Produkten, zuweilen auch an Thiercn, bei dem großen Ausfall an Arbeit und dem Rückgänge des Körpergewichts der kranken Thiere ist der öconomische Nachtheil meist ein sehr schwerer und ist hierdurch die volkswirthschastliche Bedeutung der Seuche eine sehr eingreifende. So werden z. B. in England die im Jahre 1883 auf diese Weise herbeigesührten Verluste auf 20 Millionen, in Frankreich 1871 aus 30 Millionen Mark berechnet.
Da nun die Seuche allein durch polizeiliche Maßregeln ohne Beihilfe der Viehbesitzer an der Weiterverbreitung nicht gehindert werden kann, so liegt es im Interesse der Letzteren, die Hände nicht ruhig in den Schoß zu legen, sondern sich möglichst selbst schützen zu suchen. Man sei deshalb bei Vieheinkäufen vorsichtig und stelle alles neu angekaufte Vieh 12 bis 14 Tage allein. Der Eintritt fremder Personen in die Stallungen ist nicht zu gestatten. Jeder Verkehr in Gehöften, in welchen die Seuche herrscht, muß sorgfältig vermieden werden. Täglich kann man eine Dcsinfecüon der Stallungen durch Begießen mit roher Carbolsäurc (1 Theil) und Wasser (100 Theile) vornehmen. Die Fasselhalter und Fasseuvärter haben genau daraus zu achten, daß keine verdächtigen Thiere zu den Fasseln gebracht werden.
Den von der Seuche befallenen Thieren gebe man weiches Futter und reichlich kühlendes Getränk- außerdem stelle man dieselben trocken und weich. Treten üble Zufälle ein, so nehme man alsbald ärztliche Hülfe in Anspruch. Sobald die ersten Zeichen der Erkrankung auftreten, ist der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten.
Uebertragungen der Maulseuche aus den Menschen sind nicht selten, namentlich erkranken Kinder nach dem Genüsse ungekochter oder nicht stark gekochter Milch von maulseuchekranken Kühen und sterben auch zuweilen an den Folgen der Jnfection. Aber auch durch Wunden an Armen und Händen kann eine Ansteckung erfolgen. Die Ueberrragung der Krankheit durch den Genuß des Fleisches kranker Thiere ist noch niemals beobachtet worden. Beim Menschen bestehen die Krankheitserscheinungen in Fieber, Bläschen auf den Lippen, der Schleimhaut, des Mundes und der Rachenhöhle.
Temperatur der Lahn und der Lust am 18. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Lust 14 Gr.
Rübsamen.
den in unserem Lande bereits errichteten würdig zur Seite stellen. Die Vorbereitungen zur Einweihnngsseicr sind in vollem Gange und ist der Kriegerverein bestrebt, dieselbe nach jeder Richtung hin zu einer befriedigenden zu gestalten, wozu die Capelle des 118. Infanterie-Regiments, unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten, Herrn Kern, das ihrige beitragen wird. Seitens auswärtiger Kriegervereine sind bereits zahlreiche Anmeldungen zur Betheiligung eingelausen. In sehr dankenswerther Weise hat die Direction der Oberhessischen Eisenbahnen sich bereit erklärt, am Festtage aus der kürzlich eröffneten Strecke Hungen—Laubach zwei Extrazüge verkehren zu lassen. Der eine wird Morgens 11 Uhr von Hungen nach Laubach absahren und der andere Abends 9 Uhr 45 Min. nach Hungen zurückbesördert werden.
Ilbeshausen, 15. Juni. Im Garten des Alexander Mönnig dahier befindet sich ein Kirschbäumchen, woran derselbe am vorigen Donnerstag den 12. d. M. die ersten reisen Kirschen pflückte. Es ist gewiß als eine Seltenheit zu betrachten, daß hier um diese Zeit schon Kirschen reisen.
Augersbach, 16. Juni. Am 10. dö. Mts. feierte Herr Lehrer Lanz, welcher die letzten 26Jahre in unserem Orte als erster Lehrer gewirkt, sein 50jähriges Dienstjubiläum. In Verhinderung des Herrn Kreisraths überreichte Herr Amtmann Dr. Steeg im Namen der Regierung dem Jubilar unter anerkennenden Worten das „Ehrenzeichen für fünfzigjährige treue Dienste".
Gerichtliche Lirtschei-nngeir.
— Das RetchS-VerficherrrrrgSamt hat unter dem 9. April 1890 beschlossen, daß Tabak- und Etgarrenmachereten, welche nicht mit Motoren betrieben werden, dann, aber auch nur dann, als Fabriken im Sinne des $ 1 Absatz 1 des Unfalloersicherungsgesetzes anzusehen sind, wenn der Unternehmer ständig mindestens einen sremden Arbeiter beschäftigt und diese Beschäftigung die Verwendung einer vollen Arbeitskraft darstellt.
Literatur unb Kttnft.
- Die hiiusig« Klag« tSchterreichtr Müller, daß -s jetzt so schwer ist, Schwiegersöhne zu bekommen, hat auch ihre statistische Berechtigung, denn eine Million weiblicher Wesen sind, wie die Statistik ermittelt hat, allein in Deutschland von vornherein vom Schicksal dazu bestimmt, einsam durchs Leben zu wandeln, well die Zahl der Personen weiblichen Geschlechts die der Männer um die oben angegebene Zahl übersteigt. Sich auch dieser oft hilflosen Frauen thatkräftig anzunehmen, ist unbestreitbar ein Verdienst der weitverbreiteten, in Dresden erscheinenden Frauenzeitschrift „Fürs Haus". Unermüdlich ist dieselbe bestrebt, neue Erwerbsquellen für Alleinstehende aufzuschließen und auf ältere, schon bestehende hinzu- weisen. Daß das Blatt darüber auch seiner eigentlichen Aufgabe, der Förderung und Verschönerung des Hauswesens, nicht vergißt, ist selbstverständlich, wie sich Jeder aus einer Probenummer überzeugen kann, die kostenlos durch jede Buchhandlung oder auch btrect durch die Geschäftsstelle „Für Haus" zu Dresden-N. zu beziehen ist. Der Abonnementspreis von 1 JL vierteljährlich ermöglicht es ja auch den Unbemittelten, sich den Bezug dieses wahrhaft billigen und nützlichen Volksblattes zu sichern.
vermischtes.
* Darmstadt, 17. Juni. Das heute fällige, gelegentlich des 25jährigen Regierungsjubiläums von den Banken für Süddeutschland und für Handel und Industrie 1873 gestiftete Stipendium ist durch Entschließung Sr. Königs. Hoheit des Großherzogs dem stud. Jean Kessel aus Biebesheim in Höhe von 7u0 Mk. verliehen worden.
* Berlin, 16. Juni. Bereits jetzt beginnt der Wettkamps um die Naturforscherversammlung des nächsten Jahres. Nachdem Halle a. d. S. im vorigen Jahre zu Heidelberg die Gesellschaft Deut scher Naturforscher und Aerzte für das Jahr 1891 eingeladen, hat jetzt auch die Stadt Frankfurt a. M. eine ebensolche Einladung erlassen. Die Veranlassung dazu, mit Halle in Concurrenz zu treten, bildet die rm nächsten Jahre in Frankfurt a. M. stattfindende Electrotechnische Ausstellung, welche bei dem immer wachsenden Einfluß der Electrotechnik aus Naturwissenschaften und Heilkunde die Wahl Frankfurts der diesjährigen Versammlung in Bremen (15. bis 20. September) empfehlen soll.
* Hagenau, 15. Juni. Der hiesige Ausschuß für die Errichtung eines Kaiser-Friedrich-Denkmals auf dem Schlachtfelde bei Wörth hat seither 67,429.18 Mk. gesammelt. — Bei dem Berliner Ausschuß sind für denselben Zweck 130,000 Mk. eingegangen, so daß nunmehr im Ganzen 198,460.28 Mk. zur Verfügung stehen.
Die Maui- und Klauenseuche.
Von Großb. Kreisoeterinälarzt Dr. GüngeriÄ in Bensheim.
Die Maul- und Klauenseuche ist eine schon seit langer Zeit bekannte, acute Jnsectionskrankheit, deren Contagium sowohl fix als flüchtig ist und theils unmittelbar, theils mittelbar durch Zwischenträger aus andere Thiere übertragen wird.
Die Seuche war in den vierziger und fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts über ganz Europa verbreitet- ebenso in den Jahren 1862, 1869, 1871 — 1874, 1875, 1877, 1883 bis 1884. ^Jn England und Frankreich erkrankten beispielsweise im Jahre 1871 je 700 000 Stück Vieh mit einem Verluste von 7000 Stück (1 pCt.). Im Jahre 1872 erkrankten in Württemberg allein 50000 Thiere, wobei 1500 (3pCt.) verloren gingen.
Die Ansteckungssähigkeit des Contagiums ist eine lang andauernde und kann sich monatelang in einem Seuchenstalle wirksam erhalten. Vernichtet wird der Jnfectionsstoff, so z. B. in der Milch, durch starkes Kochen.
Die Verbreitung der Krankheit als Seuche bewegt sich den Verkehrsbahnen entlang, und man hat dabei öfters die Beobachtung gemacht, daß der Seuchenzug von Osten nach Westen gerichtet war, juobei sich die Seuche oft in ganz kurzer Zeit über große Länderstrecken, so z. B. vom caspischen Meere bis zum atlantischen Ocean, ausdehnte. Je ausgebildeter das Eisenbahnnetz eines Landes ist, um so rascher erfolgt die Ausbreitung der Seuche. Die Ansteckung wird namentlich auch durch Eisenbahnwaggons, Viehmärkte, Viehhändler, Gaststallungen, Fassel, durch inficirtes Rauhfutter rc. vermittelt. Am gefährlichsten haben sich in dieser Beziehung Treibschweineheerden erwiesen.
Die Maul- und Klauenseuche ist eine dem Klauenvieh eigenthümliche Krankheit, selten erkranken Pferde, Hunde, Katzen und Geflügel- relativ häufig inficirt sich der Mensch. Auch alle wildlebenden Zweihufer (Hirsche, Rehe u. s. w.) können erkranken.
Die Krankheit beginnt gewöhnlich mir einem Fieberschauer (Jnfectionsfieber), welches jedoch meistens übersehen wird. Die Maulschleimhaut beginnt sich zu röthen, die Futter- ausnahme und Milchsecretion ist vermindert, das W ederkauen unterdrückt, und stellt sich Speicheln ein. Nach zw. i bis drei Tagen erscheinen an der Schleimhaut des Maules, besonders an der Vorderlippe, dem zahnlosen Rande des Vor>erkiefers, an den Rändern und der Unterfläche der Zunge, außerdem in der Klauenspalte und an der Krone, manchmal bei Kühen auch am Euter gelbweiße Bläschen, welche allmählich größer werden und nach einigen Tagen- platzen. Die Thiere gehen stets lahm und liegen viel. Nach dem Platzen der Blasen bleiben hochrothe, etwas aufgelockerte, sehr schmerzhafte Stellen. Dieses einfache Krankheitsbild kann durch eine Reihe schwerer Complicationen abgeändert werden.
Bei der gesetzlich anzuwendenden Beschränkung des Verkehrs, bei den großen Verlusten an Milch und Milch-
Handhabung des Nationalitätcngesetzes, gemeinsames Zusammenwirken zur Hebung der landwirthschastlichen und gewerblichen Interessen.
Wien, 17. Juni. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht das Uebereinkommen der österreichisch-ungarischen Monarchie mit dem deutschen Reiche, betr. die wechselseitige Unterstützung hilfsbedürftiger Seeleute.
Paris, 17. Juni. Der Telegraphen-Congreß beschloß in der heutigen Plenarsitzung, den nächsten Congreß 1895 in Pest abzuhalten.
London, 17. Juni. Im Unterhause kündigte Minister Smith die von Salisbury im Carltonclub entwickelten Anträge für eine raschere Erledigung der Geschäfte an. Gladstone erklärte, daß er die Anträge bekämpfen werde.
Madrid, 17. Juni. Die Regierung beschloß, die vollständige Jsolirung der Ortschaften, wo der Ausbruch von Erkrankungen an der Cholera festgestellt ist, durch Truppen- cordons herzustellen.
Madrid, 17. Juni. Der Bericht des Gesundheitsraths über die Krankheitsfälle in Puebla de Nugat spricht sich nicht bestimmt für das Vorhandensein der Cholera aus, empfiehlt aber gleichwohl Vorsichtsmaßregeln gegen die Verbreitung der Epidemie.
Madrid, 17. Juni. Aus Puebla de Nugat werden einige weitere Fälle cholera-artiger Erkrankungen gemeldet, ebenso sind solche in einigen anderen Ortschaften der Provinz Valencia unter den aus Nugat geflüchteten Personen vorgekommen. Hier in Madrid ergriffen die Behörden wegen des Auftretens cholera-artiger Erkrankungen sanitäre Vorsichtsmaßregeln- es sind Vorbereitungen getroffen, um, falls die Cholera in Madrid austritt, entsprechende Lazarethe einzurichten. Im Senate erklärte der Minister des Innern, es sei noch kein Grund für Beunruhigungen vorhanden- die aus Valencia gemeldete Krankheit scheine die Cholera zu sein, doch liege noch kein Beweis dafür vor, daß es die asiatische Cholera sei.
Rom, 17. Juni. In der Kammer brachte Bonghi heute den Antrag ein, die Regierung aufzufordern, mit allen Mitteln die Lösung aller zwischen den Nationen entstehenden Differenzen auf dem Wege des Schiedsgerichts anzustreben. Crispi erklärte, daß er dem Antrag sympathisch gegenüberstehe- er beantrage, die Debatte über denselben nach Erledigung der dringendsten Gesetzentwürfe vorzunehmen. Dieser Antrag wurde angenommen.
Belgrad, 17. Juni. Wie mehrere Blätter melden, hat der Kriegsminister die Offiziere des ersten Aufgebots und der neu organisirten Nationalmittz zu einer 21tägigen Wafsen- Übung einberusen. _________________
Schiffsnachrichten.
Bremen, 17. Juni. fPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Ems, Eapt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. Juni von Bremen und am 8. Juni von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
CocaUs »tn& provinzielle».
Gießen, 18. Juni.
L. B. Sophokles - Vorlesung. Ueber einen Vortrag des „Oedipus aus Kolonos" durch Frl. Natalie Köhler hat die vortreffliche, leider zu früh verstorbene Schriftstellerm Louise Büchner im „Darmstädter Tagblatt" folgendes Urtheil erlassen: „Gestern Abend hielt Frl. Natalie Köhler im Herrschafts-Saal des Saalbaues ihren zweiten Vortrag (Oedipus aus Kolonos) vor einem gewählten und zahlreichen Publikum. Sie hat die höchst schwierige Aufgabe, wie es eine Dichtung von so hochtragischem Schwünge und dem griechischen Versmaße, an den Vortragenden stellt, mit großem Geschick und ausdauernder Kraft bewältigt. Der kaum weniger schwierigen Aufgabe der begleitenden Mendelssohn- schen Musik unterzog sich Herr Hofmusiker Schell gleichsam mit dankenswerthem Fleiße und ermöglichte es dadurch dem Publikum, einen Genuß zu vermitteln, der bis dato in unserer Stadt noch nie geboten worden ist. Daß es nur darauf ankommt, dem Publikum Würdiges zu bringen, um seine Empfänglichkeit dafür zu erwecken, dies bewies die erregte Spannung, mit der Jedermann dem Vortrag folgte. Und eö war eine Freude, in den erregten Zügen der zahlreich vertretenen weiblichen Jugend zu lesen, wie das wahrhaft Schöne, gehört es auch noch entfernten Zeiten an, den jugendlichen Sinn jederzeit zu fesseln weiß. Noch höheren Genuß verspricht die demnächst folgende Vorlesung der Anttgone, da diese Dichtung unserem modernen Gefühl näher liegt und überhaupt allgemeiner bekannt ist. Es sollte sich Niemand, wer es nur irgend vermag, den Genuß entgehen lassen, die erhabene Dichtung des Unsterblichen hier in so würdiger Weise vorgeführt zu sehen.
— In der gestern Abend stattgehabten Sitzung des Gesammtcomites für das Sängerfest wurde seitens der Obmänner bezw. Stellvertreter derselben Bericht erstattet über die bisherigen Arbeiten der einzelnen Ausschüffe. Dieselben zeigen ein erfreuliches Bild emsiger Thätigkeit und lassen auf ein gutes Gelingen des Festes schließen.
— In nichtöffentlicher Sitzung des Schwurgerichts wurde gestern W i l h e l m R i n n von Heuchelheim wegen Sittlichkeitsverbrechen in eine Gesängnißstrase von neun Monaten, abzüglich der Untersuchungshaft von 2 Monaten, verurtherlt.
X Ockstadt, 16. Juni. Heute Vormittag setzten mehrere Knaben ungefähr 300 Wellen Tannenholz in Brand. Ein ungeheurer Qualm entstand, da die Wellen noch feucht waren. Ein Mann, der einige Wellen retten wollte, trug infolge unvorsichtigen Vorgehens einige nicht ganz unbedeutende Brandwunden davon. ( „
Laubach, 16. Juni. Das Kriegerdenkmal, dessen Einweihung am 29. Juni d. I. stattfinden soll, geht seiner Vollendung entgegen. Hat es auch langer Zeit bedurft, um den Plan der Errichtung eines solchen zu verwirklichen, so entschädigt dafür hinreichend die Form, in der es zur Ausführung gekommen, denn das in Erz gegossene Denkmal, die auf einem gothischen Unterbau sich erhebende und nahezu drer Meter hohe Gestalt der Germania darstellend, bietet einen imposanten Anblick- es macht seinem Erbauer, Herrn A. Römheld zur Friedrichshütte, alle Ehre und dürste sich
Verkehr, Cmifc» «nd volkswirthschast
— Nach amtlicher Mittheilung ist im südlichen Theile der Provinz Mailand die HÄHner-Eholera in sehr heftiger Form aufgetreten.
Diese Krankheit, welche durch einen Spaltpilz verursacht wirt, geht nicht allein auf Hühner, sondern auch auf anderes Geflüge, wie namentlich auch auf Gänse über und kann auch auf Kaninchen übertragen werden. Der Verlauf der Krankheit ist meist ein sek- rascher. Eharacteristische Krankheitserscheinungen werden dabei nid t wahrgenommen. Die erkrankten Thiere fitzen in der Regel m t geschlossenen Augen und gesträubtem Gefieder da und verenden meist bald ohne sichtbaren Todeskampf. Bei Hühnern erscheint der Kamm gewöhnlich dunkel. Durch das schnelle Verenden der Thiere sind d e Besitzer oft veranlaßt, an Vergiftung zu glauben.
Nachdem schon wiederholt Einschleppungen der genannten Seuche nach Deutschland stattgefunden haben, ist neuerdings wieder vom Reichsamt des Innern daraus hingewiesen worben, baß es sich empfehlen bürste, bie Interessenten auf bie Gesahr aufmerksam zu machen.
Es wirb daher, um einer größeren Verbreitung der Seuche im Jnlande vorzubeugen und namentlich auch um die Geflügelhalter vor dem Schaden zu bewahren, der ihnen beim Bezug von Federvieh aus Italien droht, diesen sowohl als namentlich auch den Händlern angerathen, beim Ankauf von Geflügel, welches aus Italien stammt ober welches mit solchem in Berührung gewesen ist, möglichste Vorsicht anzuwenden und die anzukaufenden Thiere nicht allein genau auf ihren Gesundheitszustand zu prüfen, sondern dieselben auch einige Tage von dem übrigen Federvieh ifolirt zu halten und bei etwaigen Ausbrüchen der Seuche eine gründliche Desinfecttvn vorzunehmen, welche namentlich in der sorgfältigen Begießung der benutzten Räumlichkeiten und Excremente der kranken und verdächtigen Thiere mit Carbolsäurelösung oder sonstigen Desinsectionsmitteln zu bestehen haben wird.
Am meisten wirb es sich empfehlen, bas btrect aus Italien kommende Geflügel einer entsprechenbm Controle zu unterziehen.


