Ausgabe 
18.6.1890
 
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Die große Bedeutung und das ties Ergreifende des deutschen Männergesanges wird nicht allein in unserem Vaterlande, sondern weit über die Grenzen desselben hinaus gewürdigt und hat daselbst auch die gebührende Anerkennung gesunden. Die Wirkung des deutschen Liedes ist nach verschiedenen Richtungen hin eine hervorragende; wir finden in ihm gar oft die Klage und den Schmerz, oder die Freude und das Begeisternde unseres Volkes ausgedrückt. In allen wichtigen Epochen unseres Vaterlandes, insbesondere zu Zeiten der Schmach und Erniedrigung Deutschlands har das deutsche Lied aufgerichtet, belebt und, wo dasselbe noch durch das warme, begeisternde, von der Liebe zum Vaterlande getragene Wort unterstützt wurde, auch mächtig gewirkt und oftmals zu großen Thaten entflammt.

Grüß' Golt mit Hellem Klang, Heil deutschem Wort und Sang!

vermischtes.

E. M. Aus Darmstadt wird uns unterm 15. ds. Mts. geschrieben: In Anwesenheit Sr. Königl. Hoheit des Groß­herzogs, der Großh. Hoheiten Heinrich und Wilhelm, sowie der Prinzessinnen Victoria und Alix fand heute aus dem Mathildenplatz die feierliche Enthüllung des Abt Vogler- Denkmals statt, durch welches unsere Residenz um ein würdiges und schönes Monument reicher geworden ist. Das von Professor Robert Henze aus Dresden entworfene und modellirte Werk erhebt sich aus einem 3 Meter hohen Posta­ment von polirtem rothem Meißener Granit und besteht in einer Broncebüste des Tondichters. Der Würfel des Postaments zeigt rechts und links die gleichfalls aus Bronce gegossenen Medaillons der zwei bedeutendsten Schüler Voglers, Karl Maria v. Weber und Giacomo Meyerbeer, welche während ihres Darmstädter Aufenthalts bei ihm studirten. Auf der Vorderseite ist ein musikalisches Emblem angebracht, be­stehend aus Lyra, Pfeifen und Notenblatt. Auf letzterem steht der Anfang einer Vogler'schen Romanze. Die Rückseite des Würfels trägt den Namen mit der Widmung. Der Mozartverein leitete die Feier durch den Vortrag der Abt Vogler'schen HymneO, Herr des Himmels, steh' uns bei . . stimmungsvoll ein, Freiherr von Preuschen hielt die Festrede, welche die Bedeutung Voglers für seine Zeit betraf und in kurzen Zügen die Entstehungsgeschichte des

Denkmals behandelte. Im Namen des Kölner Männer­gesangvereins, der in Betreff des Monuments die Initiative ergriffen und vor 20 Jahren den ersten Baustein ersungen hat, ergriff hierauf sein Vorsitzender und Abgeordneter, Herr Dr. Peusquens aus Köln, das Wort. Sodann erfolgte die Entgegennahme des Denkmals von Seiten der Stadt Darmstadt. Zum Schluß sang der Mozartverein den schönen Silcher'schen Bardenchor:Stumm schläft der Sänger, dessen Ohr gelauschet har an andrer Welten Thor . . ." Der Denkmalsplatz prangte in schönstem Festschmuck- die gegenüber liegenden Häuser hatten geflaggt. An die Enthüllnng schloß sich ein Festessen im HotelZur Traube".

Verkehr, £auO* rrnd voUsrnrrthschnft

A Werth der Sohle in der Pftanzenenltnr. Dieser ist noch lange nicht genug gewürdtgt. Jede Kohle, aus Holz wie aus Torf, enthält nicht unbedeutende Quantitäten kteselsaures Kali und andere Salze, die ganz geeignet sind, eine zweckmäßige Pflanzen­nahrung darzubieten. Auch bildet Kohle im Boden nicht allein Kohlensäure, welche die Pflanze durch die Wurzel absorbiren, sondern sie zieht auch gewisse Gase an, welche die Pflanze bedürfen und wird auf diese Weise gewissermaßen ein Unioersalnahrungsstoff für die­selben. So absorbtrt sie insbesondere die amoniakalischen Gase aus der Luft wie aus dem Boden und führt auf diese Weise den Pflanzen den wichtigen Stickstoff zu, der zur Bildung ihrer Gewebe so uner­läßlich ist. Die Wirkung der Kohle im Boden äußert sich auch sichtbar, indem die Pflanzen unter ihrem Einfluß sich üppiger ent- t wickeln, ein dunkles Grün in den Blättern und lebhaftere Farben in den Blüthen annehmen. Die Wirkung tritt um so kräftiger und | rascher hervor, je feiner zertheilt die Kohle angewenvet wird.

Gießen, 17. Juni. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Psd. X 0,800,95, Hühnereier 1 St. 6, 2 St. 11 H, Enteneier 1 St. 56 H, 2 St. Gänseeier 10 H, Käse pr. St. 48 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen vr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar X 0,500,80, Hühner pr. Stück X 1,201.50, Hahnen pr. St. X 0,901,50, Enten pr. Stück X 2,002,30, Gänse pr. Pfd 5060 Ochsenfleisch pr. Pfd 6872 H, Kuh- und Rindfleisch 6062 Schweinefleisch 6070 H, Hammelfleisch 5668 H, Kalb­fleisch 5260 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 5,005,50, Weißkraut pr. St. 68 A, Zwiebeln oer Centner X 14,0000,00, Milch per Liter 1218 H, Kirschen per Pfd. 25 ___

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Die große internationale Gartenbau-Ausstellung, welche vom 25. April bis 5. Mat in Berlin stattfand, hat gezeigt, oaß die ernsthaften Bestrebungen, welche in der jüngsten Zeit auf die Ver­besserung der Obst- und Gemüse - Verwertbung gerichtet wurden, bereit- gute Früchte tragen. In fast allen Gauen des Reiches sind in Bezug auf Auswahl best geeigneter Sorten, bessere Pflege beim Anbau, sorgfältiges Auslesen der Früchte zum Frifchverkauf und derjenigen zur Verarbeitung erfreuliche Fortfchrttte wahrzunehmen. Die rentable Herstellung von Fruchtsäften, Obstweinen und Wein und diejenige guter Dörr-Producte aus Obst und Gemüsen hat in allen Bezirken Terrain gewonnen. Hand in Hand mit diesen Be­strebungen geht auch jene, die zur Obst- und Gemüse-Verwerthung dienenden Maschinen immer mehr zu vervollkommnen, auf welchem Gebiete die bekannte Firma PH. Mayfarth & Eo., Fabriken land- wirthschastlicher Maschinen, Frankfurt a. M., Berlin N und Wien, sich bereits die größten Verdienste erworben hat. Dies fand auch wieder auf der Berliner Ausstellung volle Anerkennung, indem genannter Firma für ihre Dörr-Apparate, Patent Dr. Ryder, ferner für die besten Obst- und Traubenkeltern, sowie für ihre sonstigen Maschinen zur Obstverwerthung drei erste Preise zuerkannt wurden.

Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in Eießen.

24. Woche. Vom 8. Juni bis 14. Juni 1890.

Einwohnerzahl: 20 500 (Incl. 1600 Mann Militär).

Sterblichkeitsziffer: 10,1 %o.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom

l.Lebmsjahr: L15.Jahr

Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1)

Gehirnschlagfluß 1 (1) 1 (1)

Darmverschluß 1 (1) 1 (1)

Altersschwäche_________1_________1_________________~

Summa: 4 (3) 4 (3)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen

Temperatur der Lahn und der Lust am 17. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14^, Lust 17 Gr.

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Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das von dem Schwurgerichte der Provinz Oberhessen unterm 22. März d. I. gegen Johann Georg Hauser von Boben- hausen erlassene Todesurtheil heute Vormittag um 6 Uhr im Hofe des Großherzoglichen Provinzial-Arresthauses dahier vollstreckt worden ist.

Gießen, den 17. Juni 1890.

Großherzogliche Staatsanwaltschaft bei dem Landgerichte der Provinz Oberhessen.

Jöckel. 5188

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