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in Düsseldorf einen Maler mit Namen Schulz-Briesen und einen Kunstsalon von Eduard Schulte. Ein Schulte Briesen aber extstirt überhaupt nicht. Sie gehen nun weiter und sagen wörtlich:Gar oft sind junge Maler in der irrigen Meinung befangen, in kleineren Orten, die abseits von den großen Kunstcentren liegen, sei das Ver- ständnttz für bildende Kunst so wenig entwickelt, daß man sich bei Ausstellungen nicht sonderliche Mühe zu geben brauche und das, was für Düsseldorf, München, Berlin zu gering, fei z. B. für uns in Gießen noch lange gut genug, eine Auffassung, .«egen die wir hiermit aufs Allerentschiedenste Protest erheben mochten. Gut gebrüllt, Löwe'. Aber sagen Sie, wen verstehen Sie unter Den jungen Malern?" Dietz etwa? Ist so ganz jung nicht mehr, um nicht selbst zu wissen, was er ausstellen dürfte. Oder meinen Sie mit Ihren jungen Dialern etwa denjenigen, dessen Namen Sie so beharrlich verschweigen, aber hinterrücks mit Nadeln zu stechen ver­suchen. Lassen Sie sich zum Tröste gesagt sein, daß er sich daraus nichts macht und daß auch unter seinen ausgestellten Sachen Arbeiten sind, die Leute, wie Professor Sohn und Eduard von Gebhard für gut befunden haben und diese Autoritäten dürften für Sie die beste Abfertigung sein. Sie sind eben vom wahren Kunstverstandniß viel zu weit entfernt, als daß man sich aus Ihrem Urtheil überhaupt etwas machen würde, und diese Zeilen gelten blos als Abwehr gegen die Art und Weise, wie Sie stümperhafte Dllettantenpfuschereien auf Kosten guter Arbeiten zu Kunstwerken stempeln wollen. Ihre ganze Kritik läuft eben darauf hinaus, die Damenmalerei in dm Himmel zu heben. Ich glaube, das Urtheil über diese Arbeiten dem gefunden Sinn der Besucher der Ausstellung überlasten zu können. Es thut mir leid, durch Ihre Kritik veranlaßt auch ein wenig ungalant sein zu müssen; aber tritt eine Dame als Malerin vor die Oestentlichkeit, so sollte doch an sie derselbe Maßstab gelegt werden, wie an dm Mann, und da mutz man sagen, datz der Passus von denjungen Malern", dm ich eben aus Ihrem Bericht citirte, hier ganz und voll zutrisft. Sie habm eben nie gemalt, noch sich dm Flieder einmal ernstlich angesehen, sonst tonnten Sie das Bild von Fraulein Dingeldein nicht gut finden. Das sogenannte Genrebild derselben Dame entlehnt autzerdem die Figur des jungen Mädchens aus einem Gemälde des hessischen Malers Bantzer das dieKunst für Alle einmal brachte. Nicht ohne Farbenfrische dagegm sind die Kirschen von Fräulein Dingeldein, wenngleich auch sehr wenig Original. Zum Schlüsse, verehrtester Herr Kunstschreiber oder Kunstschreiberin, möchte ich Ihnen noch sagen, datz Sie in einer gröberen Stadt, an einem Kunstorte mit solcher Urtheilsunfähigkeit wahrscheinlich der Lächerlichkeit verfallm würden. F. Bindewald, Maler.

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tuie Nichtmitglieder in vergnügter Stimmung bis Nachts zu­sammen waren.

qD Ulrichstein, 18. August. Unter tieftraurigen Um­ständen erhängte sich in dem benachbarten Eichelhain ein Mann. Derselbe war mit zur Beerdigung seines Vaters ge­wesen, kehrte vom Friedhof zurück, ging auf den Speicher und erhängte sich. Noch mit den Trauerkleidern angethan, sand man' ihn entseelt. Der Unglückliche hinterläßt zehn unversorgte Kinder. Anhaltspunkte zu der traurigen That sind gänzlich unbekannt.

Vom Vogelsberg, 18. August. Von dem früheren Wegzug der Zugvögel als gewöhnlich auf einen baldigen und kalten Winter schließen zu wollen, wie der Artikel von Nidda in Nr. 189 desGieß. Anz." besagt, ist sehr trügerisch. Das haben uns die Erfahrungen, namentlich im vorigen Jahre, gelehrt. Damals rüsteten die Zugvögel auch früher wie gewöhnlich und man prophezeite hieraus, sowie noch aus anderen Erscheinungen, wie das starke Verharzen der Bienen­wohnungen u. a. m. einen strengen Winter. Aber der letzte Winter war doch nichts weniger als streng, so mild, einige kalte Tage ausgenommen, wie möglich und dabei so wenig Schnee, daß auch nicht einmal die Schlitten gebraucht werden konnten. Gewiß ist es eine unbestreitbare Thatsache, daß manche Thiergattungen ein ganz besonders seines Gefühl für kommende Naturereignisse besitzen, aber es gibt dessenunge­achtet noch eine große Zahl Vorgänge im Thierleben, zu denen uns die Aufklärung noch fehlt.

= Aus dem Ohmthal, 18. August. Die gegenwärtig sehr heißen Tage haben mit einem Male sämmtliches Ge­treide zur Reise gebracht. Neben einander schneidet man Weizen, Gerste und Hafer, lieber die Aussichten dieser Fruchtgattungen haben wir wiederholt berichtet und wir können sagen, daß die gestellten Erwartungen sich nicht blos erfüllen, sondern noch übertroffen werden. Die Anwendung von künstlichen Düngern, welche sich in jedem Jahr vermehrt, hat sich in diesem Jahre ganz besonders bewährt und lohnt reichlich. Die Vorbedingung zum Wirken künstlicher Dung- mittel, abwechselnde feuchte Witterung, war wie selten gegeben. Bei dem vorjährigen, sehr trockenen Sommer bewährten sich eben deshalb diese Dungmittel nicht, gegenwärtig aber ist , ihre Anwendung an jedem Getreideacker dem Auge bemerkbar. Sehr laute Klagen werden seitens des Landmannes über die Raben und Sperlinge geführt, welche dem Weizen und der Gerste empfindlichen Schaden zufügen. Es wäre sehr an der Zeit, für beide Vögelgattungen einen »Vernichtungskrieg zu führen, wie vor einigen Jahren ein solcher gegen die Sper­linge mit großem Erfolg bewerkstelligt worden war. Raben, Sperlinge und Staare sind das Kleeblatt der schädlichsten Vögel für den Landwirth- ihr Nutzen soll nicht bestritten werden, aber wo sie in Ueberzahl vorkommen, da ist ihre Schädlichkeit evident.

Freihand- und Kunstgewerblichen Zeichnen, Entwerfen von | Wohngebäuden, sowie die technischen Zeichnungen liefern den Beweis, aus welch' hoher Stufk in Hessen die für das Hand­werk so nützlichen Schulen ftelen und wie die Lehrer der­selben, selbst der kleinsten Orte, von dem Streben beseelt sind, ihren Schülern diejenigen Fertigkeiten beizubringen, welche heutzutage in dem großen Kampfe ums Sein oder Nichtsein nöthig sind, um sie als tüchtige Gesellen heran­zubilden. Hauptsächlich die Kunstschulen zu Mainz und Offen­bach a. M., sowie die Landesbaugewerkschule zu Darmstadt haben wahrhaft großartige Leistungen auszuweisen. Beson­deres Interesse erregen fünf von Ingenieur Ackermann, Lehrer an der Landesbaugewerkschule zu Darmstadt, ausgestellte und von ihm eonstruirte und ausgesührte Modelle zur Veranschau­lichung der wichtigsten Lehrsätze aus der Polarperspeetive, welche in erschöpfender Weise zur Darstellung gelangen. In sachgemäßer Weise sind die Sehstrahlen und Lichtstrahlen durch rothe Seidenfäden, vom Auge einer an jedem Modell befindlichen, Figur ausgehend, dargestellt. Die perspeetivischen Bilder werden aus einer Scheibe aus feiner Drahtgaze, welche die Seh- und Lichtstrahlen durchschneidet, mit farbiger Serbe gestickt wiedergegeben. Hierbei sind die Hilfslinien aus blauer Seide ausgeführt. Ein besonderer Vorzug an diesen für die Lehre der darstellenden Geometrie, speeiell der Polarperspeetive, äußerst nützlichen Modellen ist der, daß diese von sämmtlrchen Schülern einer Klasse vom Platz aus gesehen werden können. Diese Modelle unterstützen in wesentlicher Weise dre äußerst schwierige Lehre der Polarperspective, welche ohne Hilfsmittel dem Schüler sehr schwer verständlich ist. Die General-Ver­sammlung der Mitglieder des Landesgewerbevereins findet am 28. d. M. statt.

* _ Qn der Schlacht von Gravelotte wurden von der Infanterie der Großh. Hess. (25.) Division 196 860 Zünd­nadel-Patronen verschossen, dre Artillerie gab 4447 Schüsse ab.

* Iw Gebet vom Blitz erschlagen. Nach einer Meldung aus Morva Lieszko wurden, wie man derN. Fr. Pr." aus Preßburg schreibt, bei einem am letzten Freitag statt­gehabten Gewitter ein dortiger wohlhabender Landwirth und dessen Frau in ihrem Zimmer, vor dem Bilde des Heilands knieend und Gebete verrichtend, von einem Blitzstrahle ge­troffen und auf der Stelle getödtett

Vermischtes.

*nn. Darmstadt, 17. August. Ein Act grenzenloser Rohheit wurde heute Mittag von einem Feldarbeiter in der Nähe des Holzhoses begangen. Die Frau desselben gerieth mit einer anderen Arbeiterin in Wortwechsel wegen einer geringfügigen Sache. Ohne Weiteres nahm der Unhold einen Schippenstiel und schlug der Arbeiterin so lange aus den Kops, bis sie leblos zusammenstürzte. Hauptmann v. M. vom 115. Regiment, welcher zusällig am Thatort vorbeiritt, nahm mach heftiger Gegenwehr den Thäter fest und ließ ihn durch zwei hinzugekommene Soldaten zur Polizei transportiren. Die Frau wurde in die naheliegende Train-Kaserne verbracht und daselbst verbunden. Später wurde sie ins Spital über- aeführt.

*nn. Heppenheim, 18. August. Heute Morgen wurde im Beisein von Mitgliedern Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbeverein, des Bürgermeisters Allendors, sowie Mitgliedern des Gewerbevereins zu Heppen­heim die Ausstellung von Schülerarbeiten aus den Kunstschulen zu Mainz und Offenbach, der Landesbau­gewerkschule zu Darmstadt, sowie sämmtlichen Handwerker­schulen der Provinz Starkenburg eröffnet. Im Ganzen sind etwa 36 Schulen vertreten. Die Arbeiten, Leistungen im

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In der Mittwochnummer vom 13. August befindet sich unter -h. eine Kritik der vom Kunstverein für Hesien veranstalteten Aus­stellung, eine Kritik, die sicher nickt im Stande ist, in Gießen, das diese Kunstausstellungen erst seit Kurzem sieht, das Kunstverstandniß zu wecken, da ihr das Laienhafte zu deutlich aufider Stirn geschrieben steht. Das wäre jedoch weiter nicht schlimm, wenn besagte Krim nicht mit einer solchen Arroganz aufträte und Urtheile fältte, die geradezu dazu angelegt scheinen, das Publikum über die wirklich werthvollen Bilder und ihre Schöpfer zu tauschen. Sie sagen, ver­ehrter Herr Kritiker, in Ihrer Besprechung der Bilder, datz man Kraft und Ausdruck dem Historienbilde Frinds -ufprechm .darf und thue gut daran. Besser hatten Sie über ein solches Bild über­haupt nichts gesagt. Wie Sie nun aber dazu kommen, das religiose Bild von Radtke aus Blankenburg so über Bausch und Bogen zu verdammen, laßt sich nur daraus erklären, daß Ihnen wahrschein ch das Verständniß für derartige Stoffe abgeht. Es steckt doch wahrlich tausendmal mehr redliche Arbeit und ehrliches Können in Radttes Bild, als in IhremSpatzenclub" undBuchfinkenpaar , die Sie soreizvoll" finden und wahrscheinlich deshalb loben,well dieselben von Marie Laux sind. Ohne mick bei Allem, was Sie gejagt, auf­halten zu wollen, will ich hier gleich vorerst feststellen, daß unter den Landschaften die des Strützel am besten ist, die Sie noch eben erwähnenswerth" finden. Andere Arbeiten haben Sie ja sowie so schon todtschweigen wollen. Von den Landschaften gehen Sie nun zur Besprechung der Portrats über. Sie sagen, es ließe sich da nicht viel Gutes melden, es trage Alles den Stempel des unseren Dilettantismus und man überginge diese Arbeiten am besten mit Stillschweigen. Allerdings! Das Schweigen scheinen Sie meiste^ haft zu verstehen! Warum haben Sie den Namen Dietz nicht auch noch verschwiegen? Nicht wahr: bei den vielen Arbeitcn d°si-lb-n wäre die Absicht doch zu sehr ausgefallen? Ich dachte, Dietz hätte sein Können und echt künstlerisches Empfinden doch in einer Weise dargethan, daß er mehr verdiente, als so mißhandelt zu werden. Daß unter den vielen Arbeiten des Herrn Dietz auch vereinzelte schwächer sind, ist selbstverständlich. Das finden Sie bei jebem Meister, aber bllettantenbaft sind die Porträts denn doch nicht, wenn Sie auch glauben, der Maler würde sie in Düsseldorf beiSckulte Briesen" oder Morschhäuser nicht gewagt haben, auszustellen. Einen Kunstsalon vonSchulte Briesen" gibt es in Düsseldorf überhaupt nicht. Es ist Ihnen da ein kleiner Lapsus pa sirt, was ja bet be­deutenden Kunstgelehrten häufiger Vorkommen soll. Cs gibt namucy

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n einem solchen Orte vol­lende Wirkung hervor. Wie erklangen aus der Brust iden von Zuhörern dkhoch- ijer durch die Schlucht und eierlich rusklingend in der Musik intonirt und von den Ls trat dann der Fahnen- Mpsgenofsenvereins vor, an von Sr. Kgl. Hoheit dem iftete ga^ttatbanb befestigt icrauf bie unb trugen nb patrwtijfy Lieder vor, n derWacht am Rhein" Mld" und dre tvchmMgen Lchauz" undTs geht bei »H« Janbai. n au? dm ** ? ilmdm W°gm dich >tunbt deS Abmchs mr ck- °b«t des :

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Schrffsnachoichterr.

Bremen, 16. August. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Saale, Capt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 6. August von Bremen und am 7. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Verkehr, £an*>« rrnd votkrwirthschaft.

®legen, 19. August. (Marktbericht). Auf d°m r-E-u Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. JfU 1,151,20, Hühnereier 1 St. 6.-2 St. 11 H, Enteneier 1 St.--H, 2 St.

Käse pr. St. 47 Käsemotte pr. St. 3 Erbsen pr. Ater 16 ßtnfen vr Liter 26 Tauben pr. Paar JL 0,600,70, Hühner pr. Stück v**0,901,30, Hahnen pr. St- 0,550,90, Ent^ X 1,40-1,60, Ochsenfteisch pr. Pfd. 70-74 ^.U^Rmdfleisch 6064 A, Schweinefleisch 6870 H, Hammelfleisch 50684^, Äaws a-rsch 5660 Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,009,00, Weißkraut pr. St---Zwiebeln per Centner 6,007,00, Mlch per

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