Ausführung kommen. Ihre Zeitung brachte kürzlich die Meldung von der Constituirnng des Glaubergclubs und dessen geselliger Zusammenkunft aus dem Glauderge. Hier ergab sich der Mißstand, daß die herrliche Aussicht durch die bedeutend emporgewachsenen Waldbäume sehr gehindert ist. Nun müßte ein Aussichtsthurm auf einem so schönen und ungemein bequem erreichbaren Punkte, wie der Glauburg einer ist, ein lebhafter Anziehungspunkt nicht blos für die ganze Umgegend, sondern auch für weitere Entfernungen sein. Im Odenwalde hat man in dieser Beziehung in den letzten Jahren außerordentlich erfreuliche Erfahrungen gemacht. Der Aussichts- thurm auf dem Knoden, ganz von Eisen construirt, kostete 5500 Mk. und bringt in wenigen Jahren sein Anlagecapital ein. Der Verkehr in jener Gegend ist sehr bedeutend gehoben worden. Die Thürme auf der Neunkircherhöhe, der Tromm und die s. g. Gronauer Kanzel, mehr ein Aussichtstempel, kosten — weil von Holz — kaum den fünften Theil soviel wie der Knodcner. Alle diese Bauten aber tragen sich in kurzer Zeit frei und heben den Verkehr jener Gegenden um einen sehr hohen Procentsatz. Die Idee: einen Aussichtsthurm auf dem Glauberge zu errichten, ist darum eine sehr gute, denn: prachtvolle Aussicht, bequeme Erreichung des Zieles durch schattige Waldungen mit sanft ansteigenden Wegen, die Nähe von guten und billigen Wirthschaften u. v. A. treffen alle hier zusammen. Die Rentabilität des Unternehmens und die Vortheile für die Gegend dürften deshalb wohl sicher in Aussicht gestellt werden.
E. Rüddingshausen, 19. Juni. Bezüglich des in Nr. 140 gemeldeten Unglückssalles ist zu berichtigen, daß der Brunnen, in welchem das Kind ertrunken ist, nicht der Gemeinde Rüddingshausen, sondern zum Hofgut des Frhr. v. Rabenau gehört. Ueber die Ausbesserung des Brunnens sind bereits Verhandlungen im Gange gewesen, die jedoch zu keinem Resultat führten.
A Wettsaaseu, 19. Juni. Kommenden Sonntag den 22. ds. Mts. feiert der hiesige Gesangverein die Zeit seines einjährigen Bestehens durch ein Waldfest im nahen Burgwalde. Da bereits mehrere Gesang- und Kriegervereine der nächsten Umgegend ihr Erscheinen zugesagt haben, so verspricht das Fest bei den emsigen Vorbereitungen des Comites, wenn gutes Wetter es begleitet, ein recht schönes zu werden.
Vermischte».
* = Burg Gleiberg, 19. Juni. Man erwartet, daß sich der Besuch unserer Burg noch etwas in Folge des Umstandes heben wird, daß der letzte Bahnzug Wetzlar-Lollar — auf dringendes Ansuchen einer Anzahl Herren aus Marburg und Umgegend — nun wieder wie in früheren Jahren Anschluß an den letzten Localzug Gießen-Marburg gewonnen hat. Der Wetzlar-Gleiberger Zug läuft in Lollar 9 Uhr 19 Min. Abends ein, der Zug von Gießen nach Marburg 9 Uhr 25 Min., so daß nunmehr für die Gleiberg-Besucher der Umweg über Bahnhof Gießen nicht. mehr nothwendig erscheint. Für die Gleiberg-Besucher aus der Gegend nordwärts von Lollar ist diese Aenderung eine sehr erwünschte gewesen. Sic können nunmehr wieder von 2 Uhr Nachmittags bis etwa 8 Uhr Abends auf der Burg weilen.
— Frankfurt a. M., 19. Juni. Gestern Nachmittag ereignete sich an einem Neubau an dcr Ecke der Liebig- und Wöhlerstraße hicrselbst ein schwerer Unglücksfall. Die letzten Gesimssteine sollten eingesetzt werden, als gegen 4 Uhr das Gesims zusammenstürzte und der auf dem Gerüst stehende Steinmetz Gerber aus Schwanheim von einer mehrmals 10 Centner schweren Deckplatte begraben wurde. Dem Unglücklichen, welcher Weib und 4 Kinder hinterläßt, wurde der Kopf zerschmettert und die Brust förmlich zerquetscht. Der Tod trat natürlich sofort ein. Der Kopf des Verunglückten hing von dem Gerüst herab, der übrige Körper wurde von dem gewaltigen Stein bedeckt. Da das Betreten des Gerüstes, welches sich unter der Last des Steines gebogen hatte, lebensgefährlich war, alarmirte man die Feuerwehr, um mit deren Hülse den Vorübergehenden den grausigen Anblick zu entziehen. Ein Feuerwehrmann kletterte in die Höhe und suchte den Stein fortzuwälzen, aber kaum hatte er denselben gehoben, als das Gerüst durchbrach und Steinplatte, Leiche und Balken krachend in die Tiefe stürzten. Der Feuerwehrmann hatte die Vorsicht gebraucht, sich in der Höhe festzubinden, was ihn vor dem Absturz bewahrte. Wunderbarerweise ist der Unfall ohne noch größeres Unglück abgelaufen. Neben Gerber stand noch wenige Minuten vor dem Absturz der Gesimssteine ein anderer Steinmetz, der infolge Aufforderung der Maurer- feinen Arbeitsplatz für einige Minuten verlassen hatte, um dem herabfallenden Mörtel auszuweichen. Er dankte diesem Umstand sein Leben. Zwei andere Arbeiter entgingen durch einen raschen Sprung in die Fensteröffnungen, als beim Wanken des Steines der erste Warnungsruf erscholl, dem Verderben. Ueber die Ursache des Unfalls läßt sich Bestimmtes noch nicht sagen. Den Neubau führt die Firma Holzmann auf. In Bezug auf das Gerüst und sonstige Vorsichtsmaßregeln scheint nichts versäumt worden zu sein, denn das massive Gerüst war, wie schon angedeutet, im Stande, den Fall der schweren Platte aufzuhalten. Freilich wurde dasselbe an anderen Stellen Zündhölzchen gleich zersplittert. Gerber arbeitete gestern zum ersten Male an dem Neubau.
— Frankfurt a. M., 19. Juni. Das hiesige Zweig- comite für die Errichtung eines National-Denkmals für den Reichskanzler a. D. Fürsten Bismarck hat heute dem Central-Comite in Berlin 15000 Mk. als erste Rate durch seinen Schatzmeister Herrn Otto von Neufville übersenden lassen.
* Preisausschreiben. Das vom Verlage des „Deutschen Steinbildhauers" (München), amtliches Organ des Verbandes deutscher Steinme^geschäfte, vor Kurzem erlassene „Preisausschreiben für Original-Entwürfe von Grabdenkmälern" hat einen sehr guten Erfolg gehabt, indem 173 Entwürfe eingesandt wurden. Das Preisgericht tritt am 24. ds. in Berlin zusammen und wird seine Entscheidung (es sind 6 Preise ausgesetzt) am 1. Juli veröffentlichen.
* Görlitz, 19. Juni. Auf dem Kasernenhof erschoß beim Zielen der Gefreite Herschel einen Mann der 9. Compagnie. Er hatte aus Versehen anstatt der Exercirpatrone eine scharfe geladen.
verkehr, £att6« «nd volkswirthschaf^
( Grünberg, 19. Juni. Der heute stattgesundene „Johanni- Markt" war trotz des ungünstigen Wetters, welches am Vormittag herrschte, sehr stark mit Schweinen, namentlich Jungschweinen, be »ähren und von Käufern und anderen Marktgästen recht gut besucht. Wie auf allen übrigen Frühjahrsmärkten hier und in der Umgegend, so fand auch heute wieder ein sehr lebhafter Handel mit Jungschweinen statt. Di^ Nachfrage danach, wie sie sich auch bei allen anderen Märkten zeigt, ist wirklich eine auffallend große. In Folge dessen sind die hohen Preise permanent. Bezahlt wurde für das Paar Ferkel durchschnittlich 50—70, 70-90 , für sogenannte
Läufer 90—120, 120—150 JL Die Händler, welche die Ferkel waggonweise aus Norddeutschland beziehen, machen gute Geschäfte, brtin meist halten sie Ausverkauf. — Am Nachmittag lichtete sich das Gewölk und besseres Wetter begünstigte den übrigen Markt.
Ganzfeid. bedruckte I'ouIsrcksMk.L.Sv bis 6.25 pr. Met. — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei ins Haus das Seidenfabrik-D6pöt G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. [1701
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde. Gottesdienst.
Samstag den 21. Juni.
Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Dr. Naumann.
3. Sonntag nach Trinitatis, 22. Juni.
Vormittags 9V- Uhr: Professor Dr. Gottschick.
Feier des heiligen Abendmahls.
Nachmittags 2Vz Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Kinderkirche Vormittags ll1/« Uhr: Pfarrer Schlosser.
Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler Vormittags 8V2 Uhr in der Kleinkinderschule. Pfarrer Dr. Naumann.
Die PfarrgeschLfte in der Woche vom 22. bis 28. Juni besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
4. Sonntag nach Pfingsten, 22. Juni.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. -
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 1/z7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um V18 Uhr Frühmesse;- um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um '/r3 Uhr Christenlehre und Andacht-
Gottesdienst in der Synagoge.
[ 21. Juni.
Freitag Abend 7»o Uhr, Samstag Morgen 8°® Uhr, Samstag Mittag 400 Uhr, Samstag Abend 910 Uhr.
Temperatur der Lahn und der Lust am 20. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15, Lust 16 Gr.
Rübs amen.
Briefkasten.
Badegäste in Salzschlirf. Bitten um Angabe Ihrer Namen- Anonymes wird nie berücksichtigt.
Stemfiefcning.
Die Anlieferung von 1067 cbm Grundbausteinen und von 533 cbm Decksteinen zum III. Loos der Kreisstraße von Leihgestern nach Gießen soll in einzelnen Loosen am
Freitag den 27. Juni, Nachmittags 3 Uhr, im Gemeindehaus zu Leihgestern im Wege mündlichen Abgebots vergeben werden.
Gießen, am 19. Juni 1890.
Der Kreisingenieur: 5243 Stahl.
Vergebung von Bauarbeiten.
Die nachstehenden zur Einfriedigung der Kirche und des Pfarrhauses in Leihgestern erforderlichen Arbeiten sollen im Wege mündlichen Abgebots am
Freitag den 27. Juni, Nachmittags 2 Uhr,
im Gemeindehaus zu Leihgestern vergeben werden und zwar:
1) Einfriedigung an der Kirche, veranschlagt zu
Maurer- u. Steinhauer
arbeiten 419^37^
Schmiedearbeiten 539 „ 70 „
Weißbinderarbeiten 20 „ 74 „
2) Einfriedigung am Pfarrhaus.
Grab- und Maurer
arbeiten 564 „ 20 „
Pflasterarbeiten 115 „ 50 „
Schmiedearbeiten 160 „ — „
Zimmerarbeiten 111 „ 70 „
Wcißbind erarbeiten 57 „ 36 „
Plan, Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei zur Einsicht offen.
Gießen, am 19. Juni 1890.
Der Kreisingenieur: 5242 Stahl.
5257] Ein kl. schwarzer Hund entlaufen. Abzuliefern Kanzleiberg 9.
Mryksfische Eiseubaynell.
Anstrich von Dachpappdächern.
Der Anstrich von ca. 3000 qm Dachpappdächern im hiesigen Bahnhof soll im Wege schriftlichen Angebots ' vergeben werden. Die Bedingungen sind auf dem Bureau des Unterzeichneten bis zum Eröffnungstermin am 23. Juni l. Js., Vormittags 10 Uhr, zur Einsicht offen gelegt.
Roth, 5240 Großh. Eisenbahnbaumeister.
Bekanntmachung.
Der im Schlachthaus in der Zeit vom 1. Juli er. ab sich ergebende Kaldaunendünger soll DienStag den 24. b. MtS, Vormittags 11 Uhr im Schlachthaus versteigert werden.
Gießen, 20. Juni 1890.
Großh. Bürgermeisterei Gießen _________Gnauth.______5255
Ssmstsg den 2. August,
Nachmittags 4 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Heinrich Gchieferstein Eheleuten in Gießen und Lvilhelm Walter Eheleuten daselbst in der Gemarkung Gießen gelegenen Immobilien:
Flur 40 Nr. Itzl^/w — 691 Meter Hof- raithe im Gartfeld bei der Stadtmühle,
Flur 40 Nr. 162V10 — 2163 Meter Acker daselbst
öffentlich meistbietei d versteigert werden.
Gießen, 19 Juni 1890.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen.
I. A:
_________Bogt._______5270
Versteigerung.
Samstag den 21. Jnni d. IS., Nachm. 2 U6r, versteigere ich im Gasthaus „zum Adler", Marktplatz 20, dahier:
224 Liter Bord.-Weine, 1 Pianino, 2 Nähmaschinen, 1 Spiegelschrank, Kleiderschränke, Sophas, Commoden, Spiegel, Tische, Betten, 1 goldene und 1 silberne Taschenuhr, goldene Broche, Medaillons, Vorstecksnadeln, [ Ohrgehänge und'sonstige Sachen.
Born,
5264 Gerichtsvollzieher in Gießen. 1
Vergebung von Bauarbeiten.
Die zur Erbauung eines Schul- Hauses für die Gemeinde Geilshausen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege mündlichen Abgebots am
Donnerstag den 26. d. M,
Vormittag- 9 Ubr, im Gemeindehaus zu Geilshausen vergeben werden und zwar:
veranschlagt zu Erd- und Maurerarbeiten 3520,84 Steinhauerarbeiten 1373,60 „
Zimmerarbeiten 3881,97 „
Dachdeckerarbeiten 485,94 „
Spenglerarbeiteu 173,07 „
Schlosser arbeiten 53,20 „
Blitzableiteranlage 225,— „
Schreinerarbeiten 368,70 „
Weißbinderarbeiten 26,26 „
Eisenlieferung 629,21 „
Voranschlag, Pläne und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Geilshausen zur Einsicht offen.
Gießen, am 18. Juni 1890.
Der Kreisingenieur: 5224 Stahl.
Keilgeöotenes.
Packkörbe 5262
verkauft Äatl Keil Marktplatz 3.
30—40 Ctr. feine
Speisekartoffeln,
Magnum bonum, [5255 !
pr. Ctr. Mk. 2 73 frei ins Haus, empfiehlt Oeconom N. Gü.^gerich,! Hofgut Heibertshausen-
Bestellungen weiden entgegenge-! nommen Franksurterstr 63 pari, i Hoppes Butterpulver 11 erleichtert das Buttern, vermehrt die Ausbeute, verschönert Farbe undGeschmack, Schachteln ä 25 und 50 Pfg, echt bei Heinrich Wallach, Giessen, Marktstr.
Teppichbeet- u. Einfastungspflanzen, sowie sonstigen Sommerflor habe noch einen größeren Posten bMg abzugäen.
5232 Carl Berger.
Wegen Vergrößerung des Betriebes habe ich ein großes eisernes Wasserrad — System Poncelet — mit dazu gehöriger Welle billig abzugeben.
Nähere Angaben über Dimensionen und Leistungsfähigkeit stehen auf
Wunsch zu Diensten.
S. H. Cohn,
Farbenwerk Badenburger Mühle bei Gießen. [5245
ersuchen Sie gefl. 455
Schusters Caffee.
Höchste Auszeichnung t Goldene Medaille.
Cöln 1889 j Silberne Medaille.
Verkaufsstelle Giessen: Hch. "WaS3ac?l, Markt 8.
H Tapeten-Reste 9
von 5 bis 20 Rollen, durchweg schöne und fast nur neuere Muster, empfiehlt in größter Auswahl zu bedeutend ermäßigten Preisen.
Heinrich Hochstätter,
5235 Schloßssaff- 19,
Entöltes Maisproduct. Zu Puddings, Fruchtspeisen, Sandtorten, zur Verdickung von Suppen, Saucen, Cacao vortrefflich, in Colonial- und
Drog.-Hdlg.- V» u. i/z Pfd. engl. ä 60 u. 30 Pfg. 29
ISpecialität! Massenfabrikation!
□CgT ! Bengalisches ScheUackf euer! rauch-, geruch- und absolut gefahrlos.
! Magnesium-Fackeln! weiß u. roth brennend, kommen an Leuchtkraft dem electrischen Lichte gleich. ! Alle Arten Feuerwerk^körper!
Friedrich Woesch, Würjbnrg.
Prospecte und Preislisten gratis und franco. [4701


