältnissen. Auf Grund dieser Autorität soll Vergehungen Seitens der Mannschaften vorgebeugt werden. Miß­handlungen würde durch Erhöhung des Bildungsniveaus der Unter­offiziere wirksam begegnet. Noch schwieriger werde die Stellung des Unteroffiziers, wenn die Soctaldemokratie in die Armee einzudringen versuche. Wenn es aber wirklich zum offenen Kampfe gegen die Soctaldemokratie kommen sollte, so trete die wichtigste Aufgabe für Len Unteroffizier hervor, denn in einem solchen Kampfe fehle der Factor zu einer Hebung des Selbstgefühls, wie er im Kriege gegen den auswärtigen Feind vorhanden sei. Jeder habe da das Gefühl, daß er schließlich doch Landsleuten gegcnüderstehe. Er bitte Alle, der Vorlage zuzuftimmen und damit zu beweisen, daß sie wirklich zu den staatserhaltenden Elementen zahlen. (Lebhafter Beifall rechts.) Es handle sich darum, das Niveau des Unteroffizierstandes zu heben und der deutschen Nation seien die hierzu nothwendigen Elemente wohl enthalten. Man möge nicht an der falchen Stelle sparen; eine Armee, die im entscheidenden Augenblicke versage, sei die theuerste von alle». (Beifall.)

Abg. vr. H a m m a ch e r (natl.) begründet den von ihm gemeinsam mit dem Grafen Behr eingebrachten, Antrag an Dienstprämien für daS preußische Kontingent 3197000 Mk. zu bewilligen. Die Dienst- vrämie soll nach diesem Anträge betragen: nach neunjähriger Dienst­zeit 550 Mk., nach zehnjähriger 800 Mk., nach elfjähriger 900 Mk. und nach zwölfjähriger 1000 Mk.

Abg Haußmann (Volksp.) bedauert, daß der Reichskanzler den staatserhaltenden Character einer Partei von der Bewilligung -er Dtenstprämien abhängig gemacht habe- Man war bereits ge­wöhnt, daß mit diesem System gebrochen sei. Für die Social­demokratie habe der Reichskanzler nur Reclame gemacht, indem er ihr gewissermaßen die Eigenschaft einer Großmacht beigelegt habe. Rach außen hin müsse die Rede des Reichskanzlers den Eindruck machen, als ob unsere Armee in einem Zustande der Zersetzung begriffen; dem müsse er entschieden widersprechen. Den Soldaten- «ißhandlungen werde am wirksamsten begegnet, wenn man den Leuten das Beschwerderecht sichere und zur Hebung des Unteroffizier- staudes werde es am besten beitragen, wenn man die Kluft beseitige, die heute noch zwischen Offizier und Unteroffizier gähne. Damit werde auch einer Verbreitung socialdemokralischer Ideen in der Armee begegnet werden und zwar jedenfalls besser als mit dieser Geldzulage, mit der nur den bestehenden ein neues System für Gehalttzbezüge ^gefügt werde.

Abg. v. Benda (natl.) befürwortet den Antrag Hammacher.

Abg. Grillenberger (Soc.) lehnt diese Forderung ab. Für -H»lturzwecke werde seine Partei immer das Nöthige bewilligen; hier handle es ftch um solche nicht. Der preußische Kriegsminister sollte -als Chef der Militärwerkstätt-n wissen, daß die Löbne seit zwei Jahren fallende Richtung verfolgen. Wenn es die Unteroffiziere in denFertencolonren" nicht ausbalten könnten, so liege das an der Behandlung. Wolle man die Unteroffiziere aufbrffern, so möge man ihre Gehälter erböhen; wir bewilligen aber dazu nichts. (Heiterkeit.) Es mögen die Mittel aus der Gesammtbewilligung für Mllitärzwecke genommen werden. Leider sei ja die Zeit zur Beseitigung des Militarismus, dieses Krebsschadens am Staatskörper, noch nicht gekommen. Der Reichskanzler habe das rotbe Gelp-nst an die Wand gemalt, um die Forderung durchzudrücken. Waren wir bereits vorher ^tschieden, die Forderung obzulehnen, so sind wir es jetzt erst recht. Sie glauben ja immer, durch Ihre sogenannte Socialgesttzgebung alle Unzufriedenheit niederzuhalten, wozu kaufen Sie sich denn noch Unter­offiziere für den gleichen Zweck. Die Milttäranwä'ter find in den unteren Stellen mit jammervollen Gehältern angestellt, während die oberen Gehälter eine enorme Höhe erreichen. Für die Besserstellung der Unteroffiziere wollen wir die Forderungen bewilligen, für die Erweiterung des Militärwesens keinen Groschen.

Abg. Hahn (cons.) stimmt Haußmann bet, daß die Bevölkerung nur nothwendige Forderungen bewill'gm wolle; um solche nothwendige Forderungen handle es sich hier aber. Die Stellungen, welche den Militäranwärtern zufallen, fiten so gering bezahlt, daß man den Unteroffizieren während des Dienstes Zuwendungen machen muß.

Herauf vertagt das Haus die wettere Debatte auf Samstag Mittag 12 Ubr. °

Schluß 48/< Uhr.

Aesre-te Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Bureoa.

Verli», 27. Februar. Der jüngste Sohn des Kaisers wurde in der vergangenen Nacht von einem Un­wohlsein befallen, das die Herbeirufung des Arztes noth- wendig machte.

Ti <0 »National-Zeitung" zufolge ist der Ein tri t t des c r 1C« 5 n den Reichscolonialdienst am Dienstag Peters werde sich z« Anfang April nach Deutsch- Ostafrika begeben.

Sefnuar. Di-Hamb. Börsenhall-" ver- offentlicht das Schlutzcapitcl einer Denkschrift der Firma ^5° ntz-n u. Tharmachlen über di- Lag? von Kamerun, welch- nachzuweiscn versucht, daß di- Errichtung einer Schutz- iruppe zum Zwecke der weiteren Erschließung des Hinterlan­des nothwendig sei. Die Schlußsorderung der Denkschrift verlangt die einmalige Bewilligung einer Million und einen jährlichen Zuschuß von JC 400,000 auf 10 Jahre. Da der Börsenhalle" zufolge eine derartige Bewilligung nicht er­folgen wird, werden die Firmen Jantzen und Thormachlen »nd Wörmann eine Anleihe von l1/, Millionen ausnehmen,

für deren Verzinsung und Amortisation die Kamerun-Zölle und Abgaben angewiesen werden.

Hamburg, 27. Februar. Die Maschinenfabrik auf dem Schiffswerfte Wencke Söhne in Steinwärder ist heute Morgen niedergebrannt. Der Schaden ist beträchtlich, da sämmt- liche Maschinen vernichtet sind.

Paris, 27. Februar. Wie aus Madrid gemeldet wird, hat die spanische Regierung beschloffen, alle Handelsver­träge, welche die Klausel der meistbegünstigten Nation ent­halten, zu kündigen.

Paris, 27. Februar. Am Nordbahnhos war keiner­lei Ansammlung. Erst bei dem Eintreffen der Kaiserin Friedrich eilten zahlreiche Neugierige herbei, welche die Kaiserin und die Prinzeffin Margarethe, die, vom Grafen Arco und dem Botschafter Münster geführt, den Wagen verließen, respectvoll begrüßten. Kein Zwischenfall ereignete sich. Auf der Fahrt nach dem Bahnhof wartete an der Ecke der Rue Drouot eine größere Ansammlung und begrüßte die Kaiserin ebenfalls refpectvollst. Gras Münster, Gras Arco und der englische General Duplut begleiteten die Herrschaften. Zahlreiche französische und ausländische Jour­nalisten bestiegen denselben Zug. Den Sicherheitsdienst leitete der Polizeipräsect Loze. Die Ueberfahrt erfolgt von B o u l o g n e aus.

London, 27. Februar. Die Kaiserin Friedrich und Prinzessin Margarethe trafen kurz nach 5 Uhr in Dover ein und wurden von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Die Weiterreise nach Windsor erfolgte alsbald via Clapham, wo die Kaiserin von dem deutschen Botschafter Hatzfeld und dem griechischen Gesandten Gennadios empfangen wurde.

Serajewo, 27. Februar. Gestern wurde in Barkar Bakus ein von unterirdischem Getöse begleitetes Erdbeben in der Richtung von Nordost nach Südwest wahrgenommen, das etwa 5 Secunden dauerte.

NewYork, 27. Februar. Das deutsche Segelschiff Orient" ist nach einer 257 Tage dauernden Fahrt aus Swansea hier eingetroffen und der Capitän berichtet, daß während seines Aufenthaltes in Valparaiso die Forts mit den Schiffen der I n s u r g e n t e n häufig Schüsse wechselten. Unter großen Schwierigkeiten sei es ihm, dem Capitän, ge­lungen, zu landen, und er habe mit dem deutschen Consul viele Formalitäten durchmachen müssen, bevor er aus sein Schiff zurückkehren konnte. Angesichts einer bevorstehenden Schlacht habe der Commandant des britischen Kriegsschiffes Warspite" den Schiffen gerathen, in See zu gehen, und saft alle Schiffe seien diesem Rathe gefolgt.

San Francisco, 27. Februar. Nach Mittheilungen aus Arizona sind sämmtliche Eisenbahnen 22 Meilen östlich von Duma durch Ueberschwemmungen zerstört. Die Stadt Tiajuna in Kalifornien ist fast vollständig durch die Fluthen vernichtet.

Buenos Ayres, 27. Februar. Zufolge Nachrichten aus Chile, ist die Stadt Tarapaca in die Hände der Auf­ständischen gefallen.

Cocales mtfe

Gieße«, 28. Februar.

Theater. Die letzte Aufführung im Neuen Theater, die zum Benefiz von Herrn Rudolf Biebrach stattfand, war geeignet, den üblen Eindruck der letzten Abonnements­vorstellung wieder zu verwischen. Herr Biebrach kann mit voller Befriedigung auf seinen Ehrenabend zurückblicken und darf das'warme Interesse, das ihm gestern bewiesen wurde und sich äußerlich in der großen Zahl der Anwesenden, in dem warmen Beifall, den sein Spiel sand, und in der Spende von Blumen und Kränzen kundgab, als eine wohlverdiente Anerkennung seines schönen Talentes und seines energischen arbeitssreudigen Vorwärtsstrebens ansehen. Ueber den zur Aufführung gelangtenGaleotto" ist nicht viel zu sagen. Der Grundgedanke des Dramas, daß der einzelne Mensch einer allgemeinen, wenn auch noch so unbegründeten Meinung gegenüber ohnmächtig ist, und trotz allem Ankämpfen schließ­lich selber von ihr beherrscht wird und daß aus diese Weise einer auch zumVerbrecher aus verlorener Ehre" werden kann, ist ja an sich geistreich, aber namentlich in seinem letzten Theil ganz ungenügend durchgeführt. Es geht dem Dichter, wie seinem Ernesto: er hat die schönsten Gedanken, kann sie aber nicht recht ausdrücken. So hätte er in seinem Drama die beste Gelegenheit gehabt, zwei Seelengemälde von er­greifender Wirkung zu entwerfen: das Ringen Manuels mit seinem Verdachte gegen seine Gattin und den Kampf Ernestos gegen die öffentliche Meinung und die Versuchung der in ihm auskeimenden Leidenschaft, die eben jener fortgesetzte Hinweis der Menge verschuldet. Der Dichter hat aber nur ganz flüchtig die äußersten Umrisse dieser Seelenkämpfe gezeichnet und jede Vertiefung und feinere Ausführung unterlassen. Auch hinsichtlich der Charakteristik der Personen hat er sich damit begnügt, die allergröbsten Linien zu ziehen und haftet er vollkommen an der Oberfläche. Der Dialog ist zudem zu breitspurig und weitläufig und die eigentlichen drama­tischen Schlager fehlen fast ganz. Gespielt wurde durchweg befriedigend. Herr Biebrach gab ein schönes und treffen­des Bild des idealen Ernesto- fein und durchgeistigt, wie immer, war Fräulein Elisabeth Bischoffs temperament­volles Spiel in der Rolle der Julia. Recht gut bewährte sich auch Herr W i n o l t als Manuel. Vollkommen an seinem Platze zeigte sich Herr Goullon, der in der letzten Zeit eine ganze Reihe von schönen Erfolgen zu verzeichnen hatte und, nachdem er sich in die seinem eigentlichen Fache fern­liegenden Rollen (die er hier nothgedrungen übernimmt) hineingelebt hat, auch in deren Wiedergabe immer mehr ein hübsches darstellerisches Talent und vor Allem die Gabe, seine Rollen intelligent und scharf zu erfassen, offenbart. Befriedigend waren endlich Herr Schreiner und Fräulein Unger.

Panorama. Bon morgen an wird im Panorama Amerika mit seiner Weltstadt Newyork ausgestellt. Diese Serie soll wieder, gleich der vorangegangenen, eine schöne

und besonders großartig sollen die Niagarafälle, sowie die Hudson-Landschaften ^sein.

-n. Staufenberg, 27. Februar. Durch Decret vom 23. d. M. wurde der hiesige Schulverwalter L. Grünlich aus Hattenrod, Kr. Gießen, zum Lehrer an der unter dem Protectorat Seiner Durchlaucht des Herrn Fürsten zu Solms- Braunfels stehenden Schulstelle zu Nieder-Bessingen bestätigt. Der hiesige Orts- und Schulvorstand war schon vor etwa zwei Monaten bei hoher Schulbehörde vorstellig geworden, man möge Herrn Graulich die hiesige zweite Schulsteve definitiv übertragen. Gewiß Beweis genug dafür, daß er es hier in seiner zweijährigen Dienstzeit verstanden hat, nach allen Seiten gerecht zu werden. Da dem oben erwähnten Gesuche nicht ohne Weiteres willfahrt, sondern die betreffende Stelle zur Concurrenz ausgeschrieben wurde, so zog es Herr- Graulich vor, sich unterdeffen um die Schulstelle zu bewerben, deren Inhaber er von heute an ist. Wir sehen ihn scheiden mit dem sehnlichsten Wunsche, daß ihm auch in seiner neue» Gemeinde dasselbe Vertrauen entgegengebracht werde, wie dies hier der Fall war.

Unter den Volksschullehrern circulirt z. Z. ein Rund­schreiben, das zur Theilnahme an der am 7. März in Mainz stattfindenden Generalversammlung hessischer Turnlehrer auf­fordert. Aus derselben wird Herr Lehrer Schmuck in Bingen einen Vortrag darüber halten, ob der Turnunterricht in der Schule von einem Klaffenlehrer oder einem Fachlehrer er- theilt werden soll. Außerdem wird ein Antrag "Gießen auf Abänderung der Statuten zur Berathung gelangen.

Bad-Nauheim, 26. Februar. Der hiesige Kur- und Verschönerungsverein ist an zuständiger Stelle nm Abschluß des hiesigen Platzes an das für Frankfurt und Umgegend vorgesehene Bezirks-Fernsprechnetz vorstellig geworden. Dieser Tage ist nun ein Schreiben der Kaiserlichen Ober- Postdirection in Darmstadt hier eingelaufen, inhaltlich dessen die Grenzen für dieses Netz in den höheren Orts festgesetzten Bedingungen genau bestimmt sind. Nach diesen Festsetzungen ist der Ort Bad-Nauheim von der Theilnahme an dem be­sagten Bezirks-Fernsprechnetz ausgeschlossen. Nach de» frag­lichen Bedingungen ist allerdings noch zulässig, daß außer­halb des vorbezeichneten Bezirksnetzes gelegene Etabltssernenrs an das Bezirksnetz angeschlossen werden können, wen» die--- selben in geringer Entfernung von der angegebenen Bezirkß- grenze, bezw. von einer zum Bezirksnetze gehörenden Stadt­fernsprechnetzeinrichtung liegen. Da dies jedoch für Bad- Nauheim nicht zutrifft, so ist die Kaiserliche Ober-Postdirection nicht in der Lage, dem Gesuche des Kur- und Verschönerungs- Vereins irgend welche Folge zu geben. (D. Z.)

Friedberg, 26. Februar. Heute fand die öffe»tliche Entlassungsfeier der Seminaristen in der Turnhalle des Schullehrer-Seminars statt, die von Angehörigen der Schüler und Freunden der Anstalt sehr zahlreich besucht war. Seminarlehrer Süß hielt in Vertretung des DirectorS die nach Form und Inhalt gleich vollendete Abschiedsrede an die Abiturienten. Die Gesänge und musikalischen Vorträge sande» ob ihrer Präcision und wohlgelungenen Ausführung allge­meinen Beifall.

Vermischtes.

* Darmstadt, 26. Februar. Der gestern zu Ende ge­gangenen Staatsprüfung für das Justiz- und vrr waltungsfach haben sich H Candidaten unterzogen, 4 ans Rheinheffen und 7 aus den diesseitigen Provinzen.

Eingesandt.

_ Gießen 27. Februar.

Der Natlonalliberale Verein zu Darmstadt hat am 24. d. M den Antrag des Finamausschusses II. Kammer auf GewLhruu» einer allgemeine« 6% Theuerungszulage an Stelle de» oa» der Regierung vorgeschlagenen clalfificirten Wohnungsgeldzusch«sscS für Gießen 9% zum Gegenstand seiner Berathung gemacht.

Wir erlauben uns an den Vorstand des hiesigen Nationale liberakn Vereins die Anfrage zu richten, ob derselbe, bei der große» Wichtigkeit für die vielen hiesigen Staatsdiener, nicht in gleicher Weise vorzugehen beabsichtigt.

Die Einberufung einer Versammlung müßte dann umgehend erfolgen, da die Beschlußfassung der Kammer baldigst erfolgen blrfte.

Mehrere Beamte.

"Wer für catarrhalische Affectionon leicht empfänglich ist beugt am besten einer Erkältung vor, wenn er bei rauher Witteren* eine Pastille in den Mund nimmt. Unter den vielen Pastille« die tagtäglich dem Publikum angeboten werden, behaupten sicherlich diejenigen derKaiser-Friedrich-Quelle, welche bekannt­lich als die stärste Hatron-Lithion-Quelle Deutschland* gilt, den ersten Rang. Dieselben werden in allen Apotheken. Mineralwasserhandlungen etc. verkauft. gjg

Verkehr, Land- und Volkse

_ »teste«, W. Februar. Marktbericht. Auf dem heutiges Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. a 0,80-0,90, Hühnerei« St. 66, 2 St. H, Enteneier 1 St. 7 2 et A

Ä8fe pr. St 58 H, Käfimatte pr. St. 3 Erbsen vr. Liter Ist X pr,4%r ?0 Tauben pr. Paar x 0,600,70, Hühner

50, Hahnen pr. St v* 1,301,70, Enten pr. Stück Ochsenfleisch pr. Vsd 7074 Kuh- und Rindfleisch £064 £, Schweinefleisch 60-70 4, Hammelfleisch 5070 H, Kaü§ fleisch 60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 7,00- 7,50, Weißkraut 3?R7 X 6'6tK-7'50' mUd) *

Anszng aus den SLandesanrtsregifterV

der Stadt Gieße«.

~ Aufgebote.

Februar: 23. Philipp Weilcr, Kaufmann dahier, mit Fa»n» Kohn zu Regensburg. 24. Gustav Wege, hoff, Seiltänzer dahier, mit Anna Ma.ia Kaih. Noldt Wwe., ged. Austen, dadier/ 26 JohL Luther, B.emser dahier, mit Marie Kath. Wilh^ Barchfeld zu Ober- kaufungen. 26. Jacob Jung, Kaufmann dahier, mit Helene Sch»ieder zu Amöneburg. 27. Augutt Christian Noll II., Kaufmann Mctfdbt, mit Karoline Phttlppine Lenz dabier.

, ", Sheschliest««gen*

n Februar: 21. Dr. Ci.l y<tz, A.zt zu Falkenstein, mit Clara Luise Kretschmar von hier. 25. Johann G org Leib, Former dahier, mit Eltsabeth Wagner von Kirchoertz. 27. Johann Gcvrg Schneider, Bürstenmacher dahier, mit Margarethe Schäfer hie.selbst. 27. Joh. Georg Bausch, Taglöhner dahier, mit Mana Kath. Koch hierselbst-