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Der andere ruht in den Händen des rühmlichst bekannten Quartettes der Herren Weitert von Lich, Gunschmann, Geller und Römer von hier. Möge die dankenswerthe Bereitwilligkeit der Eoncertgebenden auch um des guten Zweckes willen von einem recht guten Erfolg begleitet werden.
vermischtes.
*△ Mainz, 18. September. In Anwesenheit des Ministerialraths Dr. Jaup, des Oberconsistorialpräsidenten Dr. Goldmann und der Spitzen der hiesigen Behörden fand heute Vormittag die Eröffnung der landwirthschaftl-ichen Ausstellung der Provinz Rheinhessen statt. Dieselbe war alsbald nach der Eröffnung bis zum späten Abend überaus zahlreich besucht. Der Zustrom aus der diesseitigen Provinz war ein derartiger, daß die Bahn kaum in der Lage war, die Passagiere alle zu befördern. Unter den Besuchern am Nachmittag befanden sich auch der Ministerpräsident Finger -und Ministerialrath Weber. — Die sich auf einem weitgestreckten Terrain vor und längs der „Stadthalle" hinziehende Ausstellung läßt bezüglich der Reichhaltigkeit und des ganzen Arrangements nichts zu wünschen übrig. Dieselbe ist in sechs Abteilungen geordnet: Wissenschaftliches, Landwirthschaftliche Geräthe und Maschinen, Landwirtschaftliche Rothstoffe, Producte des Pflanzenbaues, Thierhaltung und Molker'eiwesen. Diese Abteilungen sind in entsprechende Gruppen und letztere wieder in verschiedene Klassen eingetheilt. Die Thierhaltung mit den Gruppen: Pferde, Rindvieh, Schweine, Ziegen, Nutzgeflügel, Fische und Bienen' bildet den größten Theil der Ausstellung und fesselt selbstverständlich am meisten die Besucher. Nächst der Thierhaltuug erscheint die Abteilung Landwirthschaftliche Geräthe und Maschinen als der wesentlichste Theil der Ausstellung. In 486 Nummern sind hier alle für die Landwirtschaft und den Ackerbau noth- wendigen Maschinen und Geräthe, wie Dreschmaschinen, Futterpressen, Keltern, Dengelmaschinen, Obstschälmaschinen, Traubenmühlen und wie die sonstigen für den Ackerbau und die Landwirthschast gebräuchlichen Dinge alle heißen. Besonders anziehend ist die Abtheilung Producte des Pflanzenbaues, die in drei Gruppen, Ackerbau, Garten- und Feldgemüsebau, Con- serven- und Obstbau und Obstverwerthung zerfällt. Bei der letzten Gruppe laden die feinen, lieblich ausgestellten Obstsorten die Besucher der Ausstellung förmlich zum Kosten ein. In der Abtheilung Wissenschaftliches ist die einschlägige Fachliteratur über Unterrichts- und Versuchswesen, Culturtechnik und landwirthschaftliches Bauwesen, über Thierheilkunde, Hufbeschlag, Thierschutz re. vertreten. Weitere Abtheilungen bilden alsdann noch die landwirtschaftlichen Rohproducte und das Molkereiwesen, von welchen die letztere das besondere Interesse der Fachkenner erregt. Speciell erwähnt zu werden verdient noch bei der Abtheilung Thierhaltung die Gruppe „Fische", die gewissermaßen eine Ausstellung für sich bildet und die man in solcher Ausdehnung in hiesiger Gegend selten trifft. Dieselbe ist von dem Fischereiverein Mainz arrangirt, weist neben den Edelfischen des Mains und seiner Nebenflüsse die Producte der Hochseefischerei, sowie eine interessante Collection aller möglichen Fischereigeräthe aus. Noch erwähnt sei die herrliche gärtnerische Decoration des Innern der „Stadthalle", in welchem über den hier zur Ausstellung gebrachten Gegenstände auf der Emporbühne die zahlreichen werthvollen Ehrenpreise aufgestellt sind.
* Aus Rheinhessen, 15. September. Das Geschäft in Obst ist zur Zeit in unserer Gegend ein recht rühriges. Für Zwetschen wurden vorige Woche pro Centner 6 Mk., in den letzten Tagen 9 und 10 Mk. bezahlt, doch scheint sich jetzt das Geschäft verstaut zu haben, denn die Käufer halten mit dem Ankauf zurück. Wahrscheinlich ist eine Stockung in Consumentenkreisen eingetreten, weil der Markt stark befahren ist. — Sehr gesucht sind jetzt schon die Aepfel. Für die geringwerthigen Falläpfel wurden vorige Woche pro Centner 3 Mk. bezahlt, während eben für gebrochene Waare 6 bis 10 Mk. und darüber bezahlt werden. Der Herbst- und Winterbirnen haben sich speculative Obsthändler schon auf den Bäumen versichert.
*<9) Schweinfurt, 18. September. Das in den Tagen tiom 18.—20. October d. I. hier stattfindende allgemeine Rückert fest anläßlich der Enthüllung des Rückertdenkmals liefert den erfreulichsten Beweis von der Achtung, welche die deutsche Literatur in allen Kreisen genießt. Sogar über die Grenzen des politischen Deutschlands hinaus erstreckt sich die Ehrung des großen Dichters. So hat die Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde in Leyden bereits jetzt das Comite davon benachrichtigt, daß sie einen Vertreter absenden wird, der persönlich am Feste Namens der bekannten wissenschaftlichen Gesellschaft theilnimmt.
* Aschaffenburg, 15. September. Ein bekannter Großbauer, welcher eine benachbarte Kirchweihe besuchte und dem Rebensäfte etwas eifrig zugesprochen hatte, schlich sich nach seiner mitternächtlichen Heimkehr sachte in seine Behausung, weil er die Vorwürfe seiner Ehefrau fürchtete. Schwer beladen stürzte er sich mit seinen Kleidern in das Bett. Dieses brach aber unter der Last zusammen und zweitausend Eier, welche von der Ehefrau seit Monaten angesammelt waren und in Näpfen unter der Bettstelle standen, wurden total zerdrückt, lieber die Gardinenpredigt schweigt des Berichterstatters Höflichkeit.
* Warschau, 13. September. Man schreibt der Münchener „Allg. Ztg.": Drei Freiwillige des in Siedlce stehenden Dragonerregiments, Söhne reicher russischer Bürger, wurden vor einigen Wochen auf der Straße Nachts bei der Leiche eines Dragoner Unteroffiziers betroffen und verhaftet. Wiewohl sie erklärten, daß der Unteroffizier, als sie hinzukamen, bereits mit einer Axt erschlagen gewesen sei, lagen die Umstände für sie doch so ungünstig, daß sämmtliche drei Freiwillige zum Tode verurtheilt wurden- sie sollten nach Annahme des Gerichtshofes den Unteroffizier aus Rache ermordet haben, weil der Unteroffizier im Dienste außerordentlich streng gegen sie gewesen sei. Trotzdem, daß der Vater des einen Freiwilligen, der Millionär Popow in Moskau, sich mit einem Gnadengesuch an den Kaiser wandte und sich zur Stellung einer Caution von 100000 Rubel bereit erklärte, wurde die Erschießung der drei Freiwilligen aus Befehl des Generalgouverneurs ausgeführt, bevor die Antwort auf das Gnadengesuch eingetroffen war. Wenige Tage daraus machte die Frau eines Schmiedes von Siedlce die Anzeige, daß der Unteroffizier von ihrem Manne erschlagen worden war, weil dieser sie im Verdacht gehabt, ein Liebesverhältniß mit dem Unteroffizier zu unterhalten und sie auch mit demselben zusammen betroffen habe. Die Schuldlosigkeit der Erschossenen kam leider zu spät ans Licht.
Uititxtfiiät»«Nachrichten.
— Der Dr. med. Adolph Franz Barth zu Berlin ist zum außerordentlichen Profeffor in der medtctnischen Facultät der Universität Marburg ernannt worden.
Der Postdampser „Rhynland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 17. September wohlbehalten in New- york angekommen.
Perfekt, £attö« und L*vt?s«»irthjchafr
— Ueberklebte Postkarten find unzulLsfig. Die Ober- postdirection zu Berlin sagt in einer soeben ergangenen Entscheidung wörtlich, daß nach § 12 II. der Postordnung vom 8. März 1879 Postkarten, welche nach Beseitigung der ursprünglichen Ausschrtft oder der auf der Rückseite zuerst gemachten schriftlichen Mittheilungen mit anderweiter Aufschrift, beziehungsweise mit neuen Mittheilungen versehen, zur Post geliefert werden, von der Postbesörderung ausgeschloffen sind.
Butzbach, 17. September. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund vH» 1,10—1,15, Käst per Pfund 45—46 ,Ä, Eier zwei Stück 13
Friedberg, 17. September. Buttermarkt. Butter kostet per Pfd. vH» 0.95-1.10, Eier 1 St. 7
Friedberg, 16.September. Fruchtpreise. Weizen JL 19.00 bis 00.00, Korn JL 15.50—16.00, Gerste JL 15.00—16.00, Hafer, neuer, JL 14.00—00.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo — 200 Zollpfund.
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Für die Abgebrannten in Staufenberg
gingen weiter bet uns ein: Professor H. 3 ^L, Minna Noll »AL 1,50, Frl. Trapp 1 »AL, Frau Hensel 10 AL, H. S., Großen-Buseck, 1 »AL, Ungenannt 1 »AL, Alexander Mayer 5 JL, N. R. 3 »AL, Profeffor Streng 5 vH»; zusammen JL 30.50. Uebertrag 15 »AL, ins- gesammt vH» 45.50/
Weitere Gaben nimmt entgegen
Die Expedition des „Gießener Anzeigers".
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde. Gottesdienst.
16. Sonntag nach Trinitatis, 21. September:
Vormittags 73/< Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Vormittags 9‘/2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Uhr in der Friedhofscapelle: Versammlung der neuconfirmirten Mädchen. Pfarrer Dingeldey.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 21. bis 27. September besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
17. Sonntag nach Pfingsten, 21. September:
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um Vs7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um V»8 Uhr Frühmesse mit Predigt; um 8/<10 Uhr Hochamt. Nachmittags um V,3 Uhr sacramentalische Brüderschaftsandacht mit Predigt.
Gottesdienst in der Synagoge.
20. September.
Freitag Abend 5« Uhr, Samstag Morgen 8« Uhr, Samstag ittag 4oo Uhr, Samstag Abend 659 Uhr.
Obstversteigerung.
Dien-tag den 23. d. M., von 1 Uhr anfangend, soll das hiesige Gemeindeobst versteigert werden
Dorf-Gill, am 18. Septbr. 1890. Großh. Bürgermeisterei Dors-Gill.
Kuhl. 7734
Versteigerung
Samstag den 90. September d. I.,
' Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20:
1 Spiegelschrank, 1 Verticow, 1 Schreib- secretär, 1 Consol, Betten und anderes Möbel, Standuhren, gold- und silb. Uhren, Juwelen nnd sonstige Gold- und Silberwaaren, sowie Nickel-Uhr. ketten.
Bor«,
7736 Gerichtsvollzieher.
Donnerstag den 2. Oktober,
Nachmittags 2*/r Uhr,
soll auf dem hiesigen Ortsgericht der den Kaspar Schomber Eheleuten in Gießen gehörige Acker:
Flur 8 Nr. 24 — 16A) Meter diesseits am Grasweg
öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 3. September 1890.
Großh. Ortsgericht Gießen-
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die
falls
2.
3.
Staufenberg, am 15. September 1890.
Heintzc, Stephan,
Pfarrer in Kirchberg. Bürgermeister in Staufenberg.
Die Expedition des Gießener Anzeigers ist c6en= bereit, Gaben für die Abgebrannten entgegenzunehmen.
Milde Gaben, nm die zur Lindening des Elends gebeten wird, und die s. Zt. in diesem Blatte quittirt werden, nehmen Unterzeichneten in Empfang.
Dringende Bitte.
Am 13. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, brach dahier in Staufenberg auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, das innerhalb kurzer Zeit acht Gebäude völlig cinäschette. Vier Familien sind hierdurch ihrer ganzen, eben erst vollständig ein- geschenerten Ernte beraubt worden und, da alle nicht versichert, auf die menschenfreundliche Hülfe Anderer angewiesen.
Ausgiebige Hülfe ist hier um so dringender nöthig, da zwei Familien obdachlos geworden sind, von denen die' eine, diejenige eines armen Bahnarbeiters mit sieben Kindern, Nichts retten konnte als das nackte Leben.
gratis: Die .Naturalien., Lehrmittel, und PflanzenbSrse» (eben- falls eine Fülle von unterhaltenden und belehrenden Artikeln);
- Das -Allustrirte UnterhaltungSblatt" (Romane, Novellen, Beschreibungen, Räthsel u. s. w. u. s. ro.). '
, f. Kein Matt Deutschlands bietet eine solche Reichhaltigkeit an Unter- Utuna und Belehrung. Für jeden Thierlicbhaber, namentlich aber für Thterzächter, ThierhSndler, Gutsbesitzer, Landwirthe, Forstbeamte, Gärtner Lehrer rc. ist die „Thierbörse" unentbehrlich. Alle Postanstalten in allen Ländern nehmen ^derzeit Bestellungen auf die „Thierbörse" an.
In zrder deutschen Familie sollte die Thierbörse aekalten werden. &ntt ^Thierbörse", welche in Berlin erscheint, “ ' * ist unstreitig das interessanteste Fach- und
Für Jeden in der Familie: Mann, Frau und Kind rst in jeder Nummer etwas enlhalten, was interessirt. Für nur 75^ pro Vierteljahr abonnirt man bei der nächsten Postanstalt, wo man wohnt, auf die „Thierbörse" und erhält für diesen geringen Preis jede Woche Mittwochs:
1. Die „Thierbörse“; Vereinsorgan des großen Berliner Thierschutz- Vereins und von ca. 50 Thierzucht-Vereinen, 3 große Bogen stark (eine Fülle belehrender und unterhaltender Artikel, illustrtrt, und eine große Anzahl Annoncen aus dem gesammten Gebiet der Thierwelt und geschäftlichen Inhalts);
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