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Gießen, den 9. Juli 1890.

1124

Course der Frankfurter Börse

Cours vom 12./VII. 1 9./VII

Cours vom 12./VII.

93 80

94 -

sswaaren. 412<|

86 80

86.20

83.50

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105 70 106.20 103.90

92.25

97.90

99.60

95.40

87.60

102.35

18.10

den deS aus

was

76.-

99.10

102.

19./VII.

105.85

106.

103.95

92.25

98.70

99.50

95.50

77.80

98.95

102.

88.65

102.40

18.

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Hiermit die ergebene Mittheilung, daß ich mich hier als Hebamme niedergelassen habe und halte mich den geehrten Herrschaften vorkommenden Falls bestens empfohlen.

Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß ich lange Jahre in den Kliniken bei Herrn Professor Kehrer in Heidelberg als Wärterin und Hebamme thätig war. Hochachtungsvoll

Julie Müller«, Neustadt 21.

84.20

93.

Von Jndustrieactien waren Veloce wegen außerordentlich ungünstiger Berichte über das laufende Geschäftsjahr stark rückgängig; es scheint aber, daß der Cours von interessirten Händen gehalten wird, denn Jnterventionskäufe brachten ihn wieder auf den vorwöchentlichen Stand. Electricitäts-Actien auf Abänderung des Begebungs­modus der neuen Actienemission 5% höher. Montanwerthe im Allgemeinen, wenn auch nicht beträchtlich, schwächer.

Der Privatdtscont ist eher steifer als zu Ende der vergangenen Wache, trotz­dem der Rückfluß zur Bank ungewöhnlich rasch von statten geht. Ausfällig bleibt auch eine ständige Abnahme der Depositen.

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Börsenwochenbericht

von E. Wasserschieben, Bankgeschäft.

Die Börsenlage war am Ende der vorigen Berichtspertode, wenn nicht gerade trostlos, doch so unfreundlich, daß eine Besserung auf lange Zeit hinaus ausge­schlossen schien, und dennoch ist im Verlauf der neuen Woche ein Umschwung ein­getreten, der gestattete, daß sich die Course auf den meisten Gebieten erholten. Diese Wandelung isi wie sonderbar es auch scheinen mag einzig dem Witterungs­wechsel zuzuschreiben. Die lange Regenperiode hatte hie und da ungünstig auf den Saatenstand eingewtrkt und sie hielt außerdem den Strom der Sommerfrischler zu­rück, der bekanntlich für einzelne Bahnen von ausschlaggebender Bedeutung ist. In­sofern ist der Besserung eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen, es wirkt aber bei diesem Umschwung ein Moment mit, das schwerer zu rechtfertigen ist, das aber nicht unterschätzt werden darf und in Betracht gezogen werden muß, um die Ein­wirkung aus andere Marktgebiete zu erklären. Es ist dies ein Moment subjectiven Empfindens, welches der Börse immer anhastet, selten aber so klar zu Tage liegt wie bei diesem Stimmungswechsel. Die Dinge sehen sich anders an im Hellen Sonnenlichte, als wenn der Regen in Strömen vom Himmel herntederfällt, das hat Jeder schon hundert Mal an sich selbst erfahren, und doch muß es überraschen, ein solches persönliches Empfinden im ernsten Geschäftsleben wtederzufinden, wo nur die Thatsachen gewogen werden sollten. Aber wie gesagt, der Börse haftet diese Subjectivität in hohem Maße an, sie tritt bei tausend Anlässen zu Tage, wirkt heute nach oben, morgen nach unten, heftig in diesem, kaum bemerkbar in jenem Falle, stets unberechenbar in ihrer Wirkung erschwert sie die Stellung einer Prognose ungemein, und das wechselvolle Bild, welches die Börse immer bietet, ist nicht zum geringsten Theil ihr Werk. In den thatsächlichen Verhältnissen hat sich bis auf die Hoffnung auf ein erhöhtes Ernteerträgniß und einen steigenden Personenverkehr nichts geändert. Die schweren Mängel, welche dem Markt anhaften und welche in früheren Berichten zur Genüge besprochen wurden, bestehen unverändert fort, und die leichte Erholung soll nicht darüber hinweg täuschen, wie tief die Geschäftsunlust bei Publikum und Speculatton eingerissen ist. Schon die letzten Tage der Woche brachten Realisationen in großem Umfange, soweit vongroß" bei dem beschränkten Geschäft überhaupt gesprochen werden kann, und am Freitag war die Tendenz wieder genau so zerfahren, wie je zuvor.

Für einzelne Bahnen bekundete sich noch erhöhtes Interesse, theils auf Grund der Erntehoffnungen, theils auf Grund eines Tarifabkommens, welches einige böh­mische Bahnen mit den sächsischen Staatsbahnen geschlossen haben und welches be­zweckt, der böhmischen Braunkohle ein erhöhtes Absatzgebiet zu verschaffen. Dies allein verlieh dem Verkehr noch einige Lebhaftigkeit und ein freundliches Gepräge.

Die Einzelheiten, welche über die Lagern Argentinien bekannt werden und eine scandalöse Finanzwirthschaft mit allen Schäden der Corrumption aufdecken, machen fortgesetzt den schlechtesten Eindruck. Die geplante Notenemission, welche gegen den Rath des Ftnanzministers vottrt wurde, ist inzwischen Gesetz geworden. Man beabsichtigt mit dieser Emission, den Betrag ber umlaufenden Cedulas zu ver­mindern, aber da man weiß, wie dringend der argentinische Staatsschatz einer Unter­stützung bedarf, so herrscht ein berechtigtes Mißtrauen über die Verwendung dieser Gelder und das Goldagio hält sich daher, bei allerdings großen Schwankungen, auf 200 %. In Montevideo scheint die Panic im Abnehmen zu sein und das Gold­agio fängt an, sich zu vermindern. Die in Deutschland plactrten Uruguay-Bonds repräsenttren aber zu geringfügige Beträge, als daß die Börse daraus Nutzen ziehen könnte.

In den Vereinigten Staaten ist die viel besprochene Silberbill zum Gesetz erhoben worden. Der Silberprets und damit die österreichische und russische Valuta ist daraufhin gestiegen, hat sich aber nicht voll behaupten können, denn der Einfluß der Silberkäufe wird sich nur sehr allmältg geltend machen. Immerhin beginnt man jetzt bereits auch für New-Aork mit der Möglichkeit eines Goldagios zu rechnen.

Im Montanmarkt dauert der Kampf der verschiedenartigen Interessen fort. Der tatsächliche wettere Rückgang der Kohlenpretse kann nicht mehr bestritten wer­den, auf der anderen Seite aber wurden von Glasgow steigende Warrantcourse ge­meldet, welche bekundeten, daß die stark engagirte Baissepartei zu Deckungen gedrängt wurde. In Deutschland kann von einer Besserung keine Rede sein, vielmehr sind weitere Preisrückgänge zu verzeichnen. In Cöln hat in den letzten Tagen eine neue Schtenensubmission stattgefunden. Soweit aus den bisher vorliegenden Depeschen ersichtlich, bestehen zwischen den verschiedenen Offerten große Preisdifferenzen, und man glaubt daraus folgern zu können, daß das Schtenencartell thatsächlich nicht mehr besteht. Dieser Schluß ist bet den bisher vorliegenden kärglichen Berichten vielleicht zu weitgehend und die Bestätigung der Depeschen bleibt jedenfalls abzu- I warten, trifft er aber zu, dann würde sich das Tempo der Preisrückgänge bedeutend

| Ausstattungen. |

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llMM w.Vi, Oesterreich-Ungarische Bank und Ungarische Creditbank, beide mit 7 fl. Gewinn. Aus dem Tendenzumschwung der Woche haben auch Renten einigen Vor- theil ziehen können, der zwar nirgends bedeutend war und durch Realisationen am Schluß der Woche auf ein Minimum zusammengeschrumpft ist, aber doch beachtens- werth bleibt, weil selbst Türken, Egypter und Argentinier davon berührt wurden. Voll behauptet wurden die Besserungen nur von den österreichischen und russischen Valutaanleihen, die beide ca. 1 °/o gewonnen haben. Deutsche 3% % Anleihen sind wieder auf den Paricours zurückgesunken, und die abermalige Verlängerung des Verkaufssyndtcats bis zum 15. August hat nichts daran ändern können. Deutsche Bahnen ohne große Bewegung, obgleich der Ausweis z. B. für die Pfälzer Bahnen außerordentlich günstig lautet. Oestcrreichtsche Bahnest besser, namentlich die böh­mischen Kohlenbahnen, welche aus dem erwähnten Tartfabkommen Vorthetl zu ziehen hoffen, und die Getreidebahnen. Es nottren Böhmische Weftbahn 81/» fl-, Nordbahn 10 fl., Duxer 6 fl., Galizier 5 fl., Staatsbahn 2 fl., Elbthal 3 fl. höher. Schweizer Bahnen profitirten auf Grund des günstigen Reisewetters, mußten aber bet Bekannt- ße 26. werden des ungünstigen Ausweises der Gotthardtbahn einen Theil ihrer Avancen [1836 i wieder abgeben.

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85 50

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101.40

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58.

58.

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64 95

64.85

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84.05

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86.

86.20

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230.

229.15

Lübeck-Büchner . . .

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119.60

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120.20 |

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111.70

113.

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142.30

142.20

Dresdener Bank. . .

1 53 90

155.80

Berlin. Handelsgesellsch.

163.80

165.

Mitteldeutsche Credttb. .

110

110.20

Deutsche Bank . . .

165.30

167.90

Wiener Bank-Verein .

103.75

104/Sg

DeutscheGenossenschftsb.

Württemb. Vereinsbank

126 40

125.90

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129.80

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101.60

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97.30

97.50

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97.20

97.

4o/gPreuß.Hyp.-Act.-Bk.-

3%o/g Rhein. Hyp.-Bank-

Psandbr. . . .

101.70

101.70

Pfandbr. . . .

95.60

95.60

3V2°/o do......

97.20

97.

40/0 Meininger Pfandbr.

101.50

101.50

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Cred.-Pfandbr. bis

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101.40

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126.05

126.60

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1854r fl.250-

120.50

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104.95

104.95

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130.80

131.40

Pfandbr. . . .

132.50

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