Ausgabe 
16.8.1890
 
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. Der Empfang der am. instag ber beutschen !nossenschaften Theil ibet am nädtften Dienstag, fen durch Mglieder des eau ber Empfangs-Com-

ben Morgen) im Lubwigs- , a auch Abends 1 Ahr die 1 in gemüthliches Zusammen- T ersten Versammlung am ;n8 7J, Uhr, «W ® s WzwtrkzinderSchuch°rd- aterefianten gestalten durfte. j neinfameä Mittugsessen itjtm ein Ausft» °"i bI'

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der Kaiser nach dem Festmahle im Gouverneurhause seiner hohen Verwandten, der Frau Großherzogin von Weimar, im Schweizerhause einen Besuch abstatten wollte, führte ihn der Weg an einem schmucken Häuschen vorbei, in dessen Thür gerade eine der Helgoländer Ehrenjungfrauen, Frl. Groneweg, in dem malerischen Costüm stand, in welchem sie ihren neuen Landesherrn beim Betreten der Insel willkommen geheißen. Das hübsche Mädchen hielt einen Blumenstrauß in den Händen und zu schüchtern, ihn dem vorübergehenden Kaiser anzu­bieten, warf sie ihn dem Monarchen zu Füßen. Dieser hob die Blumen aus, dankte verbindlich und' schritt seinen Weg weiter. Kurz daraus kam der Kaiser an derselben Stelle vorbei. Ein hinter ihm gehender Adjutant trug den Strauß der Helgoländerin und als der Kaiser die anmuthige Er­scheinung im Kreise ihrer Verwandten wieder vor der Haus- thüre bemerkte, schritt er die Stufen zu derselben hinan, reichte dem ganz verwirrten Mädchen die Hand und grüßte alle Umstehenden freundlich, die in ein brausendesHurrah" aus­brachen. Nun wandte sich der Kaiser zum Gehen, und in dem Augenblicke mochte ihm Minister v. Bötticher noch eine Bemerkung über die Schönheit derKleinen" da oben ge­macht haben, denn der Kaiser drohte ihm lächelnd mit er­hobener Hand, wie wenn er ihn vor der sagenhaften Gefahr warnen wollte, welcher schon mancher Fremde durch die Schön­heit der Helgoländerinnen erlegen ist.

* Aufopfernde Liebe einer Störchin zeigt folgende That- sache: Bei einem Gewitter schlug der Blitz in eine Scheuer in Neuendors bei Potsdam, woraus ein Storchenpaar in einem Nest hauste. Die alte Störchin, die sich rechtzeitig hätte retten können, vermochte sich von ihrem hilflosen Nachwuchs, dessen ängstliches Schreien man vernehmen konnte, nicht zu trennen. Schützend breitete sie ihre Flügel über die jungen Störche und ließ sich so mitverbrennen. Nach einiger Zeit kehrte der alte Storch zurück und umkreiste stundenlang die öde Brandstätte.

* Der militärische Zulukaffer. Ein Herr (eines Vor­mittags an eine Schaubude tretend, in welcher ein Zulukaffer zu sehen ist, zur Besitzerin):Ich bin der Professor und Anthropologe F. Ich habe lange im Zululande gelebt und kenne Sprache, Sitten und Gebräuche der Eingeborenen. Zahle Ihnen zehn Mark, wenn Sie mir erlauben, daß ich mich eine Stunde lang mit Ihrem Wilden allein unterhalte

Studiums halber." Frau:Herr Jott, so'nPech! Die janze Woche hat man feen Jeschäft jemacht, endlich kommt mal'n Dummer, da muß de -Kanallje ooch jrade zur Control- Versammlung sind."

Verfefrr, Canfc» unö

Trirrmpf-Daatrogge«. Daß man durch fortgesetztes Ver­edeln unserer Halmfrüchte bedeutende Erfolge erzielen kann, bewies Hallet mit seinem RothwetzenOriginal Red". Durch Auswahl der längsten Aehren und der größten und schwersten Korner aus ihrer Mitte hat sich diese Varietät außerordentlich vervollkommnet. Im Jahre 1857 war die fOriginalähre 12Vz Etm. lang und enthielt 47 Körner, im Jahre 1858 ergab ein Korn 10 Schößlinge, 153/10 Ctm. lange Aehren und 79 Körner Ausbeute; im Jahre 1861 hatte ein Korn 32 Schößlinge, 21,/io Ctm. lange Aehren und 123 Körner hervorgebracht. Es verdoppelte sich daher binnen vier Jahren die Länge und die Anzahl der Körner, und die Bestockung ist fünfmal größer geworden. Dasselbe geschah mit dem neuen Henderson'schen Trtumpfroggen. Dieser Roggen, nach den Prtnctvten Hallets heran­gezüchtet und vervollkommnet, zeichnet sich durch außergewöhnliche Be- ftockungsfähigkeit, bedeutende Widerstandsfähigkeit gegen Kälte und Nässe aus und übertrifft in Bezug auf Körner- und Strohertrag alle übrigen Roggenarten. Der Verwalter H. Meinhardt in Zeis- lowitz (Schlesien) machte damtt im Jahre 1889 einen Anbauversuch. Er ließ 5 Kgr. dieser neuen Varietät Anfangs September nach ge­düngten Kartoffeln auf einem guten Gerstenboden reihenweife und dünn aussäen, der Roggen bestockte sich vorzüglich (1720 Schöß­linge), erreichte die durchschnittliche Höhe von 250 Ctm., gab 4 Mandeln und 2 Garben und nach Ausdrusch 225 Kgr. Körner also einen 45fachen Ertrag. Die landwirthschaftliche Versuchsstation in Veska bei Sezemitz (Böhmen) ließ dieselbe Varietät am 15. Sep­tember 1889 nach. Erbsen mittelst der Melichar'schen Säemaschine auf einer Fläche von V< Hectar (1 Oldenburgschen Morgen) recht dünn anbauen, wozu 25 Kgr. Saatgut erforderlich war. Bei der heurigen nassen Witterung entwickelte sich der Henderson'sche Triumpfroggen prächtig, wuchs schnell, war durchschnittlich 2V2 Meter hoch und lieferte ll3/< Hectoltter Körner und 13 Metercentner Stroh. Der Ertrag Überstieg das 33fache des Aussaatquantums. Um diesen außerordentlich fruchtbaren Roggen auch dem kleinen Landwirthe zur Wettervermehrung zugänglich zu machen, hat sich die landwirthschaft­liche Versuchsstation Veska bei Sezemitz entschlossen, 5 Kgr. dieser neuen Roggensorte um 2.50 vH» zu überlassen.

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Für die durch Hagelschlag Beschädigten in Königsberg gingen ferner ein: Von 9L N. 2 vH, E. S. 2 JL, Carl Berger 5 ^L, R. 10 JL, L. R. 3 H. W. 0.50 JL, I. Dern 3 JL Zusammen 25.50 JL Jnsgesammt nunmehr 201 JL

Weitere Gaben nimmt gern entgegen

Die Expedition desGießener Anzeiger".

Bei dem Unterzeichneten sind für den armen Schneider Röhrs- heim in Crumbach zur Wiederherstellung seines vom Wetter zerstörten Häuschens eingegangen: Durch Herrn Lehrer Curschmann 3 JL, Ungenannt 2 JL, Fr. H. 2 JL, Dr. H. 1 JL, durch die Post 5 JL, Fr. Dff. 5 JL, Fr. Dr. B. 2 JL, Frl. K. 3 JL, Buchb. B. 1 vH» Summa 24 vH.

Unter herzlichem Dank bittet um weitere Gaben

Schlosser, Pfarrer.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst-

11. Sonntag nach Trinitatis, 17. August:

Frühgottesdienst in der Kirche: Vormittags 73/4 Uhr. Pfarrer Schlosser.

Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Nach den Gottesdiensten Collecte für die innere Mission.

Am Sonntag den 24. August: Feier des heiliaen Abend­mahls. Beichte am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 17. bis 23. August besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Derselbe wird auch in der nach­folgenden Woche die Pfarrgeschäfte übernehmen.

« Katholische Gemeinde.

12. Sonntag nach Pfingsten, 17. August:

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V-8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um V«7 Uhr Austheilung der hl- Communton; um V,8 Uhr Früh­messe; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Uhr sacramentalische Bruderschaftsandacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

1 6. August.

Freitag Abend 615 Uhr, Samstag Morgen 8°° Uhr, Samstag Mittag 4« Uhr, Samstag Abend 800 Uhr.

Temperatur der Lahn und der Lust

am 15. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr:

Wasser 16, Lust 17 Gr.

Rübsameu.

Bekanntmachung

Am 15. August wird bei der Kaiserlichen Postagentur in Beuern (Heffen) eine Telegraphenanstalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet.

Darmstadt, den 9. August 1890.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector.

I. V.:

Winkelmann.

Eisenbahn - Directionsbezirk Erfurt-

Erweiterungsbau des Bahnhofes Weimar.

Verdingung

Die Lieferung von 330 cbm Pflaster­steinen aus Basalt oder Granit soll öffent­lich vergeben weiden-

Der Verdingung liegen die durch die Regierungsamtsblatter bekannt gegebenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen vom 17. Juli 1885 zu Grunde-

Die Bedingungen können in unserem technischen Bureau, Gartenstraße 1, wah­rend der Dienststunden eingesehen und gegen portofreie Einsendung von 25 H von uns bezogen werden.

Angebote sind verschlossen und mit ent­sprechender Aufschrift versehen, bis zum 28. August I., Vormittags 11 Uhr, an uns etnzureichen, zu welcher Zeit die Eröffnung der eingegangenen Angebote stattfindet. Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Erfurt, den 10 August 1890. [6749 KöniglichesEisenhahnBetriebSamt. Concursversahren.

In dem Concursversahren über den Nachlaß des verstorbenen Ludwig Schlierbach I. in Rodheim a/B. ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußver- zetchniß der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger

, über die nicht verwerthbaren Ver- | ; mögensstücke der Schlußtermin auf

Freitag, 5. September 1890,

Vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte Hierselbst bestimmt.

Gladenbach, den 113. August 1890.

Mallart, 6748

Gerichtsschreiber des Kgl. Amtsgerichts.

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Vergebung von Bauarbeiten.

Die'zum Neubaue unseres Fabrik­gebäudes erforderlichen Rohbauarbeiten einfchl. Lieferung der Materialien be­absichtigen wir in Accord zu vergeben, und zwar:

1. Erd- und Maurerarbeiten,

2. Zimmerarbeiten,

3. Schmiedearbeiten,

4. Dachdeckerarbeiten,

5. Spenglerarbeiten.

Reflectanten wollen Pläne und Be­dingungen bei den Architekten Herren Stein L Meyer einsehen und uns schriftliche Angebote bis zum 21. d. M. zugehen lassen. 6760

Gießen, 15. August 1890.

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Niddaer Herbstmarkt.

Auf den am 8. September l. I. abgehalten werdenden

Vieh- unö Zkrämermarkt erlaubt man sich das Handel treibende Publikum aufmerksam zu machen. Nidda, im August 1890. 6746

\ Das Markt-Comite.

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