Ausgabe 
31.5.1890
 
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Der Kaiser hörte auch heute Vorträge und empfing den hier eingetrofienen General Lesczynski.

Der Unterstaatssecretär des Auswärtigen, B e r ch e m, tritt in den einstweiligen Ruhestand, verbleibt aber zur Dis­position des Auswärtigen Amtes.

Berlin, 29. Mai. Der evangelische sociale Con- grefi berieth heute die Ausgestaltung der evangelischen Arbeitervereine. Empfohlen wurde die Gründung einer größeren evangelischen Arbeiterzeitung, die Einrichtung von Arbeitervereinshäusern in großen Städten, von Volksvereinen in kleinen Städten. Bei Besprechung der Bestrebungen aus dem Gebiete der Socialpolitik erschienen die Minister Goßler und Berlepsch.

Kiel, 29. Mai. DieDeutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger", die vor 25 Jahren in Kiel begründet wurde, hielt heute ihre Jahresversammlung ab. Als Ehren­gäste waren Viceadmiral Knorr und Oberpräsident Steinmann anwesend, letzterer begrüßte die Versammlung Namens der Regierung, Bürgermeister Fuß Namens der Stadt. Consul Meyer (Bremen) dankte.

Elbing, 29. Mai. In dem vom Reichsgericht zur noch­maligen Verhandlung hierher verwiesenen Processe gegen die Königsberger Handelsrichter und Consuln Gebr. Conrad und Robert Gaedecke wegen Wuchers sprach die hiesige Straf­kammer die Angeklagten frei.

München, 29. Mai. Es circulirt das Gerücht, in den nächsten Tagen werde sich eine neue, gemäßigt ultra­montane Partei unter Führung des Grasen Conrad Preysing bilden.

Paris, 29. Mai. Die Polizei verhaftete heute früh 15 russische Staatsangehörige, bei denen zahlreiche Schriftstück^owie Explosivstoffe mit Beschlag belegt wurden. Die Verhaftung erfolgte aus zahlreiche Einkäuse derselben bei Chemikalienhändlern. Verhaftet sind Mendelsohn aus Fon- tenay-aux-Roses, welcher das Haupt dieser nihilistischen Ver­bindung zu sein scheint, ferner Orlow, genannt Wolgriu, der Student Lavreynius, Fräulein Guatowski, Labowitsch, Atschi- nazi, Reichten und dessen Frau, Fräulein Redozowa, Nakatchiz, Nepanow, Kalchinzen, genannt Anämien, Peplow, genannt Lewow, Jemstei und Fräulein Bromberg. Bei Sämmtlichen wurden Bomben und Explosivstoffe vorgesunden.

Paris, 29. Mai. Außer den bereits gemeldeten Per­sonen verhaftete die Polizei noch zwei weitere Nihilisten, Reinstein und Berditschewski, bei welchen Abhandlungen über die Fabrikation von Sprengstoffen gesunden wurden.

Petersburg, 29. Mai. Die nordische Telegraphen­agentur erfährt, der Einfuhrzoll aus Baumwollengarn solle derart erhöht werden, daß für die englischen Nummern 1 bis 50 nunmehr 4 Rubel pro Pud zu zahlen sind.

Zanzibar, 30. Mai. Briese des Afrika - Reisenden Dr. Peters an Tiedemann vom 13. April aus Ukummi in Ussukuma zeigen an, daß beide dort wohl angekommen seien und ihr Eintreffen in Zanzibar Ende Juni zu er­warten ist.

Cocates unO ^provinzielles.

Gießen, 30. Mai.

Wie wir vernehmen, werden wir in den nächsten Tagen die hohe Ehre und Freude haben, Se. Kgl. Hoheit den Großherzog, unseren allergnädigsten Landesherrn, in unserer Stadt begrüßen zu können.

Behufs Bildung der Spruchliste für die am 16. Juni 1890 beginnende Sitzungsperide des Schwurgerichts wurden folgende Namen der Hauptgeschworenen aus der Jahresliste für 1890 gezogen: 1. Wilhelm Bausch I. in Nieder-Wöll­stadt - 2. Daniel Appel in Grünberg- 3. Heinrich Steffan VI. in Gettenau - 4. Franz Schneider in Gießen - 5. Jean Kirch in Gießen- 6. Frhr. Adolf v. Harnier in Echzell- 7. W. Eber­hard in Gießen- 8. August Breidenbach in Dorheim- 9. Philipp Amendt III. in Allendors a. d. Lahn- 10. Ludwig Schäfer III. in Annerod- 11. Hermann Amendt in Treis a. d. Lda.- 12. Kaspar Rabenau II. in Alten - Buseck- 13. Heinemann Grünbaum in Bad-Nauheim- 14. Rudolph

Nur wenige Fenster des großen Gebäudes waren noch erleuchtet, als Bach athemlos vor demselben anlangte. Der Portier wollte gerade das Portal schließen und wunderte sich nicht wenig, als der ihm wohlbekannte Assessor um diese Stunde auf ihn zugestürzt kam mit der Frage:

Ist Herr von Hundheim noch zu sprechen? Melden Sie mich sosort- ich muß unter allen Umständen eine Unter­redung mit ihm haben."

Das Befinden Tessas war unterdessen besser geworden, die Familie saß im Zimmer des Vaters beieinander, das Gespräch bildete natürlich das räthselhaste Verschwinden Bachs. Um so größer war das Erstaunen, als jetzt der Kammer­diener meldete:

Der Herr Assessor läßt den Herrn Baron dringend um eine Unterredung bitten."

Führe den Herrn in den Salon?"

Nach wenigen Minuten stand Bach kläglichen Antlitzes dem Hausherrn gegenüber.

Hastig erzählte er ihm fein Unglück. Hundheim lachte am Schluß herzlich, nahm den Affessor am Arm und noch lange war Licht in dem traulichen Gemach des Haus­herrn, wo eiw^ glückliches Brautpaar mit den Eltern zu- sammensaß.

Am anderen Tage wurde die Residenz durch folgende Annonce des Tageblattes in Aufregung versetzt:

Meine Verlobung mit Tessa von Hundheim beehre ich mich hierdurch cknzuzeigen.

von Bach, Assessor."

* In der Reitbahn. Unteroffizier:Einjähriger, steijen Se 'mal von's Pferd runter und sehn Se sich mal an, wie jammervoll Se oben sitzen!"

Guthermuth in Groß - Linden - 15. Franz Joseph Guth in Vilbel- 16. Heinrich Nicolai in Leidhecken- 17. Georg Hensel I. in Schwalheim- 18. Heinrich Görlach II. in Eber­stadt - 19. Heinrich Fendt in Hungen- 20. Joh. Heinrich Michel in Burgbrecht - 21. Heinrich Schmalbach in Crain­feld - 22. Heinrich Rühl IV. in Ober-Ohmen- 23. Peter- Josef Ruhl in Herbstein - 24. Konrad Schcpp IX. in Pohl- göns - 25. Jacob Konrad Winter in Nieder-Weisel- 26. Joh. Faust in Elbenrod - 27. Friedrich Wetz in Münzenberg - 28. August Hermann in Winnerod - 29. Hermann Berk II. in Alsfeld - 30. Heinrich Emmelius in Gießen.

Herr Professor Dr. Goswin Freiherr von der Ropp ist als Nachfolger des für die Berliner Hochschule ernannten Professors Dr. Lenz zum ordentlichen Professor für mittel­alterliche Geschichte an die Universität Breslau berufen worden. Herr Professor von der Nopp wird, wie derKöln. Ztg." mitgetheilt wird, diesem Ruse Folge leisten.

S. Die Jahresversammlung der Südwestdeutscheu Con- ferenz für innere Misfion wird am 10. und 11. Juni d. I. zu Mannheim gehalten werden. Die erste, am 10. Juni Nachmittags 3 Uhr beginnende Hauptversammlung wird sich vornehmlich mit der Fürsorge für die Epileptischen beschäftigen, worüber Herr Decan Dr. Stromberger aus Zwingenberg referiren wird. Die zweite Hauptversammlung am Vormittag des 11. Juni wird aus Grund eines Vor­trags von Strasanstaltsgeistlicheu^Scherr aus Bruchsal über die Begründung von Heimstättten für Arbeits­lose berathen. Am 10. Juni, Abends 7 Uhr, findet ein Festgottesdienst statt, in dem der bekannte Psarrer Weber aus München-Gladbach predigen wird. Daran wird sich eine Nachversammlung mit Ansprache anschließen.

Heber die Ergreifung Ketters wird zur Aufklärung und Richtigstellung der Sache uns Folgendes mitgetheilt:

Nach dem Bekanntwerden der Flucht Ketters gingen sofort mehrere Gendarmerie- und Schutzmannspatrouillen zur Verfolgung desselben ab und kehrten alle am selbigen Nach­mittage bis aus zwei Schutzmänner ohne Ersolg wieder zurück. Die ausbleibenden Schutzmänner hatten die Spur Ketters in Watzenborn-Steinberg ausgenommen und verfolgten diese bis vor Rockenberg, indem sie die Ortspolizeibehörden der Dörfer Grüuingen, Dorfgill, Holzheim und Gambach benachrichtigten, daß Ketter im rechts von der Landstraße gelegenen Feld und Wald sich aushaltc. Da die Schutzmänner in Rockenberg erfuhren, daß für Ketter 200 Mk. bci feinem Bruder in Rockenberg bereit lagen, sagten sie sich, daß er zur Nachtzeit kommen müßte. Auch in Griedel wurde die Besetzung des Hauses vom Schwager Ketters durch die dortige Sicherheits- mannschast veranlaßt. Da in Rockenberg nur zwei Gendarmen sind und nach Aussage dieser eine Unterstützung durch Orts­einwohner nicht zu erwarten sei, begaben sich die zwei Schutz­männer nach Butzbach, um die dortigen Gendarmen zur Hülfeleistung bei Besetzung des Hauses in Rockenberg zu holen und trafen daselbst auch die Gendarmen Heppner und Schwarz von Gießen. Diese hatten, wie sie angaben, von einer Frau aus Watzenborn in Gießen die Richtung und Verfolgung Ketters durch die Schutzleute erfahren und sich Abends per Bahn nach Butzbach begeben. Es wurde nun das gemeinsame Vorgehen der vier Gendarmen und der Schutzleute nach Rockenberg in zwei Abheilungen beschlossen. Drei Gendarmen, welche von den beiden Schutzmännern eine Signalpfeife zum Signalgeben erhalten hatten, gingen die Chaussee nach Lich und der andere Gendarm mit den beiden Schutzmännern nahmen den Feldweg, um Griedel zu umgehen und nach Rockenberg zu gelangen. Auf der Chaussee nahe bei Griedel hatte Ketter aus dem Feldweg, der aus dem Wald nach Griedel sührt, die Chaussee schon passirt, hatte sich aber wieder umgedreht, da er dachte, bei den aus der Chaussee Gehenden sei sein Schwager, den er an der Stickme zu erkennen geglaubt hatte, und aus den Anruf der Gendarmen gab er sich zu erkennen und ließ sich ohne Widersetzlichkeit bezw. etwaigen Fluchtversuch sestnehmen. In Butzbach trafen sich die Gen­darmen und Schutzmänner wieder. Nach Vorstehendem ist doch wohl die Wiederergreisung Ketters gemeinsam durch Gendarmen und Schutzleute bewirkt worden, wenn auch, was keineswegs bestritten worden ist, Ketter durch Gendarmen allein sestgenommen wurde. Die gebührende Anerkennung gehört also nicht allein den Gendarmen, denen er in die Hände kam, sondern auch den Schutzleuten.

Neues Theater in Gießen. Wir wollen es nicht ver­säumen, nochmals aus das heutige Gastspiel des Widmann- schen Ensembles vom Königl. Opernhause in Bayreuth aus- merksam zu machen. Es lohnt sich wirklich, der heutigen Vorstellung beizuwohnen, denn wir lernen nicht nur ein Werk von ganz bedeutendem Rufe kennen, das in kürzester Zeit seinen Weg über alle Bühnen Deutschlands gemacht und auch in unseren Nachbarstädten Frankfurt, Cassel, und so weiter so viel Aussehen erregte, sondern wir haben auch Gelegenheit, dieses Werk von einem Ensemble aufgeführt zu sehen, dem ein so guter Rus vorausgeht. Sämmtliche Bayreuther Zeitungen waren voll des Lobes über die vortreffliche Dar­stellung des Sudermann'schen SchauspielsDie Ehre". Es lasse sich's also Niemand entgehen, ein Stück kennen zu lernen, in dem uns Menschen entgegentreten, die der Dichter mit kühnem, genialen Griff aus dem Leben der Weltstadt herausgerissen hat, wirkliche Menschen, keine Phantasie­gestalten.

% Friedberg, 29. Mai. Im Hotel Trapp fand heute Abend die Vorversammlung für den auf morgen anberaumten Verbandstag hessischer Vorschuß- und Credit- v er eine statt. Es waren dazu etwa 60 Vertreter von 17 Vereinen erschienen. Hauptzweck der Verhandlungen war die Wahl des Bureaus und der Revisoren der Verbands­rechnung einerseits, und Festsetzung der Tagesordnung für morgen anderseits. Als 1. Vorsitzender wurde Verbands­director Diehls-Cassel, als 2. Vorsitzender Steinhäuser-Fried- berg, als Schriftführer Fertsch und Hieronymus gewählt. Zu

Revisoren der Verbandsrechnung wurden Dörr-Friedberg und Wörner-Nauheim gewählt. Außer den Vertretern von siebenzehn Vereinen (der Verband besteht gegenwärtig aus 23 Vereinen) waren von Seiten der Anwaltschaft L. Parisius und als Gast Bankdirector Meißner anwesend.

Hausen bei Friedberg, 29. Mai. Gestern kam hier ein kaum glaublicher, aber doch wirklich wahrer Fall vor. Ein hiesiger Bewohner hatte einen schlimmen Finger, wodurch auch die Hand in Mitleidenschast gezogen war. Behufs Heilung wurde eine Sublimatlösung zum Ausschlägemachen Seitens des Arztes verordnet. Jedoch unser Bewohner scheint die innere Anwendung des Sublimats dem der äußeren vorgezogen zu haben, denn derselbe nahm einen großen Eßlöffel voll dieses nur zum äußerlichen Gebrauch zu verwendenden Medi- camentes und lehrte deffen Inhalt bis zum letzten Tropsen. Die Wirkung blieb nicht ans. Colossale Schmerzen folgten. Dem rasch herbeigeholten Arzte gelang es, durch geeignete Brechmittel das starke Gift aus dem Körper zu entfernen und die Schmerzen zu lindern, so daß eine Lebensgefahr nicht mehr vorhanden ist.

Grünberg, 28. Mai. Nunmehr ist die Petition der hiesigen Bürger um Errichtung einer städtischen Wasser­leitung nach dem Project des Ingenieurs Hilliger aus Frankfurt a. M. an den Stadtvorstand abgegangen. Die Liste trägt 150 Unterschriften - davon sind 113 Hauseigen- thümer und 37 Miethcr, einschließlich des Fiskus für die Staatsgebäude. Eine so zahlreiche Theilnahme haben wir nicht erwartet. Wenn man außerdem in Betracht zieht, daß mehr als 50 Hauseigentümer erklärten, ihre Häuser an die Leitung anschließen zu wollen, wenn dieselbe gebaut sei, nur jetzt noch nicht sich binden zu wollen, muß wohl jeder Unbe­fangene gestehen, daß eine Bedürfnißsrage absolut vorliegt und nicht mehr weggeleugnet werden kann. Mag nun der Beschluß des Stadtvorstandes aussallen, wie er will, eine Frage, welche mit solcher Macht auftritt, kann nicht absterben und wird sich nie ganz zurückdrängen lassen. Jedenfalls wird es für den Stadtvorstand das Richtige sein, ehe er einen Beschluß saßt, sich eingehend bei den Städten zu erkundigen,^ welche bereits im Besitze einer Wasserleitung sind. Wir wollen das Beste hoffen. G. A.

Grünberg, 28. Mai. Seit vorigem Samstag wird ein bejahrter Mann von hier vermißt. Ein zurückgelassener Brief läßt daraus schließen, daß er durch Selbstmord geendet hat.

E. Laubach, 29. Mai. Zur Eröffnungsfeier der Eisenbahn HungenLaubach findet Sonntag den 1. Juni l. I., Vormittags 7 Uhr von hier nach Hungen abfahrend, ein gemeinschaftlicher Ausflug statt. Nachmittags 3 Uhr: Fest- zug vom Bahnhof durch die Stadt, und hiernach: Festbanket bei Gastwirth Schütz zumSolmser Hof".

Aus Bobenhausen wird demGrünb. Anz." über eine daselbst am zweiten Pfingstfeiertag bei Gelegenheit einer Tanzbelustigung vorgefallene Blutthat mitgetheilt, daß ein junger Israelit von mehreren Stammesgenossen durch Messer-- stiche in lebensgefährlicher Weise verwundet worden sei.

* Grebenhain, 29/Mai. Zum Districtseinnehmer der Districts-Einnehmerei Grebenhain wurde der Hauptsteueramts- Assistent bei dem Hauptsteueramt Darmstadt Heinrich Weber ernannt.

* * Vom Vogelsberg, 29. Mai. Die Generalversamm­lung desVogelsberger Sängerbundes", verbunden mit Sängertag, findet Sonntag den 1. Juni, Nachmittags- 1 Uhr auf dem Hoherodskops statt, wo sämmtliche Bundes­vereine (Crainfeld, Ilbeshausen, Altenschlirf, Herbstein, Rix­feld, Hörgenau) zusammenkommen. Dieser Bund ist vor einigen Jahren gegründet und hat den Zweck, durch Zu­sammenhalten zur Veredelung und Förderung des Gesanges und zur Hebung des deutschen Volksliedes beizutragen.

Heblos bei Lauterbach, 29. Mai. Gestern Nachmittag brach aus bis jetzt noch unbekannte Weise in der Behausung des Justus Weißgerber Feuer aus. Von dem Wohn- hause blieb der unterste Stock verschont, während die Scheuer und Stallungen völlig in Asche gelegt wurden. Es herrschte während des Brandes Windstille und konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt, desgleichen alles Vieh und Mobiliar gerettet werden.

Vernrischtes

* Mainz, 29. Mai. Als Garnisonsort für das 2. Eisen­bahn-Regiment wird Mainz bezeichnet.

* = Frankfurt a. M., 29. Mai. Erst gestern Abend hab der 8. Handwerkertag des Verbandes deutscher Zimmmerleute seine Verhandlungen zu Ende geführt. Von den Beschlüssen sei noch Folgendes herausgehoben: Aus Antrag Erfurt wird in Streitfällen, wo es sich um Accord- geld handelt, der Rechtsschutz nicht gewährt. Das Verbands­organDer Zimmerer" wird in der seitherigen Weise erscheinen. Beschlossen wurde ferner, dem Hauptvorstand z aufzugeben, der Organisation mit alle^i Mitteln Vorschub zu leisten. Betreffs des Reiseunterstntznngs-Reglements wurde den Localvorständen anheimgestellt, geeignete Maßnahmen zu treffen. Als Ort für die Abhaltung des nächsten Hand­werkertages wurde in erster Linie Halle event. Bremen in Aussicht genommen. Die diesjährige Lohnbewegung roar, wie festgestellt wurde, eine ungemein große. 75 Städte haben beim Vorständ Unterstützung nachgesucht und 63 davon wurde sie bewilligt. In 58 Fällen wurde der Rechtsschutz in Anspruch genommen. Dem Verbände deutscher Zimmer­leute gehören ca. 10000 Mitglieder an, die sich auf 218 Localverbände vertheilen. Erledigt wurden außer der neun Gegenstände umfassenden Tagesordnung noch 90 auf Sratuten-Aendernng hinzielende Anträge. Der Zweck des Verbandes wurde neuerdings wie folgt definirt: Zweck des Verbandes ist, Lohn- und Arbeitsbedingungen so zu regeln, daß jeder Zimmerer und im Zimmerergewerbe beschäftigte Arbeiter sich kräftig, wie die Natur es gestattet, gesund und sittlich erhalten und seiner Familie eine kräftige Entwickelung angedeihen lassen kann."