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Eingesandt.
Siebe«, 26. März.
I» Steins Garten werden Donnerstag Abend 8 Uhr die Herren Reichstags- und Landtags-Abgeordneter Rechtsanwalt Dr. Osann-Darmstadt und Heyligenstaedt-Gießen zu den Wählern sprechen. Herr Heyligenstaedt. der nationalltberale Reichstagskandidat, sicht als Gießener Geschäftstreibender, als Mann des öffentlichen L-rtrauens den hiesigen Interessen so nahe, daß ihm die Stimmen -ahlretcher Wähler sicher sind; aber auch Herr Dr. Osann, oer nunmehrige Retchstagsabgeordnele für Darmstadt-Großgerau, ist dm Gießenern kein Fremder. Geboren im jetzt Block'schen Hause an der Wtlhelmstraße, seinem damaligen väterlichen Besitz, nennt er mit Stolz Gießen seine Vaterstadt, an welche sich die liebsten Erinnerungen seiner Kindheit knüpfen und der er stets ein treues Ge- dmken bewahrt hat. Sicherlich werden viele von uns gern einm Llkann reden hören, der, mit seinem Empfinden in unserem Gießen wurzelnd, ein Meister der Rede ist und bet streng sachlicher Behandlung seines Gegenstandes die Hörer immer vom ersten bis zum letzten Wort zu fesseln weiß.
Alle Anhänger der Eandidatur Heyligenstaedt sind 1« der Versammlung eingeladen.
Literat«» und Kunfi.
— Schroeder, A., Deutsche Geschichte in Merkversen sWisienschaft in Versen 3 Bändchen). Leipzig. Hans Ellissm. kl. 8. M S. 50 Pfg. Die in früheren Jahrhunderten verhältniß- «üßig mehr als jetzt oorkommende Bearbeitung der Wissenschaft in Vtrsm (man erinnere sich namentlich der vielen existirenden Reim- chroniken) hat in neuerer Zett wieder lebhaftere Pflrge gefunden. Liiele dieser Schriften haben mehrere Auflagen erlebt und so ist es richt zu verwundern, wenn ungeachtet anderer bereits existirender die deutsche Geschichte in Gedichten behandelnder Schriften eine neue
derartige Bearbeitung auftaucht. Von dm bisherigen gleichartigen Erscheinungen dürfte das vorliegende Büchlein wobl durch eine gedrängtere vorwiegend Gedächtnißzwecke ins Auge fassende Darstellung, die es aber nicht verschmäht, hin und wieder auch einen humoristischen Ton anzuschlagen, sich wesentlich unterscheiden. Uebrigens dürfte wohl jedem Freund der Geschichte das Merkchen eine harmlose Stunde der Belehrung und Unterhaltung gewähren.
— Keine Naturerscheinung hat seit den urällestm Zeiten den Menschen in unserer gemäßigten Zone so bis in sein Innerstes ergriffen und bewegt, als das Erwachen des Frühlings, das neues Keimen und neues Leben überall heroorzaubert. Tausendfältig sind darum auch, insbesondere im germanischen Volksthum, die Feierlichkeiten, mit denen der Naturmensch diesen denkwürdigen Wendepunkt im Jahreslaufe beging und die sich, wenn auch oft verkümmert oder verblaßt, bis in unsere Tage herein erhalten haben. Eine höchst lesenswerthe, an den merkwürdigsten Einzelheiten reiche Darstellung der „Deutschen Frühlingsfeste" entwirft Alexander Tille in der Nr. 12 der »Gartenlaube*. Da treten Fastnacht und Funkensonntag, Rosensonntag und Osterfest in sinnvollen Zusammenhang, wir lernen, woher unsere Faschingsmummereien stammen und auf manchen heute kaum noch halboerstandenen Brauch fällt ein überraschendes Licht. Wir glauben, daß der verdienstvolle Aufsatz zur Beobachtung und Aufzeichnung solcher Reste einer altm Volkssitte vielfach Anregung geben und zu einer wesentlichen Bereicherung unserer Kenntniß von dm Vorstellungen der altm Deutschen führen wird.
Schwarze und farbige Seidenstoffe direkt an* der Fabrik von von Elten & Keussen, Crefeld, also aus erster Hand, in jedem Maas zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. 118
verkehr, €onö« rrn- volk-wlrthschaft.
— Fütterung von gereimten Kartoffeln an Rindvieh. (Nachdruck verboten.) Es ist jetzt wieder die Zeil oa, wo die Kar- tofieln zu keimen beginnen; wir thun daher gewiß recht, wenn wir wieder einmal daran erinnern, welche Gefahren sich mit der Ver- fütterung solcher Kartoffeln verbinden. Jede Kartoffel enthält stets geringe Mengen von Solantn, eines sehr scharfen Giftes; jedoch sind die vorhandenen Mengen gewöhnlich kaum nennenswerth und können auf den Gesundheitszustand der Thiere in keiner Weise schädlich wirken. Anders ist es bei gekeimten Kartoffeln; bei diesen wachsen die vorhandenen Spuren von Solanin zu erheblichen Mengen an, besonders in den Keimlängen, selbst bis 0,1 pCt. Sie rufen, in dm Tbierkörper gelangt, Vergiftung hervor, welche sich in Appetitlosigkeit, beschleunigtem Puls, stierem Blick, Stehen mit gespreizten Beinen und in sehr schweren Fällm in solcher Schwäche in den Gelenken äußert, daß die Thiere sich nicht mehr auf den Beinen halten können. Sofortiger Futterwecksel und sorgsame Pflege sind geboten; in schweren Fällen muß ein Thterarzt cttirt werden, gewöhnlich sind die Thiere jedoch auch ohne Medicammte binnen einer Woche wieder hergestellt.
- Wie verbessern wir die Luft in unfern Keller« r (Flachdruck verboten.) Da im Winter eine gehörige Vmtilatton im Keller der Kälte wegen häufig nicht möglich ist, muß schon bei Anlage der Keller darauf Rücksicht genommen und mittelst Drainage für gmügmde Trockenheit geforgt werden. Wo dieses nicht geschehen, ist es nachzuholen, wenn irgend Vorfluth zu beschaffen ist. Wo letzteres nicht möglich, bewahre man keine leicht verderblichen Gemüse auf, sondern schlage sie im Garten ein, auch Fleisch- und andere Eß- waarm verderben hier leicht. Durch Ausschwefeln und Einstellen von Kalkhydrat, welcher mit Wasser stark verdünnt ist, in einem Bottich mit möglichst breiter Oeffnung, läßt sich die Luft zeitweilig verbessern.
Die Holzversteigerung
Vl>m 20. und 21. dieses Monats in betr Oberförsterei Schiffenberg ist ge- genehmigt Die Abfuhrscheine können vom 1. April bei Großh. Rentamt Gießen bezogen werden; die lieber* Weisung des Holzes erfolgt Mittwoch den 2. April, Morgens 7 Uhr.
Gießen, 25. März 1890.
Großh. Oberförsterei Schiffenberg.
Heyer. 2682
Holzverkauf.
Aus dem Niederlemper Ge- neindewald, 6 Kilom. von der Bahnstation Ehringshausen, soll folgend genanntes Holz durch schriftliches Angebot verkauft werden: Muhlbergsseite 2 Stämme, 35/36 Ctr.
Durchmesser, 1,18 Festm. Inh., Hilschbach und Schmidtswäldchen 20
Stämme 23/35 Ctr. Durchmesser, 13,07 Festm. Inh,
Schieferkaut 3 Stämme 32/42 Ctr.
Durchmesser, 2,66 Festm. Inh, Unterste Wald 8 Stämme 29/40 Ctr.
Durchmesser, 3,37 Festm. Inh., Unterste Haffeln 4 Stämme 35/58 Ctr.
Durchmesser, 3,90 Festm. Inh.
Das Holz ist sehr gesund und liegt gut zur Abfuhr. Die Gebote find bis Mittwoch den 2. April er.. Morgen» 11 Uhr, an das 8lirgermeister-Amt zu Ehringshausen nrizusenden.
Ehringshausen, 24. März 1890.
Der Bürgermeister: 2681__Zechlin.______
Freitag den 28. Mär),
Nachmittags 2 Uhr,
werben im Gasthaus „zum Adler" dahier, M arktplatz 20:
1 Sopha, 1 Comrnode, l Waschtisch, 1 Nachtschrank, 1 vollständiges Bett, 1 Tisch und 1 Spiegel
gegen Baarzahlung versteigert:
Die Versteigerung findet sicher statt.
Gießen, 25. März 189
Bor«, 27(Dt> Gerichtsvollzieher.
Bekanntmachung.
136 «^4 Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbenen Elisabethe kchmidt sind zu gleichen Theilen an vier bedürftige unbescholtene ledige in Gießen lebende Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre und an vier arme Wittwen aus Gießen nach der Auswahl des Stadtvorstandes zu vergeben.
Anmeldungen zum Bezüge der Zinsen haben bis zum 10. April 1890 unter Beibringung des erforderlichen Alters - Nachwerses bei der unterzeich- rtten Stelle zu geschehen.
Gießen, am 23. März 1890.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 2691
Holzversteigerung
in der Kreiherrlichen Obersörsterei Rabenau.
G» werden versteigert: Mittwoch den 2. April 1890 aus bau Districten Eibischenhain:
Scheiter rm Knüppel rm Reisig rm
Buche — 21 1872 (Stammreistg)
Nadelholz 8 40 496
Aspe ic. — 2 —
Die Zusammenkunft findet Vormittag 9 Uhr in der Wirthschaft von Heinrich Theiß V. zu Weitershain statt.
Kesselbach, den 25. März 1890.
Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.
Schlotterer 2713
Holzversteigerung im Nolpertshausener Wald, a) Stamm«, Stangen- und Nutzholz in rm. Montag den 31 März er.: 6 EicheN'Stämme II. Klaffe mit 9,93 fm,
50 Eichen-Stämme III. Klaffe mit 26,59 fm,
84 Eichen-Stämme IV. Klasse mit 11,43 fm,
3 rm Eichen-Schichtnutzholz,
1 Birken-Stamm IV. Klaffe mit 0,21 fm,
88 Nadelholz-Stämme III. und IV. Klasse mit 15,12 fm,
40 Nadelholz-Stangen I. Kl., 50 Stück II. Kl. und 15 Stück III. Kl.
16 rm Nadel-Schichtnutzholz, b) Brennholz.
Dienstag den 1. April er.: Derbholz: 41 rm Eichen-, 22 rm Buchen- und 20 rm Nadelholz-;
Reiser: 161 rm Eichen-, 56 rm
Buchen- und 16 rm Weichholz-, 147 rm Nadelholz- und 356 rm Gemischte;
Stöcke: 20 rm Eichen- und 33/4 rm Nadelholz-.
Beginn jedesmal Vor mittags 9 Uhr, links der Rheinselserstraße an der Oberwetzer-Grenze.
Gr-Rechtenbach, 25. März 1890. 2 93 Das Bürgermeister-Amt
2427] Jrn hiesigen Garnison-Lazareth ist zum 15 April d. I. die Stelle der Köchin neu zu besetzen. Bewerberinnen wollen sich unter Voi läge ihrer Zeugnisse rc. im Geschäftszimmer des Lazareths, Bmugasse Nr. 7, baldigst oorftellen.
Großherzogliches Garnison-Lazareth.
2697] Ein Junge zur Erlernung des TaperiergeschäfteS kann unttr sehe günstigen Bedingungen eintreten bei
Th. Brück.
Bekanntmachung.
Die Holzversteigerung vom 24. März in der Freiherrlichen Ober- sörsterei Rabenau ist genehmigt Die Absubrscheine können vom 9. April ab auf Freih. Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. Ueberwei- sung und erster Fahrtag Donnerstag den 10. April.
Keffelbach, den 25. März 1890. Freiherrliche Oberfötsterei Rabenau.
Schlotterer. 2714
KcUgekolenes.
2677] Sehr schöne Sinleg- Schweine verkauft
P. Kennel, Gießen, Riegelpfad Rr. 12.
2674] 10 bis 12 (Zentner He« sind zu verkaufen. Schifflnbergerweg 39.
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