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1890
Kr. 268. Zweites Blatt. Sonntag den 16. November
Der
Kießener Anzeiger erscheint täglich, mit AuSnshme deS Montags.
Die Gießener
MimitterrötLlter werden dem Anzeiger -»Schentlich dreimal beigelegt.
Kenerat-Unzeiger.
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Loeorles und provinzielles.
Gießen, 15. November.
— Wir bringen heute unseren Lesern einige Urtheile der auswärtigen Presse über Signora Tosti:
„Neue Zeitschrift für Musik", Leipzig. Signora Teresa Tosti ist in der Kunstwelt durch ihr erfolgreiches Auftreten rühmlichst accreditirt. Sie entzückte die Zuhörer ebenso sehr durch Schönheit der Stimme, wie durch Gesangskunst und lebendigen Vortrag. Der lebhafte Beifall steigerte sich bei jeder ihrer weiteren Piecen, unter denen wir besonders den in ergreifendster Weise vorgetragenen Schubert'schen „Erlkönig" hervorheben.
„Berliner Tageblatt", October 1889. Teresa Tosti gab am Sonntag ein Concert in der Singakademie. Die ausgezeichnete Sängerin zeigte auch diesmal alle ihre Vorzüge, die wir früher an ihr zu erwähnen Gelegenheit sanden. Sie kam, sang und siegte. Ihre Stimme ist von ungewöhnlicher Kraft und ungewöhnlichem Timbre, auch haben wir an der Künstlerin eine Kunstfertigkeit des Gesanges zu bewundern, eine virtuose Beherrschung der schwierigsten Aufgaben, wie sie in dieser Vollkommenheit nur wenigen Sängerinnen gegeben ist. Wer bei . den ersten Tacten der Arie aus dem „Barbier" die fast zu schwere, dunkle Tiefe des Organs vernahm, Zweifelte, daß diese mächtige Stimme die Cadenzen der Mittel- lage so außerordentlich mühelos und duftig bewältigen würde. Leicht und tadellos rein sprach .jeder Ton an, wunderbar ausgebildet zeigte sich der Triller und ein ähnliches „mezza voce“, wie das der Signora Tosti habe ich überhaupt noch nicht gehört. Besonders kam diese letzte Eigenschaft in dem Rubin- stein'schen „Gelb rollt mir zu Füßen" zur entzückendsten Geltung. Signora Tosti darf sich schon heute den Künstlerinnen rrsten Ranges beizählen.
— Da8 Kaiser-Panorama aus der Mäusburg 12 erfreut sich täglich eines lebhasten Besuches. Von heute Sonntag ab gelangt eine prachtvolle Reise durch Belgien zur Ausstellung - es werden sämmtliche Sehenswürdigkeiten der .Hauptstädte vorgesührt, worunter besonders die Paulskirche in Antwerpen mit den prachtvollen Gruppen, das Leiden Christi darstellend, sowie die weltberühmte Kanzel von St. Römbaud hervor- zuheben sind. Sodann werden verschiedene plastische Aufnahmen von der Katastrophe von Antwerpen (Explosion der Patronenfabrik) in dieser Serie enthalten sein. Diese Ansichten wurden bis jetzt in Brüssel und Antwerpen'gezeigt und von Tausenden besucht. Nach allem dem bisher Gebotenen wird auch hier ein zahlreicher Besuch zu erwarten sein.
H, R. Lang-Göns, 13. November. Durch allerhöchstes Decret wurde Herr Pfarrverwalter Köhler nach einer Wirksamkeit von 13 Monaten in hiesiger Gemeinde nach Rohrbach im Kreise Büdingen versetzt. In der kurzen Zeit seines Hierseins hat Herr Köhler sich die Liebe und Verehrung aller Gemeindeglieder in so hohem Grade erworben, daß man ihn sehr ungern von hier hat scheiden sehen. Welch inniges Verhältniß zwischen Herrn Köhler und der Gemeinde bestand, zeigte sich recht deutlich, als die Scheidestunde nahte. Am Abend des 8. November brachte der Gesangverein //Frohsinn" dem Scheidenden eine Serenade. Nachdem einige Lieder gesungen, richtete der Präsident des Vereins herzliche Worte des Abschieds an Herrn Köhler, die derselbe ebenso herzlich dankend erwiderte. Die Tags darauf gehaltene Abschiedspredigt unseres scheidenden Seelsorgers über 1. Chor. Cap. 2 Vers 1—5 ergriff die Herzen aller Zuhörer. Möge eS Herrn Pfarrverwalter Köhler gelingen, sich ebenso rasch und sicher die Liebe und Zuneigung seiner neuen Gemeindeglieder zu erwerben, wie es ihm hier in so reichem Maße gelungen ist. Die Gemeinde Lang-Göns wird Herrn Pfarrverwalter Köhler stets ein treues Andenken bewahren. In diesem Sinne rufen wir dem Scheidenden nochmals ein herzliches Lebewohl zu.
Vermischtes.
Kassel, 13. November. Attentat aus einen Zeitungsredacteur im Circus Kreuibser. Ein brutaler Ueberfall, gestern Abend im Circus Krembser auf einen hiesigen Zeitungsverleger und Redacteür ausgesührt, beschäftigt seit heute Morgen die Gemüther in unserer sonst so ruhigen und friedlichen Stadt. Die „Hessische Morgenzeitung" hatte aus der Feder ihres Verlegers und Redacteurs Gosewisch gestern Morgen einen Artikel über den gegenwärtig hier Vorstellungen gebenden Circus Krembser gebracht, sowie verschiedenes Unzulässige kritisirt und u. A. bemängelt wurde, daß das Austreten der kleinen Kinder bei den Akrobaten
peinlich berühre, die Vorführung der acht Löwen durch den Löwenbändiger Mocomo zu sehr gewagt und gefahrvoll sei, denn wie leicht könne etwas passiren, das weibliche Publikum werde dann sicher Schaden nehmen rc.; auch war aus das Unschickliche einiger Späße der Clowns hingewiesen. Als nun gestern Abend Herr Gosewisch im Circus aus Grund des ihm bewilligten Redactionsbillets Platz genommen hatte, wurde er auf den Corridor gerufen, weil ein Herr ihn zu sprechen wünsche. Draußen harrte als der Betreffende Mr. Mocomo, der Löwenbändiger, welcher Herrn Gosewisch ins Kassenzimmer hineincomplimentirte, wo noch weitere drei Circusmitglieder anwesend waren. Ueber die hier nun vorgekommene gewalt- thätige Scene macht Herr Gosewisch nun in einem längeren Artikel in der heutigen „Morgenzeitung" sehr ausführlich Mittheilung, wodurch der Vorfall überhaupt erst bekannt geworden ist, denn gestern Abend hat weder im Circus (wir wohnten selbst der Vorstellung bei) noch davor irgend Jemand etwas von dem Ueberfall wahrgenommen. Nach der eigenen Darstellung wurde Herr Gosewisch zuerst über den obenerwähnten Artikel in brutaler Weise zur Rede gestellt, trotzdem er jede gehässige Absicht entschieden in Abrede stellte, daraus erschien auch die Frau Director Krembser und überhäufte den Zeitungsredacteur mit groben Schmähreden. Nachdem nochmals Herr G. den Versuch machte, sich zu vertheidigen, wurde er von dem Schulreiter „Pauk" im Rücken angegriffen. Und nun fielen alle Fünf, unter „persönlicher und thätlicher Anführung der Frau Directorin" über G. her und mißhandelten ihn in brutaler Weise — „ein Ueberfall — so heißt es in der „Morgenzeitung" — wie er brutaler vielleicht in Amerika, sicher aber niemals in Kassel dagewesen sein dürfte." Die gerichtliche Untersuchung ist im Gange.
* Marburg, 12. November. Die bei dem hiesigen Jägerbataillon abgehaltenen Belehrungsschieben mit dem Jnfanteriegewehr M. 88 haben ergeben, daß das neue Gewehr, womit die deutsche Armee jetzt ausgerüstet ist, in jeder Beziehung die vorzüglichsten Eigenschaften besitzt. Es wurde dahier u. a. auf mit Sand gefüllte Kasten geschossen, die aus 3 Cm. starken Brettern gefertigt waren und eine Sand- süllung von über einen halben Meter Durchmesser hatten. Hier gingen bei 200 Meter Entfernung die Geschosse glatt durch, folglich, können in Zukunft nur die Schützengräben Schutz gewähren, die eine Erddeckung von 1 Meter Durchmesser haben. Von Baumstämmen bieten nur ganz starke Stämme Deckung, die schwächeren durchschlägt das Geschoß. Um die Schußwirkung aus Knochen zu erproben, wurde auf mehrere zusammengebundene Kuhbeine gefeuert. Hier fand sich, daß bei naher Distanz (150 Meter) im Umkreis von 5 Cm. um die Schußwunde alles zertrümmert war, während bei weiterer Entfernung (300, 400 Meter rc.) die Kugel den Knochen glatt durchbohrte. Die neue Waffe ist insofern „humaner" als die alte. Bei den früheren Gewehren schlug sich das Geschoß, das nur aus Blei bestand, sobald es einen harten Gegenstand traf, breit und verursachte so bei einem Aufschlag auf Knochen Zersplitterung. Bei 200 Meter Entfernung wurde ferner bei den Uebungen mit dem Gewehr M. 88 auf mit Wasser gefüllte Blechbüchsen geschossen, die Kugeln gingen glatt durch, nur war das Eingangsloch rund, während der Ausgang länglich war. Bei dem Feuern auf mit Steinen gefüllte Kisten ging allerdings von 7 Geschossen nur eins durch, das jedenfalls eine Lücke getroffen haben mag, die anderen blieben stecken. Zum Schluffe wurde auf vier hintereinander aufgestellte feldmarschmäßig gepackte Dächse (Tournister) geschossen, auch diese durchbohrte die Kugel.
* Marburg. Sie wollen nicht mehr pfeifen. Die Nachtwächter unserer Musenstadt haben bei zuständiger Behörde den Wunsch geäußert, man möge ihnen die Angabe der Stunden durch Pfeifen erlassen, da ihnen hierdurch das Abfangen nächtlicher Ruhestörer und sonstiger Bösewichte ganz bedeutend erschwert werde. Sei nämlich jetzt irgend ein nächtlicher Streich geplant, so lasse man zunächst den Nachtwächter ruhig vorbeipseisen und gehe dann ungestört an die Ausführung ; auch in Fällen, in denen eine Entdeckung und Festnahme der Uebelthäter leicht zu bewerkstelligen sei, werde das Herannahen des Nachtwächters stets durch ihn selbst, d. h. durch seine Pfeife verrathen. Im Interesse der nächtlichen Ruhe würde die Pfeife also schon zu entbehren sein, — auch sonstige frohe kluge Zecher werden die Pfeife gerne miffen, die ihnen durch allzu genaue Angabe der Nachtstunden so manchen vorwurfsvollen Empfang bei ihrer Heimkehr bereitete.
* Pferdeschutz. Ueber die dem Pferde geschlagenen Striemen und über die Schwielen, welche demselben von hartherzigen Gesellen beigebracht werden, über Blindschlagen mit der Peitsche — alles etwas, was gesehen werden kann, wird wohl geschrieben. Schlimme, ja oft die schlimmste Pein aber hat das arme Thier da zu erdulden, wohin wir selten
einmal blicken können, im Munde. Ihr werdet Euer Pserd im Winter vor einem wunden Munde schützen, wenn Ihr stets das Gebiß in einen Eimer mit kaltem Wasser tauchen werdet, bevor Ihr es dem Pferde in den Mund thut. Legt einmal Eure Zunge an das Gebiß, nachdem es die ganze Nacht hindurch in einer Temperatur unter Null Grad gehangen- Ihr werdet die Zunge nicht so leicht wieder von dem Geschirr zurückziehen können, und wenn Ihr freikommt, so werdet Ihr ein Stück von der Haut Eurer Zunge eingebüßt haben. Wenn das Gebiß vorher wird in kaltes Wasser gebracht sein, dann wird sich das nicht ereignen. Noch einmal: Im Munde, oder wenn man das lieber hört, im Maule der Pferde sieht es manchmal recht zum Erbarmen aus. Wie Viel wird da durch das Geschirr verbrochen! Schaue man doch nur mal die Pferde vor unseren eleganten Carossen, ich meine die mit den infamen, stramm angezogenen Aussatz- oder Stolzmachezügeln an, wie sie unaufhörlich lecken und mit den Lippen thun, um den heftigen Schmerz im Innern des Mundes nur ein wenig zu mindern. Bitte, nur einmal einen Blick dahin. Der Kutscher in der feinen Livre wird sagen: „Das ist halt so 'ne schlechte Gewohnheit meiner Pferde." Ach ja, es ist halt so 'ne schlechte Gewohnheit der Thiere, Schmerzen zu empfinden, die ihnen von den Menschen bereitet werden. Wenigstens sollten sie es doch nicht zeigen. Nicht nur in deutschen, sondern auch in amerikanischen Blättern _ wurde dieser Artikel schon mit Erfolg verbreitet, und wird jeder Pferdebesitzer und -Freund ersucht, den Pferdeschutz nach besten Kräften zu unterstützen.
* Vom Main, 12. November. Auf fast sämmtlichen Bahnstationen des Mainthales herrscht trotz der vorgerückten. Saison immer noch ein ganz enormer Kartosselexport. Die Kartoffeln sind wegen der starken Nachfrage von anfänglich 3 Mk. und später 3,50 Mk.. aus 4 Mk. gestiegen. Unter diesen Umständen beeilen sich die Landwirthe, ihre bereits eingekellerten Kartoffelvorräthe zu Markt zu bringen. Bessere Kartoffelsorten werden sogar mit 5—7 Mk. bezahlt. Bei solchen Preisen erwies sich Heuer der Kartoffelbau als überaus rentabel, zumal die Ernte eine reich gesegnete war. Einzelne Unterhändler, welche bedeutende Verkäufe um geringere Preise abschlossen, erleiden jetzt mitunter empfindlichen Schaden, weil sie die eingegangenen Lieferungsbedingungen einhalten müssen, aber um die früheren Preise keine Kartoffeln mehr erhalten können.
* Freiburg, 12. November. Bei einer in der hiesigen Klinik vorgenommenen Operation wurde in der Brust des Kranken in ziemlicher Tiefe und nachdem Theile zweier Rippen entfernt waren, ein fest zugeklapptes Taschenmesser gefunden / welches bei einer Rauferei in Spanien seinen Weg dorthin gefunden hatte. In Spanien selbst wurde der Verletzte mehrere Wochen hindurch von Aerzten behandelt, die das Messer nicht fanden.
* Wir erhalten aus Hamburg die Mittheilung, daß die Seitens der Hamburg • Amerikanischen Packetfahrt - Actien- Gesellschaft seit längerer Zeit geplante Reise nach Italien und dem Orient nunmehr zur Ausführung gelangen soll und zwar mit dem bekannten Doppelschrauben-Schnelldampfer „Augusta Victoria". Die Abfahrt ist auf den 21. Januar 1891 festgesetzt und der Fahrplan umfaßt die Häfen von Southampton, Gibraltar, Genua, Alexandria, Port Said, Jaffa, Beirut, Konstantinopel, Athen, Malta, Palermo, Neapel, Algier und Lissabon. Die Dauer der ganzen Rundreise dürfte sich auf 52 Tage belaufen. Wohl noch niemals ist mit einem Schiffe von der Größe, Geschwindigkeit und Pracht der „Augusta Victoria" eine solche Vergnügungsreise unternommen worden und es kann kaum bezweifelt werden, daß sich eine große Zahl von Theilnehmern einstellen wird. Eine sehr wesentliche Annehmlichkeit ist, daß nur eine beschränkte Anzahl von Billets ausgegeben werden soll. Gutem Vernehmen nach hat ein speculativer Unternehmer der Packetfahrt die Summe von 100,000 Mk. geboten, wenn ihm das Recht ertheilt wird, die „Augusta Victoria" in den ausländischen Häfen gegen Erhebung eines Eintrittsgeldes besichtigen und die Schiffseapelle dortselbst concertiren lassen zu dürfen.
* Rödelheim, 10. November. Dem hiesigen Arzte Dr. Momberger wurde von einem inzwischen verstorbenen Patienten ein Finger bis zum Knochen durchgebisscn und zwar fott der Arzt dem Patienten mit dem Finger eben etwas im Halse befühlt haben, als der Patient einen Krampf bekam und die Kinnladen aufeinander klappten.
* Die Unsitte, in öffentlichen Localen Stühle zu belegen, tritt jetzt wieder, wo man sich häufiger in den geschlossenen Vergnügungslocalen zusammenfindet, in die Erscheinung. Wie oft sieht man einen von vielleicht sechs Stühlen umstellten Tisch, an welchem nur vier Personen Platz genommen haben, und erhält aus seine höfliche Frage: „Diesen Stuhl darf ich


