Ausgabe 
26.1.1890 Erstes Blatt
 
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k. Theater. Au,f ihren Ehrenabend kann Frau Ann: Reiners mit voller Befriedigung zurückblicken. Die drei unerläßlichen Bedingungen zu einer genußreichen Darstellung waren vollauf erfüllt: ein flottes Stück stand auf dem Reper­toire, flott und gewandt erfolgte die Aufführung und em zahlreiches, animirtes' Publikum nahm das Geborene mit leb­haftem Beifall entgegen. Als Gretchen hatte Frau Ann: Reiners reichlich Gelegenheit ihr liebliches, herzgewinnendes Wesen ins Helle Licht zu setzen, und man weiß ja, wie gut sie es versteht,mit diesem Pfunde wuchern". Ihr Ehren­abend hat ihr denn auch von Neuem bewiesen, in welchem Umfange sie sich durch ihr reizendes Spiel die Herzen zu gewinnen gewußt hat. Als Bruno Werner spielte Herr Paul v. Gallas mit erwärmender Innerlichkeit und gab nament­lich das Märchen vou der Poesie stimmungsvoll und wirksam

wieder. Es ist bedauerlich, daß Kneisel die sympathische Figur des Werner, mit der er leicht einen ungleich practischen und schärferen Contrast zu den. dargestellten Geldmenschen hätte schaffen können, mit so wenig Liebe ausführt, nachdem er sehr glücklich die Grundlinien ihres Characters gezogen hatte. Das entspricht seiner Natur, der der leicht scizzirte Schwank mehr zusagt als ein sorgfältig ausgearbeitetes Lustspiel, und bildet den Grund dafür, daß ihm eine Character- zeichnung, wie die des Christian Schilling viel besser gelingt. In dieser eminent dankbaren Rolle war Herr Ullrich, wie schon in ähnlichen, sehr glücklich. Solch comische Charactere scheinen ihm weit besser zu liegen, als die ernsteren und sentimentalen Liebhaber. Bei Herrn Frank singen wir unser altes Lied: Sein Spiel und besonders seine Comik sind viel zu übertrieben und aufdringlich und dann malt er

Arrszrrg aus den Kirchenbüchern

-er Stadt Oietzen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute. t

Den 19. Januar. Carl Bolz, Weißbinder und Lacktrer zu Gießen, und Anna Eva Sippe!, Tochter des verstorbenen Gräflichen Dieners Philipp Sippel zu Schlitz.

Den 22. Januar. Philipp Christoph Peter Muth, Schriftsetzer zu Gießen, und Helene Auguste Spier, Tochter des verstorbenen Kupferschmieds August Spier zu Butzbach.

Getaufte.

Den 19. Januar. Dem Taglöhner Jakob Taubertshäuser ein Sobn. Willi Julius, geboren am 29. October 1889.

Den 20. Januar. Dem Bäcker Friedrich Noll eine Tochter, Johanna Bertha Hermine Wilhelmine Henriette, geboren am 3°* ^Den"^? Januar. Dem Htlfsheizer Christian Triebet ein Sohn, Earl Reinhold Oskar, geboren am 7. Januar.

Den 23. Januar. Dem Kürschner Alfred Willmaser ein Sohn, Alfred Ignaz Clemens Carl, geboren am 16. December 1889.

Beerdigte.

Den 19. Januar. Philipp Schmidt, Rathsdtener, alt 50 Jahre, ^n^l^anuar. Georg Schad, Lehramts-Accessist, lediger Sohn des Stations-Assistenten Johannes Schad, alt 25 Jahre, starb am * Drnselben. Marte Zinßer, geb. Rumpf, Wtttwe des Schlossers Walther 8tnßer, alt 74 Jahre, starb am 18. Januar.

Den 22. Januar. Margarethe Brühl, geb. Ftllmann, Wtttwe des Buchdruckeretbesitzers Georg Daniel Brühl, alt 84 Jahre, starb am ^Denselben. Johann Georg Räder, Steueraufseher i. P., alt 64 Jahre, starb am 20. Januar.

Den 23. Januar. Katharine Petri, geb. Lotz, Wtttwe des Schnetdermetsterü Carl Petrt, alt 75 Jahre, starb am 21. Januar.

Denselben. Katharine Roll, geb. Junker, Eheftau des SchlosierS an der Bahn Philipp Roll, alt 54 Jahre, starb am 20. Januar.

zubehalten ist.

* Darmstadt, 23. Januar. Bon socialdemokratischer Sette war dem Vorstand des Wahlcomitös der Cartellparteien in einem Schreiben der Vorschlag gemacht worden, gemeinsam sich im Aeußeren gleichende Stimmzettel für die demnächstige Reichstagswahl ansertigen zu lassen. Dem Ver­nehmen nach wurde in einer gestern Abend stattgefundenen Sitzung des genannten Comites der Beschluß gefaßt, dem Ab­sender des Schreibens eine Probe von dem Papier zu über­mitteln, aus welchem die Stimmzettel der Cartellparteien her­gestellt werden würden, sich aber aus Weiteres hierüber nicht einzulassen. Der Vorschlag der Socialdemokraten aus Ver­anstaltung einer gemeinsamen Wählerversammlung wurde ab­gelehnt. In der gestrigen Sitzung wurden ferner die Ver­trauensmänner für die einzelnen Wahlbezirke designirt.

* Nürnberg, 20. Januar. Die bösen Folgen des Volks bad es. Ein allerliebstes Geschichtchen wird aus der Gemeindevertretung unseres Nachbarstädtchens Schwabach be­richtet. Auch dort war die Errichtung eines Volksbades angeregt worden, diese Anregung wurde aber von einem der Stadtväter ganz entschieden bekämpft. Derselbe führte in längerer Rede überzeugend aus' daß durch solche Volksbäder die Lage der ärmeren Klassen nicht verbessert, sondern nur verschlimmert werde. Wenn nämlich so ein armer Teufel gebadet hat, so bekommt er auf das Bad stärkeren Hunger und ist dann übler daran, denn zuvor!

UniVerfitäts - Nachrichten.

Aus Göttingen wird geschrieben: vr. Paul Drude, bisher Assistent am hiesigen physikalischen Institut, hat sich für das Fach der Physik als Privatdocent habtltttrt.

Der ordentliche Professor vr. Benno Erdmann in Breslau hat, wie wir hören, einen Ruf an die philosophische Facultät der Universität Halle angenommen. Professor Erdmann las vorwiegend über Pädagogik und Philosophie. , .

Dr. Wilhelm Koch, Professor der Chirurgie in Dorpat, hat sein Lehramt niedergelegt, um nach Deutschland zurückzukehren und hier die ärztliche Praxis fortan auszuüben.

Vermischtes.

* Darmstadt, 22. Januar. Seit Anfang dieser Woche ist in unseren städtischen Volksschulen die Einrichtung durch­geführt, daß bedürftigen Schülern und Schülerinnen des Vor­mittags in der Pause ein warmes Frühstück verabreicht wird. Dasselbe besteht in einem halben Schoppen warmer Milch und einem großen Wasserweck im Gewicht von 70 Gramm. Auf Vorschlag der Herren Oberlehrer der sechs in Betracht kommenden Schulgruppen und nach Prüfung der Verhältnisse durch die Organe der städtischen Armenpflege nehmen an diesem Frühstück etwa 300 Schulkinder Theil. Die ganze Einrichtung verdankt bekanntlich dem Besuch Sr. Majestät des Kaisers in' unserer Stadt insofern ihre Entstehung, als die Stadtverordneten den von den Kosten der Empfangsfeierlich­keiten ersparten Betrag von 2000 Mk. dazu bestimmt haben, dieses Frühstück in den städtischen Schulen zunächst für die dermalige kältere Jahreszeit einzurichten. Von den Erfolgen, welche man mit der getroffenen Maßregel erzielt, wird es wohl abhängen, ob dieselbe auch für die Zukunft bei-

stets durch die nämliche Schablone. Als Commerzienräthin Olibert sah Fräulein Maas entschieden zu jung aus- sie war überhaupt nicht in ihrem eigentlichen Fahrwasser. Da­gegen wollen wir heute nachholen, daß sie neulich als Regine zum zweiten Mal erheblich viel besser und mit sehr viel characteristischerer Darstellung spielte als zum ersten Mal und völlig befriedigte. Gewandt und wirksam, wie immer, war Herr Jaskowski. Nicht minder erzielte Frau Las­kowski mit ihrer famosen Darstellung ungetheilten Beifall. Stürmische Heiterkeit veranlaßte das Spiel des Hrn. Reiners als Hans Zeisig, während die Röllchen des Peter Schilling und der Hanne mit Herrn Lerch und Fräulein Pauli zur vollen Zufriedenheit besetzt waren.

* Friedberg, 24. Januar. Der gestrige Tag brachte einen starken Sturm, heftigen Regen, Kiesel, Abends Gewitter und Ueberschwemmung. Mit unglaublicher Geschwindigkeit schwollen Seebach, Ufa, Wetter und Nidda an und über­schwemmten alle niedergelegenen Wiesen und Aecker. Heute früh ist das Wasser theilweise wieder in seinen Ufern. Auf den Sttaßen der Stadt zeigte sich die Wirkung des Sturmes durch herabgefallene Ziegel und Schornsteine.

* NiederEschbach (Kr. Friedberg). Am 19. ds. Mts., zwischen 9 und 10 Uhr, belustigten sich zwei hiesige 16 jährige Jungen auf öffentlichem Weg im Ort mit Schießen aus einem Revolver. Der Besitzer des Revolvers schoß hierbei seinem Kameraden eine Kugel in die Brust, so daß der Verletzte jetzt lebensgefährlich verwundet darniederliegt. Es ist dies ein abermaliger Beweis, welch traurige Folgen sträflicher Leicht­sinn haben kann. (& A-)

* Lauterbach, 24. Januar. Gestern hatten wir ganz außergewöhnliche Witterungserscheinungen. Gegen Morgen gab es einen heftigen Schneefall, der sich wie an den vor­hergehenden Tagen bald in Regen verwandelte. Bei bestän­digem Sinken des Barometers wurden Regen und Sturm allmählig sündfluthartig- das Wasser überschwemmte die tief- gelegenen Straßen und drang in Keller und Viehställe em. Nachmittags hatten wir Gewitter und erst um Mitternacht beruhigten sich die Elemente wieder.

* Maar, 24. Januar. Am gestrigen Tage hatten wir so starken Regen, daß wegen dem in's Dors eindringenden Wasser am Abend die Bürgerschaft durch die Sturmglocke allarmirt werden mußte.

Locales provinzielles.

Gießen, 25. Januar 1890.

In der Stadt und Umgegend hallen sich augenblicklich einige Individuen auf, die Taschenuhren zum Verkauf anbieten. Sie haben es aber meistens auf Personen abgesehen, welche

schon im Besitze einet Uhr sind, sie schlagen diesen dann einen Umtausch vor, wobei sie sich erbieten, dem Tauschlustigen gegen dessen alte Uhr und einen bestimmten Betrag eine neue Uhr zu geben. Die aus. diese Weise angebotenen Uhren, welche verhältnißmäßig schön aussehen, haben aber nur einen Werth von 6 Mk., so daß der Schwindler jedesmal ein gutes Geschäft" macht. Das Publikum wird daher vor den Mani­pulationen dieser Sorte vonUhrmachern", von denen einer bereits verhaftet wurde, gewarnt.

Citeratur unö Annst.

Die weltbekannte und älteste Annoncen-Expedition von Haasenstein & Vogler A.>« hat zu Anfang d. I. eine neue Auflage Ihres Hanpt - AeitnngS - Derreichniye» herausgegeben, deren Ausarbeitung und Ausstattung beredtes Zeugntß dafür ab- legt, mit welchem Fleiß und Eifer genannte Firma den Ansprüchen aller Inserenten wie auch der Hebung des täglich zu größerem Be- dürfnttz sich steigernden PublikationS-Wesens gerecht zu werden sucht. DaS umfangreiche Buch enthält außer einem Äußerst praktischen

Schrffsirachrichten.

Der PostdampferRhynland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 23. Januar wohlbehalten tn Rewyork angekommen.

Auszug aus Öen Stanö-samtsregift«»«

der Stadt Gietzen.

Aufgebote.

Januar: 24. Georg Hetnrrch Lenz, Steindrucker zu Gießen, mit Marie Katharine Aff daselbst.

Eheschließungen.

Januar: 24. Theodor Wllhetm Tfchan, Schlößer zu Gießen, mit Katharine Schmitt daselbst.

Geborene. , Jtx

Januar: 13. Dem Stemhauer Joseph Eufinger eine Tochter, Franziska Marie. 14. Dem Schretnermeister Karl Pfeil ein Sohn. 15. Dem Straßenkehrer Ludwig Scherer Zwillinge (zwei Sohne). 16. Dem Schlosser Ludwig Goß eine Tochter. 1b. Dem Bremser bei der Matn-Weser-Bahn Heinrich Thiel ein Sohn. 17. Dem Kutscher Friedrich Becker eine Tochter. 17. Dem Schlosser Bernhard Weidenhaus eine Tochter. 20. Dem Fuhrmann Philipp Ltch ein Sohn, Heinrich Johann.

Gestorbene. , a

Januar: 18. Anna Rompf, 1 Jahr alt, von Langgons. 18. Eltfabethe Kerß, 12 Tage alt, von Homburg v. d. H. 18.Privattn Marie 8tnßer, geb. Rumpf, 74 Jahre alt. 19. Elisabeth Landau, Ä? 56 Jahre alt, Exfrau des Kgl. Stattonseinnehmers Georg Landau. 19. Rentnerin Margarethe Bruhl, geb. Ftllmann, 84 Jahre alt, Wtttwe des Buchdruckeretbesitzers ^g. Dan. Bruhl. 20. Der Großh. Steueraufseher i. P. Johann Georg Roder, 64 Jahre alt. 20. Katharine Roll, geb. Junker, 54 Jahre att, Ehesrau des Schlossers Philipp Roll. 21. Prtoalin Katharine Petri, geb. Lotz, 75 ^abre alt. 21. Cornelius Mahr, Knecht, 36 Jahre alt, von Rieder-Wöllstadt. 21. Johann Heinrich Ott, 7 Tage alt, von Langen­diebach 22. Schuhmachermetster Emil Rodel, 71 Jahre alt. 23. Schreibgehilfe Ludwig Rinn, 16 Jahre alt. 24. Hausbursche Ludwig Jung, 42 Jahre alt

Der Secretär der Admiralität, Forwood, tl)eilte j gestern in einer in Blachpool gehaltenen Rede mit, gegen 1894 werde die englische Kriegsmarine um 161 neue Schiffe bereichert sein.

London, 24. Januar. Reuter-Meldung aus Lorenzo Marques' Am heutigen Tage ist die Eisenbahn, welche die Delagoa-Bucht mit dem Transvaal-Lande verbinden soll, bis zur Grenze des letzteren vollendet worden.

Turin, 24. Januar. Die Deputation des Hessischen Husarenregiments, welche bei der Begräbnißseier des Herzogs zugegen war, ist gestern Abend mit der Gotthardt­bahn abgereist. Vor der Abreise wurde sie von der Herzogin von Aosta empfangen. .

Brüssel, 24. Januar^ Der Zustand der Kontgrn, welche in den letzten Tagenmeuerdings an einem Grtppeansall litt, bessert sich, dieselbe verließ heute das Bett.

Bauderstraten de Gand, welcher kürzlich nach dem Congo abgereist war, um seine Stellung als Richter in Banana anzutreten, erlag meinem Fieberanfalle. ,

Athen, 24. Januar.- Die großen Manöver finden im Frühjahr statt. Prinz'Georg wurde zum Schiffslieuteuaut ernannt. , .,c.

Washington, 24. Januar. Das heute hier veröffent­lichte Protocoll der Samoa-Conserenz schließt mit achtungsvollen, seitens der britischen und der amerikanischen Bevollmächtigten gespendeten Anerkennung der wirksamen und unparteiischen Leitung der Verhandlungen durch den Grafen Herbert Bismarck als Präsident der Conferenz.

wollte dort jedoch jeder junge Mann erscheinen, da er wußte, daß die Argusaugen von Vätern, Müttern, Tanten und Basen aus ihm ruhten, sobald er eine Schöne zum Tanz aufforderte. Wenn die Mauern des Hauses reden könnten, ehe sie dem Abbruch verfallen, so würden sie die Ansangscapitel unzähliger Liebesromane erzählen, die sich in ihrem Banne abspielten und so manches heute noch glückliche Paar hat sich im Mehl­hausevermählt". Also eine derartige Bescheidenheit, wie sie noch in den geschilderten seligen Zeiten des Mehlhauses ge­herrscht, sie existirt nicht mehr. Das ist auch nicht möglich, jetzt, da Berlin sich nicht mehr mit dem Ruhme begnügen will, eine der ersten Städte der Welt zu sein, sondern auch den Ehrgeiz besitzt, Seestadt zu werden. Ja, ja! Der betreffende Plan wenigstens wird jetzt ernsthaft in Angriff genommen. Dies beweist eine Verfügung des Bezirksaus­schusses zu Stettin, in welcher es heißt, daß dem königlichen Baurath Fr. Scheck in Freienwalde a. O. die Genehmigung zur Vornahme der allgemeinen Vorarbeiten innerhalb des Regierungsbezirks Stettin für die Herstellung eines für See­schiffe fahrbaren Canals von der Ostsee nach Berlin auf Grund des 8 5 des Enteignungs-Gesetzes vom 11. Juni 1874 ertheilt sei. Welche Hochfluth anderer Projecte wird dieser gewaltige Plan zeitigen! Nur darf auf dem Geldmarkt keine Ebbe eintreten, sonst müßte der Seehasen in dem berühmten märkischen Sande bald verlaufen. Sollte aber, was der billigen Schloßfreiheit recht war, nicht bei dem theuren Canal zur Küste billig sein? Ich denke, daß nach berühmten Mustern hier gewiß am Platze wäre, dasLooS" entscheiden zu lassen. Ist das nicht ein­leuchtend?

Heinrich ^Blankenburg.

und für Jedermann willkommenen Nottzkalender für das Jahr 1890 in wohlgeordneterZufammenstellung das Verzeichntß aller erscheinenden Zeitungen, belletristischen und Fach-Zeitschriften des In- und Aus­landes unter Angabe der Einwohnerzahl der betreffenden Erscheinungs­orte, Auflage, Erscheinungsweise, Spaltenbreite und Preis für Annoncen- und Reclamen - Zeilen, ferner ein alphabetisches Orts- register der Städte, woselbst Zeitungen erscheinen, die Namen und Orte der im Dienste der Firma Haasenstein & Bogle r A.-G. thätigen Agenturen, sowie Empfehlungs-Inserate von Zeitungen, und dürfte für Jeden, der mehr oder weniger den stets unentbehrlicher werdenden Weg des Annonctrens einschlägt, ein unentbehrlicher Rathgeber sein.

Lolkswirthschaft.

x Unsere Leser, welche Garten oder Feld zu bestellen habm, wie auch Freunde der Blumenzucht machen wir darauf aufmerksam, daß es eben an der Zeit sein dürfte, für die kommende Bestellzeit ihre Auswahl in Samen und Pflanzen zu treffen. Die großen Erfurter Handelsgärtnereien versenden alljährlich und regelmäßig ihre reichhaltigen Samen-Verzeichnisse, woraus der Liebhaber nur zu wählen hat. Eine der besten dieser Firmen, wenn nicht die beste und älteste, ist die des Herrn Ehr. Lorenr in Erfurt, Hoflieferant diverser europäischer Höfe, u. A. auch oes Grotzherzogl. hessischen Hofes. Diese Firma bietet nun in ihrem eben versandten illustrirten Verzeichntß über Samen und Pflanzen Jedermann, der nur irgend ein Bedürfntß an Nutz- oder Zierpflanzen, Samen u. dgl. hat, reichlich Gelegenheit bet billigst gestellten Preisen, seinen Bedars zu decken. Nicht allein die Bedürfnisse des Haus- und Gemüsegartens oder der Feldwirthschaft, auch die Blumenzucht ist eine Spectalttat der Firma Chr. Lorenz. Wir hatten vor Jahren Gelegenheit, das Etablissement zu sehen und dabet namentlich den Nelkenflor zu be­wundern. Aus eigener Wahrnehmung können wir versichern, daß die Firma streng reell und gediegen alle ihre Abnehmer befriedigen wird und dieselbe bet Bedarf mit gutem Gewissen empfohlen zu werden verdient.

Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlinduftrieller belief sich die Roheisenprodnction des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat December 1889 auf 391523 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeletsen 184 379 Tonnen, Bessemerroheisen 33 788 Tonnen, Thomasroheisen 124 386 Tonnen und Gießereiroheisen 48 970 Tonnen. Die Production im December 1888 betrug 354 866 Tonnen, im November 1889 389 116 Tonnen. Vom l.Januar bis 31 December 1889 wurden productrt 4 387 504 Tonnen gegen 4 229 484 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres.

Gießen, 25. Januar- (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Psd- X 0M0,90, Hühnereier 1 St. 79, 2 St- H, Enteneier 1 St 9 2 St.

Gänseeier 1314 H, Käse pr- St. 47 H, Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 30 H, Tmrben pr. $aar jL 0,700,00, Hühner pr. Stück ** 1,70, Hahnen pr. ©t

JL 1,602,00, Enten pr- Stück £,002,^0,

50-60 H, Ochsenfletsch pr. M. 66-72 ^.Kuh-mw Rindfleisch 5660 Schweinefleisch 6070 Hammelfleisch 5O66H, Kalb­fleisch 5660 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo ^ 4,004,50, WM kraut pr. St 68 H, Zwiebeln per Gentner JL 9,0010,00, Milch pr. Liter 12-18 -