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A A«S Oberheffen, 22. Juli. Die amerikanische Hitzwelle scheint schnell verschwunden zu sein oder sie blieb wahrscheinlich unterwegs auf dem atlantischen Ocean haften und wurde von diesem verschluckt, denn seit die schweren nächtlichen Gewitter erschienen, ist es wieder regnerisch geworden. Mit Besorgnitz blickt der Landwirth nach den schweren Wolken; wie soll er bei einem solchen Wetter die Ernte trocken unter Dach bringen?
Damit die gebundenen Garben lufttrocken werden, stellt man sie in sogen. Puppen zusammen. Jedermann, auch der Städter, kennt diese Puppen, die oft in langen Reihen auf den Aeckern stehen. Die Aufstellung der Garben in dieser Weise hat jedoch große Nachtheile gegen ein Verfahren, das in Norddeutschland, besonders in der Mark Brandenburg angewandt und hier beschrieben werden soll.
Bei uns in Hessen macht man im Winter während der arbeitslosen Zeit Strohsetle und zwar aus Kornstroh. In diese Seile werden die Früchte: Korn, Weizen, Gerste, Hafer eingebunden und die Garbe fest zugeknebelt. Der Norddeutsche macht keine solche Seile, er nimmt sich das Seil aus den Halmen des Getreides, das
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— Der Zweizahn als Fischfeind. (Nachdruck verboten.) Ein am Rande der Teiche sehr häufig in großen Massen auftretendes bekanntes Unkraut ist der Zweizahn oder Wasserhanf (Bidenz tripartia und B. ceraua). Die im Nachsommer zur Reife gelangenden^Samen, welche in großer Zahl in dem dichten Blüthenkopf gebildet werden, tragen drei steife, mit Widerhaken versehene Grannen, welche, wenn die Samen auf dem Wasser schwimmen und die Fische nach ihnen schnappen, häufig im Munde der Fische sich festbohren, so daß die Thiere nicht fressen können, eoent. zu Krankheiten Anlaß geben und die Thiere zu Grunde richten.
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richten, die nicht viel zu bedeuten haben. Uebereinstimmend verlautet jedenfalls, daß durch Entzweiung der beiden grauen die Sache ans Licht gekommen ist. Der verhaftete Hauser ist 32 Jahre alt, der Erstochene stand z. Zt. der That im 29. Lebensjahre. Während ein hiesiges Blatt versichert, der Jnhaftirte leugne die That und die „Fr. Z." sogar meldet, es liege außer der Aussage jener Frau Belastendes nicht gegen H. vor, theilt ein drittes Blatt mit, die Behörde verweigere jegliche Auskunft und bestätige lediglich die erfolgte Verhaftung. Das Letztere ist wohl das Richtige, denn die Criminalpolizei ist, wie ich selbst dutzende Male erfahren, in solchen Fällen, um die Untersuchung nicht zu hindern, stets
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* Einen neuen Beitrag über die Scharfsinnigkeit der Post lieferte eine am 13. Juli er. in Waldau in der Ober- Lausitz aufgegebene Postkarte, welche folgende charaeteristische Adresse — ohne Name und Bestimmungsort — trug: „Liebe Deutsche Reichspost, sei so gut und befördere doch diese Postkarte an den Voonekamp-Fabrikateur und Destillateur in ? öm Rh e i n." Schon am 2. Tage, nämlich am 15. Juli, irar diese Postkarte in Händen des richtigen Adressaten, Herrn H. Underberg-Albrecht in Rheinberg am Niederrhein.
* Pferdecuren. Ein Thierarzt gibt seinem Assistenten ein Pulver nebst folgender Anweisung: „Sie schütten dies Pulver in eine Röhre, stecken die letztere ins Maul des kranken Pferdes und blasen ihm das Pulver in den Rachen. Verstanden?" — Der Assistent nimmt Pulver und Röhre, kehrt aber nach fünf Minuten aus dem Stalle zurück und windet sich vor Leibschmerzen. — „Was ist geschehen?" ruft der Thierarzt. — Sein Gehilfe antwortete stöhnend: „Der Gaul hat zuerst geblasen!"
— Zur Entwickelung der MitttLrdienst-Berffcheruug. Auf dem Gebiete der Militärdienst-Versicherung, die in der großen „Deutschen Militärdienst-Versicherungs-Anstalt" in Hannover ihre bedeutendste und vornehmste Vertreterin gefunden hat, haben sich die Dinge während der letzten Jahre ganz eigenthümltch entwickelt. Angeregt und angespornt durch die wahrhaft großartige Entwickelung, welche die obengenannte Gesellschaft genommen hat, haben wir in den verschiedensten Theilen Deutschlands neue Gesellschaften entstehen sehen, die diese Branche im Spectellen (neben der Aussteuer-Versicherung) aufnahmen, während gleichzeitig auch mehrere schon bestehende Lebensversicherungs-Gesellschaften diesem Versicherungszweig ebenfalls ihre Thätigkeit zuwandten. Aber keine einzige von allen diesen Gesellschaften hat auch nur annähernd einen ähnlichen Erfolg gehabt, wie das Muster, nach dem sie strebten, die genannte „Deutsche Mtlitärdienst-Versicherungs-Anstalt". Alle diese Gesellschaften haben nur einen verhältnißmäßig geringen Umfang des Geschäfts zu erzielen vermocht, sodaß einige von ihnen es nur zu einem Achtungserfolge gebracht haben, während andererseits mehrere einen directen Mißerfolg davongetragen haben. Die „Deutsche Militärdienst-Versicherungs-Anstalt" in Hannover steht demnach noch heute in dieser Branche unerreicht wie ein Coloß an der Spitze, dies sowohl mit Bezug auf den Geschäftsumfang als auch hinsichtlich der vorzüglichen Organisation, der wohldurchdachten, volksthümlichen Einrichtungen und der Vermögenslage.
Namentlich betrübend ist es, daß von den neu gegründeten Gesellschaften, die diese Branche aufnahmen, mehrere eine recht ungesunde Entwickelung genommen haben, oder vielmehr, ftafj einige von ihnen von vornherein auf falschen Grundlagen angelegt, oder endlich daß ihre Gründung und Leitung in Händen lag, welche der übernommenen Aufgabe in keiner Weise gewachsen waren. Einige dieser Gesellschaften müssen geradezu als Mißgeburten und Auswüchse bezeichnet werden, deren Schicksal bereits besiegelt und unabänderlich geworden ist; ihr Zugrundegehen kann nur eine Frage der Zeit und zwar verhältnißmäßig kurzer Zeit fein. Mit Ausnahme der „Arminia" in München, die auf dem Actienprinctp errichtet ist, sind die übrigen in Frage kommenden Anstalten Gegenseitigkeitsgesellschaften. Dies ist um so betrübender, als bei diesen schließlich die irregeleiteten Versicherten die Kosten des mißlungenen Versuches der Gründer und Unternehmer zu zahlen haben.
Es scheint uns deshalb an der Zeit und angezeigt, einmal alle den Gesellschaften, welche die Militärdienst-Versicherung betreiben, eine erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden und die einzelnen Gesellschaften daraufhin zu prüfen, ob sie eine dauernde Lebensfähigkeit und Prosperität erhoffen lassen.
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er grabe binden will und knotet es zusammen. Er macht die Garbe nur den dritten Theil so dick wie bei uns und knebelt sie durchaus nicht so fest zusammen. Dadurch wird bewirkt, daß die Luft viel bester durchstreichen, die Aehren und Halme also viel leichter trocknen können. Ferner stellt er die Garben nicht In eine Puppe zusammen und stülpt einen Hut darüber, sondern er stellt alle Garben, etwas gegeneinander geneigt, auf die Köpfe. Hierdurch ist der Luft überall Zutritt gestattet; stockende Nässe wie bei den Puppen ist ausgeschlossen und das Auswachsen der Körner, das die Qualität vernichtet, ist unmöglich gemacht. Man kann sich leicht von der Luftcirculation überzeugen, wenn man sich zwischen eine solche Garbenreihe setzt. Die trocknende Wirkung der Luft in diesen Reihen ist so bedeutend, daß die Garben, selbst wenige Stunden nach schwerem Regen, lufttrocken sind und nach Hause gebracht werden können.
Diesen Vortheilen gegenüber hat das Aufpuppen wesentliche Nachtheile und zwar folgende: Die Strohfelle sind kostspielig. Die Puppenherrichtung, besonders diejenige des Hutes, istzeitraubend und gar nicht so leicht. Die durchnäßten Puppen trocknen schwer. Die fest zusammengeknebelten Garben trocknen viel schwerer als die viel dünneren, locker gebundenen.
Bel dm Puppen aber zeigt sich schon jetzt, wie Jeder sofort finden kann, ein sehr großer Nachtheil. Die mit eingepreßte Feuchtigkeit verdunstet nur sehr langsam, es entsteht Gährung, die Garben erhitzen sich und die Folge davon ist das Keimen und Auswachsen der Körner.
Unsere oberhessischen Landwirthe halten bekanntlich ungemein an Ihren alten Gebräuchen und Methoden fest. Das Ist ein recht schöner, conservativer Zug. Wenn sich aber etwas Neues als besser, billiger und vortheilhafter erprobt hat, ist es Eigensinn, sich dem Besseren verschließen zu wollen. Oben beschriebene Art, das Getreide zu binden und aufzusetzen, ist nun aber von Pachtern aus Norddeutschland da und dort in der Wetterau mit unverkennbarem Erfolge eingeführt worden. Bei dem gegenwärtigen nassen Sommer ist zu fürchten, daß der große Erntesegen, welcher auf den Fluren der Sichel harrt, dem Verderben anheimfällt, wenn nicht mit der größten Vorsicht verfahren wird. Zu Nutz und Frommen des kleineren, rationellen Landwlrthes habe ich darum diese practlsche Methode des Getreidebindens hier vorgeführt und wünsche, daß sie Beachtung finden möchte.
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— Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen, und Stahlinduftrieller belief sich die Roheisenproductton ?o^^butschen Reiches (einschließlich Luxemburg) im Monat Juni 1890 auf 387,852 Tonnen, darunter Puddelrohelsen und Splegel- Zo" Beffernerroheisen 39,131 To., Thornasroheisen 116,768 To. und Gießereiroheisen 46,591 To. — Die Production im Juni 1889 betrug 330,812 To., im Mai 1890 400,234 To. Vorn 1. Januar bis 30. Juni 1890 wurden produclrt 2,339,583 To. gegen 2,092,376 To. im gleichen Zeiträume des Vorjahres.
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