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bie seinem Namen einen Weltruf gemacht haben, auch hier war er ein Selfmademan, ein originaler Kops, der weder Lehrer noch Vorgänger hatte. Tausende und Tausende haben vor ihm sich an den Heldengesängen Homers begeistert, aber Keinem ist es eingefallen, den Schauplatz des großen troja­nischen Krieges unter der vielfachen Jahrhunderte alten Decke von Ruinen auszusuchen und bloszulegen. Dieses scheinbar phantastische Unternehmen hat Schliemann, mit dem Auswand feiner reichlichen Geldmittel, bis zur wissenschaftlichen Evidenz durchgesührt.

Köln, 27. December. Das Rheintreibeis schwindet. Der Eisenbahntraject Rüdesheim-Bingerbrück konnte heute dem Verkehr wieder übergeben werden.

Detmold, 27. December. Die Regierung machte dem Landtag eine Gesetzvorlage, wonach die Steuerpflichtigen mit einem Einkommen bis 1500 Mk. von dem Schulgelde für die Jahre 1891/92 befreit sein sollen.

Ausland.

Paris, 27. December. In der nächsten Parlaments- fitzung wird, den Abendblättern zufolge, ein vom Botschafter Herbette verfaßter Bericht über die Arbeitsverhältnisse in Deutschland vertheilt werden.

Paris, 27. December. Nach demFigaro" hat der Kriegsminister angeordnet, daß jeder Offizier und die ge­jammte Mannschaft im Moment der Mobilisirung mit anti- eptischem Verbandzeugc versehen werden.

Madrid, 27. December. Die Regierung erhielt zahl­reiche Zustimmungskundgebungen aus allen Landestheilen zu den neuen Zollversügungen.

Madrid, 27. December. Der Chefarzt eines hiesigen Hospitals, in welchem sich zwei Lupuskranke befinden, die Aach der neuen Koch'schen Methode behandelt werden, ^sprach sich heute dahin aus, daß deren Befinden so befrie­digend sei, wie es nur gewünscht werden könne.

Odessa, 27. December. Gestern ist der Hasen zu- gefroren; die Schifffahrt stockt.

Washington, 27. December. Das Schatzamt macht be­kannt, daß eingesührte Maaren den Namen des Landes nnd nicht denjenigen der Stadt, aus welcher sie stammen, tragen müffen.

Neueste Nuchvichten.

rvoltfS telegraphisches Correspondmz-Bureau.

London, 28. December. Nach einem Telegramm aus Mexico ist das Gesetz über die Abänderung der Ver­fassung, wonach die Wiederwahl des Präsidenten sür eine zweite Amtsperiode sür zulässig erklärt wird, gestern amtlich veröffentlicht worden.

Neapel, 28. December. Die Leiche Schliemanns ist nach der Leichenhalle des englischen Kirchhofs gebracht worden, wo dieselbe bis zur Uebersührung nach Athen ver­bleibt. Die Einbalsamirung der Leiche wurde von Proseffor Dr. v. Schroen vorgeuommen.

CoceU» nat* protHaiiette».

Gießen, 29. December.

Was Gießen jährlich braucht. Nach einer Zusammen­stellung der Octrotrechnung der Stadt Gießen wurde im Jahre 1889/90 Octroi erhoben für 2505,504 Hecto- liter Wein, 30,600 Flaschen Wein, 259,99 Hectoliter Obst­wein, 12,280,228 Hectoliter Bier, von außen eingebracht, 26,665/4 Centner Malz, in der Stadtgemeinde zur Brauerei verwendet, 202/097 Hectoliter Branntwein, 80,106,75 Hecto­liter Mehl, 1589 Posten Mehl unter 9 Kilogramm, 89,367 Kilogr. Backwaaren, 1470 Ochsen, 281 Kühe, 1204 Stiere und Rinder,, 1 Stoppelkalb, 6495 Saugkälber und Hämmel, 7235 Schweine, 5 Spanferkel, 132 Kilogr. zerlegtes Fleisch und Wildpret, 53,463 Kilogr. geräuchertes Fleisch, Würste

funden, daß cs doch von einer recht schwächlichen feigen Natur zeugt, sich vor solchen Sorgen zu verkriechen. Man verkriecht sich nämlich dadurch gleichzeitig auch vor dem, was das Leben de§ Mannes eigentlich ausmacht, vor seinem Naturrecht, kurz, vor seinem wesentlichen und vollen Dasein. Ein Mann ohne Familie huscht gleichsam nur wie ein Schatten über die Erde, während Kinder ihm erst den vollen Glanz und die ganze Majestät seines Menschenthums verleihen."

(Hansen lacht, aber etwas gezwungen.)

Du hättest Standesbeamter werden sollen, Robert. Wahrhaftig, Du hast Deinen Berus verfehlt. Ich habe noch nie eine so schöne Traurede gehört. Aber jawohl, Robert, Spaß bei Seite, die Sache hat ihr Aber."

Nun? Fahre doch fort; ich bin begierig, ob Dein Aber auch stichhaltig ist gegen die Natur der Dinge, wie sie doch nun einmal ist."

Hm! Mit einem Ehemanne, wie Du bist, läßt sich die Sache eigentlich schwer erörtern, indessen wir sind ja unter uns, und da können wir sie schon besprechen. Siehst Du, Robert, Du bist ja gut gesahren. Deine Dolly ist ein Pracht- weib. Nicht zu gescheid, nicht zu dumm, nicht zu hausbacken nicht zn überspannt, hat sie ihren Sinn ans die goldene Mitte einer zweckmäßigen Behäbigkeit gesetzt. Bravo, lieber Freund! Du bist sozusagen, gut daran. Indessen mußt Du deßhalb doch nicht thun, als ob Du nie von einer Ehescheidung oder von einem sonstigen Eheunglück, wie es ja in unserer modernen Zeit so schrecklich häufig ist, gehört hättest, als ob Du nie im Leben gesehen hättest, wie ein Mensch dem andern zum Fluch wird, wie"

Ich weiß, was Du sagen willst, spare Deine Lunge, dennes ist nicht schön zu sagen, was nicht schön zu thun ist". Aber ich srage Dich dagegen, ob es deßhalb gut ist, die Ehe zu vermeiden."

Natürlich! Gerade deßhalb."

(Schluß folgt.)

und Zungen, 3 Hirsche, 434 Rehe, 1 Wildkalb, 3393 Hasen, 2553,25 Raummeter Laub-Scheit- und Prügelholz, 4365,5 Raummeter Nadel-Scheit- und Prügelholz, 756 Rmtr. Stock­holz, 77 zweispännige und 35 einspännige Fuhrwerke Laub­holzwellen, 136 zweispännige und 32 einspännige Fuhrwerke Nadelholzwellen, 444,966 Centner Steinkohlen, 76,494 Ctr. Braunkohlen, 34,qq Hectoliter Malz (zu Fütterungszwecken), 28,869,75 Hectoliter Haser. Durch Großhändler wurden ferner eingesührt 1951,5 Hectoliter Branntwein, 3187 Hecto­liter Spiritus, 13,5 Hectoliter Rum und Arrac und dafür die festgesetzten Verwaltungskosten entrichtet. Von dem Branntwein wurden 1499,084 Hectoliter an hiesige Ein­wohner verkauft. Octrotrückvergütung trat ein für zur Wiederausfuhr gebrachte 49,31 Hecrol. Wein, 25,455,x Hectol. Bier, 283 Hectoliter Branntwein, 36,218 Hectoliter Mehl, 151,400 Ko. Brod, 16,132,03 Hectol. Hafer, 13,350 Ko. Hafer, 64,180 Ko. Fleisch, 23,368 Centner Steinkohlen. Erwähnt sei dabei, daß im Großherzogthum Hessen acht Städte Octroi erheben. 1889/90 wurden insgesammt gelöst 1,510,934 Mk. 23 Psg. Davon kommen aus Mainz 543,864 Mk. 32 Psg., Darmstadt 432,159 Mk. 43 Psg., Offenbach 241,195 Mk. 63 Psg., Worms 144,379 Mk. 05 Psg., Gießen 86,578 Mk. 24 Psg., Friedberg 7285 Mk. 83 Psg., Alsfeld 3320 Mk. 60 Psg. und Lauterbach 2151 Mk. 13 Psg.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Dienstag den 3 0. December 189 0, Nach­mittags 3 Uhr:

1. Gesuch des Ludwig Loth um Erlaubniß zum Aus­schank von Branntwein über die Straße. 2. Gesuch des Georg Hauß um Ertheilung der Concession zum Wirthschasts- betrieb. 3. Unterhaltung der Kriegergräber auf dem hiesigen Friedhof. 4. Die Verwerthung des Eichenstammholzes im Gießener Stadtwald pro 1891/92. 5. Die Verpachtung der Gemeindejagd. 6. Die Fortführung der Personenstands­register. 7. Gesuch des Georg Throm um Erlaubniß zur Aufführung zweier Schuppen. 8. Anbringung von Brief­kasten. 9. Gesuch des C. Valentin um Verbreiterung des Weges nach seinem Steinbruch. 10. Den Ausbau der Damm- straße. 11. Anschaffung eines Kasseschranks für die Stadt- kasse. 12. Gesuch von 5 Schutzmännern um Erhöhung ihres Gehalts. 13. Voranschlag Großh. Polizeiamts über die fachlichen Bedürfnisse pro 1891/92. 14. Voranschlag der

Vorschule des Gymnasiums für 1891/92. 15. Gesuch der

Lehrer um Erhöhung der Vergütung sür den Fortbildungs­unterricht. 16. Gesuch des Vereins sür Armen- und Kranken­pflege um Anbringung einer Laterne am Schwesternhause. 17. Beleuchtung des Riegelpfadwegs. 18. Voranschlag des Gaswerks für 1891/92. 18. Desgleichen des Wasserwerks. 20. Die Alters- und Jnvaliditatsversicherung.

Der Registrator bei den Oberhessischen Eisenbahnen Ludwig Kaufmann wurde aus sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Januar 1891 an, in den Ruhestand versetzt.

w. Theater. Im Hinblick auf die materiellen Aufwen­dungen und persönlichen Anstrengungen, die dasNeue Theater" gerade bei der Aufführung derGalloschen des Glückes" gemacht hat, thut es uns leib, seststellen zu müssen, daß die Vorstellung am Sonntag keinen allseitig befriedigen­den Eindruck hinterlassen hat. Die Gründe sind dreierlei: dieGalloschen des Glückes" sind eine geerie; nach berühm­ten Mustern nehmen sich die FeenGlück" undSorge" einen Menschen, den Klempner Cullrich, aus's Korn, der be­greiflicherweise die Sorge abweist und vomGlücke" ein Paar Galloschen annimmt, die die Eigenschaft besitzen, die Erfüllung eines jeden Wunsches ihres jeweiligen Trägers un­verzüglich zu veranlassen. Nachdem sich Cullrich nun zunächst vermittels seiner Galloschen zum Millionär umgewandelt hat, macht er, mit seiner Lage doch nicht zusrieden, allerhand dumme Streiche, wünscht halb wider Willen seine Frau in's Psesferland und sich dann nothgedrungen mit seinen Kindern selber ebendahin. Hier wieder von den wilden Einwohnern mit sammt seiner ganzen Familie saft erschlagen, rettet er sich und die Seinen aber noch rechtzeitig durch die Glücks- galloschen durch die im Psefferlande ausgestandenen Fährlich- keiten nach Hause. Jedoch ist schließlich auch Frau Cullrich, die zuerst als Millionärin nicht hoch genug hinaus gekonnt hat, geneigt, zu einsachen Verhältnissen wieder zurückzukehren und ihr Mann verschenkt seine Galloschen wieder, nachdem er sich nur noch zeitlebens ein auskömmliches Einkommen ge­wünscht hat;Sorge" undGlück" reichen sich die Hand, um ihre Gaben hinfort in der zum wahren Glücke nöthigen- den Mischung darzubieten. Die Wirkung des Stuckes beruht hiernach in erster Linie zum großen Theil auf scenischen Effec­ten. Es ist in dieser Beziehung gewiß anzuerkennen, daß die Direction die Kosten zur Herstellung der nöthigen Costüme nicht gescheut hat, aber ebensowenig kann bestritten werden, daß zum Beispiel der Act im Pfefferlande, der an sich doch recht schwach ist, nur bei einer glänzenden Ausstattung der Bühne wirken kann, wie sie an einem Theater, das nicht einen Pfennig Subvention erhält und dieses Jahr sich auch übri­gens feiner zu solennen Unterstützung erfreut, einfach unaus­führbar ist. Nicht, als ob die Ausstattung an sich den Ein­druck des Unzulänglichen gemacht hätte, sie war im Gegentheil geschmackvoll und hübsch; aber sie vermochte naturgemäß nicht, wie es von den Arrangeuren der Posse beabsichtigt ist, durch eine blendende Repräsentation einer indischen Tropen- landschaft über die Dürftigkeit der Handlung hinwegzutäuschen. Aehnlich war es auch sonst. Dazu gesellt sich als zweiter Mißstand die Ausdehnung des gesanglichen Theils, über dessen AuSsührung gestern ein eigener Unstern waltete, indem die musikalisch tüchtigen Mitglieder des Ensembles, vor Allem Herr Reiners und nach ihm Herr Biebrach, durch mörderliche Catarrhe an einem richtigen Loslegen verhindert waren, und von den Uebrigen einige, namentlich Frl. Ida Unger, ihre gesangliche Leistnngssähigkeit übersteigende Ausgaben zu lösen ] hatten. Das alles hätte freilich bei der in schauspielerischer l Hinsicht ja recht guten Aufführung den Erfolg des Stückes

nicht geschädigt, wenn seine Handlung oder seine Characterc für sich betrachtet ein warmes Interesse beanspruchen könnten. Das ist aber nicht der Fall, sondern überall wirkt neben den angegebenen Momenten nur die amüsante Tollheit des In­haltes , die hinwieder unter den bezeichneten technischen Schwierigkeiten unmöglich ganz zur Entfaltung kommen konnte. Ausdrücklich sei indeß nochmals bemerkt, daß hin­sichtlich des Spiels Fräulein Ida Unger namentlich im dritten Bilde trefflich war. Nicht minder gilt dies von Herrn Reiners in der Nolle des Cullrich und von Fran Anni Reiners, die auch alsFeenkind einen besonders lieblichen Eindruck machte. Fräulein Elisabeth Bischofs sprach ihre Verse mit poetischem und schönem Ausdrucke und be­gleitete sie mit angemessener und tactvoller Gesticulation. Herr Biebrach zeigte sich doch wohl gar zu munter, etwas weniger Uebertreibung hätte seinem Spiele nur genützt. Recht unglücklich war endlich Herr Rupp, der noch viel becenter werben muß, wie auch bie übrigen kleinen Rollen von Herrn Schreiner abgesehen diesmal nicht durchweg be- sriedigend wiedergegebcn wurden.

Theater. Nachdem die letzte Aufführung derEhre" wegen der Nähe der Festtage kein sonderlich volles Haus gehabt hat, hat sich Herr Director Reiners auf ausdrücklich an ihn gerichteten Wunsch entschlossen, das sensationelle Drama doch noch ein Mal und zwar ganz im Abonnement (ohne Aufschlag) auszuführen. Jedes besondere Wort zur Em­pfehlung des wunderbaren Schauspiels ist überflüssig.

Die Jnvaliditiits« und Altersverfichernngsanstalt für das Großherzogthum Hessen hielt am 20. December unter dem Vorsitz des Universitätsamtmanns Herrn Dr. Dietz in Darm­stadt ihre erste Sitzung ab, in welcher u. A. das Statut be- rathen und genehmigt, weiter die Wahl vorgenommen mürbe- Nach berDst. Ztg." wurden gewählt zum Vorsitzenden des Ausschusses Herr Commerzienrath Gustav Böhm-Offenbach, zu dessen Stellvertreter Herr Fabrikant W. Merck-Darmstadt. Als Vertreter der Arbeitgeber wurde in den Vorstand ge­wählt Herr Civilingenieur Th. Beck dahier, als dessen erster Ersatzmann Herr Fabrikant Schenk und als zweiter Ersatz­mann Herr Weißbindermeister Weber. Als Vertreter der Arbeitnehmer wurden gewählt Herr Lackirer Peter Thomas,, als dessen Ersatzmänner die Herren Georg Scherer und Friedrich Freihaut, sämmtlich in Darmstadt. Zu Delegirten für die Vorprüfung der Jahresrechnung wurden gewählt die Herren Adam Lorenz-Darmstadt, Director Groh-Mainz und Fabrikant Auler-Bensheim. Zu Beisitzern des Schiedsgerichts wurden gewählt: A. Aus dem Stande ber Arbeitgeber die Herren: Fabrikant Eduard Buß-Offenbach, Fabrikant Köhler- Heppenheim, Fabrikant Phil. Wiener-Bingen, Landwirth Heinrich Dettweiler-Wintersheim, Dircctor Ruppert-Stockheim, Fabrikant B. Grunewald-Alsfeld. B. Aus dem Stande ber Arbeitnehmer die Herren: Zuschneider Joses Schmidt-Bingen, Schlosser Philipp Haber-Groß-Gerau, Kellermeister Corvinns- Gießen, Heinrich Plagge-Mainz, Georg Sepp-Darmstadt, Carl Fraas-Darmstadt. Ferner zu Hilssbeisitzern des Schiedsgerichts: A. Aus dem Stande der Arbeitgeber die Herren: Schlossermeister Heinrich Möser, Fabrikant Simon Laudenheimer, Fabrikant Ludwig Frölich, Maurermeister Wilh. Ganß, Spenglermeister Carl Rockel, Buchdruckereibesitzer Ferdinand Wittich, sämmtlich in Darmstadt. B. AuS dem Stande der Arbeitnehmer bie Herren: Lackirer Joses Forster, Dahnarbeiter Robert Jllgen, Tapezier Kloos, Kürschner Philipp Bangert, Kammmacher Jean Hosmann und Zimmer­mann Wilhelm Gelfius, ebeusalls sämmtlich in Darmstadt. Die Zahl der versicherungspflichtigen Personen ist auf 184 548, die Summe der zu zahlenden Beiträge auf 1844 847 Mk., die Verwaltungskosten auf 98 600 Mk. vet> anschlagt. Für ungefähr 2000 Altersrentenberechtigte sind. 200000 Mk. Altersrente vorgesehen.

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Vermiete».

* Mainz, 28. December. 'Nach einer unverbürgten Mittheilung sollen an dem auf der Jenseite des Rheines, unmittelbar bei Erbenheim gelegenen Fort Bichler das kommende Frühjahr umsassende Erweiterungsarbeiten vorgenommen werden. Diese in Aussicht stehenden Bauten sollen durch die erweiterte Tragfähigkeit der Geschütze noth- wendig geworden sein.

* Vom Rhein, 28. December. Für die Hasen- anlagen in Bingen hat nach einer Meldung desFrkf. Journ." der Finanzausschuß der Zweiten hessischen Kammer beantragt, die von der Regierung gesorderte Summe von 440 000 Mk. zu bewilligen.

* Gegen den Sylvesteruacht Scaudal wendet sich, wie all­jährlich, der Königliche Polizei-Präsident zu Berlin mit einer Bekanntmachung. Der Drohung, daß Anzeigen über etwaige Uebertretungen nicht im Wege der vorläufigen Strassestsetzung erledigt, sondern der Königlichen Amtsanwaltschast zur wei­teren Verfolgung werden übermittelt werden, wird durch die Mittheilung Nachdruck gegeben, daß im vergangenen Jahre 124 Personen zu Geldbußen, im Einzelsalle bis zu 75 Mk. eventuell 10 Tagen Haft, und 68 Personen zu Haststrafen, im Einzelfalle bis zu 10 Tagen, verurtheilt worden sind.

ff Kassel, 27. December. Eine äußerst gefährliche Diebesbande macht feit einigen Tagen vor dem Feste die hiesige Gegend in Stadt und Land unsicher. Unzweifelhaft hat man es hier mit einer von außerhalb zugereisten organi- sirten Gauner- und Hochstaplerbande zu thun, dafür spricht auch die Frechheit und Sicherheit, mit welcher die einzelnen Diebstähle auSgesührt wurden. Was bie hier in Kassel ber­uhten anbelangt, so machte zunächst in voriger Woche ein großer Silberdiebstahl in ber Wohnung eines höheren Be­amten in ber Oberen Königsstraße von sich reben, einmal durch den Werth ber gestohlenen Sachen unb bann durch die ebenso schwierigen als geheimnißvollen Nebenumstände, unter denen er in dem von allen Seiten abgeschlossenen, schwer zugänglichen öffentlichen Gebäude begangen wurde.