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Großes
- u. Gänsekegeli.
leitig empfehle la UfUfM von der Werger'schen.
Rr. 25«. Erstes Blatt. Sonntag den 26. October
Der
®tet<en >Ä)dger erscheint täglich,
■it Ausnahme des Montags.
Die Gießener »E«1tte»»tLtisr ««den dem Anzeiger WAchentlich dreimal deigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
1890
vierteljähriger KS-UnementsPreisi 2 Mark 20 Pfg. n* Bringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 %,
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
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Alle Annoncen'Bureaux des In« und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
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Amtlicher CbetL
Bekanntmachung.
Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Großh. Bürgermeisters Sommerlad zu Wieseck festgestellt worden ist, haben wir die Sperre über besten Gehöft verfügt.
Gießen, am 24. October 1890.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Gefunden: 1 Regenschirm, 1 Cigarren-Etuis, 1 Paar Handschuhe, 1 Schürze, 3 Notizbücher, 1 Zwicker, 1 Scheere, 1 Portemonnaie ohne Inhalt und 1 blaue Brille.
Gießen, am 25. October 1890.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Dem HeneralMmarschall' Grafen Wottke
keine Gegner und keine Neider besitzt, weil seinen Ruhmes- thaten eine Pflichtstrenge und Vaterlandsliebe, sowie eine Einfachheit und Bescheidenheit der Lebensweise sonder Gleichen zur Seite steht. Der greise Held suchte auf dem Felde der Ehre auch niemals den Ruhm um des Ruhmes willen, sondern er strebte nach dem Ruhme des Siegers um des Wohles des Vaterlandes willen. Und die Kette seiner erstaunlichen Erfolge war auch keineswegs nur ein geniales, eisernes Würfelspiel, sondern sie waren die Ergebnisse unermüdlicher Arbeiten im Dienste des Heeres, dem Graf Moltke mit seiner echt deutschen Gründlichkeit im militärischen Forschen und mit der Schärfe seines Adlerblickes einen Generalstab geschaffen hat, wie ihn so leicht kein anderes Heer besitzen wird. Wohl veranlaßte schon vor zwei Jahren die Last der Jahre den Generalfeldmarschall Graf Moltke auf den activen Heeresdienst zu verzichten, aber Moltkes genialer Geist und seine tadellose Schule wirken im deutschen Heere noch fort, und an des verehrten Feldherrn neunzigstem Geburtstage wünschen alle Patrioten, daß der greise Held uns noch recht lange in Frische des Geistes und Gesundheit des Körpers erhalten bleiben möge!
bestimmt Stellung genommen. Eine der „Agsvce de Constan- tinople" zugegangene amtliche Mittheilung erklärt es für eine Entstellung, der Pforte die Absicht einer Verminderung der herkömmlichen Privilegien des griechischen Patriarchats zuzuschreiben. Es bleibe demselben das Entscheidungsrecht in allen Streitigkeiten betreffend das Erbrecht und die Pensionen Vorbehalten. Dem griechischen Clerus und den griechischen Gemeinden sollten auch weiterhin die Verwaltung und Leitung der griechisch-russischen Schulen zustehen. — Angesichts dieser entgegenkommenden Erklärung der türkischen Regierung wird der Patriarch die Streiterei wohl schwerlich auf die Spitze treiben wollen.
Detttscher Seid?.
Berlin, 23. October. Die Abnahme des Fleischconsums in Berlin unter der Herrschaft der Viehsperre hat im Berichtsjahre 1889—90 nicht weniger als 5 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung betragen. Während 1888—89 der Verbrauch auf den Kopf der Bevölkerung 90 Kilogramm betrug, war er 1889—90 nur 85 Kilogramm. Dies Minus entfällt, wie die Daten über die Schlachtungen in den öffent-
zum 90. Geburtstage.
in Woms.
Hch Carle.
Mit diesen Feld Herrn, den Reiches, unseren
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letzten Athemzuge dem Kaiser und dem Vaterlande zu dienen. So ist denn auch mit dem Leben des weltberühmten General- seldmarschalls Graf Moltke die in der Weltgeschichte wohl einzig dastehende Tharsache verknüpft, daß dieser große Mann
der am 26. October das neunzigste Lebensjahr in, Gott sei Dank, noch geistiger Frische und körperlicher Gesundheit vollendet! Freudig schlagen die Herzen aller Patrioten dem greisen Feldmarschall entgegen, und froh und stolz jubelt das deutsche Volk, dem es vergönnt ist, einen solchen Heros der Schlachten, an dessen Genie der Sieg gefesselt war wie der Erfolg an die That, zu besitzen. Doch nicht nur die glänzenden Gaben und unvergänglichen Ruhmesthaten des Moltke- schen Genies sind es, die uns diesen greisen Held so lieb und werth machen, sondern des ehrwürdigen Generalfeldmarschalls herrliche und bei den ruhmreichen Feldherren seh.r seltene Charactereigenschasten sind es auch, die uns Bewunderung und Verehrung für ihn abnöthigen. Denn so hoch
127-62 4211’ 209-12 158-70 144.9° 116-7° 63 5°
„Wer den Besten seiner Zeit genug gethan, Der hat gelebt für alle ZeitenI"
Dichterworten begrüßen wir den genialen ruhmreichen Mitbegründer des Deutschen verehrten Feldmarschall Graf Moltke,
Ium neunzigsten Geburtstage
des Generalfeldmarschalls Graf Wottke
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greiser _ von Alpenhöhen bis zum fernen Ederstrand Sind Dir alle deutschen Herzen freudig heute zugewandt, Der Du nun auf neunzig Jahre Deines Lebens schaust zurück, Das dem deutschen Volk geworden längst zum Segen und zum Glück — Neunzig Jahre, reich an Ehren, reich an Arbeit allezeit, Hast Du Deinem Herrscherhause, hast Du Deinem Volk geweiht — D'rum erklingt zum heut'gen Tage laut der Deutschen Jubelruf: „Heil und Segen unserem Moltke, der das neue Reich mit schuf!"
Ja, durch Deines Geistes Thaten führtest herrlich Du mit aus, Was der Kanzler einst ersonnen im polit'schen Sturmgebraus: Reu zu einen Deutschlands Stämme, fei’6 mit Blut uni) Eisen gleich, Daß vom Belt bis zu den Alpen neu ersteh' ein einig' Reich — Und zum Schwert bist Du geworden, das so hell und scharf erklang In dem Kampf um Deutschlands Größe, in den Tagen ernst und bang, Da auf fränkischen Gefilden wild der Schlachtenlärm erscholl. Dem für uns ein neues Leben, neues Werden reich entquoll!
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D'rum gegrüßt, Du, „unser Moltke", Heil Dir, ritterlicher Greis, Dessen Stirn so dicht umwunden von des Siegers Lorbeerreis — Dessen Name tausendfältig wiederklingt im Jubelton
Von des Reiches ärmster Hütte bis hin zu des Kaisers Thron — Heil Dir, Heil! Es sei beschieden Dir noch manches Lebensjahr, Gleich wie heute: Rüst'gen Körpers und der Geist so frisch und klar — Wohl, so nimm zum heut'gen Tage Deutschlands heiße Wünsche hin: ^Glänze noch in fernem Zeiten, deutschen Heeres Paladin!"
P. Berthold.
auch der ruhmreiche Feldherr, dessen siegreiche Schlachten der t((tF[ ganzen Welt von Deutschlands wieder erstandener Größe 2^’ 211"V Kunde brachten, über seinen Zeitgenossen steht, so ist er doch
in seinem Herzen der bescheidene, schlichte, deutsche Mann ge- ,50'5° blieben, der keinen anderen Ehrgeiz kennt, als bis zu seinem
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politische Uebersicht.
Gießen, 25. October.
Die angekündigte Zusammenkunft zwischen dem Reichskanzler v. Caprivi und dem italienischen Ministerpräsidenten, Herrn Crispi, soll nunmehr, neueren Nachrichten zufolge, in den Tagen zwischen dem 5. und dem 9, November erfolgen, und zwar wahrscheinlich in Mailand. Herr v. Caprivi gedenkt zuvor dem Prinz-Regenten von Bayern seine Aufwartung in München zu machen und alsdann von der bayerischen Hauptstadt aus direct nach Italien weiterzureisen. Der leitende Staatsmann des deutschen Reiches wird sich selbstverständlich auch dem König Humbert vorstellen, welcher zur Zeit noch in Monza bei Mailand weilt, und ist demnach seine italienische Reise bestimmt, ein neues inniges Band um Deutschland und Italien zu schlingen. — Die Rückkehr Caprivis nach Berlin erfolgt jedenfalls noch vor dem 12. November, dem Tage der Eröffnung des Preußischen Landtages.
Der Bundesralh genehmigte in seiner Wochenplenarsitzung vom 23. October den Entwurf der' Verordnung, betr. die Consulargerichtsbarkeit in Samoa. In derselben Bundesrathssitzung gelangten ferner auch die bekannten Anträge Sachsens und Bayerns in Sachen der Viehsperre zur erstmaligen Erörterung und wurden sie schließlich den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen.
Graf Kalnoky, der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Oesterreich-Ungarns, hat seine signalisirte Erholungsreise angetreten und sich zunächst nach Tyrol begeben. In „Wiener Blättern" wird dieser Reise jeder politische Untergrund abgesprochen und hierbei darauf hingewiesen, daß dieselbe schon längere Zeit geplant gewesen sei/ es handele sich lediglich um einen größeren Erholungsurlaub, da Graf Kalnoky einen solchen während seiner Ministerthätigkeit noch niemals genossen habe. — Es mag dies Alles richtig sein, immerhin bleibt es bemerkenswerth, daß die Urlaubsreise Kalnokys der bevorstehenden Begegnung zwischen Caprivi und Crispi so kurz vorangeht und daß sie sich zunächst nach Tyrol richtet, von wo es ja nach Mailand, dem muthmaßlichen Orte des Rendez-vous zwischen Caprivi und Crispi, nicht mehr so weit ist.
Gladstone hat in einer Wählerversammlung in Edinburg eine Rede gehalten, die offenbar zunächst dazu dienen soll, die auch unter den englischen Liberalen wegen des Kokettirens Gladstones mit den Irländern herrschenden Bedenken zu beseitigen. Gladstone erklärte, keineswegs für die Aushebung der englisch-irischen Unionacte oder für ein irisches Sonderparlament einzutreten, er wolle aber, daß Irland die Con- trole über seine Localangelegenheiten übertragen werde. Im weiteren Verlaufe seiner Rede gab Gladstone auch die Geneigtheit kund, zu einer gesetzlichen Festsetzung des achtstündigen Arbeitstages für die Bergleute mitzuwirken, er will aber keine allgemeine Vorlage hierüber, ehe nicht diese Frage vorher sorgfältig geprüft worden ist.
In Portugal hat sich eine neue politische Vereinigung unter dem Namen der „Liberalen Liga" gebildet. Dieselbe zählt bereits viele namhafte Politiker, sowie Offiziere der Armee und Marine zu ihren Mitgliedern, selbst mehrere Minister gehören der „Liberalen Liga" an. Welche Absichten und Ziele die neue Partei zu verfolgen gedenkt, ist aus der ersten Nachricht über die Bildung derselben noch nicht ersichtlich, sie scheint aber auf dem Boden des Programmes des neuen Ministeriums Souza zu stehen.
In dem kirchenpolitischen Streite zwischen der Pforte und dem griechischen Patriarchen in Constantinopel hat jetzt erstere
lichen Schlachthäusern des städtischen Centralviehhofs ergeben, fast ausschließlich auf den Consum von Schweinefleisch/ während nämlich von den übrigen Vieharten ,67,171 Stück mehr geschlachtet wurden als im Vorjahre, kamen 37,007 Schweine oder 7,7 pCt. weniger zur Schlachtung.
Netteste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 24. October. Wie die Zeitungen melden, hat Se. Majestät der Kaiser den regierenden Grafen vonStol- berg-Wernigerode in den erblichen Fürstenstand erhoben und dieses demselben gestern persönlich in Blankenburg mit- getheilt.
Berlin, 24. October. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet die vielfach verbreitete Nachricht, es sei der Präsident des Reichstags bereits entschlossen, die nächste Plenarsitzung erst nach dem 18. November anzusetzen, als unzutreffend. Die Anberaumung der nächsten Sitzung hänge wesentlich von dem Eingänge des zu erwartenden Berathungs- materials ab.
Berlin, 24. October. Die ^brandenburgische Pro- Vinzial-Synode nahm die Anträge an, die staatliche Bewilligung vermehrter Mittel für Errichtung neuer Parochien und für neue Kirchenbauten, sowie zur Herstellung von Kirchengebäuden in Berlin und anderen größeren Städten fordern. Ein Antrag Stöckers auf Abänderung der Kirchenverfassung wurde ebenfalls angenommen.
Berlin, 24. October. Die von dem Londoner „Truth" verbreitete und auch in deutsche Blätter übergegangene Nachricht, der Kaiser von Japan werde zu einem mehrmonatlichen Aufenthalte behufs einer Kur nach Wiesbaden kommen, wird competenterseits als vollkommen unbegründet erklärt.
Berlin, 24. October. Das „Militär-Wochenblatt" bringt einen schwungvollen Festartikel zum 26. October mit dem Ausdruck des Wunsches, daß Moltke der Armee noch lange als hellleuchtendes Beispiel erhalten bleibe und mit dem Ausdruck des Dankes an den Allmächtigen, der ihn uns gegeben zum Heile des Vaterlandes und Wiederaufbau des Reiches, zum Lehrer und Führer des Heeres. Sein Mappenspruch „Erst wägen, dann wagen", sollte Allen, dem ganzen deutschen Volke Lehre und Leitstern sein. Mögen wir alle, als Einzelne wie als Nation, wägen, ob unser Wollen vor Gott bestehen kann, ob es wahrhaft, gerecht und treu sei, dann hat es mit dem Wagen keine Noth. — Moltke, in Civil- anzug gekleidet, traf heute gleich nach 5 Uhr auf dem Bahnhofe Friedrichstraße in einem Salonwagen und begleitet von seinem Adjutanten, Major Moltke und seiner Schwester hier ein und wurde von seinen übrigen Neffen empfangen. Der Feldmarschall dankte freundlich den ehrfurchtsvollen Grüßen des Publikums und begab sich durch das Kaiserzimmer geleitet in einer Droschke nach dem Generalstabsgebäude.
,— Der „Nat.-Ztg." zufolge tritt die deutsch-ost- asrikanische Gesellschaft die Landeshoheitsrechte und die Zollerhebung an das Reich ab und erhält dafür aus den Zollerträgen vom Reiche eine Rente, woraus sie gewisse, ihr aufzuerlegende Leistungen bestreiten, außerdem die 4 Millionen, verzinsen und tilgen muß, deren Zahlung an den Sultan von Zanzibar sie übernimmt, damit nicht eine bezügliche Anleihe beim Reichstage zu beantragen nöthig ist. Die Gesellschaft tritt in der Hauptsache in die Stellung einer bloßen. Erwerbsgesellschaft.


