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plosion ausgenommen, nachdem sich der verhüllende Rauch ver­zogen hatte. Der Besuch Kaiser Wilhelms II. lenkre unlängst Aller Aufmerksamkeit wieder aus Ostende. Auch von diesem Weltbade sind fesselnde Ansichten hier vorhanden.

Die Anzahl der Personen, welche nach dem mit dem 1. Januar.1891 in Kraft tretenden Jnvaliditäts- und Alters- versicherungsgcsetz im Großherzogthum Hessen versicherungs­pflichtig sind, wird demD. T." zufolge aus mindestens 194000 geschätzt.

Hungen, 19. November. Heute Morgen brannten hier fünf Scheuern ab.

Aus dem Kreise Alsfeld, 16. November. Am Anfang dss. Mts. begann die Fortbildungsschule im hiesigen Kreise. In dem Ausschreiben, welches Großh. Kreis-Schul- Commission an die Schulvorstände des Kreises richtete, heißt es:Insbesondere empfehlen wir Ihnen, bezüglich der un­gerechtfertigten Versäumnisse streng nach dem Gesetze zu ver­fahren und uns von etwa seitens der Schüler vorkommenden Fällen von Rohheit, Widersetzlichkeit u. dgl. alsbald bericht- lich Mittheilung zu machen." Die Worte enthalten den klaren Beweis, daß die Schulbehörde großen Werth aus die Fortbildung der Heranwachsenden Jugend legt. Diese Bildung soll ihr Augenmerk nicht allein aus Vermehrung von Kennt­nissen richten, sondern der Erzieher weiß auch seinen Unter­richt so zu gestalten, daß er hen im Zöglinge keimenden moralischen Grundsätzen geeignete Nahrung zum weiteren Gedeihen zuführt. Sittliche Maximen können aber nur dann zur vollen Reife sich entfalten, wenn eine straffe Zucht die bösen Triebe im Menschen zurückhält. Deßhalb wird auch in dem angeführten Ausschreiben mit allem Ernste ein an­ständiges Betragen von den Fortbildungßschülern gefordert. Allein um das gesteckte Ziel voll und ganz erreichen zu können, müssen Haus und Schule sich gegenseitig unterstützen und fördern- jenes darf nicht mit böswilligen Worten wieder niederreißen, was letztere mühsam ausgebaut hat. Bei ein­trächtigem Wirken würden gewiß beide Erziehungsanstalten viel zur Lösung der socialen Frage beizutragen vermögen.

E. Alsfeld, 16. November. Aus Anregung Großherzogl. Kreisamts Alsfeld findet am nächsten Dienstag den 25. d. M. hier imDeutschen Hause" eine Versammlung der Bürgermeister behufs Besprechung über die Ausführung des Gesetzes, betreffend die Jnvaliditäts- und Altersversiche­rung, statt.

Alsfeld, 17. November. Wie dasKrsbl." mittheilt, hat das Großh. evang. Decanat an die evang. Pfarrämter des Decanats 1000 Exemplare der volksthümlichen Schrift versandt:Der Volks st aat, oder Was wollen die Socialdemokraten?" Der Badische Landesverein hat die Herausgabe zu 1 Pfennig für das Exemplar bemerk-, stelligt.

Lauterbach, 18. November. Am vorigen Sonntag feierte der im Hotel Schüz bedienstete Kutscher Heinrich Deuchert sein 25jährigesJubiläum. Herr Bürgermeister Stöpler überreichte ihm mit einer sehr schönen Ansprache ein dem Jubilar vom Thierschutzverein verliehenes Diplom nebst einem Geldgeschenk; hieraus wurden ihm die Geschenke von den Mitgliedern der Familie seiner Herrschaft überreicht und schloß sich hieran zu Ehren des Jubilars eine kleine Feier, die sehr schön verlies.

Permtfäites.

* Mainz, 18. November. Behufs gesetzlicher Regelung der Wein frage sand am verflossenen Sonntag in Darm­stadt eine Versammlung von Juristen, Weinproducenten, Chemikern und Vertretern des Weinhandels statt. Die Ver­sammlung, welche nur eine Vorbesprechung zu der von der Wiesbadener Handelskammer in gleicher Angelegenheit an­geregten Zusammenkunft aller Interessenten war, tagte über vier Stunden, erzielte aber nichtsdestoweniger nur bei ein­zelnen Fragen eine Verständigung. Auf Antrag des Ober­landesgerichtspräsidenten Görz von Darmstadt sprach man sich mit großer Majorität dafür aus, daß das Nahrungs­mittelgesetz einen Zusatz erhalte, der gestatte, dem Weine vor der Gährung Wasser und Zucker zuzusetzen, wodurch natür­licher Weise die Declarationspflicht für aus solche Art ver­besserter Weine wegfällt, lieber das zulässige Quantum der Zusätze gingen die Meinungen auseinander. Aus ziemlichen Widerstand stieß ein von norddeutschen Weinhändlern an­geregter Antrag, mit Rücksicht aus den dortigen Geschmack und die Art des Geschäfts zu bewirken, daß es gestattet

werde, die schweren, dicken Rothweine in der in Frankreich üblichen Weise mit Wasser und Sprit zu versetzen. Man verwies die Antragsteller mit diesem Verlangen direct an die Wiesbadener Versammlung. Der Tag der letzteren Ver­sammlung ist noch nicht festgesetzt.

*= Frankfurt a. M., 18. November. Zum Koch'schen Heilverfahren. Gestern Abend hielt der hiesige ärzt­liche Verein im Bibliotheksaale des Senckenbergianums eine Sitzung ab, in welcher die nach dem Koch'schen Verfahren behandelten Kranken vorgestellt wurden. Die Aerzte Frank­furts waren sämmtlich erschienen, von auswärts die Herren: Geh. Med.-Rath Professor Riegel-Gießen mit seinem ersten Assistenten, Pros. Lossen-Heidelberg, Medicinalrath Dr. Küchler- Darmstadt, Geh. Medicinalrath Dr. Mock-Offenbach u. a. m. Die Kranke aus der Dr. Herxheimer'schen Klinik, ein sechzehn­jähriges Dienstmädchen Namens Sophie Stern, wurde den Anwesenden zunächst vorgestellt. Die Patientin litt seit vier Jahren an Lupus. Sie wird in kürzester Frist vollkommen geheilt sein. Dasselbe läßt sich über den in der Armenklinik behandelten Knaben sagen. Um gleichzeitig das Furchtbare der Krankheit vor Augen zu führen, stellte Herr Dr. de Bary ein junges, im Rothschild'schen Clementinen-Spital behandeltes Mädchen vor, dem vom Lupus die untere Hälfte des Ge­sichtes und die Nasenspitze total zerfressen war. Die Aermste soll auch demnächst mit dem Koch'schen Mittel behandelt werden. Einen glänzenden Beweis für die diagnostische Ver­wendbarkeit des Koch'schen Mittels erbrachte Herr Dr. Vohsen, welcher einen Fall von Lungen- und Kehlkopftuberkulose damit behandelte. Der fragliche Patient hatte feit Langem über Schmerzen im Kniegelenk geklagt, die man nicht zu erklären wußte. Nach der ersten Einspritzung zeigte die Reaction am Kniegelenke, daß das Knieleiden gleichfalls tuberkulöser Natur war. Der Kranke befindet sich seit drei Jahren in Behand­lung. Dr. Vohsen erklärte die Heilwirkung des Koch'schen Mittels auf Lunge und Kehlkopf für außer Zweifel stehend. Ein abschließendes Urtheil über den Verlauf des Krankheits­falles konnte selbstredend noch nicht gegeben werden. Im Heiliggeist-Hospital wurde ein an Gelenk- und Knochen­tuberkulose Leidender mit dem Koch'schen Mittel geimpft und schon nach der ersten Einspritzung konnte man die specifische Wirkung des Mittels erkennen. Der ärztliche Verein be­schloß die Ausstellung der Büste Robert Kochs in seinem Sitzungssaale und sandte an den verdienstvollen Forscher folgendes Begrüßungstelegramm:

In der heutigen Sitzung des Aerztlichen Vereins zu Frankfurt a. M. wurden zwei Lupuskranke, deren Behand­lung nach Ihrer Methode durch die Güte feines seitherigen Mitgliedes Dr. Abbertz hiesigen Aerzten ermöglicht war, vorgestellt: die ersten Fälle der Art außerhalb Berlins. Ueber zwei weitere in unserer Stadt ebenso behandelte Patienten, der eine mit Phtisis, der andere mit Caries, wurde referirt. Voll Bewunderung und Dankbarkeit für Ihre in Wissenschaft und Praxis gleich bahnbrechende, der ganzen Menschheit segensreiche Entdeckung sendet Ihnen der Aerztliche Verein seine ehrerbietigen Glückwünsche und gibt zugleich seiner Freude darüber Ausdruck, daß es einem Deutschen gelungen ist, der Medicin zu einem so groß­artigen Triumph zu verhelfen. Zu Ehren des rastlosen Pfadfinders erheben sich die zahlreich versammelten hiesigen und auswärtigen Aerzte von ihren Plätzen."

* Marburg, 18. November. Der evangelische Ober- kirchenrath in Berlin hat gestattet, daß evangelische Theo­logen sich als Miss io nare nach den deutschen Schutzgebieten begeben können. Für fünfjährige Abwesenheit wird ihnen der Eintritt in eine heimische Pfarrstelle offen gehalten.

* Marburg, 18. November. Die in diesem Sommer am hiesigen Schlosse begonnenen Arbeiten, den nördlichen Flügel, sowie das Capellendach mit einer eisernen Dach- conftruction zu versehen, find nunmehr zu Ende geführt und auch die Schloßuhr ist wieder in Function gesetzt worden. Das gesammte Hauptgebäude ist jetzt mit einem eisernen Dach versehen und eine Ausnahme macht nur noch der als Castellans- wohnung dienende Anbau.

* Leipzig, 17. November. Der Stadt Leipzig ist aber­mals ein größeres Vermächtniß zugesallen. Die ver- wittwete, vor einiger Zeit verstorbene Gattin des ehemaligen Professors der Pharmakologie, Geheimerath Dr. Radius, hat der Stadt die ansehnliche Summe von 400,000 Mk. ver­wacht. Die Zinsen sind vorerst noch an zwei Geschwister­kinder zu zahlen, nach deren Tode sollen sie zu wohlthätigen oder gemeinnützigen Zwecken Verwendung finden.

* München, 11. November. Ein vierzigjähriges

Stammgast-Jubiläum. Man heißt den bekannten Franziskanerkeller auch den Ministerkeller, weil der Finanz­minister mit der Pünktlichkeit einer Uhr jeden Mittwoch in der besseren Stube vor seinem Humpen zu sehen ist. Vor wenigen Tagen hat demLeipziger Tageblatt" zufolge Dr. v. Riedel fein 40jähriges Stammgastjubiläum im Franzis­kanerkeller feiern können. Der Besitzer des Kellers erfreute feinen hohen Stammgast durch einen schönen Krug.

* Adelsheim, 12. November. Mord. Der Schneider­meister Mader von Sennfeld bei Adelsheim hat am Donners­tag voriger Woche sein Kind, einen sechsjährigen Knaben, wegen dessen Mißhandlung er schon öfters bestraft wurde, in entsetzlicher Weise ums Leben gebracht. Er machte sein Bügeleisen glühend und fuhr damit dem armen Kinde über den Leib und den Rücken und schlug es, da dasselbe immer noch lebte, vollends tobt, packte es in einen Korb, legte alte Fetzen darüber und schaffte es aus dem Hause. Nach der That wurde er flüchtig. Kurze Zeit nachher kam ein Tele­gramm ohne Unterschrift aus Amsterdam, worin er einen Uhrmacher seines Heimathsdorses um Geld bat. Der Post­beamte machte Anzeige bei der zuständigen Behörde, die so­fort die Polizei benachrichtigte. Der Mörder wurde auf­gegriffen und zurücktransportirt. Seine Ehefrau, sowie der Uhrmacher wurden ebenfalls gefänglich eingezogen.

* Der größte Soldat der preußischen Armee, der 2,25 Meter lange Rheinländer, ist wieder entlassen, da ihn der Dienst zu sehr anstrengte. Der Hauptmann v. Plüskow ist daher mit 2,05 Meter wieder der größte Soldat Preußens.

* In einer pommerschen Dorfschule fragt der Lehrer bei dem Satz: Der Herr heilt die Seuchen.Was sind denn Seuchen, Fritz?" Daraus die prompte Antwort:Lütte S w i e n !" (Kleine Schweine.)

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Rübensuppe ist eine jener so einfach herzurichtenden und dabei so schmackhaften Suppen, wie sie in Frankreich auf jeden Tisch kommen. Steckrüben werden in Stücke geschnitten und mit frischer Butter gedünstet. In die Suppenschüssel legt man geröstete Brod- schnitte und auf diese die Steckrüben. Von letzteren zerdrückt man eine oder zwei in der Kasserole, in der sie gedünstet wurden, über­gießt sie mit Wasser, in welchem man Liebigs Fleischextract aufgelöst hat, läßt dasselbe recht heiß werden und gießt es über die Brod- schnitte.

Schrffrnachvtchten.

Bremen, 17. November. sPer transatlantischen Telegraph.1 Der Schnelldampfer Trave, Capt. R. Busstus, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. November von Bremen und am 6. November von Southampton abgegangen war, ist vorgestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen

46. Woche. Vom 9. November bis 15. November 1890.

Einwohnerzahl: 20500 (ind. 1600 Mann Militär).

Sterblichkeitsziffer: 38 %o.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im

vom

Diphtherie

1

1. Lebensjahr: 2.

-15. Jahr:

Lungenschwindsucht

1

1

Lungenentzündung 3

(1)

1

2 (1)

Organ. Herzkrankheit

1

1

Nierenentzündung

1

1

Bauchfellentzündung 1

(1)

1 (1)

Chronischem Magen­geschwür 1

(1)

1 (1)

_

Pfortader-Thrombose

1

1

Tuberkulose d. Gekräs- drüsen

1

1

_

Schlagflußd. Gehirns

1

1

Furumulose

1

1

Altersschwäche

1

1

Unbekannter Krankheit

1

1

Summa: 15 (3)

11 (2)

I

3 (1)

Anm. Die in Klammern gesetztm Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen

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Bitte!!

Das schönste Fest der Kinder, das liebe Weihnachtssest, steht vor der Thür und mit demselben tritt wiederum die Ausgabe an uns heran, von freiwilligen Beiträgen und dem Ertrage gesammelter Cigarrenabfälle'arme Kinder unserer Stadt durch Bekleidung eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Die uns in diesem Jahre vorgelegte Liste weist wiederum eine recht große Anzahl armer Kinder, Waisen und Halbwaisen aus, die oft sogar am regel­mäßigen Schulbesuch verhindert sind, weil sie der nothdürstigsten Kleidungs­stücke ermangeln. Wir richten deßhalb auch in diesem Jahre an die Be­wohner (Raucher und Nichtraucher) Gießens die herzliche Bitte, uns durch Uebermittelung etwaiger CigarrenabMe, sowie durch freiwillige Geldbeiträge unjern Fonds erhöhen zu helfen, damit es uns ermöglicht werde, auch an dem diesjährigen Weihnachtsfeste einer größeren Anzahl Kinder eine geeignete Weihnachtsbefcheerung in der seitherigen Weise bereiten zu können.

Cigarrenabfälle und Geldbeiträge werden an unseren Sammelstellen Friseur Gerhardt, Kirchenplatz, Emil Kalbfleisch, Steinhauermeister und Restauration Schnell, Brandgasse, gern entgegengenommen.

______________Der Verein Jugendfreund.

(30003500 Mk. jährlichen Nebenverdienst I I können solide Personen jeden Standes bei einiger Thätigkeit erwerben. 0Heilen I |sub J. 349 an Itudolt Nosmc, Frankfurt a. M. 6405 |