Ausgabe 
29.8.1890
 
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1890

Freitag den 29. August

Nr. 200

Amts- und Anzeigeblntt für den ICreb Gieren.

Hrattsöeitage: Gießener Kamilienökätter

Feuilleton

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So wurde weiter über die Neuigkeit

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den falgmden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr.

ein und

Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

nmfdjte Anzeigen.

Ein Wort an Alle,

Die Gießener

AnmtkienStLIter »erden dem Anzeiger «Schentlich dreimal deigelegt.

Der

Lietzener Anzeiger erscheint täglich, ett Ausnahme deS MontagS.

Georg hätte erfahren können, wenn er nicht wie betäubt ge­wesen wäre, daß der Fürst, mit einem unschönen, bartlosen

eine Künstlerin, eine

izösisch, Englisch, Italienis-, hjortugiesisch,Holländisch

Schwedisch ober Bussisei

*yjr sprechen lernen wollen , unb franco zu beziehen durch dt iftalW

vierteljähriger Avonnementsprets^ 2 Mark 20 Pfg. urtt Bringerlohn.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

Webactton, Expedttt« unb Druckerei:

Schulstraße Ar.^« Fernsprecher 51.

kleine Prinzessin; nun,

anlagen und Drainagen die practische Seite im Unterricht besonders berücksichtigt werden.

Die Unterrichtsstunden sind so gelegt, daß Schüler aus solchen Ortschaften, welche nicht weit von Büdingen oder in der Nähe der Oberhessischen Eisenbahn liegen, zu Fuß oder per Bahn täglich den Weg hin und zurück machen können. Diejenigen Schüler aber, welche in Büdingen Wohnung und Kost nehmen wollen, können solche zu sehr mäßigen Preisen erhalten.

Vom Besuche der Fortbildungsschule sind die Schüler der landwirthschaftlichen Winterschule entbunden.

Das Schulgeld beträgt für jeden der beiden Curse nur 12 Mark.

Anmeldungen sind schriftlich oder mündlich an die Mit­glieder des Curatoriums oder den Dirigenten der Anstalt, LandwirthfchaftSlehrer Dr. Ullmann, zu richten. Auch sind dieselben zu anderweitiger, bezüglicher Auskunstserthellung gerne bereit.

Büdingen, den 12. August 1890.

Das (Kuratorium:

Klietsch. Dr. Oßwald. Dr. Ullmann. Nos. Mäser.

Bekanntmachung, die landwirthschaftliche Winterschule des landwirthsch. Vereins für die Provinz Oberhessen zu Büdingen betreffend.

Winter-Cursu- 1890/91.

Der Unterricht der landwirthschaftlichen Winterschule zu Büdingen beginnt in diesem Jahre Montag de« 3. No­vember und wird Ende März des kommenden Jahres geschlossen.

Die Anstalt, zunächst für die Befriedigung des Bildungs­bedürfnisses des mittleren und kleinen Landwirths bestimmt, wird den Schülern neben der Fortbildung in den Realfächern die Grundlage für den rationellen Betrieb der Landwirthschaft übermitteln. Es erstreckt sich der Unterricht auf Ackerbaulehre, Viehzucht, Obstbaumzucht, landwirthschaftliche Betriebslehre, Schreiben, Rechnen, Mathematik, Deutsch, allgemeine Natur­kunde, Verfassungs- und Verwaltungslehre. Der diesbezügliche Lehrplan ist nach dem von der Großherzoglichen Regierung für die landwirthschaftlichen Winterfchulen festgestellten Unter­richtsplan entworfen und erstreckt sich auf zwei Wintercurse. Es bestehen daher zwei zusammengehörige Klassen.

Zum Eintritt in die untere Klaffe sind Absolvirung der Volksschule und einige Kenntnisse des practischen Betriebes der Landwirthschaft Vorbedingung. In die obere Klasse können nur solche junge Leute ausgenommen werden, welche entweder bereits im Vorjahre die untere Klasse einer landwirthschaft­lichen Winterschule mit Erfolg besucht oder sich doch ander­weitig die in derselben zu erwerbenden Kenntnisse angeeignet haben. Nach jedesmaligem Schulschluß empfangen die Schüler der unteren Klasse ein Interims-, die der oberen Klaffe ein Abgangszeugniß.

Dann soll ebenso wie im Wintercursus 1889/90 auch in diesem den in den vorderen Jahren aus der Anstalt entlassenen Schülern gestattet werden, unencgeldlich an dem Unterricht von speciell landwirthschaftlichen Fächern in der 1. Klaffe noch einmal Theil zu nehmen, so daß dieselben zur Erweiterung resp. größeren Gründlichkeit ihrer landwirthschaftlichen Kennt­nisse einen dritten Cursus absolviren.

Unterrichten werden außer den beiden Landwirthschasts- lehrern Dr. Ullmann und Andrae, Amtmann Dr. Göttel- mann, Lehrer Diehl sen. aus Bleichenbach, Lehrer i. P. Freimann, Veterinärarzt Gerhard, Hofapotheker Krau­ßer jun., Lehrer Ruth. Der Unterricht wird durch eine Sammlung werthvoller Lehrmittel unterstützt. Auch wird durch zahlreiche Excursionen nach nahe gelegenen mittleren und größeren Gutswirthschasten und Hofraithen, nach größeren Obstbaumschulen und gewerblichen Etablissemenls, durch Feld­meßübungen und Feldtaxationen, von zweckmäßigen Wiesen­

verwöhnt , wie eine bestreiten."

Und außerdem Wieck."

Immer besser, seine Millionen."

Ein erbärmlicher Dilettant, mit einem Kennerbewußt­sein, das ihn zur komischen Figur macht."

Und wie seid ihr ihn losgeworden?"

Er wurde zur Wiener Gesandtschaft zurückversetzt."

Also Diplomat?"

Ja, aber ich möchte ihm keine Sache anvertrauen."

Nun, seine eigenen scheint er doch recht gut zu führen," sagte jetzt der genannte Fritz Reiß, indem er seine Zeitung bedächtig zusammenfaltete und ein Schreiben in Briefform aus der Brusttasche zog.Muß ich mich durch Euer Schwatzen erst daran erinnern lassen, daß ich Euch eine Bot­schaft von ihm mitzutheilen habe, seht da, seine Verlobung."

Beförderungen und Verlobungen werden stets mit In­teresse ausgenommen. Die Kunde wurde lebhaft besprochen und die Anzeige wanderte von Hand zu Hand."

Nur Georg hielt sich ferne davon. Was kümmerte ihn der Fürst Schreckenstein, seine Mäcengelüste, seine W geschmacktheiten, seine Herrschaften und Millionen!

Aber seine Braut kümmerte ihn vielleicht?

Ewiger Gott! Ein Name drang an sein Ohr. Er schwindelte und fühlte sich untergehen, wie ein Ertrinkender, über dem die Wellen zusammenschlagen, und dabei drang doch

wesen sein."

Gallas? Davon hörte ich auch schon, ja, ja, Phänomen von Schönheit und blutjung dabei, aber stolz

Betr.: Die Feldbereinigung in der Gemarkung Saasen.

Bekanntmachung.

Die Verhandlungen über die Aufstellung des allgemein en Meliorationsplanes für die Gemar­kung Saasen liegen zur Einsicht der Betheiligten vom 25. August bis 8. September l. I. auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei Saasen offen, nämlich:

1) die Karte mit Einzeichnung des neuen Wege- und Grabennetzes;

2) die Erläuterungen dazu mit den Beschlüssen der Voll­zugscommission in einem Hefte;

3) das Protocoll über die Prüfung dieses Meliorations­planes durch die Landescommission vom 4. Juni l. I.;

4) die Acten über die geplante Regulirung der Gemar­kungsgrenze von Saasen mit:

a. Lindenstruth,

b. Göbelnrod, c. Harbach, d. Reinhardshain;

5) die Acten wegen Anlage verschiedener Waldtheile zu Feld und umgekehrt.

Am 10. September l. I., Vormittags 9 Uhr, wird der Unterzeichnete mit der Vollzugscommission auf dem Bürger­meistereibureau in Saasen zur Auskunstsercheilung und Ent­gegennahme von Anträgen anwesend sein.

Fritz Reiß gemächliche Stimme bis zu ihm durch:Sie soll unbestritten die Schönste der diesjährigen Wiener Saison *'

Gießener Anzeiger

General-Unzeiger.

Gesicht und sehr gewöhnlichem Aeußeren versehen, unbedeutend in Reden und Handlungen, nur durch seinen Reichthum und vornehmen Namen zu der Rolle berufen sei, die es ihn reizte, auf jedem Gebiete zu spielen. Die Freunde gefielen sich darin, seine stehenden Redensarten zu wiederholen, und der eine von ihnen, in dem ein darstellender Künstler verloren ging, führte ihn persönlich vor, wie er leibte und lebte, kurz­gewachsen, aber immer nach oben strebend, mit in die Höhe gehobenem, rückwärts gebogenem Kopse bei der Anrede, im Sprechen rechthaberisch und kampfbereit wie ein junger Hahn, mit dem ihm seine krähende Stimme eine neue Ähnlichkeit gab. Das und viel mehr wurde gesagt von dem unbekannten, feindlichen Manne, der ihn mit einem Schlage aus einem glücklichen zum ärmsten und hoffnungslosesten aller Sterblichen gemacht hatte.

Er folgte den Reden nicht,- es brauste ihm im Kopfe und der schwergehende Athem drohte ihn zu ersticken.

Jetzt lag die verhängnißvolle Anzeige auch vor ihm, die Buchstaben tanzten, sie gingen unter und wieder auf vor seinen geblendeten Augen. Es half nichts^ sie setzten sich immer wieder in ein Todesurtheil zusammen:

Die Verlobung unserer Nichte, der Comteß Antonie Gallas, mit Seiner Durchlaucht dem Fürsten Maximilian Kurt Schreckenstein, Herrn von . . . (folgten Liegenschaften, Titel und Würden ohne Ende) haben die Ehre anzuzeigen

Graf und Gräfin Gallas."

Er stützte den Kops in die Hände und drängte seine Thränen gewaltsam zurück.Ich hätte es nimmer gedacht, mein Tonele, so bald schon? Ich sollte Dich hassen, Du bist der Thränen nicht werth und der großen Liebe. Oder bist Du selbst nur eine flügellahme, eingeschüchterte, arme Taube? Wer weiß es!"

Er setzte alles daran, seine Bestürzung zu verbergen unb es gelang ihm. Die Freunde waren zu argloö, zu sehr mit der Neuigkeit und sich selbst beschäftigt, um aus Georg beson­ders Acht zu geben. Und als jetzt auf das Wohl des ver-«

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Die verlorene Perle.

Novelle von I. Dedekind, Verf. derAchten-Ltni".

(Fortsetzung.)

Georg macht sein frommes Gesicht," hieß es auch jetzt, ^,laßt ihn, er betet."

Ja, laßt mich, ich habe eine Melodie."

So spiele sie uns."

Sie muß erst Gestalt gewinnen."

Wozu haben wir den Flügel da? Aus, wir stehlen sie Dir nicht."

Ach, laßt mir das unfertige Ding nur noch heute, es ist noch ungeboren."

Weißt Du, Georg, Du kannst von Glück sagen, vorigen Winter hatten wir einen Mäcen unter uns, einen vielfachen Millionär, und Fürsten obendrein, einen Fürsten Schrecken­stein, Deinen Landsmann."

Einen Ungarn?"

Nein, er wollte seine Besitzungen, seine Herrschaften in :Krain oder Kärnthen haben, Gott weiß wo, es ist uns gleich. Gottlob, daß wir von ihm befreit sind- natürlich erwies er uns die größte Ehre, sich zu uns herabzulassen . . . Hier _ber Sünder, Fritz Reiß, führte ihn bei uns ein."

Ja, der wahre Schreckenstein," fiel ein Anderer ein, Niemand war seines Lebens sicher."

Oder seiner Gedanken und Motive, jedes mußte heraus und von ihm zerlegt werden, Dein ungeborenes Kind, Georg, hätte er Dir nicht geschont. Mit seinen dreisten Händen hätte er es sich geholt, aus Deinem Kopse oder Deinem -Herzen."

Ich weiß mich zu wehren," sagte Georg ruhig.

Gegen den nicht."

,Jst er selbst ausübender Künstler?"

Bekanntmachung.

Unter den Schasheerden zu Büdingen, Diebach a. H. und Düdelsheim ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden.

Gießen, den 27. August 1890.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.:

Jost, Regierungsrath.

Bekanntmachung,

das Beschneiden der Hecken betreffend.

Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesttzer die ihren Grundbesitz an öffent­lichen Fahr- oder FuHwegen einsriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 m Höhe und 0,50 m Breite zurückzuschneiden und im Laufe de- Monat- September die neuen Schößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurückzubinden haben, wird mit dem An­fügen wiederholt zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Zu­widerhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden.

Gießen, den 25. August 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.

2lmtlid?er Thell.

Gießen, am 27. August 1890. Betr.: Feier des Sedantages in den Volksschulen des Kreiser.

Die

Großh. Kreis-SchulcommWon Gießen

au die Schulvorstände de- Kreise-.

Bei der Wiederkehr des Gedenktages der Entscheidungs­schlacht bei Sedan nach 20 Jahren halten wir für angemessen, daß in einer besonderen würdigen Schulfeier dieses Tages im Danke gegen Gott gedacht und den Kindern in kurzem Ge­schichtsbild jene Zeit mit ihren schweren Opfern, den helden- müthigen Kriegsthaten und ihre Bedeutung für die Entwicke­lung des Vaterlandes zu feiner jetzigen Macht und Größe vor die Seele geführt wird.

Geeignete Gesänge mögen die Feier einleiten und schließen.

Sie wollen dafür Sorge tragen, daß die Feier in dieser Weise siattfindet und den Lehrern von dieser Verfügung Kenntniß geben.

I. V-:

Jost, Regierungsrath.

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