Wagen befindlichen, in Groß-Umstadt gekauften Maaren im Werthe von 200 Mk. bereits von „redlichen" Findern geborgen, d. h. gestohlen. — Der Stadtverordnete Rückert in Darmstadt beabsichtigt, soferne ihm die Erlaubniß er- ttzeilt wird, in der Nähe des Friedhofs einen Leichen-Ver- brennungsosen aus eigene Kosten zu errichten. Zur Unterstützung der städtischen Suppenanstalt in Worms hat die Freifrau von Hehl daselbst 500 Mk. gestiftet. — Die Lotterie zur Restaurirung des Wormser Domes ist auch für Bayern gestattet worden. — In Guntersblum werden seit dem 2. Weihnachtsfeiertage zwei junge Leute vermißt, die auf dem sog. Altrhein Schlittschuh liefen- man vermuthet einen Unglücksfall. — Nach annähernder Schätzung sind in der Gemarkung Bretzenheim 130 Morgen Rüben und 1 Morgen Kartoffeln erfroren.
Vermischtes.
* Darmstadt, 30. December. Der hiesige Gastwirth- v er band hat, laut „T. A.", an das Großh. Polizeiamt eine Eingabe gerichtet mit dem Ersuchen, alle diejenigen Wirthschaften, bei welchen innerhalb eines Jahres keine Ruhestörungen vorgekommen sind und die anständig geführt wurden, von der Feierabendstunde zu befreien.
* △ Mainz, 20. December. Der Rhein hat sich nach einer telegraphischen Nachricht von Bingen oberhalb der Loreley gestellt. Bei Oppenheim und Ginsheim ist in Folge des starken Eisgangs der Verkehr mit den fliegenden Brücken eingestellt, ebenso der Trajectverkehr bei Worms und Bingerbrück. Bei Worms, Ginsheim, Oppenheim und Bingerbrück findet der Verkehr nur noch mit Nachen statt. — DaS hiesige Militärgericht verurtheilte letzter Tage einen Unteroffizier vom 88. Infanterie-Regiment wegen Mißhandlung von Untergebenen zu zwei Jahren Festung und Degradation. Dem Verurtheilten sind nicht weniger wie 32 Fälle von Mißhandlungen nachgewiesen worden. — Wegen Mangel an Nahrungsmitteln und aus Sorgen über Geschäftsrückgang versuchte sich gestern ein hiesiger, früher ziemlich begüterter Geschäftsmann mit seinem sechsjährigen Kinde im Rhein zu ertränken. Vorübergehende Personen konnten den Verzweifelten nur mit Gewalt von seinem Vorhaben ab- halten.
* = Frankfurt a. M., 30. December. Ein Raubansalt wurde gestern in der Wirthschaft zum „großen Speicher" aus ein Bäuerlein aus Oberheffen gemacht, welches in unserer Stadt eine Summe von 300 Mk. bezahlen wollte. Der Haudmann hatte die Unvorsichtigkeit begangen, sich in der genannten Wirthschaft einem fremden Burschen, Namens Heidt, der sehr liebenswürdig that, anzuschließen und seine Baarschajt blicken zu lassen. Als der Bauer mir seinem neuen
Freund zum zweiten Male den „großen Speicher" betrat und das Local verlassen wollte, wurde er im Hausflur des Wirths- hauses von Heidt mit einem Schlagring niedergeschlagen und seiner Baarschast beraubt. Als der Wirth und Gäste dem Uebersallenen zu Hülste eilten, hatte der Räuber schon das Weite gesucht. Weit kam er freilich nicht, denn noch im Lause des Tages wurde er festgenommen. Allerdings hatte er, wie man der „Kl. Pr." berichtet, bereits 135 Mk. von dem geraubten Gelde ausgegeben.
* Beuthen i. Oberschl., 29. December. Die Hinrichtung des Lustmörders Johann Muschiol wurde heute Morgen 8 Uhr durch den Scharfrichter Reindel aus Magdeburg hier vollzogen.
Bremen, 29. December. [Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Aller, Eapitän H. Ehristoffertz, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. December von Bremen und am 20. December von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.
Neujahrsgabe«
str die Kleinkinder-Bewahranstalt dahier.
Von dem Herrn Rentamtmann i. P. Lyncker dahier wurden wieder in diesem Jahre folgende milde Beiträge zur Ersparung der üblichen Neujahrsbesuche und Gratulationen an den Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt baar abgeltefert mit zusammen 36.90 Mk.
Diese milden Beiträge wurden von nachstehenden Personen gegeben: 1. Schuldirector Vigeltus, 2. Bankier Kaufmann, 3. Oberst- lteutenant Caspary, 4. Rentamtmann Lyncker, 5. Ctaarrenfabrikant Bender, 6. Kaufmann Kraatz, 7. Rentner L. Bücking, 8. Buchhändler Ferber, 9. Präsident Dr. Knorr, 10. Stadtrath Wolff, 11. Buchhändler Rtckrr, 12. Freiherr V. v. Rabenau, 13. Dr. Mettenheimer. 14. Kreisarzt Dr. FollentuS, 15. Geh. Hofrath Professor Dr. Oncken, 16. Ctgarrenfabrikant L. Emmeltus, 17. Justtzrath Batst, 18. Staatsanwalt W. Bücking von Mainz, 19. Kaufmann Emil Plstor, 20. Frau Gastwirth Müller Wwe. im Einhorn, 21. Agent K. KleeS, 22. Kanzler Gehetmrath Wasserschleben, 23. Th. Lommel, Apotheker, 24. Wetnhändler K. Schwan I.
Besonders wird hier noch bemerkt, daß das im Jahre 1881 mit 50 Mk. für die Kletnkinder-Bewadranstalt zinstragend eingelegte Kapital, welches im vorigen Jahre 943 Mk. betrug, sich in diesem Jahre auf den Betrag von 1017.35 Mk. erhöht hat.
Zur Vermehrung dieses Capttals haben folgende Sammelstellm mllde Beiträge geliefert:
1. Die Sammelliste im Gasthaus zum Einhorn 5.92 Mk.
2. dieselbe im Gesellschaftsverein . . . 4.08 „
3. Erlös aus gesammelten Cigarren-Abschnitten 20.40 „
4. von Herrn Oberkellner Pfitzner im Prinz Earl abgeliefert.......11— „
5. Zinsen von 1890 mit . ♦ . 32.95 „
74.35 Mk.
Hierzu das Capital Ende 1889 mit 943.— y gibt Ende 1890 1017.35 Mk.
Außer den vorgenannten haben folgende Herrm zur Enthebung von Neujahrsbesuchen der Kleinkinder-Bewahranstalt Gaben zugewendet : 25. Rentner Balthasar Lenz, 26. Geh. Ktrchenrath D. Köttner, 27. Realgymnafiallehier Jann, 28. Justtzrath Dr. Diery, 29. Rcal- gymnasiallehrer Albach, 30. Rechnungsrath Kalbfleisch, 31. Oberbürgermeister Gnauth, 32. Kgl. Eisendahn-Stalions-Vorsteher Jean Heidt, 33. Poltzetrath Fresenius, 34. Fabrikant Gustav Patz, 35. Kaufmann Rudolf Göbel, 36. Pfarrer Dr. Naumann, 37. Zahnarzt Koch, 38. Fabrikant Eugen Keuffmann, 39. Ingenieur Schiele, 40. Pfarrer Dtngeldey, 41. Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch, 42. Rentner Louis Ltmpert. 43. Fabrikant Emil Schmoll, 44. Bankoorstand Georg Wortmann, 45. Georg Noll, 46. Professor D. Gottschick, Rector der Universität, 47. Pfarrer Schlosser.
Von den voranstehenden 23 Herren wurden 45 Mk. für unsere Anstalt gespendet. Allen freundlichen Gebern sagen wir unteren herzlichsten Dank.
Mit herzlichstem Dank bescheinigen wir noch besonders den Empfang von 50 Mk., die uns von Mitgliedern der hiesigen Freimaurerloge, der Gründerin unserer Anstalt, auch in diesem Jahre als Geschenk für die Anstalt übergeben worden sind.
Zu besonderem herzlichsten Dankesausdruck hat uns auch diesmal wieder Herr Rentamtmann Lyncker verpflichtet, der in alter Treue und gütigem Wohlwollen auch während des Jahres 1890 zum Besten unserer Anstalt eifrig sich bemüht hat.
Gießen, am 31. December 1890.
Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer.
verkehr, Land« unö Dolfewinbjdjaft.
— Im Publikum ist vielfach die Ansicht verbreitet, daß für die an die Postbehörderr gerichteten Schreibe« Porto nicht zu zahlen sei. Den Öbeiponotrecioren und den Postanstalten gehen daher häufig aus den Kreisen des Publikums Schreiben und Eingaben zu, welche unfranktrt in die Briefkästen gelegt worden sind, für welche die Absender dann nachträglich das höhere Porto für unfranktrte Briefe zu zahlen haben. Es wird daher im allgemeinen Interesse darauf aufc merksam gemacht, daß auch für alle an die Postbehörde gerichteten Sendungen, welche in die Postbriefkasten gelegt werden, das volle Porto zu entrichten ist. Wer diese Ausgaben ersparen will, muß die betreffenden Sendungen im Bureau der Postdtrectionm oder im Amtszimmer der Postanstalten abgeben.
Wöchentliche Zleberficht der Todesfälle in Gießen.
52. Woche. Vom 21. December bis 27. December 1890.
Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär).
SterblichkeitSztffer: 40,6%*.
Kinder
Es starben an: Zusammen:
Rachenbräune 3
Wochenbettkrankheitm 1
Lungenschwindsucht 4
Acute entzündliche
Erkrankungen der
Athmungs-Organe 3
Gehtrnschlagfluß 1
Rose 1
Andere bekannte
Krankheiten__________3
Summa: 16
Erwachsene: tm tont
1. Lebensjahr: 2.—Ib.Jahr: - -
1 — —
3-1 2—1 1 — ' —
1 —
1 1 1
8 2 6
Bekanntmachung.
Die Pläne über den Ausbau de» Vicinalwege» von Gießen nach GöeiLerg liegen U Tage lang zur Einsicht auf dem Etadtbauamte offen. Gin»endungen dagegen können innerhalb dieser Zeit, bei Meldung des U»»schiuffe», bei der unterzeichneten Stelle vorgebracht werden.
Gießen, den 29. December 1890.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 57
Bekanntmachung.
Die mit dem 9. Januar k I. frei werdende Controleur»Stelle bei Stadt, mit welcher eine Jahresvergütung von 500 verbunden ist, soll aus ein Jahr anderweit besetzt werden. Bewerber um dieselbe wollen ihre Gesuche bi» zum 6- k. Mt». bei der unterzeichneten Behörde einreichen.
Hießen, den 31. December 1890
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
_________________Gnauth.______________________59
Bekanntmachung.
6m Nachtrag-Voranschlag der Gemeinde Grotzen-Linden Pro 1890/91 liegt vom 2. k Mt». an 8 Tage bei un» offen.
Hroßen-Linden, am 31. December 1890.
Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden.
72 Leun.
Deutsch - Italienischer Güterverkehr.
Mit dem 1. März l. I. treten die Frachtsätze für die Beförderung von Braunkohlen und Braunkohlenbrikets von Hungen, sowie die Frachtsätze für die Beförderung von Rohrzucker von Stockheim nach italienischen Stationen mangels Frequenz außer Kraft
Hießen, den 1. Januar 1891.
Großh. Direktion [36 der Oberhessischen Eisenbahnen-
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