Ausgabe 
29.11.1890
 
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Samstag den 29. November

1890.

Nr. 279.

Gießener Anzeiger

Generat-Mnzeiger.

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Urntlid?«* ChrN.

Bekanntmachung, die Veranstaltung einer landwirthschaftlichen Verloosung zu Butzbach während des dortigen Frühjahrsfaselmarktes in 1891. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die Genehmigung zur Vornahme einer, mit dem am 19. März k. Js. stattfindenden Frühjahrssaselmarkte in Butzbach zu verbindenden Verloosung von Faseln, Rindern, Schweinen, Geflügel und landwirthschaftlichen Geräthen unter der Be­dingung ertheilt, daß nicht mehr als 11000 Loose ä 1 ausgegeben werden dürfen und (abzüglich eines Betrags von 300 «X für Prämiirung) mindestens 70% des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Loose zum Ankauf von Gewinngegen- fiänden zu verwenden sind.

Großh. Ministerium hat den Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet.

Gießen, am 25. November 1890.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.

Bekanntmachung.

Sonntag den 30. November 1. I., Nach» mittags 3 Uhr, findet in der Restauration Feidel (Bavaria") zu Gießen, Kanzleiberg, eine

Versammlung des Obstbauvereins statt, in welcher Herr Landwirthschaftslehrer Reichest von Friedberg über Zwergobstbau und Herr Obftbautechniker Metz von da über einige den Obstbau im Allgemeinen betr. Fragen, besonders über Sortenauswahl, sprechen werden.

Alle Mitglieder des Obstbauvereins und alle Freunde des Obstbaues werden zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen.

Gießen, am 27. November 1890.

Der Vorsitzende der Section Gießen des Obstbauvereins. Nebel, Amtmann.

Deutscher Reich.

Darmstadt, 27. November. Während der gestrigen Hof- tafel brachten Seine Königliche Hoheit der Großherzog den ersten Toast auf Seine getreuen Stände und auf Sein geliebtes Hessenland aus. Der Präsident der Ersten Kammer, Fürst zu Isenburg-Büdingen, Durchlaucht, erwiderte mit einem Toast auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog, der Präsident der zweiten Kammer mit einem Toast auf Seine Königliche Hoheit den Erbgroßherzog und die Großherzogliche Familie.

Darmstadt, 27. November. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog und Seine Königliche Hoheit Prinz Hein­rich von Preußen haben'Sich heute früh auf Einladung des Fürsten zu Leiningen zur Jagd nach Waldleiningen be­geben. Die Allerhöchsten Herrschaften kehren voraussichtlich im Lause des morgenden Tages hierher zurück.

nn. Darmstadt, 27. November. Zweite 7Aammer der Stände. Die Verhandlungen beginnen heute um %10 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung findet die Vereidigung des Abgeordneten Müller (Soc.) durch den Präsidenten statt, wobei sich das gesammte Haus von den Sitzen erhebt. Es erfolgt nunmehr die Verkündigung einer Reihe neuer Einläuse, darunter ein Antrag des Abgeordneten Lautz und Genossen wegen Erbauung einer Nebenbahn Darm­stadtRoßdorfReinheim nach Groß-Umstadt.

Zur Ehrung des Andenkens an den verstorbenen Ab­geordneten Kre del-Michelstadt erhebt sich das Haus von den Sitzen.

Finanzminister Weber überreicht nunmehr Namens des Großherzogs der Kammer das Finanzgesetz zum Hauptvoran­schlag pro 1891/94 und gibt über den Inhalt und den Ab­schluß desselben eine kurze Uebersicht. Aus dieser ist hervor­zuheben, daß die Matrikularbeiträge an das Reich von jähr­lich 4 Millionen auf jährlich 6 Millionen gestiegen sind. Ferner fiuo in den Voranschlag eingestellt zur Unterstützung von Gemeinden bei Schulhausbauten statt früher 40,000 Mk. jetzt 60,000 Mk.; für die Entwässerung des Riedes .257,000 Mk.- Beiträge zur Erbauung von Kreisstraßen 105,000 Mk. - für die Erwerbung des Zeughauses zum Bau­platz für ein neues Museum 135,000 Mk.,- für den Bau einer Turnhalle in der Soderstraße und Errichtung von Lehr­räumen für das Gymnasium 191,000 Mk.- Errichtung eines Dienstgebäudes für die Großh. Centralstelle für Gewerbe nebst Erweiterung der Räume des Kreisamts 170,000 Mk.; Erweiterung des Arbeitshauses in Dieburg 106,000 Mk.- Erweiterung des LandeShoSpitalS 1,250,000 Mk - für weitere

Bauten an den Kliniken zu Gießen 139,800 Mk. - für Her­stellung der Stadtkirche zu Friedberg, auf 6 Jahre vertheilt, 100,000 Mk. - Errichtung eines Gebäudes für jugendliche Verbrecher 252,000 Mk. - Erbauung eines Amtsgerichts­gebäudes in Nieder-Olm 94,500 Mk. - desgleichen in Schlitz 57,000 Mk.- desgl. eines Haftlocals in Worms 54,400 Mk. - Aufbau am Collegiengebäude 117,500 Mk.; desgleichen auf dem Münzgebäude für Diensträume des Oberconsistoriums 152,000 Mk. - für Errichtung von Dienstgebäuden in Bingen und Offenbach a. M. 195,000 Mk. - für Erweiterung des Güterbahnhofes in Darmstadt 550,000 Mk. - für Hafenbauten zu Bingen 440,000 Mk.- desgl. zu Oppenheim 220,000 Mk.- für die Main-Canalisirung zwischen Offenbach und Frankfurt 1,350,000 Mk. und für die Regulirung des Rheinstromes amGeier" 13,000 Mk. Ferner betonte Finanzminister Weber, daß durch die Nebenbahn-, Wasser- und Brückenbauten die hessische Staatsschuld bedeutend gestiegen sei, so daß diese gegen 35 Millionen in der Finanzperiode 1888/90, am Schluß der Finanzperiode 1891/94 53 Millionen Mk. betragen werde. Trotzdem seien die Finanzverhältnisse wohlgeordnete und die Staats- und Wohlfahrtseinrichtungen im Lande könnten sich getrost an die Seite anderer Staaten des Deutschen Reiches stellen. Lebhafter Beifall wurde dem Finanzminister bei dieser Erklärung vom Hause gespendet. Hierauf erfolgten die Wahlen zu den Ausschüssen und wurden gewählt in den Finanz­ausschuß die Abgeordneten Wolfskehl, Theobald, Jöckel, Schröder, Möllinger, Haas und Graf Oriola, in den Gesetz­gebungsausschuß : Heinzerling, Arnold, Reinhard, Metz-Darm- stadt, Ohly und Hirsch, in den Petitionsausschuß die Ab­geordneten Erb, Friedrich, Heinzerling, Muth, v. Rabenau, Michel und Weith und in den Ausschuß für Gesuche die Ab­geordneten v. Rabenau, Lautz, Weber, Westernacher, Berg- sträßer und Hechler. Bei der Berathung des Voranschlags der zweiten Kammer für den 27. Landtag wird constatirt, daß sich derselbe von 78,000 auf 90,000 Mk. erhöht hat. Hierbei stellt der Abg. Frank einen Antrag in Aussicht, welcher eine Erhöhung der Diäten für auswärtige Abgeord­nete im Auge hat, weil er die Diäten derselben nach den jetzigen Verhältnissen für zu gering hält. Ferner beschließt das Haus, eine Adresse an Seine Königliche Hoheit den Großherzog abgehen zu lassen. Hiermit ist die Thätigkeit der Kammer beendigt und vertagt sich dieselbe bis Anfang Januar 1891.

Darmstadt, 27. November. Der den Landständen heute zugegangene Budgetentwurf sieht 24 312000 Mk. ordentliche und 14 640 000 Mk. außerordentliche Ausgaben vor. Unter den letzteren sind für Maincanalisirung 1 356 000 Mk., für die Restauration des Wormser Domes 65 000 Mk., für Hasenanlagen in Bingen und Oppenheim 440000 und 220000 Mk. gefordert. Nachdem beide Kam­mern die üblichen Dankadressen auf die Thronrede des Groß­herzogs beschlossen hatten, vertagten sie sich bis voraussichtlich Anfangs Januar.

Bielefeld, 25. November. Die hiesige Handelskammer beschloß in ihrer letzten Sitzung, eine Petition an den Reichs­tag zu richten, in welcher sie sich gegen die weiteren Beschränkungen der freien Hilfs lassen in der Novelle zum Krankenkassengesetz erklärt. Ebenso sprach sich die Handelskammer gegen die Einbeziehung der Handlungs­gehilfen in die Krankenversicherung aus.

Netteste Nachrichtet«.

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 27. November. DerReichsanzeiger" meldet: Der Kaiser entsandte sofort nach Eintritt des Thronwechsels im Haag den Generaladjutanten General Wittich nach Frankfurt, um den Großherzog anläßlich seines Regierungs­antritts zu begrüßen und demselben ein Handschreiben des Kaisers zu übergeben. General Wittich wurde am 25. No­vember vom Großherzog in besonderer Audienz empfangen und ist gestern wieder hier eingetroffen.

Magdeburg, 27. November. Die Handelskammer des Regierungsbezirks mit dem Sitz in Halberstadt berief an­läßlich der neuen Zuckersteuer-Vorlage auf den 6. De- cember eine Versammlung ein, um den Rübenzuckerindustrie- Vereinen, den landwirthschaftlichen Vereinen und den Mit­gliedern des Handelsstandes Gelegenheit zu geben, gegen die Zuckersteuernovelle Stellung zu nehmen.

Königsberg, 27. November. Durch die hier herrschende Kälte ist die Schifffahrt sehr schwierig geworden. Im Hasen liegen fünf Dampfer, welche Pillau mit dem Eis­brecher erreichen wollen. Der DampferDeutscher Kaiser" ist gestern hier ausgelaufen, kam durch das Treibeis aus

der Fahrstraße und blieb im Haff auf dem Grunde festsitzen. Heute sind 18 Grad Kälte. Der Pregel hat eine 4 Zoll starke Eisdecke.

Königsberg, 27. November. Nach einer Bekanntmachung der Kaufmannschaft an der Börse ist die Schifffahrt geschlossen.

Erfurt, 27. November. Die Strecke Dietzhausen-Nohr- Grimmenthal ist wieder fahrbar- die Züge verkehren fahr­planmäßig.

Klausthal, 27. November. Hier wird am 11. December allgemein der Geburtstag Kochs gefeiert werden. Am Ge­burtshause wird eine Gedenktafel angebracht.

Karlsruhe, 27. November. Das letzte Bulletin über das Befinden des Prinzen Karl besagt: Der gestrige Tag wurde durch vielen Husten gestört. Nach besserem Appetit ist der Kräftezustand befriedigend. Die Besserung schreitet fort.

Bern, 27. November. Bundescommissär Künzli telegra- phirte aus Bellinzona, der Große Rath werde über das Decret für die Verfaffungsrathswahlen erst am Montag berathen und dann sofort die Wahlen in die Regierung vor­nehmen. Voraussichtlich würden sich keine Schwierigkeiten mehr ergeben.

Bern, 27. November. Künzli telegraphirte nach Bellinzona an den Ausschuß des Großen Raths von Tessin und empfahl dem letzteren die Annahme des Wahldecrets im Sinne der stattgefundenen Verständigung. Die Sitzung des Großen Raths findet Nachmittags statt.

Luxemburg, 27 November. In der von der Kammer- angenommenen Beileidsadreffe an die Königin Emma heißt es: Die Luxemburger fühlen mit den Niederländern den unendlichen Verlust, da auch sie vierzig gedeihliche Jahre unter dem Scepter Wilhelms III. durchlebt hätten. Die Bitterkeit der nach dem Staatsrecht nunmehr eintretenden Trennung Luxemburgs von Holland werde durch die Erinnerung an die glückliche Regierungszeit Wilhelms III. gemildert. Die Luxemburger würden die Erinnerung an die Königin nie verlieren.

Paris, 27. November. Bei der Beisetzung des Königs von Holland läßt die französische Regierung sich durch eine von einem Generale geführte Militär-Depu­tation vertreten. Zur Begrüßung und Beglückwünschung des Großherzogs von Luxemburg bei dessen Ankunft im Lande wird ein hoher Beamter des Ministeriums des Auswärtigen nach Luxemburg abgeordnet werden.

Paris, 27. November. Aus Buenos-Aires wird ge­meldet, daß die Lage sich gebessert hat.

London, 27. November. Professor Watson Cheyne nahm gestern im KingsCollegeHospital an vier ver­schiedenartig tuberkulösen Patienten die ersten Impfungen mit Koch'scher Lymphe in London vor.

Petersburg, 27. November. DiePetersburgskya Wiedo- mosti" wollen wissen, es habe der Vatican die russische Re­gierung aufgefordert, einen bei ihm ständigen diplomatischem Vertreter zu accreditiren, Iswolski fei kein solcher, sondern ein Beamter des Departements der fremden Confessionen. Die Annahme des Vorschlags würde die Creirung einer päpst­lichen Nuntiatur in Petersburg involviren. Der Vorschlag wurde indessen abgelehnt, obwohl der Vatican mit demselben ein Entgegenkommen in den schwebenden Fragen in Aussicht gestellt.

Charkow, 27. November. Die medicinische Gesellschaft wählte Dr. Koch zum Ehrenmitglied.

Newyork, 27. November. Das Gerücht von einem Kampfe bei Fort Keogh zwischen Truppen der Vereinigten Staaten und Indianern hat sich nicht bestätigt. Weder ber Kriegsminister, noch der Obercommandant der Truppen von Dakota glauben daran. Nach den letzten Nachrichten darf gehofft werden, daß sich die Unruhen beilegen laffen.

New-Aork, 27. November. Die Nachrichten aus dem Jndianergebiete lauten widersprechend. Während eine von dem Chicagoer JournalJnterocean" veröffentlichte De­pesche aus Miffonla in Montana meldet, daß bei Fort Keogh in Montana erbitterte Kämpfe zwischen Indianern und Unions­truppen und Scharmützel auf der ganzen Linie stattfänden, geht aus einer neuerlichen Depesche aus Pine Ridge, dem Centrum der ganzen Jndianerbewegung, hervor, daß die Un- ruhen anscheinend schon beendet sind.

Cocefc» «»v proHnjiclle».

Gießen, 28. November.

Se. König!. Hoheit der Erbgroßherzog empfingen am 25. l. M. in Darmstadt die Vertreter der Corps und gesterrr hier die Vertreter der Burschenschaften, der Verbindungen, der wissenschaftlichen Vereine und der einer Corporation nicht.