Kirchlein, das weit von dem Friedhose verschiedene Ahnen 600 Jahren dort Inschrift bezeugt:
dem nicht zu bezweiselnden guten Witten unserer Staats- regterung schließlich für die hessische Landeskirche auch zu erreichen sein. Sodann sei eine Besteuerung des ansehnlichen localen Kirchenfonds und weiter ins Auge zu fassen, ob nicht auö vaeanten Pfarrstellen Beiträge in den Pensionssond ab- geführt werden könnten.
Darmstadt, 15. October. Die oberste Schulbehörde hat dieser Tage eine principiell wichtige Entscheidung getroffen. Der Lehrer eines Ortes in dem Streife Oppenheim machte bei Gelegenheit deS letzten Sedansestes mit seinen Schulern einen Spaziergang, der Bater eines Kindes, der sich mit einer Sedanseier, auch in der Form eines Spazierganges für die Schulkinder, nicht einverstanden erklären konnte, verbot seinem Kinde die Theilnahrne an dem Spaziergange. Kurz vor dem Weggange sendete der Lehrer nochmals nach dem Kinde, der Vater beharrte aber bei seinem Beschluß mit der Bemerkung, daß er einmal sehen wolle, wer ihn deshalb bestrafen könne. In dieser Angelegenheit hat nunmehr die obere Schulbehörde entschieden, daß die Zurückhaltung von einem einen Theil der angeordneten Schulseier bildenden Spaziergang, mit dem keinerlei Geldausgaben verknüpft waren, als straffällige Schulversäumniß zu betrachten und zu behandeln sei.
umgeben. Aus diesem Friedhose ruhen der Familie Ehelius, welche vor mehr als lebten und wirkten, wie folgende Haus-
Citeratar u«»& Itnnft.
Otto Kaemmel» »Deutsche «Aeschlchte* liegt abgeschlossen vor uns, ein Werk, dessen Fortsetzung und Beendigung wir mit immer steigendem Interesse verfolgt haben. Zwar sind aus den „etwa 10 Heften" 13 Hefte geworden, indessen lassen auch diese sich noch zu einem handlichen Bande in Großoctav vereinen. Die letzten in rascher Folge erschienenen Hefte 9—13 behandeln die Geschichte von 1648—1871 alv den „Ausbau einer nationalen Staatsordnung auf dem Grunde deS weltlichen Fürstenthume« und der Glaubens- frelhctt". Mit Recht ist auf eine auSsüh'liche Darstellung der letzten zwei Jahrhunderte mehr al« ein Drittel deü gesammten Werkes ver- wendet worden- Alle die früher gerühmten Vorzüge deS Werkes: durchsichtige Gliederung deS Stoffes bei straffem Zusammenschluß
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Bestrebungen unserer Zeit. Diese Vereine haben schon seit Jahren die öffentliche Ausmerksamkeit aus die Massenthierquälerei gelenkt, welche sich leider bis heute im größten Theile Deutschlands erhalten hat, und die jeden nicht gemüthsrohen Menschen mit tiefem Mitleid erfüllen muß. Es handelt sich um die ganz unnöthigen Martern, welche im Deutschen Reiche beim Tödten von über 100000 Schlachtthieren täglich verübt werden. Diese Martern können leicht vermieden werden durch die Betäubung der kleinen, wie der großen Schlachtthiere mittelst Beilschlags, Schlachtmaßke oder anderer zweckmäßiger Betäubungsinstrumente. Selbst wenn wir absehen von dem Erbarmen für die gequälten Thiere, so müssen wir schon ans Rücksicht aus die Sitten der Menschen ein humanes Schlacht- versahren anstreben- besteht doch ein unleugbarer Zusammenhang zwischen der Grausamkeit »gegen Thiere und den Rohheitsvergehen und Verbrechen gegen Menschen. Alle Schritte der deutschen Thierschutz-Vereine um eine gesetzliche Anordnung der — von verschiedenen Schlachthäusern mit vielen rationellen Schlächtern bereits eingeführten — Betäubung auch der kleineren Schlachtthiere sind bis jetzt vergeblich gewesen. Es muß deßhalb das Volksgewissen geweckt werden, damit das unnöthige Todtmartern unserer Schlachtthiere allgemein als ein Unrecht erkannt werde, obgleich es bis jetzt nicht durch das Gesetz verboten ist. Es muß besonders dahin gewirkt werden, daß möglichst viele Gemeinde- nnd Bezirksbehörden mit der ihnen zustehenden Polizeigewalt die Betäubung der Schlachtthiere anordnen. Wir sind überzeugt, daß das Gefühl aller guten gesitteten Menschen verletzt wird durch die Massenthier- solter, wie sie heute noch bei unserem Schlachtbetrieb stattfindet, und wir bitten sie, die Bestrebungen der Thierschutz- Vereine zur Beseitigung dieser ganz unnöthigen Thierquälereien in jeder ihnen möglichen Weise zu unterstiitzen. Besonders richten wir diese Bitte an die Bezirks- und Gemeindeverwaltungen, an die Geistlichen, Lehrer, Schriftsteller und Zeitungs- Redaeteure.
* In Thüringen erinnert man sich jetzt bet dem allgemeinen Fleischmangel und der damit verbundenen Fleischtheuer- ung eines amüsanten Vorkommnisses aus einer früheren Zeit, in der ebenfalls das Schlachtvieh selten geworden war. Ein populärer Fürst begegnete damals ans seinem Spaziergang seinem Hosmetzger, unterhielt sich mit diesem und bedauerte । dabei, daß das Ochsenfleisch jetzt immer seltener zu werden scheine. Der biedere Hosmetzger entgegnete daraus: „Durchlaucht, so lange wir beide leben, giebt es noch Ochsen genug!" Es war dies derselbe wackere Bürgersmann, der bei seiner goldenen Hochzeitsseier den Besuch seines glückwünschenden Landesherrn empfing. Als der Fürst sich bald wieder ent- sernen wollte, meinte der Jubelbräutigam in seliger Gemüth- lichkeit: „Ach bleiben Sie doch noch ein Bischen, Durchlaucht haben ja weiter Nichts zu versäumen!"
* Westerland, 15. October. Statistik der Eurzeit I 1 890 der Nordseebäder Westerland und Wenningste dt I auf Sylt. Bäder wurden genommen: a) am Strande 37241 I gegen 46154 im Vorjahre- b) im Warmbadehause 3190 I gegen 4379 im Vorjahre. Das Nordseebad Westerland wurde I besucht von 7139 gegen 7184 Personen im Vorjahre. Das I Nordseebad Wenningstedt wurde besucht von 153 gegen 207 I Personen im Vorjahre. Der gesammte Fremdenbesuch in der Eurzeit 1890 belief sich auf 7292 gegen 7391 Personen I im Vorjahre. Mithin 99 Personen weniger. Schluß der I Eurzeit.
* Rappoltsweilcr (Oberelsaß), 14. Octvber. In der I oberhalb des Winzerdorfes Zellenberg gelegenen Wirthschaft I Ackermann hat sich am 10. d. Mts. ein Austritt von un° I glaublicher Rohheit zugetragen. Frau Ackermann, die allein zu Hause war, wurde um 10 Uhr Morgens von einem I auö der Richtung von Bebelnheim hergekornrnenen Individuum I mit einer Axt übersatten und am Kopse verwundet. Die I junge Frau wars sich entschlossen aüs ihren Angreifer und I umfaßt denselben. Beide fielen zu Boden. Ein großer Hof- I Hund, welcher gesehen hatte, wie seine Herrin übersatten wurde, I riß sich von der Kette los und stürzte sich auf den Bandit. I Die Frau konnte sich lvömachen und auf die Straße entfliehen, wo sie verzweifelte Hülferufe ausstieß. Zunächst eilte I ein alter Mann, Namens Rudolf, aus Zellenberg herbei, I welcher einen fürchterlichen Axthieb in den Nacken erhielt, dann I ein junges Mädchen, Frl. Fuchs, das an der Hüfte verwundet I wurde. Endlich kam eine ganze Schaar mit Knüppeln und I Hacken bewaffneter Männer und Frauen an. ES entspann I sich ein erbitterter Kamps, in welchem der Räuber aber die I Oberhand behielt. Schließlich holte der Bruder des Wirthes einen Revolver nnd gab drei Schüsse auf den mit der Axt I wild um sich schlagenden Wütherich ab. Dieser stürzte am I Kops und in die Brust getroffen zu Boden- aber mau hatte I dennoch die größte Mühe ihn zu bewältigen und zu sesseln. I AIS der von Neichenweier herbeigeholte Dr. Herrenschneider I den Verwundeten nach dem Beweggrnnde seines tückischen An- I griffet srug, erwiderte derselbe, er hätte sich vorgenommen gehabt, Jemanden aus Zellenberg ums Leben zu bringen.
I JnS AmtSgesängniß nach Kayseröberg abgesührt, gab er an, I daß er Martin Tauchmann heiße, Zimmermann sei, 37 Jahre I alt und auö BischvsSheim im Unterelsaß gebürtig. Tödtliche Wunden haben ihm die Revolverkugeln nicht beigebracht. Frau Ackermann und Frl. Fuchö sind ebenfalls verhältnißmäßig I leicht verwundet. Der arme Rudolf hingegen ist schwer, I vielleicht tödtlich, verletzt. __________________
* Wald-Michelbach, 15. October. Die Wohnungsfrage. Die vielgerühmten Annehmlichkeiten der Landlehrer im Gegensatz zu ihren städtischen Eollcgen werden durch nachstehende Thatsache tresslich illnstrirt. Der verheirathete Lehrer Otto dahier erhielt kürzlich daö Decrct seiner Versetzung nach Froschhausen bei Seligenstadt. Obwohl diese Gemeinde ziem- Ikli groß ist und drei Schulklassen hat, ist daselbst, wie Herr SBiirgcrmeiflcr Lornmel von Froschhausen dem Lehrer Otto amtlich bescheinigte, für einen verheiratheten Lehrer keine Privatwohnung zu beschaffen. Die Versetzung dürste unter diesen Umständen rückgängig gemacht werden.
* Zur Beseitigung der Martern beim lobten der Schlachtthiere wird folgender, von einer großen Anzahl allen Berns«, ständen nnd Eonsessionen angehörenden Männern auö allen deutschen Gauen unterzeichneter (auö unserem Großherzogthnm finden wir darunter die Namen Wirkt. Geheinierath, Ober- eonsistortalpräsident Dr. Goldmann Exz., Oberlandeögerichtö- Präsident Görz, Provinzialdireetor Frhr. v. Gagcrn nnd Frhr. Heyl zu herrnöheiin) Attsrus und Bitte veröffentlicht: „Die Gesittung der Menschen nnd die wahre Religiosität erweist sich sletö auch durch eine barmherzige Be- Handlung der Thiere. Daö Jnölebentreten der Thierschntz. Vereine hängt innig zusainmen mit allen anderen humanen
provinsiclles*
M Diebach a. Haag, 16. October. Unter großer Betheiligung auö Nah und Fern wurde heute Herr Beigeordneter Gerth zu Grabe getragen. Er büßte in tragischer Weise das Leben ein. In seinem Hose bei einem Gespanne be- schästigt, rannte ein fremdes Schwein zum Thore herein, die Zngthiere wurden scheu, rissen den Verblichenen zu Boden, dieser stürzte auf das Hinterhaupt, die Thiere gingen über ihn weg, und der Unglückliche wurde in schrecklicher Weise verwundet. Alle angewandte ärztliche Kunst war vergeblich. Der Verstorbene war im Porigen Jahre zum zweiten Male zum Beigeordneten gewählt worden- er war ein braver gediegener Mann, der sich der allgemeinsten Achtung seiner Mitbürger erfreute.
AusOberhessen, 12. October. Interessante Häuserin sehr ist en. Vor mehreren Monaten brachte Ihre Zeitung verschiedene, ungemein interessante Häuserinschristen, von denen etliche aus dem ehemaligen .Kurhessen, die übrigen — wenn ich mich recht erinnere — aus unserer Provinz Oberhessen stammen. Durch diese Proben angeregt, habe ich eine Reihe von Dörsern und Städtchen durchforscht und eine ganz hübsche Sammlung von Häuserinschristen gefunden, von denen ich einige hier folgen (affen will. Ich beginne mit dem an der Bahnlinie Gleßen-Gelnhanfen gelegenen freundlichen Dorfe Ober-Widdersheim. Auf einem stell ansteigenden Hügel liegt daö in diesem Sommer srisch reftaurirte, hell angestrichene in die Ferne leuchtet. Das Kirchlein ist
aller Theile zu einem einheitlichen Kunstwerke, genaue Berücksichtigung aller Zweige des deutschen Eultur- und Geisteslebens, seines Ver- ftändniß für volkswirthschaftliche Fragen, warme deutsche Gesinnung, markige und anschauliche Sprache kommen auch in den letzten Heften zur erfreulichen Erscheinung. Damit der spätere feindliche Dualismus zwischen Oesterreich und Preußen voll verständlich werde, beginnt der Abschnitt mit einer äußerst lichtvollen Schilderung der Regierung des Großen Kurfürsten, besonders auch seiner epochemachenden inneren Politik, wozu die zerfahrene Verwaltung der habsburgischen Lande in scharfen Gegensatz tritt. Weiterhin fesselt besonders die formvollendete Darstellung des Zeitalters Friedrichs des Großen; daran schließt sich eine umfassende Schilderung der Zustände in allen deutschen Landschaften, der Bildung und VolkSwirthschaft, der Dichtkunst und Wissenschaft, der bildenden Künste, der politischen Anschauungen, wie sie sich zeigten, bevor diese Dinge durch die Folgen der französischen Revolution und durch die Napoleonische Fremdherrschaft eine gründliche Umbildung erfuhren. Eine herrliche Erbauungsstunde gewährt die Lectüre der Schilderung der deutschen Erhebung und der Freiheits- Kriege. Auch durch die Wirren der folgenden Jahrzehnte ist uns Kaemmel ein einsichtiger und lichtverbreitender Führer. Am Eingänge der letzten Periode „Die deutschen Einheitskriege und die Gründung des neuen Reiches 1858—1871" steht die wunderbare Eharakteristik Wilhelm« I., am Ende eine gedankenschwere Betrachtung über des Reiches Zukunft. Kaemmels „Deutsche Geschichte" (Preis in Prachtband 16 Mark) ist ein Volksbuch in des Wortes edelster Bedeutung; es eignet sich wie kein anderes Geschichtswerk zu einem Geschenke von unvergänglichem Werthe als echt deutsches Familienbuch.
— Das neue Quartal der »Gartenlaube", das letzte des laufenden Jahrganges, bringt den Lesern eine besonders willkommene Gabe. Seit die Marlitt die Feder niedergelegt, hat keine Schriftstellerin es so verstanden, die entstandene Lücke auszufüllen und sich die unbeschränkte Gunst der Leserwelt zuzuwenden, wie die Heimburg. Und so ist denn auch eine Erzählung von der Heimburg immer ein Ereigniß in^der Schaar der Abonnenten und darüber hinaus. Die neue Novelle, die in Nr. 40 zu erscheinen beginnt, führt den Titel „Auf schwankem Boden" und der sich andeutende Conflict beruht darauf, daß ein junges begabtes Mädchen sich vom sicheren Grund der Familie loslöst und auf den „schwanken Boden" der Theater- weit begibt. Der feingestimmte Ton der Erzählung, die Wärme und Tiefe der Empfindung, die, man möchte fast sagen, aus jedem Worte spricht, daö alles gewinnt gleich wieder von vornherein. Wir freuen uns von Herzen über dieses neueste Erzeugniß der Heimburg'schen Muse und wünschen der hochverehrten Verfasserin eine dauernde Kräftigung ihrer angegriffenen Gesundheit, damit sie noch lange fortfahren könne, die Wett mit den köstlichen Blüthen ihres Talents zu erfreuen.
— Der Herbstwind rüttelt die Bäume und die dürren Blätter rauschen zu unseren Fußen und rufen unS die Botschaft zu: der Sommer ist dahin und mit eiligen Schritten kommt der weißbärtige Winter daher gegangen. Puh, schüttelt sich manch Einer, der schon im Vorau« friert, dieser langweilige Winter! — Aber der Mann hat gar nicht recht, denn hinter der rauben Außenseite verbirgt sich auch bei dem Winter ein warmes Herz, man muß es nur zu finden wissen. Wie gemüthlich sitzt sich« da nicht in der Stammkneipe am Scattisch und wie viel gemüthlicher nicht noch daheim im behaglichen Familienkreis, wo Jeder sich seiner Beschäftigung hingibt oder der Hausvater zu dem Gelingen der weiblichen Handarbeiten sein Theil beiträgt, indem er etwa? Hübsches vortiest. Aber da heißts: erst etwas Schönes haben, daran alle sich erfreuen. Nun, wir wollen einen Fingerzeig geben. Wozu wären denn die Familienzeitschriften ba? Rauscht draußen der Herbstwind in den dürren Blättern, so leben um so mehr unsere. Unterhaltungsblätter auf und gehen mit frischem Winde in die Winterzeit hinein, wohlausgerüstet mit vielem Schönen. Wir haben dabei besonders »SchorerS ftamilienWatt* tm Auge, welches in immer steigendem Maße sich unsere Sympathie erobert und heute zu den bestredigirten Zeitschriften der Welt gehört. Hat es doch auf der Weltausstellung zu Melbourne für seine literarischen und künstlerischen Leistungen den ersten Preis bekommen. Für diese Wintersaison stellt es seinen Lesern wieder viel reichen Genuß in Aussicht. Vor uns liegt das erste Hefi der schönen Salon-Ausgabe in Octavformat und wir sind erstaunt über die Fülle vorzüglicher Beiträge, die darin enthalten. Wir heben besonders hervor: „Künstlerblut", Roman von H. Schobert; Der erste Schultag, Erzählung von M. z. Megede. „Der Gast". Ein Bild aus dem Theaterleben von Julius Freund. „Schipka", Novelle von Nataly v. Eschstruth. „Lang, lang ists her," Novelle von M. Taunus. — An Illustrationen ist daS Heft sehr reich und sei besonders erwähnt: „Der Traum des Abiturienten" von A. Oberländer, und „Es ist schwer, gegen den Strom zu schwimmen" von demselben. Portratt Ad. Oberländers von Franz von Lenbach. Wir erwähnen noch als besondere Etgenthümltchkett von „Schorers Familienblatt" den graphologischen Briefkasten, eine Einrichtung, welche die weitgehendste Beachtung verdient. In geradezu verblüffender Weise sagt der Gra- pholog auö der Handschrift Jedem, der es will, die Wahrheit über seinen Eharacter. Abonnenten können für 1 JK, Nichtabonnenten für 4 JL ihre Schrift analystren und ihr Herz erforschen lassen, auch wohl über eines Andern Eharacter sich unterrichten. — Wir empfehlen „Schorers Familienblatt" als die unterhaltendste und vielseitigste Zeitschrift und zwar besonders die in jährlich 14 starken Heften A 75 erscheinende Salon-Ausgabe.
Anno Omni 1576
JounnoB Oholius W. F. F.
NoHtrum Opus ut luudi Horviat omno timo.
(Unsere Arbeit möge Deinem Lobe dienen.)
DaS Haus Ist von Stein erbaut, zeigt an ThÜren und Fenstern gvthifche Formen und scheint das ehemalige ArntS- hauS gewesen zu fein. Verhältnißmäßig reich an Inschriften ist daö kleine Dorf Vllliugen, an der Bahnlinie Hungen Laubach gelegen. Ick habe dort zwei Inschriften notirt, eö gibt aber deren mehrere. Die erste Inschrift (vertiefte Steinschrift) lautet:
Dieses HauS steht in Gottes Hand, Gott bewahre eS.vor Jeuerbrand;
** Er segne unseren Eingang und AuSgang.
Die zweite Inschrift befindet sich an einem Hause, das durch feine schöne Holzconstructlvn sofort in die Augen leuchtet. Die Balken sind mit Röthelsarbe hervorgehobeu. Die Balkenlage zwischen dem ersten und zweiten Stock trägt eine vertiefte Inschrift, welche durch weiße Oelsarbe hervorgehoben wird und folgendermaßen lautet:
Diese« Hau« steht in Gottes Hand,
Gott bewahre dessen Einwohner vor Sünd und Schänd, Damit er seinen Segen
In diese« Hau« möge legen. (1787.)
Durch Gotte« Hand und Hüls erbaut
Dem Schutz des Höchsten anvertraut
Heil unter dessen Gnadenschein,
Da« ganze Hau« kann sicher sein.
Villingen, 13 Mär» 1787.
Drrfctye. u*ö I»o4f«n>i»tbf<t>ah
— Aufbewahrung der Georginenkrrollen. Nachdem die oberirdischen Stengel dicht über der Erve abgeschnitten sind, werden die Knollen sorgfältig aus der Erde genommen und von der anhaftenden Erde befreit, hieraus an einen frostfreien Ort gebracht und über zwei Latten so gelegt, daß die Stengelreste nach unten zwischen den Latten zu hängen kommen. Auf diese Weise verlieren die Knollen einen großen Theil ihrer Feuchtigkeit, wodurch sie vor Fäulniß geschützter werden. Nach einigen Wochen kann man die Knollen zusammen an einen trockenen Ort bringen.
Mey'S Stoffkragen, Manschetten und Vorhemdchea, au« starkem pergamcntähnltchen Papier gefertigt und mit letneu- ähnlichem Webstoff überzogen, sehen ganz wie Leinenwäsche aus.
Mey'S Stoffkragen übertreffen die Leinenkragen dadurch, daß sie niemals kratzen oder reiben, wie cs schlecht gebügelte Leinenkragen stets tinin. „
Mey'S Stoffwäsche steht in Bezug auf Schnitt und bequemes Passen trotz außerordentlicher Billigkeit unerreicht da. Sie kostet kaum mehr als da« Waschlohn leinener Wäsche und beseitigt doch sowohl alle Differenzen mit der Wäscherin, alS auch den Aerger der Hausfrau über die beim Waschen oder Plätten verdorbene Letnen- wäsche.
Mey'S Stoffkragen find ganz besonders practisch für Knaben jeden Atter«.
Auf Reise« ist Mey'S StoffwLsche die bequemste, weil bei ihr da« Mrtrüb en her benutzten Wasche fortfällt.
Mey'S Stoffwäsche wird fast in jeder Stadt von durch Plakate kenntlichen Geschäften verkauft, welche auch von Zeit zu Zeit durch Annoncen in dieser Zeitung namhaft gemacht werden. Sollten dem Leser diese Verkaufsstellen unbekannt sein, so wolle er sich an daS Versandt Geschäft Mey & Gdlich in Leipzig Plagwih wer,den, welche« auf Verlangen auch bas PrctSverrerchnrß über Mey'S Ltoff- Wäsche unberechnet und portofrei versendet. 7188
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Men Personen, ssoncursma^Migi haben ober zur W WdiM wirb nu fln den Gemeinschuld folgen oder zu leisten, Dichtung auf'erlegl, v der Cache und von d< für welche sie aus Änderte Besriedigr nehmen, dem Concu jum 10. November machen.
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Die zur Aussühru In der Kirche etforl und Lieferungen, als
Maurer-Arbeit Dachdecker-Arbeit Weißbinder-Arbeit Schreiner-Arbeit Schlofferarbeit Eifenlieferung werden ^tendtag btn s
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