Ausgabe 
24.8.1890 Erstes Blatt
 
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Nr. 196. Erstes Blatt. Sonntag den 24. August

Der

Oietzeuer Anzeiger erscheint täglich, eit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener Inmilten Ställer »erden dem Anzeiger »Achentlich dreimal deigelegt.

Gießener Anzeiger

Keneral-Mnzeiger.

1890

Biertelsähriger AöounementspreiA- 2 Mark 20 Pfg. tnft Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg,

Redaction, Expediti»» und Druckerei:

-ch»tstr«ße Jlt.i, Fernsprecher 61.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.

Hratisöeikage: Gießener Kamitienötätter

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den rslgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegm.

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Amtlicher Shell.

Gefunden: 1 Vorstecknadel, 1 Spazierstöckchen, 1 Paar Handschuhe, 1 Mefferchen, 1 Sielscheid, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Fingerring, 1 Schürze, 1 Lederriemen, 1 Münze, 1 Wagendecke, 1 Strickzeug, 1 Armband.

Gießen, den 23. August 1890.

Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Kraemer.

Gießen, den 19. August 1890.

Betreffend: Die Aufstellung der Voranschläge der evangelischen Kirchenfonds für 1891/92.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die evangelischen Kirchenvorstande des Kreises.

Unter Hinweis auf § 4 der Instruction zur Fertigung derVoranschläge über dieVermögensverwaltung der evangelischen Kirchen vom 31. August 1885 beauftragen wir Sie, die rubricirten Voranschläge nach Anhörung des Kirchenrechners so rechtzeitig auszustellen, daß die Berathung desselben im Gesammt-Kirchenvorstand und in der Kirchengemeinde- Vertretung im Monat September stattfinden und. die Vorlage an das betr. Großherzogliche Dekanat bis spätestens Mitte October erfolgen kann.

Insofern ein Beitrag der Civilgemeinde zur Deckung des kirchlichen Deficits in Anspruch genommen werden muß, ist nach § 24 Ord.-Nr. 10 der Klrchenvoranschlags-Jnstruction alsbald nach der Berathung des Voranschlags im Kirchen­vorstand und in der Kirchengemeinde-Vertretung der Bürger­meisterei unter Mittheilung eines Auszugs aus dem Voranschlag von der Höhe des nothwendigen Beitrags Nachricht zu geben, damit in dem Gemeindevoranschlag der erforderliche Credit ordnungsmäßig gewahrt werden kann.

Bezüglich des II. Theils des Kirchenvoranschlags (Pfarr­besoldungsfonds) verweisen wir auf unsere Verfügung vom 23. August v. I. Anzeiger Nr. 200 und empfehlen Ihnen, die Ausführungen derselben auch bei diesem Vor­anschlag genau zu beachten.

Insbesondere wollen Sie die Revisions-Verhandlungen zu den Voranschlägen für 1890/91 bei Aufstellung des neuen Voranschlags berücksichtigen und genau nach den dort ge­troffenen Anordnungen verfahren.

Alsbald nach der Abgabe der Voranschläge an die Großherzoglichen Dekanate wollen Sie uns dies berichtlich anzeigen.

I. V.:

Jost, Regierungs-Rath.

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau.

Berlin, 22. August. Heute Vormittag wurde die große Märkische Gartenbau-Ausstellung aufTivoli durch den Vorsitzenden der Gartenbau-Gesellschaft in Berlin, Chone, eröffnet. Er betonte die dem Gartenbau Seitens des Herrscher­hauses stets gewährte Unterstützung, gedachte dankend der bewilligten Staatspreise und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser.

Aachen, 22. August. Das Dach der Maschinenhalle der neuen Webeschule ist heute Vormittag ein gestürzt. Eine Person ist tobt, acht wurden schwer verletzt, darunter zwei Webeschüler.

Fulda, 22. August. Die Bischoss-Conferenz wurde heute Morgen 7j/2 Uhr mit einer Andacht in der Bonifaciusgruft geschlossen. Die Beschlüsse werden geheim gehalten. Der Fürstbischof Kopp reiste um 9 Uhr nach seinem Geburtsort Duderftadt, die übrigen Theilnehmer ver­lassen Fulda im Lause des Tages.

Halle, 22. August. Dem Vorstande des Vereins deutscher Ingenieure ist auL dem Geheimen Civil- cabinet des Kaisers folgendes Telegramm zugegangen: Narwa-Palais, 21. August. Der Kaiser, durch die tele­graphische Begrüßung des bei Einweihung eines bedeutsamen Denkinals versammelten Vereins erfreut, lassen bestens danken. Lucanus."

Nürnberg, 22. August. Das von der Colonialgesellschaft zu Ehren des Dr. Peters veranstaltete Banket war stark besucht.

Weiz (Steiermark), 22. August. Drei durch einen Ge­wittersturm ins Rollen gebrachte Lastwagen haben gestern Abend nahe bei Preding mit einem Personenzug collidirt. Mehrere Personen wurden verletzt.

Paris, 22. August. Dem Vernehmen nach dürften einige Schiffe des Mittelmeergeschwaders, falls König Humbert sich zu dem am 22. September stattfindenden Stapellaufe nach Spezzia begiebt, dort erscheinen, um den König im Namen Carnots zu begrüßen.

London, 22. August. Kaiser Wilhelm ließ durch die hiesige deutsche Botschaft 50 Pfund an das Matrosen- Jnstitut in Portsmouth überweisen, dessen Patronat er während seiner letzten Anwesenheit in England übernommen hat. Berichte aus Irland constatiren, daß im Districte Timoleague (in der Grafschaft Cork) von 8000 Personen 3000 ohne Lebensmittel sein werden, wenn nicht binnen Monatsfrist Hilfe geschaffen wird. Viele Bewohner sind schon durch den Genuß verdorbener Kartoffeln erkrankt.

London, 22. August. In der fiscalischen Pulver­mühle von Waltham Croß (in der Grafschaft Essex) erfolgte heute eine Explosion- bisher wurden zwei Tode aufge­funden.

Mons, 22. August. Der S t r i k e breitet sich weft a aus; die Anzahl der Strikenden beträgt jetzt 12,000. Ueberall herrscht Ruhe. Gestern wurden Arbeitermeetings in Jemappes, Cuesmes, Quaregnon und Frameries abgehalten.

Kopenhagen, 22. August. Das österreichische Ge­schwader hat den Hafen heute wieder verlassen.

Madrid, 22. August. In den von der Cholera in- ficirten Provinzen sind gestern 73 Erkrankungen und 49 Todes­fälle vorgekommen.

Petersburg, 21. August. Caprivi, Schweinitz und Raschdau sind von Narwa hier eingetroffen. Sie verbleiben morgen hier und begeben sich Sonnabend Vormittag nach Peterhof, wo Lucanus und die Beamten des Civilcabinets bereits eingetroffen sind.

Petersburg, 22. August. Die hiesige deutsche Colo- n i e gibt heute den deutschen Marine-Offizieren ein Diner im Dachtclub.

Narwa, 22. August. Die Manöver endigen heute in der Richtung nach Kraßnoje - Selo. Das Hauptquartier ist gegenwärtig in Gomontowo.

Gomontowo, 22. August. Die Manöver wurden heute Nachmittag beendigt. Das Ostcorps erwartete in der Schlachtlinie concentrirt das Westcorps und warf dasselbe nach hartnäckigem Kampfe zurück.

Bukarest, 22. August. Bei der Stichwahl im Di- ftricte Roman wurde der conservative Oberst Fotea zum Senator gewählt.

New'Dork, 22. August. Die Passagiere des bei Long- Jsland gestrandeten DampfersDiana" sind von der Augusta Victoria", welche nach New-Uork zurückkehrt, aus­genommen worden. Man hofft, dieDiana" wieder flott machen zu können.

Newyork, 22. August. Im Widerspruch mit den ander­weitigen bisherigen Nachrichten sagen Berichte aus La Liber- tad, San Salvator habe die vom diplomatischen Corps in Guatemala gemachten Friedensvorschläge, wonach der Präsident Ezeta demissioniren, der Vizepräsident Ayala die Präsidentschaft provisorisch übernehmen und nach den vor dem 22. Juli in Kraft gewesenen Gesetzesbestimmungen Neu­wahlen für die Präsidentschaft ausschreiben sollte, als ihm nachtheilig abgelehnt; die Wiederaufnahme der Feindselig­keiten sei wahrscheinlich.

Newyork, 22. August. Der Führer derknights of labour, Powderly, richtete an die Arbeiter ein Mani­fest mit der Aufforderung, sich den Arbeiterorganisationen im Kampf gegen die Monopole anzuschließen.

Newyork, 22. August. Der DampferAugusta Victoria" ist gestern Abend hierher zurückgekehrt; er landete 363 Fahr­gäste der g e st r a n d e t e nD a n i a".

Melbourne, 22. August. Wie dasBureau Reuter" meldet, wird in Folge des Strikes die Lage in Victoria und Neusüdwales stets bedenklicher. Viele Hüttenwerke und Fabriken müssen wegen des Kohlenmangels demnächst ge­schlossen werden. In Wollongong haben bereits neun Gruben den Betrieb eingestellt. Die Rheder von Melbourne und Sydney treten in Albudy zur Berathung der Situation zu­sammen.

Buenos Aires, 22. August. Der Kriegsminister Levalle und der Finanzminister Lopez demissionirten.

Die land- und forstwirthschaMche Berufg- genossen schäft für das Großherzogthum Hessen.

Darmstadt, 19. August.

Am 16. August fand die Genossenschafts-Ver­sammlung der land- und forstwirthschaftlichen

Berufs genossen sch ast für das Großherzogthum Hessen unter dem Vorsitze des Großh. Regierungsraths Nover dahier statt. In derselben war auch Großh. Landesversicherungsamt durch dessen Vorsitzenden, Herrn Ministerialrath Emmerling, und Herrn Regierungsrath vr. Zeller vertreten. Der für das abgelausene erste Geschäftsjahr der Genossenschaft (1889) vorgelegte Verwaltungsbericht behandelt in einer Einleitung die in Betracht kommenden gesetzlichen Bestimmungen, die Statistik des Großherzogthums, die Organisation der Genossen­schaft, namentlich die Zuständigkeiten der Genossenschafts­versammlung, des Vorstandes und der Vertrauensmänner, die Einrichtung der Genossenschaftscataster und Art der Erhebung der Genossenschaftsbeiträge, erwähnt die Zahl der vorge­kommenen Unfälle, die Summe der gewährten Entschädigungen, bespricht das Verfahren bei deren Festsetzung, die Frage über Aufstellung eines Gesahrentarifs, des Erlasses von Unfall­verhütungsvorschriften, der Einschätzung der landwirthschast- lichen Nebenbetriebe und der außerhalb des Großherzogthums gelegenen, zu einem Betriebe innerhalb desselben gehörigen Grundstücke. Damit ist kurz die Geschichte der Genossenschaft im ersten Jahre ihres Bestehens verbunden.

Dem eigentlichen Verwaltungsberichte ist Folgendes zu entnehmen:

Die Zahl der in 1889 eingelausenen Unfallanzeigen beträgt 145, darunter 101 landwirthschastliche und 44 forst- wirthschastliche. Von diesen 145 wurden für 51, darunter 33 landwirthschastliche und 18 forstwirtschaftliche, in 1889 Entschädigungen ausgesetzt. Diese Unfälle betreffen:

I. Nach Zahl, Alter und Geschlecht der Verletzten:

1) Erwachsene: a. männliche Personen 47, b. weibliche Personen 3, 2) Jugendliche (unter 16 Jahren): a. Männliche Personen 0, b. weibliche Personen 1, zusammen 51.

Es war

II. Veranlassung und Art?8es Unfalls durch:

1) Handwerkszeug und elrffache Geräthe (Hämmer, Aexte, Spaten, Hacken, Sensen rc.) 2, 2) Zusammenbruch, Einsturz, Herabfallen und Umfallen von Gegenständen, Ver­schütten durch Erde und Steine 10, 3) Herunterfallen von Bäumen, Böden, Leitern und Treppen, Gallerien, aus Luken 2CV Fall in Vertiefungen, Bassins 14, 4) Fuhrwerke (Ueberfahren durch Wagen und Karren aller Art, Pflüge, Eggen rc.), Fall von Wagen, Unfälle bei Auf- und Abladen 16, 5) Thiere (Stoß, Schlag, Biß, einschließlich aller Unfälle beim Reiten) 5, 6) Sonstige 4, zusammen 51.

III. Art der Verletzungen und zwar von:

1) Kopf und Gesicht (Augen) 12, 2) Armen und Händen (Fingern) 3, 3) Beinen und Füßen 21, 4) anderen oder mehreren Körperteilen zugleich 10, 5) sonstige Ver­letzungen 5, zusammen 51.

IV. Folge der Verletzun g:

1) Vorübergehende Erwerbsunfähigkeit 12, 2) dauernde Erwerbsunfähigkeit: a. theilweise 8, b. völlige 1, 3) Tod 14, zusammen 35 (16 Fälle noch unbestimmt).

V. Zahl der entschädigungsberechtigten Hinter­bliebenen der Getödteten:

a. Wittwen 10, b. Kinder 14, c. Ascendenten 1, zu­sammen 25.

An Unterstützungen wurden im Ganzen 3981.98 Mk. gewährt. Hiervon entfallen auf Unfälle in der Forstwirt­schaft 1745.03 Mk. und solche in der Landwirtschaft 2236.95 Mk. Im Einzelnen wurden gezahlt: I. bei Er­werbsunfähigkeit: 1) Kosten des Heilverfahrens 56.18 Mk., 2) Renten an Verletzte 2454.70 Mk. - II. bei Todesfällen: 3) Beerdigungskosten 435.35 Mk., 4) Renten an Wittwen Getödteter 363.50 Mk., 5) Renten an Kinder Getödteter 372.45 Mk., 6) Renten an Ascendenten Getödteter 69.20 Mk.- III. bei Unterbringung von Verletzten im Krankenhause: 7) Renten an Ehefrauen 21.46 Mk., 8) Renten an Kinder 22.84 Mk., 9) Cur- und Verpflegungskosten an Kranken­häuser 186.30 Mk., Summe 3981.98 Mk.

Bei der Genossenschaft sind in 1889 1647 Schriftsachen eingelaufen (in der ersten Hälfte 1890 bereits 1551). Das Inventar hat 295 Nummern. Die Genossenschaftsver­sammlung trat einmal zusammen. Der Vorstand hielt zehn Sitzungen, gewöhnlich an festbestimmten Tagen eine Sitzung monatlich. Bescheide wurden im Ganzen 92 ertheilt. Davon waren: 1) ablehnende 20, 2) erstmalige Feststellungen 56, 3) spätere Herabsetzungen der Renten rc. 16.

Gegen die Beschlüsse des Vorstandes wurde in 10 Fällen Recurs an das Schiedsgericht verfolgt, welches in 4 Fällen dem Recurse stattgab. Wegen zweier principiellen Fragen ries der Genossenschaftsvorstand die Entscheidung des Landes­versicherungsamtes an, welches in dem einen Falle zu Gunsten, in dem anderen Falle zu Ungunsten des Genoffenschafts­vorstandes entschied.