Ausgabe 
19.3.1890
 
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1890

Mittwoch den 19. März

Str. 66.

Der tztetzeaer Anzeiger rrlcheint täglich, eil Ausnahme dcS MontagS.

Die Gießener

I«mttte«vkätter Divbcn dem Anzeiger »ichentlich dreimal beigelegt.

Gießener Anzeiger

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| chratisöeitage: chießener Jamikienötätter.

Innahmr von Anzeigen zu der Nachmittags für den tvlgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

2tmilid?r Theil.

Bekanntmachung.

Donner-tag den 3T Mitrz 1890, Rachm. S Uhr wird in Lonys Felsenkeller zu Gießen eine Generalversammlung deS landwirthschaftlichen

Bezirk-vereins

edgchalten werden.

Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins imb des Obstbauvereins und der landwirthschaftlichen Local- leteine, sowie alle Obstbaumbefitzer und Freunde der Land- Virthschast werden zu dieser Versammlung ergebenst eingeladen.

Di^ Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser «chung Kenntniß zu geben und aus zahlreichen Besuch der ÄeisLmmlung hinzuwirken.

Tagesordnung.

1) Vortrag des Herrn vr. von Peter zu Friedberg über Zwergobstbau.

2) Wahl des Vorstandes und der Stellvertreter desselben für die Obstbausection Gießen.

3) Vortrag des Herrn Landwirthschastslehrers L e it h i g e r von Alsfeld über Bodenbearbeitung und Saat.

Gießen, am 15 März 1890.

Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins: Jost, Regierungsrath.

politische ttebevficht.

Gießen, 18. März.

Der Erösfnungsact der Berliner Arbeiterschutzconserenz Hot sich im Allgemeinen in den beim Zusammentritte inter- mtwualer Staatencvngresie üblichen Förmlichkeiten und ohne ein besonders bemerkenswerthes Moment darzubieten, voll­zogen. Warm und herzlich war die vom Handelsminister v. Berlepsch nach seiner erfolgten Wahl zum Conferenzvor- sitzenden gehaltene eigentliche Eröffnungsansprache, in welcher Herr v. Berlepsch schließlich der Hoffnung Ausdruck verlieh, düß die Conferenzberathungeu nicht erfolglos verlausen und daß sie einen günstigen Eindruck in Europa Hervorrufen juurbcn. Eine Erwiderung von Seiten eines der auswär- tmn Conserenzdelegirten sand nicht statt. Ihre erste wirk­liche Sitzung hielt die Conferenz am Montag, Vormittag 11 Uhr beginnend, ab. Zunächst iststrenge" Geheimhaltung der Eonftrenzverhandlungen proclamirt, doch muß schon jetzt. be- Miselt werden, ob es möglich fein wird, diesen Beschluß durch zuführen- auch ist nicht recht ersindlich, welchen Zweck die Geheimhaltung von Beschlüssen haben soll, die doch sowieso Oisbald der Oesfentlichkeit bekannt gegeben werden müßten. Die Blättermeldung, es hätten Verhandlungen zwischen Anlin und dem Vatican wegen Betheiligung des heiligen Stuhles an der Berliner Conferenz stattgesunden, die aber LP der unerfüllbaren Forderung Roms gescheitert seien, daß fiem Vertreter des Papstes der Vorsitz eingeräumt werden Mr, soll sich in der That bestätigen. Doch wird zugleich versichert, daß der Papst trotz seiner Nichtbetheiligung an der Coiiserenz auch ferner alle Bestrebungen zur Herbeiführung heb socialen Friedens mit wärmster Teilnahme verfolgen Mrde. Die spanische Regierung hat noch nachträglich ihre Vertreter aus der Berliner Conferenz ernannt und sind dies die Herren Fernandez Castro, Jnspector der Bergwerke, und Santa Maria, Director des öffentlichen Unterrichtes- den genannten officiellen Delegirten Spaniens werden noch be­sondere Kenner der industriellen Verhältnisse Kastilien^ und bei Minen von Rio Tinto als technische Beirathe beigegeben

tT"b®ie ungarische Ministererisis ist mit der Veröffentlichung ön Demission des Ministeriums Tisza, sowie der kaperlichcn »ndschreibcn an den gewesenen Cabmetschef Tisza und an Stil neuen Cabmetschef Grafen Szapary nunmehr auch m sinneller Weise beigelegt. Das neue ungarische Cabintt ist siigendermaßen zusammengesetzt! Graf Szapary Präsidium Ad Inneres, Baron Orczy Minister am königlichen Hofe, ZteiHerr Fejervary Viinister für Landesvertheidigung, Barost chmdel, Gras Csaky Cultus und Unterricht, Baron Weckerle tzinanzen, Szilagy Justiz, Josipovtch Minister für Croatten mb Slavouien und Gras Bethlen Ackerbau.

Die Pariser oppartuniftischen Blatter machen aus ihrrm Rh vergnügen darüber, daß das neue Cab,net durch die Be° NsiiAg Freycincts an die Spitze desselben eine noch tadicalere Urbung erhalten hat, als das Ministerium T.rard, kein Hehl T«sJournal des Debats" z. B. meint offen, daß das

Programm Freycincts in Nachgiebigkeit gegenüber den Radi- calen bestehen würde.Alle, welche nicht die bisherigen Irrwege weiter verfolgen wollten", schließt das genannte Blatt seine Ausführungen,dürften eine Verantwortlichkeit für etwa be­vorstehende Katastrophen nicht auf sich nehmen.

In Portugal treibt die nationale Erregung gegen die Engländer noch immer sonderbare Blüthen. So sind dieser Tage studentische Abordnungen der Universitäten Lissabon, Oporto und Coimbra in einer Audienz beim Könige dahin vorstellig geworden, daß das dem englischen Consul in Oporto ertheilte Exequatur wieder zurückgenommen werden möchte. Die vom König ertheilte Antwort klingt allerdings ziemlich unbestimmt, sie drückt lediglich die Befriedigung des Monarchen über den in den Schulen des Landes herrschenden Patriotis­mus aus und versichert, der König werde es seinen Ministern ans Herz legen, ihre Entschließungen in Einklang mit den Wünschen der Studenten zu fassen. Aber schließlich wird die Politik in Portugal ebenso wenig von den Studenten gemacht werden, wie dies in andern Ländern der Fall ist!

Die Lage der Franzosen in Dahomey ist nicht so un­günstig, wie man nach den letzten Nachrichten annehmen mußte. Vor allem bewahrheitet sich die angebliche Einschließung einer französischen Truppenabtheilung in Kotonu durch 30000Daho- meyaner nicht. In Kotonu wird in diesen Tagen eine Com­pagnie Marine-Infanterie vom Senegal erwartet, welche das französische Fort in dem Hasenplatze Wyddah besetzen soll. Der Ort Abomey-Kalavi wurde von dem KanonenbootErnö- raude", da sich die Dahomeyaner hier stark verschanzt hatten, nachdrücklich beschlossen. Der französische Botschafter in London, Waddington, erklärte dem Premier Salisbury, Frankreich beabsichtige keineswegs, Dahomey zu annectiren, es könne jedoch die Uebergriffe des neuen Herrschers von Dahomey nicht dulden.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphische« Corrcspondenz-Bureau.

Köln, 17. März. Das Abendblatt derKöln. Ztg." meldet ans Berlin: In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der Rücktritt des Fürsten Bismarck von allen seinen Aemter» schon in allernächster Zeit bevorsteht. ^Man glaubt, daß schon der heutige Ministerrath, welcher sich um 3 Uhr unter Vorsitz des Fürsten Reichskanzlers versammelt hat, sich mit der Thatsache des Rücktritts zu beschäftigen haben wird.

Berlin, 17. März. In der heutigen Arbeiterschutz- Conferenz wurden drei Ausschüsse gewählt, und zwar für Bergwerksarbeiten, Sonntagsarbeiten und Arbeiten von Frauen, Kindern und jungen Personen. , Zum Präsidenten des ersten Ausschusses wurde der preußische Bergrath Hauche- corne gewählt- in dem zweiten wird Fürstbischof Kopp als Präsident und der dänische Etatsrath Tietgen als Vicepräsi­dent fungiren, während in dem dritten Jules Simon, bezw. der ungarische Bergwerksrath Schnierer diese Aemter ver­sehen werden. Der Kaiser wird dem Vernehmen nach morgen Nachmittag um 5 Uhr den Conserenzdelegirten Audienz er- theilen - hieran schließt sich ein ausgedehntes Galadiner in der Bildergallerie.

Berlin, 17. März. Durch eine Gasexplosion stürzte heute Abend ein Theil der neuen Kaiser-Wilhelmbrücke ein, wodurch mehrere Personen verletzt sein sollen. Einzelheiten fehlen noch.

Elberfeld, 17. März. Das Eisenbahnhilfspersonal von Elberfeld, Witten, Langenberg arbeitet unausgesetzt an der Unglücksstätte bei der Wegräumung der Wagentrümmer in der Wupper. Die Arbeit schreitet langsam fort. Die Behörde ließ Hilfsgeleise nach der Stelle hinab legen, um zu versuchen, durch Locomotiven die Eisenmassen auseinander­zuziehen.

Dortmund, 17.März. In der gestrigen Bergarbeiter- Versammlung des Schachts Kaiserstuhl waren von 400 Arbeitern nur 120 anwesend. Schröder nahm die Wahl als Delegirter zu dem im Mai in Brüssel abzuhaltenden inter­nationalen Congreß an. Derselbe erklärte, wenn die An­gelegenheiten auf friedlichem Wege nicht durchzuführen feien, würde man durch eine allgemeine Verbrüderung einen inter­nationalen Strike herbeizuführen suchen und der Welt zeigen, wie arm sie ohne Kohlen sei. Die Versammlung wurde poli­zeilich aufgelöst.

Esten, 17. März. Aus Zeche Consolidation ist die ganze Belegschaft wieder- angesahren - die angekündigte Massen­kündigung ist nicht erfolgt.

Braunschweig, 17. März. Nachdem kleine Lohnerhöhungen j bewilligt worden, ist ber Ausstand auf den Braunkohlen­

gruben bei Offleben bezw. Hoetensleben überall als beseitigt anzufehen. Etwa 100 meist polnische Arbeiter wurden ent lassen. Gegen eine etwaige Wiederkehr der Unruhen sind Vorsichtsmaßregeln getroffen.

Wien, 17. März. Der Kaiser ist aus Pest hier ein­getroffen.

Aus dem gestrigen Diner der italienischen Kolonie anläßlich des Geburtssestes des Königs brachte Nigra einen Toast auf den österreichischen Kaiser, den guten Freund und treuen Bundesgenossen des Königs, aus, sodann auf Köniz Humbert, das Muster eines constitutioncllen Monarchen, da- Mitglied des mächtigen Dreibundes.

Wien, 17. März. DiePolit. Corr." erklärt sich für ermächtigt, die Nachrichten über Formirung neuer Infanterie- Regimenter , sowie Aenderungen in der Adjustiruug zu d e m e n t i r e n.

Budapest, 16. März. In dem neuen Ministerium hat der bisherige Finanzminister Wekerle das Finanzporte­feuille behalten.

Bern, 17. März. In Nidwalden wurde Bonmatt (ultramontan) mit zwei Dritteln der Stimmenden zum Mit- gliede des Nationalraths gewählt. In Wallis ist in der Nacht vom 15. zum 16. das Dorf Gampel am Ein­gänge des Lötschthales zu zwei Dritteln n ie d e r g e b r a n n t. 70 Familien mit 300 Personen sind obdachlos.

Paris, 17. März. Die der morgigen Kammer vorzu­legende Erklärung berücksichtigt insbesondere drei Punkte: Die Anwendung der Schulgesetze, den Budgetentwurf, die Auslegung des französisch-türkischen Vertrags. Das Rou- vier'sche Budget wird in seiner Gesammtheit ausrecht erhalten, namentlich bezüglich der Confolidirung der Obligationen mit sechsjähriger Umlaufszeit, die Zuschlagsteuer aus Alkohol und die Wiedereinführung des außerordeütlichen Budgets in da- ordentliche.

Paris, 17. März. Jnsolge der heute Vormittag im Ministerium des Auswärtigen stattgehabten Conferenz ist ein Einverständniß zwischen Freycinet, Constans, Bourgeois und Falliöres bezüglich der Anwendung der Schulgesetze und des französisch-türkischen Handelsvertrages erzielt worden. Bezüglich der 1892 ablausenden Handelsverträge soll der Kammer die Freiheit der Action Vorbehalten werden. Ribot nahm daraus das Portefeuille des Aeußeren an. Das neue Ministerium ist jetzt officiell wie folgt conftituirt: Freycinet Präsidium und Krieg, Constans Inneres, FalliereS Justiz, N o u v i e r Finanzen, Barbey Marine, Bourgeois Unterricht, D e v e l l e Ackerbau, Jules Roche Handel, G u y o t Arbeiten. Etienne verbleibt als Unterstaatssecretär für die Colonien. Das neue Cabinet wird heute Nachmittag Carnot und morgen der Kammer vorgestellt.

Paris, 17. März. Die Erklärung der Reg i erung, welche morgen in der Kammer verlesen wird, soll nur kurz fein. Es wird in derselben gesagt, die Negierung werde es verstehen, die Hauptstütze ihrer Thätigkeit in der repu­blikanischen Majorität zu suchen, und werde sich bemühen, den allgemeinen Interessen des gesummten Landes in moralischer, industrieller, commercieller und ökonomischer Beziehung Rechnung zu tragen. Drei Punkte seien ins­besondere ins Auge gefaßt: die Anwendung der Schulgesetze, der Budgetentwurf, die Auslegung des französisch-türkischen Vertrags von 1802. Die Schulgesetze betreffend, werde daS Cabinet erklären, daß dieselben als solche befolgt, aber pro­gressiv angewendet würden, ohne die religiösen Gefühle der Bevölkerung zu verletzen. Das von Rouvier eingebrachte Budget würde in feiner Gesammtheit aufrechterhalten werden, namentlich was die Confolidirung der Obligationen mit sechs­jähriger Umlaufszeit, die Zufchlagssteuer auf Alkohol und die Wiedereinführung des außerordentlichen Budgets in das ordentliche Budget beträfe. Bezüglich des Vertrags von 1802 wird die Erklärung ohne das Verlangen, daß das Parlament aus seine neuerliche Abstimmung zurückkomme, dahingehen, daß sich das Cabinet verpflichte, dem Lande die Actionssreiheit für 1890 zu bewahren. Schließlich wird, wie verlautet, das neue Cabinet, indem es das letzte Mili- tärgesetz in seinem vollen Umfange aufrecht erhält, Mittel suchen, daß das Studium der Geistlichen nicht unterbrochen und den Studirenden gewisser Fächer es ermöglicht werde, den Militärdienst mit 18 Jahren zu beginnen.

Liverpool, 17. März. Heute Nachmittag sand eine große Versammlung der strikenden Dockarbeiter statt. Schiffsrheder Houston fragte, warum die Leute die Arbeit auf feinen Schiffen nicht wieder aufnähmen, nachdem er ihre Forderungen bewilligt habe. Machugh, der Secretär der Arbeiterassociation, äußerte sich in ähnlichem Sinne. Er l wurde jedoch von der lärmenden Menge mit dem Ruse unter- krochen:Niemand soll arbeiten, während Andere Hunger