Ausgabe 
27.7.1890 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

getrübt und die Möbel werden mit der Zeit unscheinbar. Diesem Uebelstand kann man abhelfen, wenn man die Möbel im Lause des Jahres 23 mal kräftig poliert. Wan kann dieses mit geringen Kosten selbst thun. Ein Stück Flanell wird zu einem sausigroßen Ballen zusammengedrückt und mit alter, recht weicher Leinwand umhüllt. Der Ballen muß so groß sein, daß man ihn bequem mit den Fingern umspannen kann. Man träufelt 2 Tropfen Mandelöl und 2 Tropsen reinen Spiritus auf den Ballen und reibt fest ausdrückend immer in kleinen Kreisen die Politur wieder glänzend. Durch seftes, schnelles Reiben erwärmt sich das Holz und aller an­haftender Schmutz löst sich ab, ohne daß man Wasser dazu nimmt, welches die Politur immer eiwas schädigt. Es ist besonders zu empfehlen, nicht zu große Flächen auf einmal zu bearbeiten, sondern nur jedesmal y2 Meter mit dem Ballen zu reiben und wenn diese Fläche sauber und glänzend ist, weiter zu gehen. Vorher schiebt man die schmutzig ge­wordene Leinwandhülle des Putzballens etwas zur Seite und träufelt auf eine reine Stelle wieder 2 Tropfen Mandelöl und ebensoviel Spiritus. Findet man bet diesem Putzen abgestoßene Stellen oder Risse in der Politur von Mahagoni­möbeln, so kocht man sich nachstehenden Kitt: Man schabt 40 gr reines, gejbes Bienenwachs fein, giebt 25 gr ge­stoßenes Harz und soviel Terpentinöl dazu, daß man eine Salbe erhält. Unter diese mischt man soviel indisch Roth, bis die Farbe der Salbe mit der Politurfarbe übereinstimmt, streicht den Kitt in die Risse und poliert, wie oben angegeben ist, darüber. Um Eichenmöbel zu reinigen, reibt man sie zuerst mit einem wollenen Läppchen, welches man mit lau­warmem Bier befeuchtet hat, ab. Dann kocht man ein Stück Wachs von der Größe eines Hühnereies und ein halb so großes Stück Zucker in 2 Tassen Bier, läßt die Masse ein wenig abkühlen und bestreicht die Möbel damit. Wenn sie trocken sind, poliert man sie mit einem wollenen Lappen blank. Gebeizte Möbel reibt man vierteljährlich mit einem wollenen, in etwas Wachs getränkten Lappen kräftig ab.

-F--

Ukber das Schlschtm der Thiere.

Jrn größten Theile Deutschlands besteht noch die grausame nnd so verrohende Sitte, die kleineren Schlachtthiere (Kälber, Schweine und Schafe) langsam zu Tode zu martern, anstatt sie nur nach vorheriger Betäubung mittelst Kopsschlag oder Schlachtmaske zu schlachten. Es ist das eine be­schämende Lücke in unserem deutschen Sittenzustand und stehen wir in dieser Beziehung hinter anderen Culturvölkern, ins­besondere hinter England und der Schweiz, weit zurück. Die deutschen Thierschutz-Vereine, besonders der Berliner Thier­schutz-Verein, haben sich seit Jahren alle Mühe gegeben, ein menschlicheres Schlachtversahren einzuführen, haben aber bis jetzt in diesem Bestreben nur geringe Unterstützung gesunden. In neuerer Zeit jedoch treten für eine Besserung in dieser Sittenfrage die hervorragendsten Männer verschiedener Berufe ein.

Wir bringen nachstehend einen bezüglichen Aufruf, unter­zeichnet von den höchsten Würdenträgern in Kirche und Staat, von den ausgezeichnetsten Vertretern der Wissenschaft und Kunst, sowie sonstigen Gebieten des öffentlichen Lebens.

Es ist zu erwarten, daß ein Mahnwort, das von so hochbedeutender Seite erhoben wird, nicht ohne die zu wünschende Wirkung auf das öffentliche Gewissen bleiben werde.

Der Ausrus lautet:

Ausruf uni) Bitte.

Die Gesittung der Menschen und die wahre Religiosität erweist sich stets auch durch eine barmherzige Behandlung der Thiere. Das Jnslebentreten der Thierschutz-Vereine hängt innig zusammen mit allen anderen humanen Bestrebungen unserer Zeit. Diese Vereine haben schon seit Jahren die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine Massenthierquälerei gelenkt, welche sich leider bis heAte im größten Theile Deutschlands erhalten hat und die jeden nicht gemüthsrohcn Menschen mit tiefem Mitleid erfüllen muß. Es handelt sich um die ganz unnöthigen Martern, welche im Deutschen.Reiche beim Tödten von über 100000 Schlachtthieren täglich verübt werden. Diese Martern können leicht vermieden werden durch die Betäubung der kleinen feie der großen Schlachtthiere mittelst Beilschlag, Schlachtmaske oder anderer zweckmäßiger Be­täubungs-Instrumente. Selbst wenn wir absehen von dem Erbarmen dieser gequälten Thiere, so müssen wir schon aus Rücksicht aus die Sitten der Menschen ein humaneres Schlacht­versahren anstreben- besteht doch em unleugbarer Zusammen­hang zwischen der Grausamkeit gegen Thiere und den Rohheits­vergehen und Verbrechen gegen Menschen. Alle Schritte der deutschen Thierschutz-Vereine um eine gesetzliche Anordnung der von verschiedenen Schlachthäusern und vielen rationellen Schlächtern bereits eingeführten Betäubung auch der kleineren Schlachtthiere sind bis jetzt vergeblich gewesen. Es muß deshalb das Volksgewissen geweckt werden, damit das unnöthige Todtmartern unserer Schlachtthiere allgemein als ein Unrecht gekannt werde, obgleich es bis jetzt nicht durch das Gesetz verboten ist. Es muß besonders dahin gewirkt werden, daß möglichst viele Gemeinde- und Bezirksbehörden mit der ihnen zustehenden Polizeigewalt die Betäubung der Schlachtthiere anordnen. Wir sind überzeugt, daß das Gefühl aller guten gesitteten Menschen verletzt wird durch die Massen- thierfolter, wie sie heute noch bei unserem Schlachtbetrieb stattfindet, und wir bitten sie, die Bestrebungen der Thier­schutzvereine zur Beseitigung dieser ganz unnöthigen Thier­quälereien in jeder ihnen möglichen Weise zu unterstützen. Besonders richten wir diese Bitte an die Bezirks- und Ge­meindeverwaltungen, an die Geistlichen, Lehrer, Schriftsteller und Zeitungs-Redaeteure.

Von den etwa 200 Unterschriften des Ausrufs erwähnen wir nur folgende:

Professor Dr. Heinrich v. Sybel, Direetor der Staats­archive, Berlin; v. Levetzow, Landes-Direetor der Provinz Brandenburg, Präsident des Reichstags; / Gras Moltke, Feld mar schall- Professor Rud. v. Gneist, Berlin- Dr. von Simson, Reichsgerichts-Präsident, Leipzig - Professor Dr. Hmschius, Rector der Universität Berlin- Gras v. Blumenthal, General-Feldmarschall- Professor Dr. Friedrich v. Esmarch, Geh. Med.-Rath und General­arzt I. Klasse ä la suite des Sanitätscorps, Kiel - Graf von Waldersee, Vorsitzender des Thierschutzvereins in Hannover- D. Koegel, Ober-Cons.-Rath, Ober-Hos- und Domprediger, Berlin- Freiherr von Huene, Major a. D., Mitglied des Reichstags und des Preußischen Abgeordnetenhauses- Dr. P. Reichensperger, Ober-Trib.- Rath a. D., Mitglied des Reichstags, Berlin; Staats- fecrctär Dr. v. Stephan, Berlin - General-Superintendent Braun, Ober-Cons.-Rath, Berlin- Dr. v. Bennigsen, Oberpräsident von Hannover- D. Freiherr v. d. Goltz, Ober-Cons.-Rath, Probst und Professor, Berlin- Gras

v. Mirbach-Sorquitten, Mitglied des Preußischen Herren­hauses und des Reichstags- Dr. Max v. Pettenkoser^ Professor der Hygiene an der Universität München; Dr. Weyland, Bischof von Fulda- Gras Baudissin, Regierungs-Präsident, Magdeburg - Professor Dr. Heinrich von Treitschke, Berlin- Ernst v. Wildenbruch, Berlin- A. Wörmann, Hamburg- D. v. Weyrauch, Consistorial- Präsident, Mitglied des Reichstages, Cassel - Görz,. Oberlandesgerichts-Präsident, Darmstadt - Friedrich Spiel­hagen, Schriftsteller, Berlin- Dr. Goldmann, Wirkt» Geh.-Rath, Präsident des Ober-Consistoriums in Darm­stadt- Freiherr von Gagern, Provinzial-Director von Oberhessen, Gießen - Dr. Brüger, Oberlandesgerichts- Präsident, Jena; Dr. Lueder, Professor an der Universität Erlangen - Scipio, Hosprediger und Consistorialrath in Arolsen - Dr. Klein, Bischof von Limburg- Dr. Oetker^ Geh. Justizrath, Berlin- Militär-Oberpfarrer Knoche, Hannover- v. Schmidt-Phiseldeck, Consistorial-Präsident in Wolfcnbüttel- Professor Dr. Pflug, Director der Veterinär-Anstalt an der Universität Gießen.

Meys Stoff fraßen, Manschetten nnd Vorhemdchm sind aus starkem, pergamentähnlichen Papier gefertigt und mit einem leinenähnlichen Webstosf überzogen, was sie der Leinenwäsche im Aussehen täuschend ähnlich macht. Jeder Kragen, kann bis zu einer Woche getragen werden, wird aber, wenn un­brauchbar geworden, einfach weggeworfen und trägt man daher immer nur neue Kragen rc.

Meys Stoffkragen übertreffen aber die Leinenkragerv durch ihre Geschmeidigkeit, mit welcher sie sich, ohne den Hals zu drücken, um denselben legen und daher nie das unangenehme, lästige. Kratzen und Reiben von zu viel oder zu wenig ober zu hart ge­bügelten Leinenkragen herbeiführen. Ein weiterer Vorzug von Meys Stoffkragen ist deren leichtes Gewicht, was ein angenehmes Gefühl beim Tragen erzeugt. Die Knopflöcher sind so stark, daß deren Haltbarkeit bei richtiger Auswahl der Halsweite ganz außer Zweifel ist.

MeyS Stoffwäfche steht daher in Bezug auf vorzüglichen Schnitt und Sitz, elegantes und bequemes'Passen und da­bei außerordentliche Billigkeit unerreicht da. Sie kosten kaum mehr als das Waschlohn für leinene Wäsche. Mit einem Dutzend Herrenkragen, das 60 Pfennige kostet, (Knabenkragen schon von 55 Pfennigen an) kann man 10 bis 12 Wochen ausreichen. Für Knaben, die ja bekanntlich nicht immer zart mit ihrer Wäsche umgehen, sind MeyS Stoffkragen außerordentlich zu empfehlen, was jede Hausfrau nach Verbrauch von nur einem Dutzend sofort einsehen wird.

Für alle Reisenden ist Meys Stoffwäfche die be­quemste, da erfahrungsgemäß leinene Wäsche auf Reisen meist sehr schlecht behandelt wird.

Weniger als ein Dutzend von einer Form und Weite wird nicht abgegeben.

Meys Stoffwäsche wird in fast jeder Stadt in mehreren Geschäften verkauft, die durch Plakate kenntlich sind; auch werden diese Verkaufsstellen von Zeit zu Zeit durch Inserate in dieser Zeitung bekannt gegeben; sollten dem Leser diese Verkaufsstellen un­bekannt sein, so kann man Meys Stoffwäfche durch das Ver» sand -Geschäft Mey & Edltch, Leipzig - Plagwitz beziehen, welches auch das interessante tlluftrirte Preis» verzeichnitz von MeyS Stoffwäfche gratis und porto­frei auf Verlangen an Jedermann verendet, auch die Bezugs- quelle am Orte anaiebt. 2000

empfiehlt sich durch Reinheit, Aroma und Ergiebigkeit als die beste unti PreiM»i-ke,eSte A. Zuntz sei. Ww. Kai>- " KSjUH Hon.

n. ai kc. _ Bonn, Berlin.

Zu haben bei J. M. Schulhof. 852

Arbeiten im Innern der Kirche Mroßm-Buseck. Maurerarbeit, veranschl. zu 200 «X Schreinerarbeit, 519

Weißbinder- und Maler­arbeit, veranschl. zu 438 Oelfarbenanstrich, veranschl. zu 510 Sonstige Arbeiten, 183

Summa 1850 at sollen im Submissionswege vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen im Psarrhause dahier bis zum 29. d Mts., offen, woselbst auch die Forderungen schriftlich, versiegelt, und mit entsprechender Aufschrift ver­sehen, bis Nachmittags 2 Uhr ein­zureichen sind, zu welcher Stunde die Eröffnung derselben erfolgt.

Großen-Buseck, 23. Juli 1890. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck. _________Stephan. 6198

Ausverkauf des Cour. Jos. Keller'schen Maarenlagers.

Es wird noch aus eine größere Auswahl in Posamenten, Be- fatzstoffi n, Seidenzeugen, Tüllfpitzen, Band, Knöpfen, Brautkränzen, Buntfticke- reien, Schonern, Läufern u. s. w. aufmerksam gemacht. [6189

Die ConeurSverwaltung.

Keiigeöolenes.

Neues Sauerkraut

empfiehlt [6207

JFexd Drebas.

Eine Parthie TricoltMen u. Vlouskü, Jffetödjen, prima Qualitäten, verkaufe von heute ab zu enorm billigen Preisen.

llobert Haas, Seilersweg 18.

NB. Sommer-Röcke wegen vorgerückter Saison zu ermäßigten Preisen.[5825

Wegen Aufgabe meines Detailgeschäftes verkante meine Waarenvorräthe, als Uhren, Gold- u. Silber-Waaren zu den denkbar billigsten Preisen. [5488

Willi. Böger#

...

Die Alaschmbier-Aandlung von ösimiel Heil,

Telephon Nr. 55 Lindenplatz 3 Telephon Nr. 55 empfiehlt:

Bier der Artirn-Braurrei Gießen:

Lagerbier, hellfarbig (Wiener Brauart) per Flasche 18^ do. dunkelfarbig (Bayr. Brauart) 20

Gxportbier, hellfarbig (Wiener Brauart) 23

Jedes Quantum frei in's Haus. 153 falilnrnia. Neuer Import.' llltl Feinschmcckender. vorzüglicher __ _ Stärkungswein, per Flasch.

11/ /kMB» Mk. L.3V,

empfiehlt [6144

11VIII. Friedrich Leo.

I. Hengst, Licherstraße.

G. Bötz, Brandgafse.

A- Blum, Steinstraße.

W. Sernrnler, Seltersweg 16,

aus der Freiherrlich Riedeselschen Brauerei in Lauterbach ist zu haben 3341

im Glas und Flaschen bei: C. Roth II, Wallthorflraße 5. W. Schomber, Reuen Baue 10. I. Häuser, Ludwigstraße 36.

I. Georg, Ederstraße 2.

H. Zipp, Ostanlage 9.

'S&'chel-@acao.

Ausverkauf

von Tapeten-Resten.

Reste von 5 bis 20 Rollen, durchweg schöne und fast nur neuere Muster, empfiehlt in größter Auswahl zu bedeutend «rmäßigtru Preisen

Heinrich Hochstätter, 5235 Schloßgaffe 19. '

sein

k.

Nc geräumt ha

Imen- D Dem

6k

IHM

TLoi