Ausgabe 
20.5.1890
 
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* Darmstadt, 17. Mai. Die Forstaccessisten Georg Petith zu Ober-Erlenbach, Wilhelm Schlag zu Hausen bei Gießen und Wilhelm Zeh zu Nieder-Ramstadt sind zu Forstassessoren ernannt worden.

* Newyork, 17. Mai. Die Kinder schaukel als Kraft­maschine. Die Verwirklichung der großartigen Idee, die Kinderschaukel als Motor zu benutzen, war den Amerikanern Vorbehalten. Unter dem NamenPhiladelphia-Waschmaschine" wird demAmerican Mail" zufolge eine Waschmaschine ver­kauft, die mit einer Kinderschaukel durch geeignete Getriebe verbunden ist. Nachdem die Wäsche hineingethan, besteigt ein Kind ein solches ist wohl stets zu haben die Schaukel und bringt durch die Schwungkraft die Trommel der Wasch­maschine in Drehung. Nach kurzer Zeit ist das Reinigungs­geschäft vollbracht.

* London, 14. Mai. Eine und eine halbe Million Mark Erbschaftssteuer. Der am 8. April in Monte- Carlo im Alter von 76 Jahren verstorbene amerikanische Bankier Junius Sffencer Morgan hat seinem Testamente zu­folge ein Personalvermögen von über 2,000,000 Pfd. Sterl. hinterlassen. Die in England zu entrichtenden Erbschafts­steuern beliefen sich auf 80,884 Pfd. Sterl.

* Barmen, 17. Mai.Raum ist in der kleinsten Hütte für ein zärtlich liebend Paar, aber wo ist Platz, ich bitte, für die große Kinderschaar?" Dies Berschen hält der Stadt-Anzeiger" für angebracht anläßlich einer Heirath, welche kürzlich auf dem hiesigen Standesamt geschlossen wurde, denn der Mann brachte nicht weniger als acht, die holde Gattin sechs Kinder mit in die Ehe.

* Der Taube. Ein amerikanischer Stabsarzt hatte einen Mann zu untersuchen, der wegen einseitiger Taubheit um seine Pensionirung eingekommen war. Er hielt seine Uhr an das linke Ohr des Patienten, und dieser hörte nichts, worauf der Arzt seinem Assistenten dictirte:Völlige Taub­heit auf dem linken Ohr." Nicht wenig erstaunt war er aber, als bei Fortsetzung der Versuche der Patient auch mit dem rechten Ohre das Ticken der Uhr nicht hören konnte. Erst als er wieder zu Hause war, bemerkte der gute Doctor, daß seine Uhr seit mehreren Stunden füll stand!

Die Nnteroffhiers-Kriimien.

Die dem Reichstage unterbreitete Militärvorlage fordert neben der Vermehrung der Artillerie und der Erhöhung der Bestände bei der Infanterie und der Specialwaffen auch eine Ausbesserung des Einkommens der Unteroffiziere. Da bei dem Stande der Finanzen nicht gut eine allgemeine Auf­besserung des Soldes der Unteroffiziere durchgesührt werden kann, so sollen in Form von Prämien tüchtige, langjährige Unteroffiziere besonders belohnt werden. Diese Prämien sollen mit der Länge der Dienstzeit steigen und würden nach

Ablauf von fünf Dienstjahren 50 Mk., nach sechs Dienft- jahren 100 Mk., nach sieben Dienstjahren 200 Mk., nach acht Dienstjahren 350 Mk., nach neun Dienstjahren 550 Mk., nach zehn Dienstjahren 800 Mk., nach elf Jahren 900 Mk. und nach zwölf Dienstjahren 1000 Mk. betragen. Man er­kennt an der Stufenleiter dieser Prämien sofort, daß sie in erster Linie dem militärischen Interesse dienen sollen und den Zweck verfolgen, tüchtige Unteroffiziere so lange als möglich bei der Fahne zu halten, denn während nach fünf Dienst­jahren die Prämie nur 50 Mk. beträgt, beläuft sie sich für Unteroffiziere, welche zwölf Jahre gedient haben auf 1000 Mk. Erreicht man durch diese Prämien den Zweck, eine große Anzahl Unteroffiziere länger als es bisher der Fall war, dem activen Dienste zu erhalten, so würde damit ein doppelter Vortheil erzielt, denn erstens würde dadurch, daß die tüch­tigeren Unteroffiziere einige Jahre länger als bisher dienen, dem Mangel an dieusterfahrenen Unteroffizieren vorgebeugt, zweitens würde das Unterosfiziercorps auf diese Weise aber auch in den Stand gesetzt, höheren Ansprüchen zu genügen, und in Hinblick auf die wachsenden Anforderungen bei der Ausbildung der Mannschaften die Offiziere noch mehr als bisher bei ihrem schwierigen Amte zu unterstützen. Ein aus älteren, tüchtigen, diensterfahrenen Elementen zusammengesetztes Unterosfiziercorps ist offenbar im Kriegsfälle aber auch leichter im Stande, das gehörige Stammpersonal an die zahlreichen Reserve- und Landwehrdivisionen abzugeben als ein vorzugs­weise aus jüngeren Elementen bestehendes Unterosfiziercorps. Endlich muß aber auch mit dem Nothfalle gerechnet werden, daß im Kriege nach harten Verlusten Unteroffiziere Offiziere vertreten müssen und daß ältere, diensterfahrene Unteroffiziere sich zu solchen Osfiziersstellvertretern offenbar weit besser eignen als jüngere.

Offenbar hat die Frage der Unterosfiziersprämien aber auch noch eine wichtige sociale Bedeutung. Die meisten Unteroffiziere treten, nachdem sie sich den Civilversorgungs- schein erworben haben, als Subalternbeamte in den Staats­oder Communaldienst. Dabei haben die betreffenden An­wärter gewöhnlich noch einen Vorbereitungsdienst zu leisten, sich zu equipiren u. s. w., und diese Uebergangszeit muß den ausgedienten Unteroffizieren einen besonderen Zuschuß als äußerst wünschenswerth erscheinen lassen. Dieser Zuschuß würde aber durch die Auszahlung der erwähnten Unter­offiziersprämien am Ende der Dienstzeit vollkommen erreicht werden. Es mußte daher auch der Wunsch ausgesprochen werden, daß der Reichstag Mittel und Wege finden möge, die Forderung der Unterosfiziersprämien zu bewilligen, denn der Unteroffiziersstand muß so tüchtig als nur möglich er­halten werden, wenn die Armee selbst tüchtig bleiben soll, i und zu dem ersteren Ziele dürsten die Unterosfiziersprämien I doch immerhin Vieles beizutragen im Stande sein.

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Verkehr, Land- und volk»wirthschäft.

Srünberg, 17. Mai. (Fruchtpreise). Weizen JL 2L, Korn 18.90, Gerste JL 17.60, Hafer X 17.80, Erbsen JL 20, Linsen, Lein, Wicken, Samen., Kartoffeln 3 30.

Schisfanachrtchte«.

Der PostdampferWaesland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 15. Mai wohlbehalten tn Newyork angekommen.

Spielplau der vereinigten frankfurter Ätadttheater.

Opernhaub.

Dienstag den 20. Mat: Silvana. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch dm 21. Mat: Vorstellung bet ermäßigten Preism. Zum 50. Male: Die Puppenfee. Vorher: Mikado. Außer Abonnemmt.

Donnerstag den 22. Mai: Arda. Gewöhnliche Preise.

g:eitag dm 23. Mat geschlossen.

amstag dm 24. Mat: Die Meistersinger. Große Preise.

Sonntag dm 25. Mat: Nordstern. Große Preise.

Montag dm 26. Mat: Der Prophet. Außer Abonnemmt. Große Preise.

Dienstag dm 27. Mai: Vorstellung bei ermäßigten Preism. Reise um die Erde. Außer Abonnemmt.

Dimstag den 20. Mai: Fedora. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch dm 21. Mat: Neu einstudirt: Störenfried. (Lebrecht Müller: Herr Richard als Gast.) Gewöhnliche Preise.

Donnerstag den 22. Mai geschloffen.

Freitag dm 23. Mai: Der Meineidbauer. Gewöhn» liche Preise.

Samstag dm 24. Mat: Zum ersten Male: Die Schach­partie. Dramatisches Gedicht in 1 Act. Aus dem Italienischen des Giuseppe Giacosa. Hierauf: Zum ersten Male: Die Pla­tonischen. Lustspiel in 1 Act von Eug. Salinger. Zum Schluß: Zum ersten Male: Vermischte Anzeigen. Schwank in 1 Act Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 25.Mai: Rosenmüller und Finke. (Hiller- mann: Herr Richard als Gast.) Gewöhnliche Preise.

Montag dm 26. Aprll: Der Fall Clemenceau Gewöhn­liche Preise.

-»ui - -..... '

Temperatur der Lahn und der Lust

am 19. Mai, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr:

Wasser 15, Lust 20 Gr.

Rübs amen.

priimienmarklLauterbach

am 12. Juni 1890.

Es werden prämiirt:

2 Paar Ochsen ä 25 Mk. und 20 Mk.

5 Paar Ochsen ä 15 Mk.

45 Mk.

75

2 Kühe ä 15 Mk. und 12 Mk.

27

5 Kühe ä 10 Mk.

50

3 Paar Stiere ä 16, 12 und 10 Mk.

38

2 Kalbinnen ä 15 Mk.

30

1 Kalbin 12 Mk.

12

2 Kalbinnen ä 10 Mk.

20

2 Kalbinnen ä 9 Mk.

18

8 Kalbinnen ä 7 Mk.

56

10 Kalbinnen a 5 Mk.

50

5 Rinder ä 15, 12, 10, 9 und 7 Mk.

53

12 Rinder ä 5 Mk.

60

Verschied. Thiere zur freien Verfügung d. Preisrichter 66

Zusammen 600 Mk.

Mit dieser Prämiiruug ist unter der Leitung eine- Gomitvs eine Berloosrrrrg von Vieh und Gerätherr ver­bunden. Loose ä 60 Pfg. find bei Herr« G. C. Volkmar dahier, Marktplatz Nr. 106, zu haben.

Lauterbach, den 12. Mai 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lauterbach.

Stöpler. 4370

Der Ausverkauf

des Cour. Jos. Keller'schen Waareulagers wird von heute an im Lind'schen Laden,

Schulstrasse 4,

fortgesetzt.

43U8 F. Hoffmann, Concursverwalter

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Leihanstalt.

Giessen Seltersweg 67 2980

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Bekanntmachung.

Ein Keller unter dem Schulhause in der Schillerstraße soll Mittwoch, 28. dieses Monat-, Vormittags 11 Uhr, im Bürgermeisterei-Bureau anderweit verpachtet werden.

Gießen, 16. Mai 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 4444

Holzgelderhebung

Künftigen Mittwoch den 21. d. MtS., von Vormittags 9 bis Nachmittags 2 Uhr, soll die erste auswärttge Erhebung von Freiherrlich von Rabenau'schen Holzgeldern in der Wirthschaft des Herrn Caspar Ranft in Beuern stattfinden.

Londorf, 17. Mai 1890.

Der Rentmeister: 4448 Schmidt.

Montag den 30. Juni l I.,

Nachmittags 3V< Uhr,

sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Kranz Gerbode Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:

Flur I Nr- 228 94 Meter Hofraithe in der Kaplansgaffe,

Flur I Nr. 229 19 Meter Grabgarten daselbst

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 19. Mai 1890

Großh. Ortsgericht Gießen.

I. A.:

__________Bogt._______4453

Arbeitsversteigerung.

Freitag den 23. l. M., Nach­mittags 2 Uhr, sollen in der Gemeinde Treis a. Lda. nachstehende Arbeiten in den Accord gegeben werden:

Glaserarbeiten, veranschl. zu 50.

Weißbinderarbeiten, 411.

Pflasterarbeiten, ,, 85.63

Fuhrlöhne, ,, 53.80

Steinsetzen, ,, 2.75

Gießen, den 16. Mai 1890.

Senßselder, 4399 Bezirks-Bauaufseher.

4288] Rene Oeeonomiewagen, etn- und zweispännig, sowie Handwagen in jeder Größe, stets vorräthig bei G. H. Mein, Marburg«Weiden­

hansen, Haus Nr. 44.

Montag den 30. Juni l. I.,

Nachmittags 3 Uhr,

soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Heinrich Lind m Gießen gehörige Hof­raithe :

Flur I Nr. 773,6 113 Meter auf dem Marktplatz

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 19. Mai 1890.

Großherzogltches Ortsgericht.

I. A.:

Bogt. 4451

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