1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod
— Die von vielen Geschäftsleuten qeübte Gepflogenheit, bei
| Bezahlung mittelst Postanweisung 20 Pfg» für Porto«in । Abzug zu bringen, ist nach einem Entscheide des Reichsgerichts I strasvar, da in ihr ein Betrugsversuch zu erblicken ist. >
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Rhein, zu besiegen, trotzdem denselben leichtere Rennen mib Concnrrenzen, welche Krailing leicht gewinnen könnte, offen stehen. — Möge morgen auf dem heimathlichen Wasser die Ausdauer der hiesigen Gesellschaft durch einen ehrenvollen Sieg belohnt werden.
— Allgemeine Rerttenanstalt zu Stuttgart. Die Ge- schäftsergednisse dieser Anstalt im Jahre 1889 können als befriedigend bezeichnet werden. Bei der Lebensversicherung hatte sich der Zugang wesentlich gesteigert und die Sterblichkeit ist wieder bedeutend hinter der rechnungsmäßigen Annahme zurückgeblieben. In der Rentenversicherung haben die Einlagen eine noch nie dagewesene Hohe erreicht. Das Gesammtvermögen der Anstalt beträgt JL. 65 222 338, wovon 86°/0 in vorschriftsmäßig gesicherten Hypotheken angelegt sind. Die Reserve- und Sicherheits-Fonds (Exlrareserven) sind aus 4548279 gestiegen. Der Verwaltungsaufwand betrug 428644, also nur 0,66% des Gesammtoermögens. Der reine Gewinn beziffert sich auf JL 366661 (J4 28042 mehr als im Vorjahrei. Als Dividende kommen zur Vertheilung 28% der Prämien bei der Lebensversicherung und 5o/o der Rente bet der Rentenversicherung. Auch im laufenden Jahre ift der Zugang an neuen Versicherungen wieder ein sehr lebhafter.
(6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte
bei K- Haas, I. Lein, L. Keil 75
Jeder Versuch bringt dauernde Abnehmer des Holländ. TadakS, 10 Pfd. fco. 8 Mk. nur bei B. Becker in Seesen a. Harz. [156
Universität- - Nachrichten.
— An der Universität München sind in diesem Semester 3551 Studtrende eingeschrieben.
— Der bisherige Privatdocent Professor Dr. Ludwig 23 He «er zu Berlin ist zum außerordentlichen Professor in der medictnischen Facultät der dortigen Universität ernannt worden.
vermischter.
* Mainz, 16. Juni. Eine eigenartige Kindesaussetzung fand am Samstag hier statt. Kam da ein Bäuerlein aus I dem Nassauischen mit seiner Tochter, die einen drei Monate I alten Sprößling auf dem Arm hatte. Der Vater desselben I liegt zur Zeit seiner Pflicht ob, sich zum Vaterlandsver- I theidiger auszubilden und da mag er wohl nicht gut in der Lage sein, Alimente für besagten Sprößling auszubringen. Ihn an seine Pflicht zu mahnen, deßhalb war das Trio aber aus dem Nassauischen hierhergekommen. In der Eisgrub- kaserne wurde der Betreffende aufgesucht und da er momentan nicht in seiner Stube war, legte die junge Mutter das Kind einfach aus das Bett des Gesuchten und Vater und Tochter entfernten sich schleunigst. Die Belegschaft der Stube nahm | sich des Kindes liebevoll an, kaufte eine Milchflasche und Milch und gab demselben zu trinken, trug es auch herum, als es schrie. Dem nun aufmerksam gemachten Feldwebel war der Zuwuchs der Compagnie aber keineswegs erwünscht und er erstattete Anzeige bei der Polizei und diese, welcher der Vater des Kindes beigegeben war, recherchirte nach der Mutter und ihrem Vater, welche Beide in Kastel, als sie eben den Bahnzug besteigen wollten, sistirt wurden. Sie mußten das Kind wieder abholen und dann erst dursten sie wieder in die Heimath zurückreisen.
* Coburg, 15. Juni. Selbstmordversuch. Als vor einigen Tagen ein hiesiger 20 jähriger Marin in einem Anfall von Lebensüberdruß in den Fluthen der Jtz den Tod suchen wollte, brachten ihn vier etwa 16 jährige Mädchen wieder an das Ufer zurück und von seinem Vorhaben ab. Sie lieferten alsdann den Selbstmordcandidaten seinem Vater aus, der nicht wenig verwundert war über die „mannhafte" That dieser vier kleinen Amazonen.
* Im Feldzug 1870—71 wurden im Ganzen 116,820 deutsche Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften und Beamte verwundet. Davon blieben auf dem Schlachtfeld 17,255 Mann oder 14,8 pCt.- in Behandlung kamen 99,566; im Lazareth starben noch 11,023 Mann. 7325 Pferde kamen um und 1700 wurden vermißt.
* Lanzensch'äfte aus Aluminium • Bronce. Nach dem „Electrotechn. Anz." werden zur Zeit Versuche gemacht, die Schäfte für die Lanzen, mit welchen die deutsche Cavallerie ausgerüstet werden soll, aus Aluminium-Bronze nach dem Mannesmann-Verfahren herzustellen.
Brodpreise
vom 22. Juni bis 6. Juli 1890°
Bei de« Bäckern.
Friedberg, 20. Juni. Heute begaben sich die Allerhöchsten Herrschaften mit Gefolge nach Meerholz, um den dortigen Jsenburg-Büdingen'schen Herrschaften einen Besuch abzustatten.
— Der Bezirkscommandeur des Landw.-Bez. Friedberg Major z. D. Winter wurde zum Oberstlieutenant befördert.
Lauterbach, 19. Juni. Se. Majestät der Kaiser haben dem Rittmeister Riedesel, Freiherr zu Eisenbach, die Erlaubniß zur Anlegung des Ritterkreuzes des Königlich Dänischen Danebrog-Ordens ertheilt. ".'9
— Die eheliche Verbindung zwischen Gg. Riedesel, Freiherr zu Eisenbach-Altenburg, Erbmarschall zu Hessen, und Frl. Hedwig von Wentzel sand in Berlin am 16. Juni statt.
bei W- Löber 28 ...... 58
bei W. Löber» 56, 27 54 25 bei K. Lenz Wwe. 24 50 bei K. Lenz Wwe. 48
) Schwarzbrod 1. Sorte . . ) Schwarzbrod 1. Sorte . .
Lingcjandt.
Gieße«, 20. Juni.
Verkehr, Land- und Velkswirthschaft.
Gieße«, 21. Juni. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 0,80—0,90, Hühnereier 1 St. ,2 St. 11-13 H, Enteneier 1 St. 7— 2 St. — H,
Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar JL 0,60—0,80, Hühner pr. Stück X 1,20—1.50, Hahnen pr. St- 0,80-1,50, Enten pr. Stück JL 1,50-1,80, Ochsenfleisch pr. Pfd 68-72 H, Kuh- und Rindfleisch 60-62 H, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 56-4)8^ Kalbfleisch 52-60 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo A 5,00-5,50, Weykraut pr. St. 6-8 Zwiebeln per Centner 12,00—00,00, Milch per Liter 12—18 H, Kirschen per Pfd- 25—30 H.
Temperatur Oer Lahn und Oer Lust am 21. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16« Luft 17i/2 Gr.
._______________________________________Rübsamen.______
Briefkasten.
O. in 23. Den Vorgang in G. am 16. März jetzt noch zu besprechen, sind wir ebensowenig willens wie andere Zeitungen. Die edle That des Kindes wird die gebührende Anerkennung schon finden.
Anszng ans den StandesanBtseegistevn
der Stadt Gießen.
Aufgedote. ri , t tI
Juni: 17. Eduard Heinrich Rupp, Schornsteinfeger dahier, mit Phtlippine Schäfer zu Herborn.
Eheschließungen.
Juni: 18. Ferdinand Daue-nheim von hier, Heizer zu Laubach, mit Wilhelmine Meinhardt von bter.
Geborene. , ,
Juni: 8. Dem Kaufmann Karl Ferdinand Kerber ein Sohn. 10. Dem Brauereidesitzer Wilhelm Friedel eine Tochter, Sophia Johanna. 11. Dem Schneider Georg Hartmann eine Tochter, Elisabeth. 12. Dem Schreiner Georg Adam Hainer eine Tochter, Luise Katharine. 13. Dem Fuhrmann Heinrich Kempf eine Tochter. 13. Dem Hilfstelegraphist Julius Wenzel ein Sohn, August Ludwig Karl. 15. Dem Schuhmachermeister Ludwig Wiedmeyer eine Tochter, Elisabeth Dina.
Gestorbene.
Juni: 13. Sophie Schmandt, ged. Fttt, 31 Jahre alt, Ehefrau von Bergmann Johann Heinrich Schmandt zu Watzenborn. 16. Karl Wilhelm Montanus, 38 Jahre alt, Kaufmann dahier. 16. Katharine Pirr, geb. Pfaff, 29 Jahre alt, Ehefrau von Fabrikarbeiter Ludwig Pirr zu Grotzen-Ltnden. 16. Ludwrg Reh, 48 Jahre alt, Maurer dahier. 17. Jacob Schleuning, 29 Jahre alt, Schreiber dahier. 17. Johannes Düringer, 62 Jahre alt, Bäcker von Oberhörgern. 17. Durch Enthauptung: Johann Georg Häuser, 27 Jahre alt, von Bobenhausen, Amtsgerichts Ulrichstein.
Arrrzvg aus den Kirchenbüchern
der Stadt Gieße«.
Evangelische Gemeinde.
Den 18. Juni. Ferdinand Wilhelm Ludwig Balthasar Earl Heinrich Johannes Dauernheim, Heizer zu Laubach, und Melmine Katharine Luise Meinhardt, Tochter des Schuhmachermetsters Carl ^^Den 19. Juni." Johann Ludwig Schmidt I., Privatmann zu Gießen, ein Wtltwer, und Caroline Vierheller zu Gießen.
Getaufte. . , , , c
Den 15. Juni. Dem Schreiner Justus Heck ein Sohn, Adolf Ludwig Max, geboren am 7. April.
Denselben. Dem Schriftsetzer Richard Petermann eine Tochter, Johanna Emilie, geboren am 1. Juni. ~
Denselben. Dem Kaufmann Heinrich Konrad Metz eine Tochter, Marie Margarethe Elise, geboren am 13. Mai.
Beerdigte.
Den 18. Juni. Carl Wilhelm Montanus, Kaufmann, alt 38 Jahre, starb am, 16. Sunt Scribent und Bureau-
Gehilfe, ledig, olr 27 Jah.e, starb am 17. Juni. _
Bei de« Brodverkärrfern.
Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod
h ff ) n
(4 Pfd.) Weißbrod.....
(2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte
(4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte
(2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte
(4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte
Den „N. Hess. Volksbl." wird von hier geschrieben:
„)( Gießen. 19. Juni. Bei der vorgestrigen Hinrichtung des Vatermörders Häuser fungirte als Gehülfe des aus Sachsen stammenden Scharfrichters Brandein stattlicher Mann aus Darm-
stad,, der mit großer Fertigkeit und Kaltblütigkeit die ihm übertragene Arbeit ausführte. Wie man vernahm, hat diesec Mann schon bei 5 oder 6 Hinrichtungen mitgewirkt, so auch im Jahre 1883 bei der hier vollzogenen Hinrichtung des Minders Schneider aus Willofs. Es ist einigermaßen auffallend, daß in unserer Stadt, trotzdem hier die Anatomie und so viele Kliniken vorhanden sind, kein Gehülfedes Scharfrichtersgesunden werdenkonnteundmansich dieser- halb nach Darmstadt wenden mußte. Der von dort gekommene Mann erhielt außer den Tages- und Reisespesen eine Vergütung von 30 Mk. ausbezahlt. Daß ihn der schauerliche Act keineswegs angegriffen hatte, geht daraus hervor, daß er sich bald nach der Execution in's Wirthshaus begab, wo ihm das Frühstück trefflich zu munden schien." .
Hier zeigt sich wieder einmal, wohin eine lensationvlusterne Berichterstatterseele sich verirren kann. Abgesehen davon, daß es nicht Sache der Presse sein darf, des Großen und Breiten über die Persönlichkeit und Gemüthsverfassung der Helfershelfer bei einem so traurigen Acte zu berichten, beweist der )( Berichterstatter, daß es - z- x i ihm um Alles, nur nicht um den guten Ruf Gießens zu chun ist.
— Am vergangenen Sonntag überreichte Herr Krersraty @in toie ist auffallend, daß in unserer Stadt, Dr. Wolf anläßlich seines 25jährigen Dienstjubilänms Herrn trotzdem hier die Anatomie und so viele Kliniken vor-
Büraermeister Döring in Unter-Schwarz das von Händen sind, kein Gehülfe des Scharfrichters gefunden
Sr. König-. Hoheit dem Grobherzog verliehene .Allgemeine 'stelltatzen
Ehrenzeichen." Die Gemeinde stiftete dem Jubilar einen uni selbstverständlich und nothwendig hin, daß mindestens unsere Sessel. Anatomiediener oder Krankenwärter gelegentlich -u „Scharfrichter-
gehülfen" sich ausbilden könnten, wenn nicht gar die Assistenzärzte
und Studenten! Die Wahrnehmung, daß der bezeichnete Scharf- richtergehülfe eine halbe Stunde danach, behaglich eine Cigarre rauchend, vor seinem Absteigequartier auf* und abging, Hat, Einsender Dieses auch gemacht, ohne daß ihm dies besonders veroffent- lichenswerth erschien. Je früher über so schauererregende Vorgänge, wie die Hinrichtungen sind, die Acten geschlossen werden, desto bester; dies sollte sich Jeder merken, der sich zum Berichterstatter berufen fühlt. ~e-
w (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte . . . . .
„ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte . . . . . .
„ (4 , ) Schwarzbrod 2. Sorte.........
, (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte . . Gießen, den 20. Juni 1890. Grotzh. Polizeiamt Gießen. Fresenius.
Arbeitsversteigerung.
Donnerstag de« 26. I. M.,
von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause vejFeigert werden:
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Schlofferarbeit ... 37 10 Gußeisenlieserung . . 266 40
Chaussirarbeit . . . 1130 99
Pflasterarbeit . • . 1777 66
Fuhrleistung .... 86 —
Gießen, den 21. Juni 1890.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
5317__Gnauth._________
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Gießen, den 21. Juni 1890.
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