Ausgabe 
27.4.1890 Drittes Blatt
 
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Dieser Umstand sei jedensallS geeignet, die hohe Meinung von dem so schnell aufstrebenden Frankfurt etwas abzu­schwächen." DieFranks. Ztg." sagt zu diesem Erguß des Frankfurter Correspondentcn derKreuzzeitung" zunächst, von einer Rathlosigkeit über das Schicksal des Bahnhoss- terrains habe hier noch Niemand etwas bemerkt, und das kann auch ich versichern. Die Bauplätze werden in unserer Stadt schon sehr bald Käufer gesunden haben, wenn man mit der Niederlegung der zahlreichen Gebäude, die auf dem Terrain der alten Bahnhöfe standen, fertig sein wird, und die Straßenanlagen ihrer Vollendung entgegengehen. Die Franks. Ztg." kann übrigens mittheilen, daß für 500,000 bis 600,000 Mk. Plätze bereits verkauft sind und andere Kausverhandlungen schweben. Bekanntlich wurden der Kgl. Eisenbahndirection für das ganze Terrain 17 Millionen Mk. von einem Consortium geboten, das Gebot aber abgelehnt, eine Thatsache, die übrigens die Behauptung von demge­schenkten" Bahnhofe in etwas anderem Lichte erscheinen läßt. Sehr zutreffend bemerkt das mehrgenannte Blatt auch noch, daß der Bahnhofs-Neubau auch im Interesse der Staats­bahnen gelegen habe und die Zustände in den alten Bahn­höfen nachgerade unhaltbar geworden seien. Endlich erinnert dieFranks. Ztg." daran, daß ein großer Theil des Terrains der ehemaligen Westbahnhöse für die im Jahre 1891 Hier­selbst stattfindende internationale electro-technische Ausstellung

zur Benutzung überlassen worden ist, eine Bebauung jenes TheileS mithin vor Beendigung der Ausstellung nicht an­gängig sei. Dennoch werde nicht die Hälfte von 10 Jahren vergehen und ein großer Theil des in Rede stehenden Ge­ländes werde verkauft und auch bebaut sein.

50 jähriges Jubiläum der Briefmarke! Die Brief­marke und deren Gebrauch sind etwas so Selbstverständliches, Natürliches, daß man mit Recht staunen darf, wie es erst dem 19. Jahrhundert Vorbehalten sein konnte, dieselbe zu er­finden. Mtt ihrer Einführung war aber gleichzeitig die An­wendung von billigen Portosätzen verknüpft und deshalb hat keine Erfindung seit der Buchdruckerkunst so viel Gutes in moralischer und geistiger Beziehung gewirkt, als die erwähnte. Das billige Porto, dessen Plan ein Engländer, Sir R o w- land Hill, entwarf und ins Leben rief, hat der Welt un­zählige Segnungen gebracht, so daß dem Tage, an welchem die Briefmarke eingeführt wurde, eine culturhistorische Be­deutung wohl mit Recht beigelegt werden kann. Am 4. Mai d. I. werden nun 50 Jahr verflossen sein, daß diese wohl- thätige Einrichtung in England nach hartem Ringen und Kämpfen erstanden ist und wir erfüllen gern die Pflicht der Dankbarkeit, aus das 50 jährige Jubiläum der Briefmarke hinzuweisen. Der gedachte Tag, welcher in den Kreisen der Briefmarkensammler, wie uns von berufener Seite mitgetheilt ist, festlich begangen werden wird, hat in England, Oester­

Der PostdampferNoordland" derRed Star Line" tu «ni, werpen ist laut Telegramm am 24. April wohlbehalten in HeoZJ angekommen.

reich und Deutschland Beranlaffung gegeben, interuatt Ausstellungen von Postwerthzeichen zu entriren. So & W staltet in Deutschland derVerein für Briesmarkenkunde^' Magdeburg vom 4. bis 11. Mai d. I. in den PrackU"^ des GesellschaftshausesZur Freundschaft" daselbst - Internationale Ausstellung offieieller Postwerthzeichen" nach den vorliegenden Anmeldungen großartig und h" interessant zu werden verspricht. Diese Ausstellung bürH nicht nur für die betheiligten Kreise, sondern auch uJ5 Nichtsammler von großem Interesse sein.

* Heber den Verbrauch von Alkohol am Krankenbett h, der Britische ärztliche Mäßigkeitsverein eine Untersuchs angestellt, wobei 73 Krankenhäuser berücksichtigt wurden ® hat sich dabei ergeben, daß sich der durchschnittliche Gebräu- geistiger Getränke, auf ein Bett berechnet, in den leh^ 25 Jahren um 46pCt. verringert hat. Die Sterblich^ in diesen Hospitälern ist unterdeß bekanntlich nicht gewachst

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Verdingung.

Die Ausführung der Trinkwaffer- lettung auf Bahnhof Wetzlar, ver­anschlagt zu 3000 ac, soll einschließ­lich der Materiallieferung im Ganzen vergeben werden.

Für die Bewerbung um die Ar­beiten und Lieferungen, sowie für den demnächstigen Vertragsabschluß sind die in Nr. 295 der Kölnischen Zei­tung vom 24. October 1889 und des Centralblattes der Bauverwaltung Nr. 43 vom 26. October 1889 ver­öffentlichten Bedingungen maßgebend.

Zeichnungen und sonstige zu der Verdingung gehörige Unterlagen kön­nen bei der unterzeichneten Dienst­stelle eingesehen, auch mit Ausnahme der Zeichnungen gegen Baar-Ein­sendung von 0,50 JC. von dort be­zogen werden-

Angebote mit entsprechender Auf­schrift find bis Montag den S. Mai 1890, Vormittags 10 Uhr, der unterzeichneten Dienst­stelle einzusenden. [3582

Wetzlar, den 16. April 1890. Königliche Eisenbahn-Bau-Jnspection.

Geffeutliche Aufforderung.

Die Erbschaft des am 1. April l. I. verstorbenen Kreisamtsgehülfen Ghriftiau Heddrtch zu Gießen ist von dem Vormunde dessen minder­jährigen Kindes Namens dieses unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten worden.

Es werden daher Alle, welche An­sprüche an fraglichen Nachlaß zu bllden haben, hiermit aufgefordert, solche binnen 14 Tagen, von dem Tage der erstmaligen Bekanntgebung dieser Auf­forderung in öffentlichen Blättern ge­rechnet, in der Gerichtsschreiberei unterzeichneten Gerichts schriftlich oder mündlich anzumelden, anderenfalls sie auf Berücksichtigung bei Ordnung des Rachlaffes nicht rechnen können.

Gießen, 23. April 1890.

Großh. Amtsgericht.

___Stammler. 3709

Donnerstag de» 1. Msj,

Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht auf freiwillges Ansuchen die der Kart Strand Wittwe, geb. Jacobi, gehörigen, in der Gemarkung Gießen gelegenen Immobilien: Flur 8 Nr. 706/10 453 Meter Hof- raithe an der Rodheimerstraße (Feldschlößchen),

Flur 8 Nr. 94'/,. 507 Meter Wiese daselbst

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 23. April 1890.

Großh. Ortsgericht Gießen.

I. A.

_ B o gt. 3697

Montag den 28. April,

Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung der verstorbenen Frau MöbusWittwe, Restauration Sott), Sicherst ratze 21, die zu deren Nachlaß gehör. Gegenstände, namentlich:

Tische, Stühle, Sopha. Spiegel, Bilder zwei einihür. Kleider- schränke, Commode, Consol, Waschschrank, Küchenschrank, «enstellen s. gute Federbetten, Weißzeug, «üchengeschirr und sonstiges

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