Umwandlung von Weidenanpflanzungen in Wiesen, wird kein Widerspruch erhoben und der Betrag ohne Debatte genehmigt.
Ebenso gelangt die Vorlage Großh. Regierung, betr. Genehmigung eines kilometrischen Zuschlages bei Ermittelung der Ausgaben für das Trajecneren der Eisenbahnwagen bei Worms, ohne Debatte zur Annahme- ebenso der Antrag der Abg. Schröder und Wolfs kehl wegen Vorlage eines neuen Gewerbesteuer-Gesetzes.
Zum Schluß der heutigen Sitzung beantwortet Staatsminister Finger die Interpellation des Abg. Psannstiel, betr. die Ueberhandnahme von Schwarzwild in einem Theile von Oberhessen, dahin, daß die Großh. Regierung nicht ermangeln werde, weitere Maßregeln zu treffen, um der Vermehrung des Schwarzwildes in dortiger Gegend vorzubeugen.
Morgen früh gelangt das Brandversicherungs-Gesetz zur Berathung.
Zu Anfang der Sitzung erhält der Abg. Jöst einen Ordnungsruf wegen einer vor zwei Tagen gemachten Aeuße- rung gegen das Ministerium Finger.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 22. Mai. Der Kaiser überwies der hiesigen Evangelischen Missionsgesellschaft für Ostafrika 20,000 Mk. zum Bau eines Krankenhauses in Zanzibar.
Berlin, 22. Mai. In der heutigen Sitzung des Bundesraths wurde der Beschluß des Reichstages, betr. die Vorlegung des Entwurfes einer Strasprozeßordnung, dem Vorsitzenden des Bundesraths überwiesen. Dem Entwürfe einer Verordnung zur Ergänzung der Verordnung vom 14. April 1888, betr. Abänderung und Ergänzung der Ausführungsbestimmungen zum Gesetze über die Kriegsleistungen, wurde zugestimmt.
Spandau, 22. Mai. Die Artilleriewerkstätten erhöhten den Tage lohn um 15 bis 20 pCt.
Breslau, 22. Mai. Der „Schlesischen Zeitung" zusolge genehmigte der Reichskanzler die Einfuhr lebender ungarischer Schweine aus Steinbruch auch in die Schlachthäuser zu Oppeln und Rybnik, sowie die lebender galizischer Schweine aus Bielitz in die Schlachthäuser zu Mys- lowitz, Ratibor, Beuthen, Gleiwitz, Oppeln und Rybnik.
Schwerin, 22. Mai. Der Großherzog überwies dem Centralcomite für das Bismarckdenkmal in der Reichshauptstadt fünfhundert Mark.
Hamburg, 22. Mai. Die Handelskammer lehnte entschieden das Ersuchen der strikenden Ewerführer, mit dem Vorstande über die Ursachen des Strikes zu verhandeln, ab. Die Ewerführer ersuchen die Gewerkschaften schleunigst um Geldunterstützung, da sie mittellos sind.
Bern, 22. Mai. Das Landwirthschafts-Departement untersagte anläßlich eines Specialfalles die Einfuhr von Rindern, Jungvieh, Schweinen unter 25 Kg., sowie Ziegen aus Oesterreich-Ungarn. Anderes Vieh darf nur eingeführt werden, wenn es absolut unverdächtig ist.
Montelimart, 22. Mai. E a r n o t traf Morgens 8 Uhr hier ein und wurde auf dem Bahnhofe von einer zahlreichen Menschenmenge empfangen. Bürgermeister Senator Loubet begrüßte den Präsidenten mit einer Ansprache, worin er die Anhänglichkeit der Bevölkerung an die gegenwärtige Regierungsform bestätigte. Der Präsident erwiderte, es sei seine Mission, die starke, aufrichtige und tolerante Republik, wie sie das Volk wünscht, zu vertheidigen.
Avignon, 22. Mai. Präsident Carnot ist heute Vormittag 11 Uhr hier eingetroffen, er wurde mit lebhaften Kundgebungen empfangen.
Lausanne, 22. Mai. Die internationale Commission für Prämiirung der Entwürfe für das Universitätsgebäude verlieh den zweiten und dritten Preis von 8000 resp. 5000 Francs (Ehrenpreise) den Architecten Andre (Lyon) und De- mierre (Paris). Von der Verleihung des ersten Preises wurde Abstand genommen. Der Betrag (12,000 Francs) wurde vier Entwürfen, der Architecten Legrand und Leroy (Paris), Kuder und Müller (Straßburg), Recordon (Lausanne) und Hagberg (Berlin) zuertheilt.
schwieg und der Dämmerung Schatten kroch langsam daher. Draußen aber wogte das Leben. Ungeübte Kinderftimmen sangen des Rheinliedes Melodie und die Erwachsenen unterhielten sich über die Ereignisse des Tages. Sie wußten es nicht, daß hier einer der Ihrigen seinen Geist ausgehaucht hatte. Und wenn sie es gewußt hätten, — was galt ihnen dieses Menschenleben! —
Wilhelm kniete noch immer. Ein krampshaftes Zucken verrieth den Sturm, der sein Inneres durchwühlte. Da berührte ich seine Schulter. Er hob die Hände in die Höhe und wie ein Schrei aus tiefster, qualerfüllter Brust entrang es sich seinen bebenden Lippen:
„Und ich habe Dich doch so lieb gehabt!"
Der Bann war gebrochen. Der starke Mann weinte und schluchzte wie ein Kind und seine glühenden Thränen netzten die starre Hand des todten Vaters. Wenn er es hätte fühlen können, er hätte dem reuigen Sohne gewiß verziehen. — Verziehen? — Ach, er hatte ihm ja nie gezürnt. — Mir aber traten unwillkürlich Freiligraths herrliche Worte vor die Seele:
O lieb, so lang Du lieben kannst.
O lieb, so lang Du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo Du an Gräbern stehst und klagst!"
* O, diese Fremdwörter! Ein Berliner Blatt bringt folgende Anzeige eines Pferdehändlers: „Mit einem großen Transport hocheleganter ostpreußischer Reit- ünd Wagenpferde, darunter ein sehr bedeutender Stiebelscheser, bin ich wieder eingetroffen und stehen dieselben in meiner Stalluna zum Verkauf."
London, 22. Mai. Im Unterhause erklärte Hamilton das Gerücht für unbegründet, daß ein britisches Geschwader an den combinirten deutschen Flotten- und Heeres-Manövern in und an der Ostsee theilnehme. — In der Debatte über den Ausgabe-Etat lehnte Ferguffon die Diskussion über die Unterhandlungen mit Deutschland hinsichtlich Afrikas ab und stellte in Abrede, daß England in Opfer gewilligt habe. Man müsse andere Nationen anerkennen, welche ähnliche Bestrebungen wie England haben, man müsse dieselben achten und nur sehen, daß England seine wirklichen Interessen nicht vernachlässige, und dort, wo es Rechte habe, sie nicht aufgebe. Die Verhandlungen seien im freundlichen Geiste gegenseitiger Achtung und Vertrauens geführt worden, welches durch frühere Erfahrungen hervorgerufen und durch den merkwürdigen Erfolg der Operationen Englands und Deutschlands an der Ostküste Afrikas gekrönt wordeü sei.
Kopenhagen, 22. Mai. Der König trat heute Nachmittag aus dem „Danebrog" seine Reise nach Wiesbaden über Lübeck an. Prinz Waldemar und die Prinzessin Marie geben ihm bis dahin das Geleit.
Sofia, 22. Mai. Im Panitza-Prozeß wurden bis gestern Nacht eine Reihe von Zeugen vernommen, sodann die Verhandlungen des Himmelfahrtsfestes (10/22. Mai) wegen bis Samstag früh vertagt. Das Zeugenverhör soll dann fortgesetzt und mit den Plaidoyers begonnen werden.
totales rrnd provinzielles.
Gießen, 23. Mai.
— Die diesmaligen Prüfungen der Cameralisten und Forstwirthe haben heute in dem Examen des stud. for. Heinrich Weber aus Londorf einen sehr befriedigenden Abschluß gefunden. Derselbe erhielt im Hauptfach und in zwei Nebenfächern die Note I, in einem Nebensache die Note II—I. Das Gesammtresultat der forstlichen Fachprüfung stellt sich hiernach auf die Note I, d. h. „sehr gut". Vivant sequentes!
— Sitzung der Stadtverordneten am 22. Mai. Anwesend : Herr Bürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, Seitens der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Heyligenstaedt, Hoch, Hom- berger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schmall, Schopbach, Simon, Pros. Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.
Herr Pros. Dr. Heß hat der Stadt ein Exemplar seines Werkes „Der akademische For st garten bei Gießen" überwiesen, welches Herr Bürgermeister Gnauth mit der Mittheilung an die Mitglieder der Stadtverordneten-Ver- sammlung behuss Circulation gibt, daß er Herrn Prof. Heß Namens. Derselben den Dank hierfür abstatten werde. — Die beiden ersten Gegenstände der Tagesordnung, betr. Gesuche um Ertheilung der Wirthschafts-Concession, sollen dem Anträge der hierfür vorhandenen Deputation entsprechend befürwortet werden. Herr Georg Kraft hat die Schulze'sche Wirth- schaft nebst Metzgerei an der Wallthorstraße, Frau Kaspar Vogel Wwe. für ihren Schwiegersohn Chr. Seum die früher Rost'sche Wirtschaft an der Grünbergerstraße pachtweise übernommen. — Infolge ergangener Einladung des Vorstandes des Centralvereins für das Wohl der arbeitenden Klassen, dem im Großherzogthum Hessen die Städte Darmstadt, Mainz und Offenbach als Mitglieder angehören, wird der Beitritt der Stadt Gießen beschlossen. — Dem Gesuche des Herrn L. Feidel um Feststellung der Baufluchtlinie für die Straße nach der Superintendentur wird auf Grund des vom Stadtbauamte erstatteten Berichts stattgegeben. Herr Feidel beabsichtigt, die Nebengebäude des von Frau Wwe. Hill gekauften Hauses niederzulegen und neue an deren Stelle, womöglich unter Beibehaltung der seitherigen Baulinie, aufzuführen. Das Bauamt hat sich für Festsetzung einer neuen Fluchtlinie zu Gunsten der Straßenverbreiterung geäußert. - Herrn F. Fischer soll ein Streifen früher als städtischer Weg dienenden Geländes am Schiffenberger Weg zum Preise von 60 Pfg. pro Qu.-Meter käuflich überlassen werden. — In 8 2 der Bedingungen über den Anschluß an die städtische Wasserleitung ist der Preis pro lsd. Meter Anschlußrohr auf 3.60 Mk. festgesetzt. Dieser Preis wird in Anbetracht der gestiegenen Eisenpreise und Arbeitslöhne als zu niedrig bezeichnet und hat sonach die Deputation für das Gas- und Wasserwerk eine Erhöhung in der Art vorgeschlagen, daß Häuseranschlüsse amch einem Tarif, unter Berücksichtigung der Eigentümlichkeit des einzelnen Falles, d. h. der sich ergebenden größeren oder geringeren Schwierigkeiten beim Anschluß an die Hauptrohrleitung, aus Kosten der Hausbesitzer hergestellt werden sollen. Es wird dementsprechend beschlossen. — Infolge Antrag in der Sitzung vom 20. März hat die Baudeputation im Verein mit der Land- wirthschastlichen Commission sich mit Aufsuchen anderer Lagerplätze für den Straßenkehricht beschäftigt, da die beiden Lagerplätze (an der Grünbergerstraße und an der Rodheimerstraße) als die Einwohnerschaft belästigend bezeichnet wurden. Infolge dieses Antrages wurden auch, veranlaßt durch die Mehrkosten beim Weiterfortschaffen des Kehrichts, 3000 Mk. mehr in den Voranschlag eingestellt. Die Commission hat nunmehr beantragt, an Stelle des Kehrichtlagerplatzes an der Grünbergerstraße einen solchen im Steinbach'schen Steinbruche im alten Feld, an Stelle desjenigen neben dem Schlachthause einen solchen hinter dem Schlacht- Hause, auf dem früher Brömer'schen Grundstücke, zu errichten. Es wird demgemäß beschlossen. Die Kehrichtlagerstelleneben dem Schlachthause soll demnächst mit Auffüllgrund überdeckt werden, welchen Herr Johannes Häuser aus seiner Baustelle am Seltersweg zum Preise von A) Psg. pro Cbm. zu liefern bereit ist. Bei Anlage der Kehrichtablagestelle hinter dem Schlachthause soll ebenfalls Rücksicht aus deren Ueberdeckung mit Auffüllgrund und spätere Pflasterung genommen werden, da dieses Gelände für den künftigen Viehmarktplatz in Aussicht genommen ist. — Infolge des Brandes bei der Haas-
schen Kalkbrennerei wurde die Frage angeregt, ob mit dem Großh. Kreisbauamte ein Uebereinkommen wegen Anlage eines Hydranten an der Wasserleitung für die Kliniken getroffen werden könne und dieser Frage infolge des Brandes auf der „Schönen Aussicht" näher getreten. Die Staatsbehörde hat die Anbringung eines Hydranten in Nähe der „Schönen Aussicht" unter naher präcisirten Bedingungen gestattet; die Stadtverordneten-Versammlung bewilligte die auf 115 Mk. veranschlagten Kosten. — Im Anschluß an die in voriger Sitzung beendigte Berathung der Satzungen und Dienstanweisungen in Betreff der Ausübung der Armenpflege in der Stadt Gießen wurde über die Fassung der hierzu nöthigen Vordruckbogen berathen und dieselben mit einigen kleinen Aenderungen angenommen. Herr Bürgermeister Gnauth theilt mir, daß eine Commission, bestehend aus den Herren Stadtverordneten Hoch, Pfarrer Schlosser und Polizeirath Fresenius beauftragt sei, Vorschläge über zu Bezirksvorstehern u. s. w. geeignete Personen zu machen, er ersucht die Herren Stadtverordneten, dieser Commission durch Vorschlag geeigneter Personen zur Seite zu stehen, damit später über die Besetzung der Aemter der Bezirksvorsteher und Armenpfleger berathen und beschlossen werden könne. Die neue Organisation werde wahrscheinlich am 1. October d. I. in Kraft treten.
Das im Jahre 1888 berathene Localstatut, betr. die Quartier lei st ung für die bewaffnete Macht im Frieden, setzte u. A. fest, daß einquartierungspflichtig Jeder ist, dessen Steuercapital 50 Mk., entsprechend einem Einkommen von über 500 Mk., beträgt und daß aus je 50 Mk. Steuercapital ein Mann Einquartierung kommt. Großh. Kreisamt hatte hierauf empfohlen, diese Bestimmungen dahin zu ändern, daß die Einquartierungspflicht erst bei 100 Mk. Steuercapital mit einem Mann Einquartierung und Steigung um je einen Mann bei weiteren 100 Mk. Steuercapital beginnen und möglichst darauf gesehen werden solle, daß bei Vertheilung der Einquartierungslast Niemand räumlich oder gewerblich beschränkt werde. Ferner wird von Großh. Kreisamt als Regel die Uebernahme der Einquartierung auf Kosten der Stadt (in besonderen Quartierhäusern) und nur bei besonders großer Truppenzahl auf die Einwohnerschaft empfohlen. Nach Maßgabe der Steuercapitalien hat sich für die Stadt eine Belegungsfähigkeit von 22 803 Mann für einen Tag, die Hälfte für zwei Tage u. s. w. ergeben. Die Commission für das Einquartierungswesen hat sich im Allgemeinen gegen eine Aenderung des Localstatuts im Sinne des Kreisamts ausgesprochen und einen entsprechenden Antrag dahin sormulirt,daß die Deputation für das Emquartierungswesen nicht berechtigt, sondern beauftragt sein solle, bei kleiner Einquartierung (vielleicht bis zu 150 Mann) diese in Wirths- häusern oder bei Privaten auf Kosten der Stadt nach vorher festzusetzender als recht und billig anerkannter Vergütung unterzubringen. Drittens beantragt die Deputation, von der Festsetzung der Einquartierungspflicht bei je 50 Mk. Steuercapital für'je einen Mann und Tag nicht abzusehen, aber die Bestimmung in das Ortsstatut aufzunehmen, daß Quartierpflichtige unter 2000 Mk. Einkommen womöglich nur bei gleichzeitiger Einquartierung von mehr als 3000 Mann herangezogen werden sollen. Die Stadtverordneten-Versammlung erhob alle drei Theile des Deputationsantrages zum Beschluß. — Die Berathung über „Herstellung des Weges in den Wingerten", desgl. diejenige über „Kauf zwischen der Stadt und L. Petri II." wurden ausgesetzt.
— Am Pfingstsonntag bleibt das Museum des Geschichts- Vereins geschlossen.
Friedberg, 22. Mai. Für Samstag den 24. d. M. sind Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sowie Ihre Großherzogl. Hoheiten die Prinzessinnen Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg und Alix nebst Gefolge zu Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich nach Homburg eingeladen. — Heute fahren die Allerhöchsten Herrschaften mit Gefolge nach Cransberg zum Luncheon bei Herrn und Frau v. Biegeleben.
Vermisstes.
* Frankfurt, 22. Mai. Heute früh wurde bei einem Loose- händler in der Fahrgasse eine größere Partie Lotterie- Loose der braunschweigischen und sächsischen Lotterie, welche hier vertrieben werden sollten, polizeilich beschlagnahmt.
*+ Aus dem Sauerlaude, 22. Mai. lieber ein fürchterliches Brandunglück, welches das an der waldeckisch- westsälischen Grenze gelegene Dorf Oberschleedorn (Amtsgerichtsbezirk Medebach) am 19. d. M. betroffen hat, kann ich Ihnen heute folgendes Nähere mittheilen: Das Feuer entstand gegen Mittag in einem in der Mitte des Dorfes gelegenen Hause und verbreitete sich in Folge zu jener Zeit dort herrschenden heftigen Windes mit einer furchtbaren Schnelligkeit nach zwei Seiten hin, um so leichter und heftiger, als noch eine Reihe der alten Häuser mit Strohdachung leider versehen waren, denn das Dorf Oberschleedorn liegt, wie auch schon der Name andeuten will, in keiner sehr ergiebigen und fruchtbaren Gegend und die Bewohner des Dorfes gehören zum überwiegenden Theile den ärmsten Be- völkerungsklaffeu an. Zum Unglück befand sich auch ein Theil der Dorfbewohner im Felde, die andern waren vor Angst und Schrecken völlig bestürzt, und so standen schon eine Anzahl Gebäude in Flammen, als man ernstlich an's Rettungswerk denken konnte. Erst als die ganze Mitte des Dorfes in Schutt und Asche lag, gelang es den verzweifelten Anstrengungen von Nah und Fern herbeigeeilter Feuerwehren, das entfesselte Element einzudämmen und die Gebäulichkeiten an den Enden des Dorfes vor der Vernichtung zu schützen. Einige dreißig Häuser, sowie die Kirche des Dorfes sind total eingeäschert, die Glocken zerschmolzen, alles Altargeräthe, Mobiliar rc. verbrannt. Auch die Schule war stark gefährdet, doch gelang es der Feuerwehr, das noch neue


