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Der Gießener -«ze^er rrlcheint i a g 11 dj, mit Ausnahme de- MonlagS.
Die Gießener M-mikienttälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Drittes Blatt. Sonntag den 30. März
Gießener Anzeig er
General-Anzeiger.
1890
vierteljähriger A5s««cmentsprei»r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezog» 2 Mark 50 Pfg.
Redaktion, Expediti», und Druckerei:
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Kernsprecher 51.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreif Gieren.
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr.
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Anrtlichev Theil.
Bekanntmachung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz dem Pserdemarkt-Conüte zu Fritzlar, Reg.-Bez. Cassel, die Erlaubnis ertheilt Hal, die Loose einer von demselben am 17. Juli d. Js. in Fritzlar 311 veranstaltenden Verloosung von Pserden, Wagen, Fahr-und Reit-Requisiten und sonstigen Gegenständen irr den Kreisen Gietzen, Alsfeld und Lauterbach zu vertreiben. Nach dem von dem Königl. Preußischen Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau genehmigten Verloosungsplane dürfen 7000 Loose ä 3 ausgegeben und müssen 14900 zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden.
Gießen, am 27. März 1890.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gag ern.
Gießen, 28. März 1890. Betr.: Das Behüten der Wiesen.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
an die «rstzh. Bürgermeistereien des Kreises.
Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß das Behüten der Wiesen nach der Wiesenpolizeiordnung für den Kreis Gießen vom 1. April an untersagt ist. Sie wollen die Schäfer hierauf aufmerksam machen und die Feldschützen strengstens anweisen, etwaige Uebertretungen zur Anzeige zu bringen. Die Gendarmerie ist gleichfalls angewiesen, bei Zuwiderhandlungen gegen dieses Gebot Anzeige zu erheben.
v. Gagern.
poMifchs tteberftcht.
Gießen, 29. März.
Die Frage der Wiederbesetzung des preußischen Ministe- :riums des Auswärtigen ist nun ebenfalls entschieden worden und zwar durch Ernennung des Reichskanzlers und Ministerpräsidenten v. Caprivi auch zum Minister des Auswärtigen. In der Mittwochssitzung des preußischen Abgeordnetenhauses wurde dem Hause hiervon durch Verlesung der betreffenden Zuschrift v. Caprivis durch den Präsidenten v. Köller amtlich Mittheilung gemacht. Dem zufolge hat der Kaiser mittels Erlasses vom 26. März das Abgeschiedsgesuch des Staals- ministers und Staatssecretärs im Auswärtigen Amte, Grafen Herbert Bismarck genehmigt, und Herrn v. Caprivi zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt. — Der neue Reichskanzler vereinigt also gleichfalls die drei von seinem berühmten Vorgänger verwalteten Aemter in sich und kann diese Entscheidung schließlich nicht weiter überraschen. Was dagegen die infolge des definitiven Rücktrittes des Grafen Herbert Bismarck nunmehr nölhige Neubesetzung des SlaatS- secretariats des Auswärtigen Amtes anbelangt, so scheint hier noch nichts entschieden zu sein und wird jetzt auch die Nachricht, wonach der deutsche Gesandte in Brüssel, v. Alvensleben, zur llebernahme dieses wichtigen Postens bestimmt sein sollte, neuerdings wieder dementirt. Ob Graf Herbert Bismarck setzt überhaupt aus dem Reichs- und Staatsdienst ausscheiden oder aber, wie hie und da verlautet, einen Botschafterposten übernehmen wird, ist noch unentschieden, das erstere soll indeffen das Wahrscheinlichere sein. ,
Die Befürchtungen, welche alsbald nach dem Rücktritte des Fürsten Bismarck, bezüglich der nachtheiligen Einwirkungen dieses Ereignisses auf die europäische Lage und speciell hinsichtlich einer Erschütterung des Dreibundes austauchten, er» fahren jetzt durch beglaubigte Aeußerungen Kaiser Wilhelms selbst ihre Widerlegung. Dieselben eonstatiren, daß in den vertrauten, innig-freundschaftlichen Verhältnissen des deutschen Reiches zu Oesterreich-Ungarn durch den Kanzlerwechsel nichts geändert wird. Das innige Verhältniß zu Oesterreich bilde nach wie vor die Grundlage der deutschen Politik, die an ihren Bündnissen selbstverständlich festhalte. Ferner hat Kaiser Wilhelm dem italienischen Botschafter Grafen de Launay gegenüber die Versicherung ausgesprochen, die italienisch-deutschen Beziehungen würden wie bisher die herzlichsten und sympathischsten bleiben. Der Wechsel in der Person des Reichskanzlers bedinge keine Veränderung in den Grundlagen d«er Bündnisse. Der Reichskanzler v. Caprivi soll dem Botschafter ganz ähnliche Versicherungen gegeben haben.
Zu der Meldung, der Kaiser beabsichtige, sich mit ange- sehenen Persönlichkeiten der verschiedenen Reichstagssractioueu in persönliches Einvernehmen zu setzen, wissen die „Hamb.
Nachr." noch zu berichten, daß als Führer des Centrums Herr v. Huene, als Führer der Freisinnigen Herr Hänel für die betreffenden Verhandlungen in Aussicht genommen seien. Dem genannten officiösen Blatte muß vorerst die Verantwortung für diese seine Mittheilung überlassen werden.
Im preußischen Abgeordnetenhause gelangten am Donnerstag die bekannten Excesse in Köpenick, bei denen der Gendarm Müller getobte! wurde, zur Sprache; den äußeren Anlaß bildete die von conservativer Seite gestellte Interpellation, ob die Regierung für die Hinterbliebenen Müllers ebenso Sorge tragen wolle, wie für die Familie des von Anarchisten ermordeten Frankfurter Polizeicommissars Rumpff. Abg. Gras Limburg-Stirum (conf.) legte nochmals die fast revolutionären Vorgänge in Köpenick dar, in denen et einen Zusammenhang mit der Socialdemokratie erblickte, und bezeichnete er den Aufruhr als typisch für die Zukunft. Er schilderte dann die bedrohte Stellung der wenigen Polizeibeamten gegenüber der rasenden Menge und hob die Pflichttreue des ermordeten Gendarmen Müller hervor. Weiter betonte der Redner die Aehnlichkeit dieses Falles mit dem des ermordeten Polizei- rathes Rumpff und sprach er schließlich den Wunsch aus, daß eine den Hinterbliebenen Müllers etwa zu gewährende Unterstützung nicht als eine Gnade, sondern als ein Recht zu Theil werden möge. In seiner Erwiderung erklärte sich der Minister des Innern, Herr Herrsurth, im Allgemeinen mit den Ausführungen des genannten Abgeordneten einverstanden und theilte er mit, daß die Regierung bereits Anordnungen getroffen habe, um die Familie Müllers vor Nahrungssorgen zu schützen und den Kindern desselben eine ausreichende Erziehung zu gewähren, ein besonderes Gesetz sei hierzu nicht erforderlich. Mit einer dankenden Aeußerung des Abg. Grasen Limburg-Stirum für die Erklärungen des Ministers war die Angelegenheit erledigt. Im weiteren Verlaufe der Sitzung brachte das Haus die zweite Lesung des Etats zum Abschlüsse und genehmigte das Äatsgesetz mit einer von den Abgeordneten Olzem und v. Zedlitz beantragten Einschaltung, wonach die bis zur Veröffentlichung des Etatsgesetzes innerhalb der Grenzen desselben geleisteten Ausgaben nachträglich genehmigt werden. Hiermit ist die formale Schwierigkeit wegen des Nichtzustandekommens des preußischen Etats bis zum 1. April beseitigt. Schließlich genehmigte das Haus noch in erster, resp. zweiter Lesung mehrere kleinere Gesetzentwürfe.
Auch in Oesterreich steht eine umstürzende Reform der Cisenbahntarife für den Personentransport in Aussicht, nachdem Ungarn auf diesem Gebiete durch Einführung des Zonentarifs bahnbrechend vorangegangen ist. Bereits am kommenden 1. Juli soll nach einer vom Handelsminister Marquis von Baquehem im Finanzausschüsse des Abgeordnetenhauses abgegebenen Erklärung der neue Personentarif zunächst auf den österreichischen Staatsbahnen in Kraft treten, der ebenfalls auf dem Zonensystem beruht und die bisherigen Personenfahrpreise ganz wesentlich herabsetzt. Sollte sich der Zonentarif in Oesterreich ebenso bewähren, wie dies von Ungarn schon jetzt feststehl, so werden schließlich auch die übrigen Länder Europas mit dieser einschneidenden Eisenbahnreform wohl oder übel nachfolgen müssen.
Auch in Spanien hat man sich nunmehr zur Einführung des allgemeinen Stimmrechts entschlossen und genehmigte die Deputirtenkammer am Donnerstag die betreffende Vorlage mit bedeutender Mehrheit. Mit dieser Reform entspricht das Ministerium Sagasta einem alten Wunsche der liberalen Partei Spaniens und kann man wohl sagen, daß das Cabinet hiermit seine gesammte Stellung erheblich gestärkt hat.
In Frankreich ist die „Rosinenfrage" durch die Fleischfrage abgelöst worden, zum Mindesten, was die Hauptstadt Paris anbelangt. Bekanntlich hat die französische Regierung die Einfuhr von Schlachtvieh aus Deutschland nach Frankreich aus sanitären Gründen bis auf weiteres verboten und der hierdurch eingetretene Mangel an frischem Fleisch wird zunächst in den Kreisen der Pariser Fleischer und verwandter Gewerbe immer fühlbarer empfunden. Wiederholt ist die französische Regierung aus diesen Kreisen um Zurücknahme des Vieheinfuhrverbotes angegangen worden, ohne daß indessen das Verbot bis jetzt wieder aufgehoben morden wäre. Am Mittwoch empfing nun der Ackerbauminister Develle eine Abordnung der Pariser Schlächter und Gerber und machte ihr noch nicht näher bekannte Mittheilungen von den Erwägungen des Ministerrathes über die Vieheinfuhr-Frage. Der Minister besprach mit der Deputation weitere Maßnahmen, ohne jedoch irgendeine Verpflichtung zu übernehmen. Es herrschen in Paris Besorgnisse wegen einer Arbeitseinstellung in den be- theiligten Gewerbszweigen, sowie wegen eintretenden größeren Mangels an frischem Fleisch.
In Bulgarien nehmen die Verhaftungen anläßlich bet Panizza-Verschwörung ihren Fortgang, denn es wurden dieser
Tage abermals zwei in die Affaire verwickelte Offiziere in Sofia verhaftet. Wie die „Agence Balcanique" wissen will, haben bei der Verschwörung zwei Pläne bestanden und handelte es sich bei dem einen um die Entführung des Fürsten Ferdinand, bei dem andern um die alsdann einzuleitende Action. Diese neuen Enthüllungen haben eine abermalige Verschiebung des Processes gegen die Verschwörer zur Folge gehabt, der nunmehr erst Mitte April beginnen dürfte.
Locales rrnd provinzielles.
Gießen, 29 März.
— Dic Kaufmännische Kranken- und Begräbnißkaffe E. H. Gießen veröffentlicht in der heutigen Nummer unseres Blattes Jahresrechnung und Vermögensnachweis pro 1889. Vergleichen wir die einzelnen Positionen der Einnahme und Ausgabe mit denjenigen des vorausgegangenen Verwaltungsjahres, so finden wir, wie dies auch der in der ordentlichen Generalversammlung vom 21. März l. I. erstattete Geschäftsbericht des Vorsitzenden besagt, keine nennenswerthen Abweichungen des Geschäftsganges und mit Genugthuung können wir con- statiren, daß die Kaffe in rubr. Verwaltungsjahr wiederum recht günstig prosperirt hat. Der Zuwachs des Baarvermögenr beträgt Mk. 797,55. Das Gesammtbaarvermögen beläuft sich nunmehr auf Mk. 2969,20 (Mk. 1905,— Reserve- und Mk. 1064,20 Betriebs-Fonds), was durchschnittlich pro Mitglied Mk. 32,62 ergibt. Dies ist bei den ausgedehnten Leistungen der Kasse nach Verlaus eines 4i/zjährigen Bestehens gewiß ein respectables Resultat und wir verfehlen daher nicht, allen jungen Kaufleuten und Bureaubeamten, soweit solche noch nicht gegen Krankheit versichert sind, den Beitritt zu der geschaffenen Wohlfahrtseinrichtung wiederholt warm zu empfehlen. — In den Vorstand der Kasse wurden von der ordentlichen Generalversammlung für 1890 gewählt resp. wiedergewählt : Herr Will). Käser als Vorsitzender, Herr Carl Heil jr. als dessen Stellvertreter, Herr Jos. Ehrmann als Kassier (der seitherige Kassier Herr Wilh. Wagner jr. lehnte in Folge berechtigter Gründe eine Wiederwahl ab), Herr H ch. Wa g n er als Schriftführer und die Herren Jak. Jung, Moritz Krämer und Ernst Wiegelmann als weitere Beisitzer.
Permif^ks.
*△ Mainz, 26. März, lieber die Gründe, welche das folgenschwere Rencontre zwischen Premierlieutenant Stoll und Hauptmann Salm verursacht haben, herrscht bereits vollständige Klarheit. Die von gestern angedeutete Version ist die richtige: Lieutenant Stoll glaubte sich durch einen von Hauptmann Salm anläßlich seines beabsichtigten UebertrittS von den Pionieren zu der Infanterie ausgegangenen Bericht in seiner (Sortiere aufgehalten, was in Stoll den glühenden Haß gegen Salm hervorries. Alsbald nachdem Stoll von dem Berichte Kenntniß erhalten hatte, ließ er Hauptmann Salm eine Forderung zum Duell zugehen, auf welche der letztere aber in Uebereinstimmung mit dem Ehrengericht nicht reagirte. Wie aus einem in der Wohnung des Stoll Vorgefundenen Briefe hervorgeht, scheint er seinen Groll gegen Salm niedergekämpft zu haben, und erst die Ausführung einer Rache bei ihm wieder gereift zu sein, als die von ihm sicher gehegte Hoffnung, bei der jüngst erfolgten Neubildung mehrerer Regimenter das Patent als Hauptmann der Infanterie zu erhalten, sehlschlug. Für diese enttäuschte Hoffnung sollte Hauptmann Salm das Opfer sein. In aller Stille jpurbe heute Morgen die Leiche von Stoll zu Grabe gebracht und ohne Uniform und nur mit einem Hemde bekleidet unter die Ecde gebettet.
— Die Nachricht von dem Tode des Hauptmanns Salm hat sich nicht bestätigt. Derselbe befindet sich vielmehr auf dem Wege der Besserung.
* Vertreter der Fleischer-Innungen aus Hessen und Hessen- Nassau tagten am 23. März in Frankfurt a. M., um verschiedene gewerbliche Fragen zu' erörtern. So viel wir hären, wurde auch darüber debattirt, mit- welchen Mitteln der überhand nehmenden Concurrenz des minderwerthigen amerikanischen Schmalzes zu begegnen sei. Ferner sollen Maßregeln gegen die'gesetzwidrige Einbringung von amerikanischem Speck erwogen worden sein. Die Einführung von Fleisch und Fleischwaaren aus Amerika ist bekanntlich verboten. Die Metzger behaupten aber, daß ganze Massen amerikanischen Specks in Holland ankämen, der, dort umgepackt und mit holländischen Attesten versehen, als holländische Maare in Deutschland eingehe, um vorzugsweise im Ruhr- und Saargebiete, an der Nahe u. s. w. abgesetzt zu werden. Auch in den Seestädten, namentlich Bremen, Lübeck und Hamburg,


