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1890
Mittwoch den 24. September
Rr. 222.
Gießener Anzeiger
General-Wnzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
Alle Annoncen-Bureaux des In- und AuSlanbe- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« felfltnbcn Tag erfcheinendm Nummer bi- vorm. 10 Uhr.
Nedactton, Expedttis» und Druckerei:
-chntstratze
Fernsprecher 51.
vierteljähriger A-ouue«e«tspretAi 2 Mark 20 Pfg. o* Bringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Die Gießener AnmittenStttt-r OHtben dem Anzeiger »Hchentlich dreimal beigelegt.
Der
KUtener Anzeiger erscheint täglich, wtt Ausnahme deS Montags.
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Hratisöeikage: Gießener KamitienMtter
Anrttictzev Theil.
Gießen, am 22. September 1890. Betr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfaffungs- eides.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzh. Vürgerrrreistereierr de- Sretses.
Die Ableistung des Huldigungs- und Verfaffungseides seitens der neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Äroßh. Hessischen Untertanen, welche sich, ohne Ortsbürger M werden, verheirathet haben, soll wie folgt, stattfinden:
1) der Orts- und Hefl. Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg und Homberg gelegenen Gemeinden Samstag den 4. Octbr. L I., Vormittags 9 Uhr, in dem Rathhause zu Grünberg;
2) derjenigen aus den in dem Amtsgerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden Dienstag den T Oetbr.
I. I., Vormittags 10 Uhr, in dem Regierungsgebäude (aus dem Brand) zu Gießen;
3) derjenigen aus den in den Amtsgerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden Mittwoch den 8< Oetbr. I. I., Nachmittags 1 Uhr, in dem Rathhause zu Lich;
4) derjenigen aus den in den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Laubach und Nidda gelegenen Gemeinden Mittwoch den LS. Oetbr. I I., Nachmittags D/r Uhr, in dem Rathhause zu Hungen.
Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen 3U den Terminen vorzuladen und wie geschehen unter Angabe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen oder zu berichten, daß Niemand vorzuladen war.
Hallen sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben.
v. Gagern.
Z)olittsche Uebevficht.
Gießen, 20. September.
Die Kaiserbegegnung von Rohustock gehört nun der Vergangenheit an, aber so kurze Zeit sie auch nur währte, so hat sie doch der Welt vollauf gezeigt, daß Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef entschlossen sind, unverbrüchlich an dem bereits in das elfte Jahr gehenden engen Bündnisse zwischen ihren Reichen festzuhalten. Besonders bezeichnend -für den Character der Monarchen-Zusammenkunft auf schlesischem Boden ist die Scene, welche die Kaisermanöver des 5.
Feuilleton.
Der Mann ohne Kopf.
Novelle von Woldemar Urban.
(Nachdruck verboten.)
I.
Der Saal war übersüllt. Heiß und beklemmend lag die dicke Atmosphäre auf der eleganten Versammlung, und der Redner auf der Tribüne setzte im Schweiße seines Angesichts und in stundenlanger Rede die Humanitären Zwecke 'fcer Versammlung auseinander. Die kleine, hübsche Com- merzienräthin Claasen war schon längst vom Anhören dieser .endlosen Perioden ermüdet und beschränkte ihre Geistesthätig- Leit darauf, sich zu überlegen, warum die echte Humanität, Don der der junge Redner so viel sprach, einer so fürchterlichen Anstrengung bedürfe, um bei den Mitmenschen geweckt zu werden, warum die endlosen, peinlichen Wohlthätigkeits- bazare und Vorstellungen nöthig waren, wenn jeder — wie sich das doch eigentlich von selbst verstand — das Herz aus dem rechten Fleck hatte. Aber die rundliche Dame kam auch mit diesen Ueberlegungen zu keinem greifbaren Resultat und .gab sich schließlich beunruhigenden Zweifeln an der Sorgsamkeit und Vorsicht ihrer Bonne hin, der sie im Comptoir ihres Mannes den Auftrag gegeben hatte, die kleine Lisbeth, ihre -einzige Tochter, nach Hause zu geleiten. Wenn dem Kinde aus der Straße etwas passirte! Die Commerzienräthin wurde höchst unruhig und wünschte in der Aufregung ihres Mutterherzens den Redner mit sammt seiner dauerhaften und geräuschvollen Humanität hin, wo der Pfeffer wächst. Aber das nützte nichts. Im Gegentheil fuhr der Redner mit einer höchst unglücklichen Redeenergie fort:
und 6. preußischen Armeecorps am Samstag abschloß. In einer markigen Ansprache an seine hohen Gäste, den Kaiser von Oesterreich und den König von Sachsen, drückte Kaiser- Wilhelm die Hoffnung aus, daß sich die preußische Armee unter seiner Führung gegen früher nicht verschlechtert habe und daß hiermit die Bürgschaft für die Festigkeit und Stetigkeit der bestehenden Waffenbrüderschaft gegeben sei. Und die Erwiderung des österreichischen Herrschers war diesen bedeutungsvollen Worten seines kaiserlichen Freundes und Verbündeten vollkommen angepaßt, denn inmitten des die Monarchen umgebenden Kreises von Fürstlichkeiten und hohen Würdenträgern erklärte Kaiser Franz Josef, daß er stolz darauf sei, einen Bundesgenossen zu haben, der über solche Truppen verfüge. Diese ganze historische Scene bekundet in nicht mißzudeutender Weise das fernere kräftige Zusammenstehen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, und die dem deutschen Reichskanzler v. Caprivi seitens des österreichischen Kaisers durch Verleihung des Großkreuzes des Stesansordens in Brillanten zu Theil gewordene außergewöhnliche Ordensauszeichnung besiegelt äußerlich die innige Fortdauer dieses Bündnisses. — Das „Wiener Fremdenblatt" bezeichnet die von den beiden Kaisern ausgesprochene Bekräftigung treuer Waffenbrüderschaft als von hoher friedlicher Bedeutung und bemerkt hinsichtlich der dem Reichskanzler v. Caprivi verliehenen hohen österreichischen Ordensdecoration, dieselbe beweise, welches Vertrauen der Herrscher Oesterreich-Ungarns dem Nachfolger des Fürsten Bismarck entgegenbringe.
Am Sonntag fand in Homburg in der Pfalz der äußerst zahlreich besuchte diesjährige pfälzische Katholikentag statt, aus welchem eine Reihe von Reden über die Presse, über das Programm der Centrumspartei, über die Socialdemokratie, die Mittel zur Hebung des Bauernstandes, die gegenwärtige Lage der katholischen Kirche u. s. w. gehalten wurden. Am gleichen Tage hielt die süddeutsche Volkspartei ihre zwölfte Generalversammlung in Würzburg ab. Ueber den Verlauf derselben berichtet der officiöse Telegraph sehr lakonisch, daß die vorgeschlagene Abänderung der Staturen genehmigt wurde, woran sich die Vornahme der Ausschußwahlen schloß. Als Vorort wurde Stuttgart, als Ort der nächsten Versammlung Pforzheim bestimmt.
In Hannover wurde am Samstag eine Versammlung der Abtheilung „Hannover" der deutschen Colouialgesellschaft abgehalten, bei welcher u. A. auch Oberpräsident v. Bennigsen und die beiden Afrikareisenden Dr. Schweinsurth und Dr. Peters zugegen waren. Letzterer gab einen höchst interessanten Rückblick über seine afrikanische Expedition und bezeichnete als deren kritische Momente die ihr in Zanzibar entgegengetretenen Einflüsse, dann den ohne Tauschartikel ausgeführten Vormarsch m die Massailänder und endlich den gefahrvollen Marsch von Usoga über den Nil nach Urjanda hinein. Aus
„Die Bedürsnißlosigkeit, meine Herrschaften, befördert die Aufopferungsfähigkeit, woraus consequenterweise folgt, daß das Bedürsniß in seiner höchsten Ausbildung, dort, wo es Luxus wird, die Aufopferungsfähigkeit, die Humanität und auch den Patriotismus verschlingt. Die Geschichte der Völker, die Entstehung, Blüthe und der Verfall ihrer Cultur bestätigt diesen Ersahrungssatz--*
„Wenn sie nur nicht durch die Friedrichsstraße gegangen sind, dort sind immer viel Wagen und Menschen," dachte Frau Claasen bei sich.
--Die Cultur des Herzens, meine Herrschaften, des ists, was uns fehlt. Die Cultur des Herzens und der Innerlichkeit, die allein berufen sind, die schönen Blüthen der Humanität zu zeitigen, das Weltelend zu mildern, lassen uns diese angelegen sein. Bieten wir dem wilden Kampf ums Dasein, wie er in nie dagewesener Weise in unseren Cultur- centren, in unseren Weltstädten entbrannt ist; bieten wir dem Naturalismus, dem Egoismus der Neuzeit, diesem Gift, der Humanität, ein Paroli, lassen Sie uns, meine Herrschaften —"
„Gott sei Dank," dachte Frau Claasen und zupfte ihre Handschuhe zurecht, „jetzt kommt er zum Schluß. Nun aber rasch nach Hause. Mein Gott, es wird doch nichts passirt sein. Das wäre ja schrecklich. Komm," sagte sie dann, als der Redner glücklich geendet hatte, zu ihrem Manne, „komm, rasch nach Hause."
„Wir müssen doch dem Redner erst noch unseren Dank aussprechen und speciell ich als Vorstandsmitglied kann nicht umhin, ihn zu einem Tropfen Veuve Cliquot einzuladen," erwiderte der Commerzienrath.
„Ums Himmelswillen, Fritz, ich kenne Deine Tropfen —" „Laß das gut sein, Miezchen, es geht nicht anders. Professor Rauscher hat mit seiner Rede Wunder geleistet, wir müssen ihn in zarter Weise entschädigen."
den ferneren Ausführungen des Redners ist die bislang noch nicht bekannt gewesene Thatsache hervorzuheben, daß die von Dr. Peters im Süden des Victoriasees abgeschlossenen Verträge jetzt von der deutschen Regierung ratificirt worden sind. — Die Versammlung ehrte den verdienten Afrikasorscher durch Ueberreichung eines silbernen Lorbeerkranzes und auch auf dem am Sonntag nachgefolgten Festmahle der Versammlung wurde Dr. Peters mehrfach gefeiert, besonders durch einen Trinkspruch des Oberpräsidenten v. Bennigsen. Ebenso wurden die treuen Reisegefährten des Dr. Peters, die Lieutenants v. Tiedemann und Borchert, durch Toaste ausgezeichnet.
Deutsche» Reich.
Bunzlau, 21 .September. Der Kaiser begab sich heute Vormittag um IO1/! Uhr mit dem Grasen Friedrich Solms im offenen Zweispänner von Klitschdorf nach Thammendorf und wohnte in der dortigen Kirche dem Gottesdienste bei. Bei der Rückfahrt nach Klitschdors bildete der Kriegerverband des Queisthales Spalier. Nachmittags 3 Uhr unternahm der Kaiser eine Spazierfahrt durch den Park und durch das Waldrevier, wo die morgige Jagd stattfinder.^ Heute Abend 8 Uhr findet Diner im Schlosse statt.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Berlin, 22. September. Das „Militär-Wochenblatt" veröffentlicht die Ernennung der Herzogin von Connaught zum Ches des Infanterie-Regiments Nr. 64. Das „Militär- Wochenblatt" veröffentlicht ferner die Ernennung von Seeckt und Keßler zu Generälen der Infanterie, Reibnitz hat den Character eines Generals der Infanterie, General der Infanterie Hahnke hat das Patent seiner Charge erhalten. Häseler ist zum General der Cavallerie befördert worden, Brauchitsch zum Director der Kriegsakademie, Oidtmann zum Jnspecteur der Kriegsschule, Lippe zum Abtheitungschef im Militärcabinet.
Düffeldorf, 22. September. Gestern ist Dom Pedro, von Essen kommend, mit Gefolge in Begleitung des Geheime- raths Krupp hier eingetroffen. Er besichtigte die Kunstausstellung, fuhr durch die Stadt und besuchte den Hofgarten.
Bunzlau, 22. September. Der Kaiser traf mit dem Grasen Friedrich von Solms Abends 10 Uhr im offenen Zweispänner auf dem hiesigen Bahnhose ein und setzte um 10 Uhr 8 Minuten mittelst Sonderzuges die Reise nach Ostpreußen fort. Die Stadt ist festlich geschmückt und illuminirt. Die Vereine und Innungen bildeten Spalier.
Rudolstadt, 22. September. Der hier für Anfang October geplante Congreß für Volkswohl findet nicht statt.
„Ich sehe keine Wunder, Fritz, und Du wirst mich deß- halb entschuldigen, wenn ich direct nach Hause fahre."
„Nein, aus keinen Fall. Wir gehen nach dem Vorstandszimmer hinüber, die Damen sind alle da, sie müssen die Honneurs machen. Mein Gott, das ist doch nicht zu viel verlangt ! Wenn man auch nicht verlangt, daß Ihr Euch direct an der Lösung der socialen Frage betheiligen sollt, so müßt Ihr doch wenigstens gewisse gesellschaftliche Pflichten übernehmen, die--kurz, es geht nicht anders, Miezchen, Du
mußt mit."
„Fritz!" sagte die junge hübsche Frau bittend, und in ihrem Blick lag eine Welt voll Gemüth und Gefühl, „ich muß nach Lisbeth sehen."
Commerzienrath Claasen war nicht mehr jung, aber doch auch noch nicht so alt, daß er für derlei hätte unempfindlich sein sollen.
„Liebes Kind," sagte er fast ein wenig verlegen, „wie Du willst. Ganz wie Du willst. Aber Du wirst nicht verlangen, daß ich Dich begleite. Es würde doch etwas sonderbar aussehen."
„Ich verlange ja das auch gar nicht. Löse Du nur Deine sociale Frage weiter, wenn ich nur nicht dabei sein muß. Aber nicht wahr, Fritz, nicht zu viel!"
Dabei hob sie den Finger schelmisch drohend empor.
„Aber, liebes Kind, wer wird denn so sein! Ein oder zwei Glas."
„Na, na!"
Er küßte ihr galant die Hand und brachte sie an den Wagen. Wenige Minuten später hielt der Wagen vor einer eleganten Villa der Thiergartenstraße und Frau Commerzienräthin Claasen stieg rasch aus.
„Wo ist Lisbeth?" fragte sie den ihr öffnenden Dienere „In ihrem Zimmer, gnädige Frau."


