Ausgabe 
15.11.1890
 
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erstreben, kirchliche Bedenken gegen die Vorschläge unmittelbar dem Könige vvrzutragen.

Augsburg, 13. November. Der Ches der ostasrikamschen Schutztruppe, Frhr. v. Gravenreuth, wohnte heute einer Feier bei, welche der Colomalverein ihm zu Ehren veran­staltet hatte und an welcher auch die Spitzen der Civil- und Militärbehörden theilnahmen. Frhr. v. Gravenreuth hielt bei dieser Gelegenheit eine Rede über den großen Werth von Ostafrika und forderte zu einer Beisteuer zu den Seedampsern auf. Das hiesige Offiziercorps ehrte seinen früheren Kameraden durch ein Festessen.

Wien, 13. November. Die land- und forstwirth- schastliche Ausstellung ergab, wie jetzt sestgestellt, ein Deficit im Betrage von 108 454 Gulden. Das Aus­stellungspräsidium wurde ermächtigt, zur Deckung desselben die erforderlichen Maßregeln zu ergreifen.

Wien, 13. November. DiePresse" hebt den hoffnungs- krästigen Eindruck der preußischen Thronrede hervor. Die Vorlage hochbedeutsamer Gesetzentwürfe ist eine über­zeugende Bürgschaft für die vollkommene Friedenszuversicht, mit der man in den höchsten Berliner Kreisen den Ereignissen der kommenden Winterzeit entgegensieht. DieN. Fr. Pr.", die Vorlagen besprechend, betont: Der Kaiser will nicht länger ausschieben, was er als erforderlich ansieht. Das Fremdenblatt" verweist mit gutem Rechte darauf, daß dem Kaiser selbst ein bedeutendes Verdienst an der Schaffung der Friedenslage zukomme. Keiner der vorgelegten Entwürfe werde einer so großen Opposition begegnen, um dessen Ver­wirklichung zu verhindern. Es werde sich zeigen, daß der Standpunkt der Regierung die richtige Mitte einhalte.

Madrid, 13. November. Nach weiteren Meldungen über den Untergang des englischen KreuzersSerpent" stieß derselbe so heftig gegen die Klippen, daß er sofort sank unb daß keine Zeit blieb, die Boote herabzulassen. Die drei Matrosen, welche sich durch Schwimmen ans Ufer gerettet haben, wurden gegen die Klippen geschleudert und sind ver­letzt. Die Katastrophe sand gegen Mitternacht statt.

Palermo, 13. November. Bei dem gestrigen, zu Ehren Crispis gegebenen Banket drückte der Präsident des Wahlcomites den Wunsch aus, Palermo möge durch ein Plebiscit seine Zustimmung zur Politik Crispis geben. Crispi erklärte hieraus, er sei nach Palermo gekommen, nicht um eine Rede zu halten, sondern um den Wählern zu danken. Seine Gegner versuchten, seinen Character, seine Natur und seine Handlungen in falschem Lichte darzustellen. Er kümmere sich aber nicht um dergleichen Beschuldigungen. Ein Mann, der sich der Politik widme und ein reines Gewissen besitze, müsse nur das ihm gesetzte Ziel vor Augen haben und das­selbe trotz aller Hindernisse und ungeachtet aller Verläumdun- gen zu erreichen suchen. Sollten schlimme Zeiten für Italien kommen, so würde er und der König das Vaterland mit ihrem Leben zu vertheidigen wissen. Am Schluß der Rede brachte Crispi noch ein Hoch aus den König und die savoyische Dynastie aus.

Cocales rrrrd prot>in$UlUs,

Gießen, 14. November.

Se. Königl. Hoheit der Erbgroßherzog begeben sich am nächsten Sonntag nach Berlin.

Mit Rücksicht auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Umgegend kann den Milchconsumenten nur dringend die größte Vorsicht bei Verwendung der Milch anempsohlen werden. Besonders warnen wir vor dem Genuß in ungekochtem Zustand- es ist vielmehr angezeigt, alle Milch, vor Allem aber die von Kindern zu genießende, gründlich durchzukochen, da nur hierdurch die in derselben ent­haltenen, unter Umständen lebensgefährlichen Krankheitsstoffe unschädlich gemacht werden.

Nach den soeben erschienenen Mittheilungen der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik haben sich die bei der Einschätzung zur Einkommensteuer zu Grunde zu legenden Steuercapitalien innerhalb des Großherzogthums Hessen seit dem Jahre 1870 von 12751303 Mk. aus 26 215 735 Mk. erhöht, gleich 105,6 °/0. Den höchsten, in Procenten berech­neten Zugang seit 1870 an Einkommensteuercapitalien weist

mauer oder noch durch hohe Gebäude gegen den Nordost ge­schützte, der Mittagssonne aber offene Ecke des Gartens auswählen. Die hereinschauenden kahlen Mauerwände sind mit Epheu zu bekleiden, welchem man wiederum durch davor gepflanzte Bäume Schutz gegen die allzu grelle 'Sommer­sonne gewähren müßte. An stetem Laub vor Allem fehlt es uns nicht, denn

Epheu, Buchsbaum, Wintergrün

Trotzen allen Wettern;

Mag des Lenzes Schmuck vert-lühn, Nichts wird euch entblättern; Ruht erstarrt das Saatgefild.

Bleibt ihr treuer Hoffnung Bild."

Auch an Blumen fehlt es unserem so vielgeschmähten Himmel keinesfalls. Weit über den Herbst hinaus spenden Saffran und Zeitlose ihre Farben und ebenso treffen wir noch im November die lichten Augensterne der Winteraster. Die Zauberhasel, ein an Wuchs und Blattform unserem Hasel­strauch vergleichbares, aber schöneres Zimmergewächs, zeigt ihre citronengelben Blüthen, die sich kokett wie vierzipselige Seidenschleifen ausnehmen. Die Pflanzen, in correct ab- gesteckte Beete gestellt, treten um so gefälliger hervor, wenn sie sich von einer gleichfarbigen Umgebung abheben dürfen. Wir wählen dazu den Wachholder, der, niedrig gehalten und sauber geschoren, mit seinem dichten Nadelgefüge ganz gut das saftige Grün des Rasenteppichs ersetzt.

(Schluß folgt.)

* Vielleicht. Kunde:Aber etwas können Sie mir doch ablassen vom Preis!" Kaufmann:Bedauere- ich muß die Maare vielleicht selbst bezahlen!"

Weisenau auf mit 536,3 %, die zweite Stelle nimmt Castel mit 320,2 °/0, die dritte Stelle Gießen mit 240,9 % ein. In Gießen betrug 1870 das Steuercapital 331414 Mk., der neunzehnjährige Zugang von 1871 bis incl. 1889/90 758116 Mk.- für 1890/91 berechnet sich das Steuercapital auf 1 129 900 Mk. gegen 1089 530 in 1889/90.

Zu dem Projecr der Erbauung einer direkten Bahn­linie von Munster (Westfalen) nach Frankfurt a. M. wird der Frkf. Ztg." geschrieben:

In neuester Zeit wird bekanntlich zwecks Herbeiführung einer kürzeren Eisenbahlwerbindung zwischen Münster i. W. und Frankfurt a. M. lebhaft für Erbauung einer neuen Bahnlinie mit theilweiser Benutzung der vorhandenen Linien gearbeitet. Bis zur Verwirklichung dieses Planes dürste, wie derSauerl. Ztg." geschrieben wird, die nothwendige schnellere Verbindung zwischen Münster (Wests.) und Frank­furt (Main) dadurch hergestellt werden können, daß zwischen Hamm (Wests.) und Gießen Schnellzüge eingerichtet würden, welche an die bereits bestehenden Schnellzüge Gießen- Frankfurt (Main) und Hamm-Münster (Wests.) Anschluß erhielten. Es dürsten z. B. folgende Schnellzüge unschwer einzurichten sein:

Richtung Münster (Wests.) und Frankfurt (Main): ab Münster 3.35 Nachm. im Anschlüsse an den Schnellzug von Bremen-Osnabrück an Münster 3,28 Nachm., an Hagen 5 Nachm., an Gießen 8.40 Nachm. (206.1 Km. oder 56 Km. die Stunde), ab Gießen 8.55 Nachm., an Frankfurt (Main) 10.3 zum Anschlüsse an den Zug 10.25 Abends nach Straß­burg, Basel, Stuttgart, München, Wien.

Richtung Frankfurt (Main)-Münster (Wests.): ab Frank­furt 8.14 Vorm. im Anschlüsse an die Züge von Basel, Straßburg, Wien, München und Stuttgart, an Gießen 9.40 Vorm., ab Gießen 9.50 Vorm., an Hagen gegen 1.50 Nchm. (206.1 Km. 4 Stunden oder 52 Km. Fahrgeschwindigkeit), an Hamm 2.53 Nachm., an Münster 3.27 Nachm. zum An­schlüsse nach Osnabrück-Bremen.

Die Fahrtgeschwindigkeit von 56 Km. in der Stunde dürfte auf der Linie Hagcu-Gießen keine Schwierigkeiten bereiten, da auf ähnlichen Bahnlinien Züge mit größerer Fahrgeschwindigkeit verkehren, z. B. Frankfurt - Lahnstein- Deutz-Köln, Gießen-Coblenz Trier, Hagen-Arnsberg-Kassel.

Jubiläum. Briefträger Arnold (früher Postillon in Gießen, nunmehr in Bingen a. Rh.) begeht am nächsten Sonntag, den 16. November er., sein 50jähriges Jubiläum als Postbediensteter.

Am Sonntag den 30. November ds. Js. findet im GasthauseZum Storch" zu Frankfurt a. M. eine Abgeordneten - Versammlung hessischer Feuerwehren statt. Die Tagesordnung enthält: Berichterstattung über den Stand des Löschwesens im Großherzogthum, Rechnungsablage, Wahlen, Antrag betreffs fachgemäßer Prüfung der bei hessischen Feuerwehrtagen ausgestellten Löschgeräthe, Bitte an die Großh. Staatsregierung um Veröffentlichung der das Löschgesetz ergänzenden Verordnung und um Anweisung der Bürgermeister zur ausgiebigen Benutzung der Telegraphen- und Telephonverbindungen in Brandsällen, Errichtung von Musterlagern von Uniforms- und persönlichen Ausrüstungs­gegenständen durch den Verband, genaue Bestimmungen über die Abzeichen der Chargirten- ferner eine Reihe technischer Dinge, wie die geeignetsten Dachleitern, längere oder kürzere Strahlrohre, Anbringung des Schlauches, Aufwickeln des­selben, Vorführung eines Rauchapparates, einer Laterne, welche im Sturme nicht erlischt u. s. w. behandelnde Fragen, sowie verschiedene Abänderungen der Verbandssatzungen. Nach Schluß der Versammlung findet im selben Locale ein gemein­sames Mittagessen und nach diesem ein Besuch der Central­station der Berussfeuerwchr, Allarm und Vorführung einiger Uebungen durch dieselbe statt.

Laubach, 12. November. Am nächsten Sonntag, den 16. d. M., des Nachmittags um Zl/z Uhr, soll die diesjährige Hauptversammlung der Mitglieder des hiesigen Armen­vereins auf hiesigem Nathhause stattfinden, in welcher der Rechenschaftsbericht- über das Ergebniß der Thätigkeit des Vereins erstattet und weiter noch eine Mittheilung bezüglich der Wirksamkeit der neu angestellten Diaconissin erfolgen wird.

Nieder-Ohmen, 11. November. Vorigen Sonntag, den 8. d. M., Abends von 7 Uhr an, fand in der Langohr'schen Wirthschast dahier eine Versammlung von mehreren hiesigen Einwohnern behufs Gründung einer Spar- und Dar­lehn skasse statt. Nachdem die von einer Commission vor- berathenen Statuten verlesen waren, wiirde obengenanntes Institut definitiv gegründet und sofort ein Vorstand gewählt, wobei Herr Pfarrer Jost ziim Direcior der Kasse gewählt wurde.

Queckborn, 12. November. Wir wollen nicht versäumen, auf die erfreuliche Thatiache hinzuweisen, daß hierorts der Aufforderutlg Großherzoglichcn Kreisamts Gießen betreffs Pflege der Ob st bäume allgemein Folge gegeben wird. Jedermann bemüht sich, seine Bäume mit Kalkanstrich zu ver­sehen, Klebringe anzulegen und den Boden um den Stamm auszugraben. Und daß diese Mühe nicht vergeblich ist, zeigt sich jetzt schon allenthalben, die Klebringe sitzen voll der für die Entwickelung der Knospen so schädlichen Frostnachtspanner.

SS AuS -em DogelSberg, 12. November. Die landwiuh- schafUichen Interessen roeitkn tu Ihrer ZeUung in dinkenswei thester Werse vertreten. Es möge dahrr für diesmal ein Punkt zur Sprache gebracht werben, der unseres Wissens noch niemals berührt wurde, aber von großer Wichtigkeit ist. Wir meinen das Verstell« oder Einsteüvieh. Viele Leser dieses Blattes, selbst manche Landwirlhe, wissen unter Umständen nicht genau, was unter Beistellvieh- oder Einstelloteh zu verstehen ist. Wir lassen deshalb einige erläuternde Bemerkung vorausgeben.

In capitalarmen, besonders in Gebirgsgegenden bei uns z. B. im Vogelsberge möchten viele Leute gern ein Stück Vieh: ein Rind, eine Kalbin, eine Kuh baben. Wegen Mangel an Capital kann der Bauer keins anschaffen, während das Futter zu erschwingen wäre. MU Bürgschaft sieht eS schief aus; bleibt also nur der Aus­weg, daß er sich Vieh einstellen läßt. In den meisten Fällen ist das eingestellte Stück eine trächtige Kalbin. Das Stück Vieh wird

dem Bauer in den Stall gebracht, es bleibt aber Eigenthum des Verstellers. Dieser taxirt das Stück selbstverständlich sehr hoch; der Bauer muß es sorgfältig füttern und pflegen und darf den Duns für sich verwerthen und das Stück zur Arbeit benutzm.

Wenn die Kalbin ein Kalb geworfen hat, mutz der Bauer sich erklären, ob er es behalten will oder nicht. Will er es behalten, so muß er es theuer übernehmen; will er es nicht, so wird es so billig wie möglich angeschlagen. Der Versteller bat dies in der Hand, beim der Bauer besitzt nichts, er mutz nolens volens ja segni. So bleibt die Kuh stehen; der Bauer daif Mich, Dang und Zugkraft aus­nützen, mutz aber die zwei Stücke ernähren, bis das folgende Kalb dazu kommt, sodaß die ehemalige Kalbin zuDritt steht. Gewöhnlich gehen 16 bis 18 Monate darüber hin, kann wird wieder taxirt und der Vertrag erreicht sein Ende.

Die Resultate sind schon angedeutet. Der Viehversteller hat es in der Hand, den Preis hinauf- oder hinunterzusetzen, benn bei Bauer ist machtlos. Er füttert bas Smck oder beide Stücke 18 bezw. 9 Monate und erhält für die Fütterung pro Tag vielleicht 10 Pfg. Vergütung, wahrend er an Futterstoffen, Mühe und Arbeit mätzig gerechnet, täglich 30 bis 40 Pfg. aufzuwenden hat. Der Viehversteller macht nach billiger Berechnung ein Geschält von 100 bis 150pCt., der Bauer hat nichts.

Wir könnten eine Reihe von Dörfern im Vogelsberge namhaft machen, wo im dritten, fünften, siebenten, Xten Hause Einstelloteh gehalten wird. Datz es für die Leute völlig unmöglich ist, zu Kräften zu kommen, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Von Zett zu Zeit kommt der Viehversteller, er rahmt ab und dem Einsteller bleibt die Schlippermilch.

Die Verhältnisse, wie sie hier angedeutet wurden, fanden sich im Elsaß, in Württemberg und an anderen Orten. Zu ihrer Be­seitigung ist in erster Linie daS Genossenschaftswesen, die Spar- und Darlehnskasse berufen. Unter Bethüste einer wichen Kasse kauft der Bauer die Kalbin; diese aber bleibt als Faustpfand Eigenthum der Kasse, bis das Stück Vieh abgezahlt ist. Der Bauer muß das Thier versichern, wodurch der Kasse nicht der geringste Verlust erwachsen kann.

Wie sieht es nun für den Bauer aus? Er verzinst das Ankaufscapital des Thieres mit 5pCt. und entrichtet die Versicherungs­prämie; was er erzieht und erwirbt, ist fein eigen, das Abrahmen unterbleibt. Geht das Thier durch Krankheit oder Seuchen zu Grunde, so ist die Kasse und der Bauer durch das Versicherungscapital ge­schützt. Für jedes Nickelstück ä 5 Pfg., das er dem Vereine zahlt, erspart er sich ein Silberstück L 20 Pfg. dem Viehversteller gegenüber. Mit Hülfe dieser Kaffen bat man in Württemberg (Spaihingen) und im Elsaß, wo das Ein- und Verstellen besonders verderblich hauste, die Plage aus dem Lande geschafft.

Unser Großherzogthum ist allen anderen Ländern hinsichtlich des Genossenschaftswesens, speciell des landwirthschaftlichen, voran- geedt. Im vergangenen Sommer brachte Ihre Zeitung Nachrichten über eine Jnstructionsreise, die ein Königl. sächsischer Beamter in der Provinz Ober Hessen unternahm; besonders wurden auch Vogels­berger Kassen belobt und Vogelsberger Orte besichtigt. In Bezug auf das Verstell- und Einstelloteh könnten die Kassen ihre segens­reiche Wirksamkeit entfalten, denn hier schmerzen und brennen offene Wunden, wie sie nicht häufig Vorkommen. Um ein Scherflein zur Beseitigung dieses Notbstandes beizutragen, baden wir diese Zeilen geschrieben. Vielleicht finden sie Gehör und Beachtung.

Veklnifchte«.

* Mainz, 13. November. In der gestrigen Sitzung der hiesigen Stadlverordneten-Versammlung stellte der Stadt­verordnete Wasserburg den Antrag, eine Eingabe an die Re­gierung zu richten mit dem Ersuchen, eine Aenderung des Gesetzes über die Gemeindeumlagen bei den Ständen zur Vorlage zu bringen,' und zwar dahingehend, daß es den Gemeinden gestattet sein möge, von einer oder mehreren Steuerklassen keine Gemeindeumlagen zu erheben, ohne daß dadurch die politischen Rechte der von diesen Steuern Be­freiten geschmälert würden. Anlaß zu diesem Antrag, den der Antragsteller den Bürgermeistereien der anderen hessischen Städte zur Unterstützung bei dec Negierung unterbreitet wissen will, gab ein jüngsthin auf Befreiung der drei untersten Steuerklassen von der Gemeindesteuer hier gestellter Antrag, welcher mit Rückcht auf die dermalige hessische Steuergesetz­gebung nicht durchführbar war.

* Marburg, 13. November. In der vergangenen Nacht kurz vor 12 Uhr brach in dem in Zwischenhausen gelegenen Wohngebäude Nr. 21 Feuer aus. Dasselbe ergriff in kurzer Zeit den ganzen Bau, so daß an eine Rettung des­selben nicht zu denken war und sich die Feuerwehr in der Hauptsache nur auf den Schutz der angrenzenden Gebäude beschränken mußte. Wenige Minuten vor dem Ausbruche des Brandes hatten die Straßenpassanten noch nicht das geringste Anzeichen desselben bemerkt, ja, ein Hausbewohner hatte noch um 3/<12 Uhr die Treppe passirt und wurde erst eine Viertel­stunde später durch intensiven Brandgeruch aufmerksam ge­macht. Beim Ocffuen der Thüre brannte schon der ganze untere Corridor, so daß die nun durch Lärmschlagen aus dem Schlafe anfgeschreckien übrigen Bewohner des Hauses sich, aufs Nothdürfligste bekleidet, sämmtlich auf Leitern durch die Fenster retten mußten.

* Frankfurt a. M., 12. November. Der Inhaber eines Bank- und Commissionsgeschästes auf der Bockenheimer Land­straße, Adolph Reiß, hat mit seinem Bruder unter Hinter­lassung von über 400000 Mark Passiven das Weite gesucht. Die Defraudanten hatten die ihnen an- vertrauten Depositen angegriffen, woraufhin durch einen Conditor, den sie um einen bedeutenden Theil seines Ver­mögens gebracht haben, die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erfolgte. Die Flüchtlinge haben einen Vorsprung von zwei Tagen. Die Verfolgung ist eiugcleitet.

*= Frankfurt a. M., 13. November, lieber die nach dem Koch'schen Heilverfahren in Frankflirt bchandel- ten zwei Lupus-Fälle berichten die Blätter weiter in aus­führlicher Weise. Bei dem 9jährigen Knaben wurde derselbe Krankheitsverlauf beobachtet, wie bei dem 16jährigen Mäd­chen. Nach 10 Stunden traten die ersten entzündlichen Neac- tionen in der tubereulösen Gesichtshälste und am Halse auf. Das Fieber stieg bis auf 40 Gr., der Patient machte den Eindruck eines Schwerkranken. Dennoch schlief er gut und war bei Appetit. Heute ist das Fieber bedeutend gefallen. Die Lupusstellen zeigen jene Veränderungen, die auch beim ersten Falle beobachtet wurden: Röthe und Schwellung, Zer­fall der oberen Haut, Borkenbildung rc. Bei dem Knaben dauerte die böse Krankheit bereits 8 Jahre, bei dem erst- behandelten Mädchen 4 Jahre. Dr. Libbcrtz' Voraussetzungen sind vollständig eingetroffeu. Bemerkt sei noch, daß Herr Dr. Libbertz, um zu beweisen, daß die Impfung völlig Ge­sunder mit der Koch'schen Flüssigkeit ohne jede Wirkung bleibt,

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