getrübt und die Möbel werden mit der Zeit unscheinbar. Diesem Uebelstand kann man abhelfen, wenn man die Möbel im Lause des Jahres 2—3 mal kräftig poliert. Wan kann dieses mit geringen Kosten selbst thun. Ein Stück Flanell wird zu einem sausigroßen Ballen zusammengedrückt und mit alter, recht weicher Leinwand umhüllt. Der Ballen muß so groß sein, daß man ihn bequem mit den Fingern umspannen kann. Man träufelt 2 Tropfen Mandelöl und 2 Tropsen reinen Spiritus auf den Ballen und reibt fest ausdrückend immer in kleinen Kreisen die Politur wieder glänzend. Durch seftes, schnelles Reiben erwärmt sich das Holz und aller anhaftender Schmutz löst sich ab, ohne daß man Wasser dazu nimmt, welches die Politur immer eiwas schädigt. Es ist besonders zu empfehlen, nicht zu große Flächen auf einmal zu bearbeiten, sondern nur jedesmal y2 Meter mit dem Ballen zu reiben und wenn diese Fläche sauber und glänzend ist, weiter zu gehen. Vorher schiebt man die schmutzig gewordene Leinwandhülle des Putzballens etwas zur Seite und träufelt auf eine reine Stelle wieder 2 Tropfen Mandelöl und ebensoviel Spiritus. Findet man bet diesem Putzen abgestoßene Stellen oder Risse in der Politur von Mahagonimöbeln, so kocht man sich nachstehenden Kitt: Man schabt 40 gr reines, gejbes Bienenwachs fein, giebt 25 gr gestoßenes Harz und soviel Terpentinöl dazu, daß man eine Salbe erhält. Unter diese mischt man soviel indisch Roth, bis die Farbe der Salbe mit der Politurfarbe übereinstimmt, streicht den Kitt in die Risse und poliert, wie oben angegeben ist, darüber. Um Eichenmöbel zu reinigen, reibt man sie zuerst mit einem wollenen Läppchen, welches man mit lauwarmem Bier befeuchtet hat, ab. Dann kocht man ein Stück Wachs von der Größe eines Hühnereies und ein halb so großes Stück Zucker in 2 Tassen Bier, läßt die Masse ein wenig abkühlen und bestreicht die Möbel damit. Wenn sie trocken sind, poliert man sie mit einem wollenen Lappen blank. Gebeizte Möbel reibt man vierteljährlich mit einem wollenen, in etwas Wachs getränkten Lappen kräftig ab.
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Ukber das Schlschtm der Thiere.
Jrn größten Theile Deutschlands besteht noch die grausame nnd so verrohende Sitte, die kleineren Schlachtthiere (Kälber, Schweine und Schafe) langsam zu Tode zu martern, anstatt sie nur nach vorheriger Betäubung — mittelst Kopsschlag oder Schlachtmaske — zu schlachten. Es ist das eine beschämende Lücke in unserem deutschen Sittenzustand und stehen wir in dieser Beziehung hinter anderen Culturvölkern, insbesondere hinter England und der Schweiz, weit zurück. Die deutschen Thierschutz-Vereine, besonders der Berliner Thierschutz-Verein, haben sich seit Jahren alle Mühe gegeben, ein menschlicheres Schlachtversahren einzuführen, haben aber bis jetzt in diesem Bestreben nur geringe Unterstützung gesunden. In neuerer Zeit jedoch treten für eine Besserung in dieser Sittenfrage die hervorragendsten Männer verschiedener Berufe ein.
Wir bringen nachstehend einen bezüglichen Aufruf, unterzeichnet von den höchsten Würdenträgern in Kirche und Staat, von den ausgezeichnetsten Vertretern der Wissenschaft und Kunst, sowie sonstigen Gebieten des öffentlichen Lebens.
Es ist zu erwarten, daß ein Mahnwort, das von so hochbedeutender Seite erhoben wird, nicht ohne die zu wünschende Wirkung auf das öffentliche Gewissen bleiben werde.
Der Ausrus lautet:
Ausruf uni) Bitte.
Die Gesittung der Menschen und die wahre Religiosität erweist sich stets auch durch eine barmherzige Behandlung der Thiere. Das Jnslebentreten der Thierschutz-Vereine hängt innig zusammen mit allen anderen humanen Bestrebungen unserer Zeit. Diese Vereine haben schon seit Jahren die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine Massenthierquälerei gelenkt, welche sich leider bis heAte im größten Theile Deutschlands erhalten hat und die jeden nicht gemüthsrohcn Menschen mit tiefem Mitleid erfüllen muß. Es handelt sich um die ganz unnöthigen Martern, welche im Deutschen.Reiche beim Tödten von über 100000 Schlachtthieren täglich verübt werden. Diese Martern können leicht vermieden werden durch die Betäubung der kleinen feie der großen Schlachtthiere mittelst Beilschlag, Schlachtmaske oder anderer zweckmäßiger Betäubungs-Instrumente. Selbst wenn wir absehen von dem Erbarmen dieser gequälten Thiere, so müssen wir schon aus Rücksicht aus die Sitten der Menschen ein humaneres Schlachtversahren anstreben- besteht doch em unleugbarer Zusammenhang zwischen der Grausamkeit gegen Thiere und den Rohheitsvergehen und Verbrechen gegen Menschen. Alle Schritte der deutschen Thierschutz-Vereine um eine gesetzliche Anordnung der — von verschiedenen Schlachthäusern und vielen rationellen Schlächtern bereits eingeführten — Betäubung auch der kleineren Schlachtthiere sind bis jetzt vergeblich gewesen. Es muß deshalb das Volksgewissen geweckt werden, damit das unnöthige Todtmartern unserer Schlachtthiere allgemein als ein Unrecht gekannt werde, obgleich es bis jetzt nicht durch das Gesetz verboten ist. Es muß besonders dahin gewirkt werden, daß möglichst viele Gemeinde- und Bezirksbehörden mit der ihnen zustehenden Polizeigewalt die Betäubung der Schlachtthiere anordnen. Wir sind überzeugt, daß das Gefühl aller guten gesitteten Menschen verletzt wird durch die Massen- thierfolter, wie sie heute noch bei unserem Schlachtbetrieb stattfindet, und wir bitten sie, die Bestrebungen der Thierschutzvereine zur Beseitigung dieser ganz unnöthigen Thierquälereien in jeder ihnen möglichen Weise zu unterstützen. Besonders • richten wir diese Bitte an die Bezirks- und Gemeindeverwaltungen, an die Geistlichen, Lehrer, Schriftsteller und Zeitungs-Redaeteure.
Von den etwa 200 Unterschriften des Ausrufs erwähnen wir nur folgende:
Professor Dr. Heinrich v. Sybel, Direetor der Staatsarchive, Berlin; v. Levetzow, Landes-Direetor der Provinz Brandenburg, Präsident des Reichstags; / Gras Moltke, Feld mar schall- Professor Rud. v. Gneist, Berlin- Dr. von Simson, Reichsgerichts-Präsident, Leipzig - Professor Dr. Hmschius, Rector der Universität Berlin- Gras v. Blumenthal, General-Feldmarschall- Professor Dr. Friedrich v. Esmarch, Geh. Med.-Rath und Generalarzt I. Klasse ä la suite des Sanitätscorps, Kiel - Graf von Waldersee, Vorsitzender des Thierschutzvereins in Hannover- D. Koegel, Ober-Cons.-Rath, Ober-Hos- und Domprediger, Berlin- Freiherr von Huene, Major a. D., Mitglied des Reichstags und des Preußischen Abgeordnetenhauses- Dr. P. Reichensperger, Ober-Trib.- Rath a. D., Mitglied des Reichstags, Berlin; Staats- fecrctär Dr. v. Stephan, Berlin - General-Superintendent Braun, Ober-Cons.-Rath, Berlin- Dr. v. Bennigsen, Oberpräsident von Hannover- D. Freiherr v. d. Goltz, Ober-Cons.-Rath, Probst und Professor, Berlin- Gras
v. Mirbach-Sorquitten, Mitglied des Preußischen Herrenhauses und des Reichstags- Dr. Max v. Pettenkoser^ Professor der Hygiene an der Universität München; Dr. Weyland, Bischof von Fulda- Gras Baudissin, Regierungs-Präsident, Magdeburg - Professor Dr. Heinrich von Treitschke, Berlin- Ernst v. Wildenbruch, Berlin- A. Wörmann, Hamburg- D. v. Weyrauch, Consistorial- Präsident, Mitglied des Reichstages, Cassel - Görz,. Oberlandesgerichts-Präsident, Darmstadt - Friedrich Spielhagen, Schriftsteller, Berlin- Dr. Goldmann, Wirkt» Geh.-Rath, Präsident des Ober-Consistoriums in Darmstadt- Freiherr von Gagern, Provinzial-Director von Oberhessen, Gießen - Dr. Brüger, Oberlandesgerichts- Präsident, Jena; Dr. Lueder, Professor an der Universität Erlangen - Scipio, Hosprediger und Consistorialrath in Arolsen - Dr. Klein, Bischof von Limburg- Dr. Oetker^ Geh. Justizrath, Berlin- Militär-Oberpfarrer Knoche, Hannover- v. Schmidt-Phiseldeck, Consistorial-Präsident in Wolfcnbüttel- Professor Dr. Pflug, Director der Veterinär-Anstalt an der Universität Gießen.
Meys Stoff fraßen, Manschetten nnd Vorhemdchm sind aus starkem, pergamentähnlichen Papier gefertigt und mit einem leinenähnlichen Webstosf überzogen, was sie der Leinenwäsche im Aussehen täuschend ähnlich macht. Jeder Kragen, kann bis zu einer Woche getragen werden, wird aber, wenn unbrauchbar geworden, einfach weggeworfen und trägt man daher immer nur neue Kragen rc.
Meys Stoffkragen übertreffen aber die Leinenkragerv durch ihre Geschmeidigkeit, mit welcher sie sich, ohne den Hals zu drücken, um denselben legen und daher nie das unangenehme, lästige. Kratzen und Reiben von zu viel oder zu wenig ober zu hart gebügelten Leinenkragen herbeiführen. Ein weiterer Vorzug von Meys Stoffkragen ist deren leichtes Gewicht, was ein angenehmes Gefühl beim Tragen erzeugt. Die Knopflöcher sind so stark, daß deren Haltbarkeit bei richtiger Auswahl der Halsweite ganz außer Zweifel ist.
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