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Dienstag den 29. April
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Wir bringen hierdurch den Fuhrwerkbesitzern zur Kenntniß, Äch aus der Kreisstraße Lollar - Daubringen von
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ilnr ahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den scheiden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
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der Partei der Unzufriedenen auf Irland, nicht einverstanden, sie wenden sich daher gegen die Landankaufsbill und Parnell hat bei Beginn der zweiten Lesung die Ablehnung der Bill unb deren Ersetzung durch eine von ihm ausgearbeitete Gegenvorlage beantragt. Jedenfalls wird sich die Specialberathung der Negierungsbill sehr in die Länge ziehen.
itoß Äch auf der KreiSstraße
TMtag den 29. d. Ms. ab eine Dampfstraßenwalze in
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'Wti^keU befindet.
Gießen, am 28. April 1890.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
do. )uxnGold. Sold (Echk.) Zoses Silber- garant Ztal. abahn . . eser . . . üdw 'Zismb. mkas ganit. rdin.Eec.stsr.
Bekanntmachung,
die Unterhaltung der Kreisstraßen betr.
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Vierteljähriger
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CocaXe* unö prot-injicUcs.
Gießen, 28. April.
— hohe Passanten. In der Nacht von Freitag auf Samstag reiste Ihre Majestät die Kaiserin Augusta Victoria, gestern Abend 8 Uhr 40 Min. Ihre König!. Hoheit die Prinzessin. Heinrich von Preußen mit dem Prinzen Waldemar hier durch.
— Zum Lehrer am hiesigen Realgymnasium und der Realschule wurde der seitherige erste Lehrer an der erweiterten Volksschule zu Homberg a. d. Ohm, Herr Dr. Heinrich Pitz gewählt.
— Gelegentlich der Heimgeleitung eines Betrunkenen am Samstag Abend wurde demselben von seinem Führer unterwegs die Uhr aus der Tasche entwendet. Der Begleiter, wegen des Verlustes der Uhr alsbald zur Rede gestellt, meinte, der Betrunkene müsse dieselbe im Hausgang seiner Wohnung verloren haben, er begab sich daher selbst mit ans die Suche, wobei von einem Andern bemerkt wurde, wie der Beschuldigte die Uhr in den betr. Hausgang legte, dieselbe alsbald wieder als gesunden aufhob und der Ehefrau des Eigenthümers zurückgab. Der redliche Finder wurde einstweilen sestgenommen.
— Heute früh entstand in einem Geschästsladen der Schloßgasse Feuer dadurch, daß das Dienstmädchen an dem Petroleumbehälter Petroleum zapfte, und, als der Inhalt zur Neige ging, den Krahnen nicht gehörig schloß, so daß das Petroleum weiter zur Erde lief. Sie zündete Licht an, warf das brennende Streichholz weg, ging in den Keller, um frisches Petroleum in den Behälter zu pumpen, wodurch das bereits sich im Laden entfachte Feuer neue Nahrung erhielt. Das Feuer konnte doch noch verhältnißmäßig rasch gelöscht werden. Der entstandene Schaden ist beträchtlich.
Deutscher Reich.
Berlin, 28. April. Während in früheren Jahren bei der Cavallerie nur ausnahmsweise Hebungen für Mannschaften des Beurlaubtenstandes abgchaltcn wurden, werden in diesem Jahre 6900 Mann aus der Reserve und Landwehr einberusen, und zwar anstatt wie üblich auf 12, diesmal auf 28 Tage. Diese Maßnahme ist eine Folge der Bewaffnung der gesammten Cavallerie mit der Lanze, mit welcher in der angegebenen Zeit die Mannschaften des Beurlaubtenstandes ausgebildet werden sollen. Im Ucbrigen können bei der Cavallerie derjenigen Armeecorps, welche kein Kaisermanöver haben, nach dem Ermessen der Generalcom- mandos für die Dauer der Herbstübungcn bis zu vier Mann bei jeher Schwadron behufs möglichster Erhöhung der Aus- rücksstärke eingezogeu werden. Für die Infanterie und Jäger des Beurlaubtenstandes sind Bestimmungen bisher nicht ergangen- es wird jedoch eine umfangreiche Einziehung solcher Mannschaften erwartet, da es sich bei denselben, um die Ausbildung mit dem neuen Gewehr handelt.
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Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Darmstadt, 27. April. Die Königin von England wohnte heute Vormittag dem Gottesdienste in der Kapelle des neuen Palais bei. Um 1 Uhr fand im Palais Familientafel statt. Der Kaiser machte Vormittags eine Spazierfahrt im Emilsgarten.
Darmstadt, 27. April. Die Königin Victoria empfing gestern die hier eingetroffene Deputation des ersten Garde-Dragoner-Regiments Königin von Großbritannien und Irland unter Führung des Obersten von Kotze. Se. Majestät der Kaiser stellte die Herren der Königin vor. Heute Vormittag um 10 Uhr wohnte Se. Majestät mit der Großherzoglichen Familie dem Gottesdienst in der Schloß- kirchc bei und machte sodann dem preußischen Gesandten v. Thielmann einen Besuch.
Spandau, 27. April. In sämmtlichen Militärwerkstätten ist den Arbeitern angekündigt worden, daß jeder am 1. Mai ohne Urlaub ohne erheblichen Grund Ausbleibende entlassen werde.
Cassel, 27. April. In einer Versammlung socialistischer Arbeiter wurde beschlossen, am 1. Mai die Arbeit nicht auszusetzen, dagegen am Abend eine Festlichkeit zu veranstalten.
' Kiel, 27. April. Seine Kgl. Hoheit Prinz Heinrich ist heute gegen Mittag an Bord der Corvette „Irene" hier eingetroffen.
Wien, 27. April. Alle größeren Jndustrieorte erhalten Angesichts der in Betreff des ersten Mai bestehenden Besorgnisse Garnisonen. In Reichenberg rückten gestern zwei Jägerbataillone und eine Escadron Cavallerie ein. In Budapest bestehen - die Arbeiter darauf, mit Fahnen unter Musikbegleitung nach dem Stadtwäldchen, dem Schauplatze ihres Massenmeetings, auszurücken. Die Polizei weigert sich, dies zu gestatten. Ohne Fahnen wollen aber die Arbeiter ihr Meeting nicht abhalten- es werden demnach Ruhestörungen besüchtet. Bei den Excessen in Biala hat die Wirkung der Mannlicher Gewehre in furchtbarer Weise sich erprobt. In zehn obducirten Leichen wurde keine Kugel gefunden, überall zeigte der Schußcanal eine durchgehende Kugel durch den ganzen Körper. Der gestern zu Ende geführte Proceß der schwarz-gelben gegen die deutsch-nationalen
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Offner Anzeiger rFiheint täglich, »: Ausnahme deS Montags.
2ie Gießener lkienvtLiter Nll.m dem Anzeiger Bemtlich dreimal beigelegt.
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Antisemiten wirbelt viel Staub auf. Das Wort des angeklagten Redacteurs, daß die Deutschen hier zu Lande außer Gott auch den Gerichtssaal fürchten, ist zum Schlagwort geworden. Die Deutsche Zeitung sagt, trotz aller Erfahrungen, die dieser Proceß gebracht, sei eine Besserung der Parter- verhältnissc kaum zu hoffen, aber vielleicht erleben wrr die Befriedigung, daß fürderhin wenigstens nicht mehr die deutschen Farben so mißbraucht werden können.
Bellinzona, 27. April. Nachdem die Regierung des Cantons Tessin wegen der durch den Staatskasfirer Scazziga verübten Veruntreuungen demissionirt hatte, wurde nunmehr die neue Regierung eingesetzt. Dieselbe besteht aus den beiden bisherigen Mitgliedern Casella und Gianelli, zu denen Rossi (ultramontan), Respine (ein Führer der Ultramontanen) und Bonzanigo (früher gemäßigt freisinnig) hinzugetreten sind. Pedrazzini und der Finanzdirector Regazzi sind nicht wiedergewählt worden.
Paris, 27. April. Der Präsident Carnot ist heute srüh 7 Uhr hier eingetroffen und vom Minister des Innern, Constans, sowie von dem Polizeipräsecten am Bahnhofe empfangen worden.
— Nach einer Meldung der Morgenblätter hätte der Generalrath der Rhonemündungen den Wunsch ausgesprochen, die Negierung möge sich etwaigen friedlichen Demonstrationen am l.Mai nicht widersetzen und die Kammern möchten sofort nach ihrem Wiederzusammentritt den achtstündigen Arbeitstag votiren. Der Präfect hätte gegen diesen Beschluß Vorbehalte gemacht.
Paris, 27. April. Da^Cabinet beschloß, Verstärkuugen nach Dahomey zu senden. König Kowdor richtete ein Schreiben an Carnot, worin er sich beschwert, daß Frankreich ihn ohne Kriegserklärung angegriffen, er behalte die gefangenen Europäer, die nicht mißhandelt würden, biv zum Abschluß des Krieges als Geiseln.
— Das Tribunal inNizza verurtheilte einen italienischen Spion zu fünf Jahren Gefängniß und einer Geldstrafe von 5000 Francs.
Newyork, 27. April. Nach einem Telegramm aus Rio de Janeiro ist die im Cabinet bestandene Meinungsdifferenz wieder ausgeglichen und behalten der Finanzminister Barboza und der Minister des Aeußern, Bocayura, ihre Portefeuille. _____________
Darmstadt, 28. April. Kaiserin Friedrich trifft Nachmittags mit ihren Töchtern hier ein und kehrt Abends nach Homburg zurück.
Darmstadt, 28. April. Se. Majestät der Kaiser ist heute früh 8 Uhr nach Eisenach abgereift, er wurde von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog sowie sämmtlichen Prinzen zur Bahn geleitet.
politische Ueverficht.
Gießen, 26. April.
Kaiser Wilhelm hat bei seinem jüngsten Besuche im 'Msslande eine ebenso begeisterte und herzliche Aufnahme -jiitfrib der Bevölkerung gefunden, wie sie dem hohen Herrn ^mittelbar vorher schon an den Gestaden der Nordsee bereitet Mlv! und somit ist von der Einwohnerschaft des Neichslandes
Heue bewiesen worden, daß unter ihr die Sympathien isur Kaiser und Reich ebenso lebendig sind» wie in Altdeutsch-
Es mar ein verhältnißmäßig nur kurzer Aufenthalt, Mch-M diesmal der erlauchte Schirmherr des Reiches auf ^lstßslythv.ngrschem Boden nahm, um so inniger gestaltete sich tflty Iber Empfang, welcher ihm überall bereitet wurde.
Tie Ernennung des Centrcadmirals Holtmann, bis- hm! n Eommandeurs des nunmehr ausgelösten Uebungsge- Mders, zum Slaatssecrctär im Reichsmarine-Amt, an « des zurückgetretenen Contreadmirals Heusner, ist nun- Br erfolgt. Admiral Heusner war der erste Inhaber des -in-, l origen Jahre errichteten Postens eines Staatssecretärs
Marine und hat ihn, dem Vernehmen nach, ein Herz- Mt! zum Dienstausttitt veranlaßt.
Tas preußische Herrenhaus nahm am Freitag feine lturch die Osterpause unterbrochenen Sitzungen wieder auf. Die delurrbreitete Annahme, daß der Reichskanzler und Minister- BAent v. Caprivi bei dieser Gelegenheit eine ähnliche Er- Mrumg abgeben würde, wie beim Wiederzusammentritte des MgLwdnetenhauses, erwies sich jedoch als irrig, denn Herr ^ Caprivi war in der Sitzung gar nicht zugegen. Die Polite betraf lediglich den Gesetzentwurf über die Renten- Ml-r und wurde derselbe nach längerer Verhandlung m der «MMissionsfassung angenommen. ..
Tie Session des elsaß-lothringischen Landesausschuffcs iitz am Freitag mit einer Debatte über den Paßzwang ge- Mosisen worden. Vom Abg. Grad war die Aushebung des Mznvanges beantragt worden, doch sprach sich der Antrag- Wer- selber anerkennend über die milde Ausführung der Außvegel aus und ihm stimmten andere Redner, darunter M Dr. Petri, der Reichstagsvertreter für Straßburg, zu. ZWndeinen positiven Beschluß zeitigte die Debatte, an welcher ffodie Negierungsvertreter gar nicht betheiligten, nicht und es also beim Paßzwang.
In Wien haben Ende voriger Woche wiederum gemein Conscrenzen der österreichischen und der ungarischen Hirustcr unter Vorsitz des Kaisers Franz Josef begonnen. Mse'lben sind als der Vorläufer der herrannahenden Dele- L^inssession zu betrachten, da in ihnen die Vorlagen für te Delegationen festgestellt und vorberathen werden und be Mn sich unter ihnen diesmal and) solche militärischer Natur.
ün den Conferenzen auch die Unruhen im mährischen EinTeaebiet, in Biala, Wagstadt u. s. w. zur Erörterung MMzen werden, wie man hie unb da annimmt, steht nod) Mn:, unwahrscheinlich Ift dies indessen nicht.
Präsident Carnot dürfte zur Stunde von seiner poli-
Reise nach dem Süden Frankreichs und nach Coyika mrdLr in der Hauptstadt Paris eingetroffen sem. Der letzte Dill der Reise Carnots galt dem Besuche Nizzas und den Henidepartements Frankreichs und gestaltete )id) namentlich fti Empfang Carnots in Nizza zu einer glanzvollen Kund-
Jm englischen Nnterhause hat in vonger Woche die glüh? Lesung der irischen Landankaussbill des Ministeriums Wsöbury begonnen, durd) welche umfassende gesetzgUrerische Miregel die englische Regierung die irischen ^nchter zu lAmdeigenthümern machen will. Die Bill verfolgt hierdurch Mleüch die Absicht, die irischen Landpächter durch ihre Selvst- Kc^i!-gmachung mit den politischen Zuständen auj Irland WWsöhnen und dies würde der „nationalen Bewegung mj hier „grünen Insel" die Spitze abbrechen. Hiermit sind
i natürlich die Parnelliten, die parlamentarischen Vertreter
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London, 26. April. Bei dem heutigen Iah res- Banket der Civilbeamten, welchem General Wolseley präsidirte, erklärte derselbe in seiner Rede den Gedanken für- lächerlich, daß im Falle einerNjederlage der englischen Flotte England gezwungen wäre, sich zu ergeben, und sagte, stets seien für acht Monate hinreichend Lebensmittel im Lande und außerdem sei es ohne fremde Hilfe unmöglich, alle Häsen gegen »Zufuhren zu blockiren.
Athen, 26. April. Ein Decret versetzt den General Valtnios, Commandeur des thessalischen Armeecorps, sowie acht andere Osfiziere in Nichtactivität wegen Theil- nahme an der Bewegung in Larissa im vergangenen Februar.
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