Ausgabe 
17.4.1890 Zweites Blatt
 
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Frühjahrs-Katalog kommen zu lassen.

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Beim Herannahen des Frühlings machen sich in der Familie wie bet dem Einzelnen die verschiedensten Bedürfnisse für die wärmere Jahreszeit geltend. Nun ist es gewiß sür Jedermann ebenso vortheii- hasl als angenehm, seinen Bedarf in einem einzigen bedeutenden und durchaus soliden Geschäfte zu decken. Als solches ist das Berfa«-. Geschäft Mey & Gdlich in Leipzig-Plagwitz allgemein bekannt; es hat in der langen Reihe von Jahren ietl seiner Begrün» düng stets bewiesen, daß es immer an dem Grundsätze festhält, und wirklich gute Maaren zu möglichst niedrigen Preisen zu liefern. Wie wir bestimmt versichern können, verkauft das genannte Geschäft nur dtrect an das Privatpublicum ohne jede Vermittlung von Reisenden, Agenten oder Vertretern. Augenblicklich gelangt von dem Versand' Geschäft Mey & Edlich in Leipzig-Plagwitz der fehr reichhaltig ausgestattete Frühjahrs-Katalog zur Ausgabe, der aus Verlangen Jedermann unberechnet und portofrei zugeschickt wird. Dieser Katalog enthält eine überraschende Auswahl von allen zur Damen-Confectton gehörigen Artikeln und bietet ebenso viel Neues und Vortheilhastes in Herrengarderobe, Damen-, Herren- und Kinderwäsche, wie er auch Vielen durch die Vorführung ge­eigneter Gegenstände die Wahl eines passenden F e st ge schenket erleichtern dürfte. Wir können daher Allen, Welche in dem einen oder dem anderen Artikel Bedarf haben, nur empfehlen, sich diesen

bereitgehalteneS Tuch über die Ohren und sagte:So, vorlesen kannst merS jetzt, aber hören darfst net, was drin steht."

* In Paris sind jetzt Bureaus ermittelt, welche viele kleine Knaben und Mädchen, auch Säuglinge mit armselig

zuschicken.

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aussehcnden Frauen von armen Eltern und Familien miethen, nm sie zum Musiziren in Nachtlokalen oder zur Bettelei aus- Den Musikunterricht erhalten die Kinder in

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Die Ratten sind ungemein schlaue Burschen, die Beseitigung derselben macht daher ein wahres Studium aus. In den Fallen werden sich höchstens einige dumme Teufel fangen lasten, die übrigen gehen ihnen aus dem Wege, wenn man auch die leckersten Bissen als Lockmittel gebraucht. Mit Gift, z. B. Strychnin oder Arsenik, machen sie es ebenso. Wenn ein paar Thiere dasselbe angenommen haben und zu Grunde gegangen sind, so rühren die anderen die leckere Speise nicht mehr an; die Verwendung des letzten Mittels kann sogar gefährlich werden, besonders da, wo Schweine sind.

Nur ein Vertilgungsmtttel hat uns bisher gründlich geholfen. Es ist dies Käse (Backsteinkäse) mit Phosphor. Dieser Lockspeise scheint kein Nattengaumen widersteben zu können. Damit haben wir einen Keller, in welchem sich Hunderte von Ratten aufhielten und die dort befindlichen Kartoffeln, Rüben rc. verwüsteten und ver­schleppten, in einer Woche gründlich gesäubert. Da nur sehr wenig Phosphor erforderlich ist, kann man denselben nothigenfalls von Schweselhölzern abschaben. Tausend Hölzchen liefern genug, um hundert Ratten zu tobten.

Ein anderes Mittel, angeblich von ausgezeichneter Wirkung, kam uns jüngst gesprächsweise von einem Schiffscapitäne zu; wir geben in Nachstehendem dessen Erzählung wieder:

Der englische Schiffscapitän W. machte im Jahre 1858 wieder­holt Fahrten nach Cuba; schon im Meerbusen von Mexico beklagte sich die Mannschaft über Natten. Dies Ungeziefer nahm so furcht­bar zu, daß, wörtlich gesagt, dasselbe mit der Mannschaft aus einer Schüssel atz. Von einer der Inseln, wo die Mannschaft gelandet, waren grüne Pflanzen mitgenommen worden. Schon in der folgenden Nacht bemerkte die Schiffswache, daß Ratten auf das Verdeck kamen und ängstlich thaten, am folgenden Tage sprangen Ratten über Bord. Dies wurde dem Capttän W. gemeldet; derselbe untersuchte alles, ließ nichts unberücksichtigt und sand endlich, daß da, wo die grünen Pflanzen lagen, sich auch gar kein Ungeziefer mehr aufhtelt. Er^ttetz nun die Pflanzen in alle Räume des Schiffes vertheilen, beachtete im Verlaufe der Zeit die Wirkung und sah zu seiner und der Ver­wunderung Aller, daß die Ratten schaarenweise auf das Verdeck kamen und in ihrer Angst über Bord sprangen. In ganz kurzer »eit war das Schiff auch nicht von einer einzigen Ratte mehr be­wohnt. Bei seiner Landung übergab der Capitän die Pflanzen einem Botaniker, und dieser erkannte sie für die auch in Deutschland wild­wachsende Hundszunge (Cynogloasum officinale).

Der Schiffscapitän, welcher mir diesen Vorgang erzählte, hat mit noch mehreren Anderen dies Mittel auch später zur Vertreibung der Ratten angewendet, indem da, wo nur irgend eine Ratte sich aufgehalten, die Hundszunge hingelegt wurde, woraus dies Ungeziefer jedesmal verschwunden ist. Er erzählte ferner: Im ^ahre 186b bezog ich ein Besitzthum, wo Ratten genug sein sollten, namentlich unter dem Schwetnestall, der ganz von Holz und auf Pfählen gebaut war. Wenigstens wurde mir dies später mitgetheilt, und zwar erst bann, als meine Frau in eine dieser Stallabtheilungen mehrere Enten zum Brüten gesetzt hatte. Sosort wurde genaue Untersuchung gehalten und ich fand bald die Aussage meines Nachbars bestätigt. Dessen Federviehstall stieß an meinen Schwetnestall und jenem waren in einer Nacht von den Natten einige zwanzig Gänseküken gefressen worden. Sogleich schickte ich zur Apotheke und ließ um Hundszunge bitten, konnte diese aber nur trocken und in geriebenem Zustande erhalten, mit dem Bemerken, daß auch die getrocknete Hundszunge noch sehr kräftig sei. Ohne solches nun näher beurteilen zu können, nahm ich dieses trockene Pulver und streute bei mir und meinem Nachbar, wo ich nur irgend ein Loch ober eine Ritze fanb, dasselbe hinein. Den ganzen Sommer über haben wir keine Ratte gesehen.

Gegen den Herbst wurde indessen ein Exemplar in dem ganz »n, entgegengesetzten Orte belegenen Schafstalle gesehen. Auch bort ich das Pulver hingestreut, und dann bis 1869, in welchem ich den Ort verließ, hat uns nie wieder eine Ratte belästigt. Auck einem Förster, der in meiner Nachbarschaft wohnte, theilte ich diese« Verfahren mit, derselbe hat sich die Hundszunge frisch aus dem Walde mitgebracht und will den besten Erfolg davon gebäht haben.

Soweit hier der Erzähler. Die Hundszunge (Uynogioesum officinale) gehört zu den betäubenden Gewächsen: es entspricht tri feiner Wirkung etwa dem Binsenkraute. Daher läßt sich wobt auch der Abscheu erklären, den nach Obigem die Ratten gegen die Huvd^ zunge hatten. Immerhin dürste ein Versuch dieses äußerst ein­fachen Medikamentes gegen die unliebsamen Gäste als empfehlens, werth erscheinen.

Der englische Statistiker Robewall stellt ble Behauptung auf baß Mäuse, Ratten unb ähnliche Schabenthiere auf allen englisch^ Lanbwirthschaftshöfen ebensoviel verzehren, als bte doppelte Bevöl­kerung einer Stadt wie London. Wenn man die Ration an Roggen erhebt, welche für eine solche Besatzung während eines Jahres er­forderlich wird, so erhält man den Werth von über vierhundert Millionen Mark, um welche diese Sckadenthiere das Budget des Grundeigcnthümers belasten. Diese Ziffern mögen bei einer Nach­rechnung an ihrer Größe verlieren, sie können uns aber die Gefahr vor Augen halten, welche damit verbunden ist, wenn wir diese Kost­gänger gewähren lassen und an den Nutzen erinnern, den ihre Ver­tilgung haben muß.

(Aus der landw. Zeitung fürFeld unb Wald".)

einen derartigen Menschenhandel einzuschreiten.______________

Verkehr, Land, und Volk-wirthschaft.

Nach der im Reichs-Eisenbahnamt aufgestellten, imR.- u. St.-A." veröffentlichten Nachweisung über die im Monat Februar d. I. auf deutschen Bahnen (ausschließlich der bayerischen) bei den «ügetr mit Personenbeförderung vorgekomrrrenerr Ver­spätungen haben auf 42 größeren Bahnen, bezw. Bahnnetzen mit einer Gefammtbetriebslange von 35,276,02 Km. von den fahrplan­mäßigen Zügen überhaupt sich verspätet: 544 Schnellzüge, 780 Per­sonenzüge und 139 zur Personen-, sowie zur Güterbeförderung gleich­zeitig dienende Züge, zusammen 1463. Von den fahrplanmäßigen >^ügen mit Personenbeförderung wurden geleistet: 11,668,193 Zug- ttlometer, 237,235,439 Achskilometer. Von den Verspätungen wurden 464 durch das Abwarten verspäteter Anschlußzüge veranlaßt, so daß den aufgefübrten Bahnen nur 999 Verspätungen zur Last fallen. Davon kommen auf 1,000,000 Zugkilometer 85,62 Verspätungen, auf 1,000,000 Achskilometer = 4,21 Verspätungen. In Folge der Verspätungen wurden 914 Anschlüsse versäumt (gegen 3304 in dem­selben Monat des Vorjahres und 1221 im Vormonat). Bet 11 Bahnen sind Zugverspätungen unb bei 19 Bahnen Anschlußoersäum­nisse nicht vorgekommen. In ber Nachweisung sind diejenigen Bahnen, auf welchen Zugverspätungen vorkamen, nach der Verhält- nitzzahl (geometrisches Mittel) zwischen der Anzahl der von den fahrplanmäßigen, der Personenbeförderung dienenden Zügen auf 1,000,000 Zug-, bezw. 1,000.000 Achskilometer entfallenden eigenen Verspätungen geordnet. Danach nehmen die Güstrow-Plauer Bahn, die Hessische Ludwigsbahn unb bie Wismar-Rostocker Bahn die un­günstigsten Stellen ein. Wird die Reihenfolge der Bahnen statt nach der Anzahl ber Verspätungen nach der Anzahl der Anschluß- Versäumnisse bestimmt, so treten die Güstrow-Plauer Bahn, die Hessische Ludwigsbahn unb bie Werra Bahn an ble ungünstigsten Stellen. In ben vorstehenben Angaben sinb bie Verspätungen bei denjenigen Zügen, welche in Folge von Felsrutschungen unb ber- oleichen ausfielen, unberücksichtigt geblieben. Aus diesem Grunde sind 20 Züge ganz und 4 Züge streckenweise ausgefallen, 16 Züge haben Verspätungen erlitten, wobei 4 Anschlüsse verfehlt wurden.

Zur Vertreibung der Ratten. ES gehört gewiß zu den bemerkenswerthen Erscheinungen, daß neben der Mäuseplage, von welcher seit Jahren ein großer Theil Deutschlands heimgesucht wird, in jetziger Zett auch noch Klagen über Ratten vielfach ver­lauten. Mäuse und Ratten zählen bekanntlich zu den ärgsten Feinden der Landwirthschaft, sie sinb als solche treu Detbunben. Währenb jene Felb unb Wiesen als erwünschtes Terrain für ihre Zerstörungsgelüste erwählen, sinb bie Ratten äußerst lästige Gäste in Küche unb Keller, um hier nach Gefallen zu zernagen, was burch Mäuse in Felb und Garten noch verschont geblieben.

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