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* Unschuldig zu lebenslänglichem Kerker verurtheilt. Der »bersten Justizbehörde zu Wien wurde dieser Tage zur Kennt- niß gebracht, daß ein zu lebenslänglichem schwerem Kerker Berurtheilter, welcher bereits zwei Jahre in der Strafanstalt Karlau bei Graz verbracht hatte, entlassen und in Freiheit gesetzt wurde, weil sich dessen völlige Schuldlosigkeit heraus- qestellt hatte. Der Fall, um den es sich handelte, war sol- gender: Im Jahre 1888 brach im Hause des Blasius Kerner in Empe?sdorf bei Wildon in Steiermark ein großes Schadenfeuer aus. Aus Grund der Erhebungen wurden der Knecht Franz Wallner und der Grundbesitzer Franz Fedl wegen Brandlegung verhaftet und vor die Geschworenen gestellt. Wallner war geständig und bezeichnete als Berleiter und Anstifter den Mitangeklagten Fedl, der zwar seine Unschuld betheuerte, jedoch in Folge einstimmigen Wahrspruchs der Jury zu lebenslänglichem Kerker verurtheilt wurde. Vor einigen Wochen nun erkrankte Wallner in der Strafanstalt Karlau und legte aus dem Sterbebette das Geständniß ab, daß Fedl unschuldig von ihm betastet worden sei, daß dieser von der Brandlegung nichts gewußt. Am folgenden Tage starb Wallner, nachdem er sein Geständniß wiederholt hatte. Auf Grund der Meldung der Strafhausverwaltung wurde vom Grazer Landgerichte die sofortige Wiederaufnahme des Verfahrens angeordnet und nach Beendigung der neuen, mit größter Beschleunigung durchgesührten Untersuchung beantragte die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Strafverfahrens, woraus Fedl, der schon zwei Jahre unschuldig im Kerker zugebracht, sofort in Freiheit gesetzt wurde. Ohne das Ge- ftändniß Wallners hätte er bis an sein Lebensende im Kerker schmachten müssen.
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Zinsen, welche bis z« Ende 1890 nicht erhoben worden find, werden den Kapitalien in den Büchern zu- geschrieben und vom 1. Januar 1891 an ve-rinfi.
Es brauchen hiernach alle diejenigen Einleger, welche die Zinsen nicht baar erheben wollen, an den vorgerannten Zahltagen nicht zu erscheinen die Wahrung der zugeschriebenen Zinsenbtträge in den Einlag'büchern kann vielmehr ganz gelegentlich lm Laufe deS Jahres 1891 erfolgen
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* Marburg, 15. December. Aus Veranlassung des landwirthschaftlichen CentralvereinS für den Regierungsbezirk Cassel ist im Cafe Quintin Hierselbst eine an Se. Majestät den Kaiser und König gerichtete Petition zur Unterschrift ausgelegt, welche sich 1. für die Beibehaltung der landwirthschastlichen Zölle und Viehgrenzsperre, 2. gegen eineAbänderung der Zuckersteuer, 3. für die Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer an die Gemeinden und 4. dafür ausspricht, daß der Contractbruch der Arbeiter unter das Strafgesetz gestellt werde.
* Remscheid, 12. December. Der anhaltende Frost ist für die zahlreichen Sch l itt sch u h fab r i ke n sehr ersprießlich. Sie sehen ihre im Sommer reichlich angewachsenen Lagervorräthe in erwünschter Weise hiuschwinden. Günstiger konnte die Kälte für sie nicht eintreten, als jetzt so kurz vor dem Wcihnachtsfefte; die Bestellungen laufen daher in Masse ein und wenn die Kälte noch eine Woche lang so anhält, dann haben die Remscheider Schlittschuhsabrikanten gerechte Ursache, sich für das glänzende Geschäft beim Weihnachtsmann herzlich zu bedanken.
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