Ausgabe 
14.8.1890
 
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Rüb samen.

Das landwirthschastliche Genostenschsstswejrn in der Provinz Dberhessen.

2\ Aus Oberhessen, 10. August.

Herr Dr. Platzmann-Saida, Obmann des Sonderaus­schusses für landwirthschaftliches Genossenschaftswesen der Ökonomischen Gesellschaft im Königreiche Sachsen, hat vor einiger Zeit die Provinz Oberhessen bereist, um das landwirthschastliche Genossenschaftswesen und die Oberhessische Landwirthschaft kennen zu lernen. Seine Erfahrungen darüber legte er in einem Berichte nieder, der so umfangreich ist, daß er beinahe eine ganze Nummer dieses Blattes ausfüllen würde. Die in dem Berichte niedergelegten Ansichten und Erfahrungen sind indessen für unsere Provinz so interessant und ehrenvoll, daß ich mir die Mühe nicht verdrießen lassen will, den Inhalt so kurz und gedrängt wie möglich hier folgen .zu lassen, weil er sonst wohl nur den allerwenigsten Lesern dieses Blattes zur Kenntniß kommen würde.

Heinrich Hochstätter

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* Ein Beispiel, wie die durch unser jetziges Schlacht- verfahren großgezogene Rohheit sich auch gegen den Menschen wendet, liefert folgendes Verbrechen, das aus München berichtet wird: Gastwirth Ruppert Rödl hielt seine Geschästs- eröffnung ab. Morgens, etwa um 2 Uhr, als die größte Anzahl der Gäste das Local verlassen hatte, machte ein unter dem Namen Metzger-Franzl bekannter Bursche Spek­takel, was ihm der Wirth verwehrte. Statt ruhig zu sein, stürzte sich der Bursche auf Rödl und drückte dem Bedauerns- werthen mit den beiden Daumen die Augen aus." Nun muß man wissen, daß es Gegenden gibt, wo es ein beliebter Hand­griff der Schlächter ist, den Schweinen mit den Daumen die Augen herauszudrücken, um sie durch einen rasenden Schmerz zu einem recht starken Geschrei zu zwingen, weil das Vor- urtheil herrscht, daß ein Schwein, das beim Schlachten nicht recht stark schreit, nicht gesund gewesen sei, und daß das Schreiendas Blut aus dem Körper treibt". DerMetzger- Franzl" hatte nun diesen Handgriff auch bei einem Menschen angewendet. Wer fragen wir ist nun der wahre Schuldige? der Verbrecher, der von Kindheit an durch die grausame Gewöhnung verwilderte, oder die Gesellschaft, die die Zustände duldet, bei welchen die Menschen, besonders schlecht veranlagt, sich zu Bestien auswachsen müssen.

* Ein dankbarer Dieb war es, der dieser Tage in Newyork, der Entwendung einer Taschenuhr angeklagt, vor Gericht stand. Der ihm amtlicherseits zugetheilte Vertheidiger trat nämlich so geschickt und so warm für ihn ein, daß er anstatt zu 6 Jahren nur zu 2 Jahren und 9 Monaten Zuchthaus verurtheilt wurde. Als der Verurtheilte nun ab- geführt werden sollte, wandte er sich zu seinem Vertheidiger mit den Worten:Ich kann mich leider im Augenblick Ihnen gegenüber nicht dankbar beweisen, aber wenn ich wieder frei bin, sollen Sie die erste goldene Uhr haben, die ich erwische!"

* Daß auch Möbel ihren Stammbaum haben, dürfte zu den Errungenschaften der Neuzeit gehören. In einer Zeitung steht wörtlich folgende Anzeige:Alterthum! Wegen Wohnungsveränderung sofort zu verkaufen: einen schönen, mächtigen, zweithürigen, eichenen Kleiderschrank, gräflicher Ab­stammung. Adresse in der Expedition d. Bl. zu erfragen." Es fehlt nur noch die sofortige Angabe, um wieviel der Preis des Kleiderschrankes durch seine gräfliche Abstammung erhöht wird.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Katholische Gemeinde.

Mariä-Himmelfahrt, 15. August.

Donnerstag: Nachmittags um 4Uhr und Abends um Vr8Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Freitag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl- Beichte; um Vs7 Uhr Austheilung der hl- Communion; um Va8 Uhr Militär- gottesdienst mit Predigt; um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt- Nach­mittags um V-3 Uhr Festandacht.

bei

Andreas Euler.

Täalich geöffnet von 6 Uhr Morgen- bi- 7 Uhr Abend- Sonntag- bi- Mittag 12 Uhr.

Die Zellen sind durch Dampf geheizt. [121

Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmlliche Bade- Gxtracte, als: Fichtennadel-, Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracte zu haben- tUgT Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. Tgiö;

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Asterweg 47. Ederstr. 8

Bekanntmachung.

Die Landbrieflräger führen auf ihren Bestellgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vom Publikum zur Beförderung nach der nächsten Postanstalt übergebenen Sendungen mit Gerthangabe, Einschreib­sendungen, Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nachnahmesendungen bestimmt sind und zur größeren Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ablieferung dieser Gegenstände dienen. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Eintragung des Gegenstandes seitens des Landbriesträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegen des Buches die Ueberzeugung von der stattgehabten richtigen Eintragung gewährt werden.

Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene Mittel zu seiner Sicherstellung immer noch nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird auf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht.

Darmstadt, den ö. Juli 1890.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector.

Clavel.

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Schrsf-ttachoichten.

Bremen, 9. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Fulda, Capt. R. Ringt, vom Norddeutschm Lloyd in Bremen, welcher am 30. Juli von Bremen und am 31. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Hamburg, 11.August. DasHamburg-NewyorkerPost-Dampf­schiffSuevia", Capitän Ludwig, ist am 10. August 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 12.August. (Per transallantischenTelegraph.) Der Schnelldampfer Werra, Capitän C. Pohle, vom Norddeutschm Lloyd in Bremen, welcher am 2. August von Bremen und am 3. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehaltm in Newyork angekommm.

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Zunächst besuchte Herr Dr. Platzmann das Centralbureau der hessischen landwirthschaftlichen Consumvereine und dessen Chef, Herrn Kreisrath Haas zu Offenbach. Hier wurde er mit dem hessischen Genossenschaftswesen bekannt gemacht, erhielt Empfehlungen an oberhessische Vereine und Wirth- schaften und als Begleiter einen der Offenbacher Herren. Beide reisten nun über Gelnhausen nach Lind heim. Hier besuchte er die Darlehnskasse Lindheim und das Pachtgut des Herrn Westernacher. Die Thätigkeit des Herrn Westernacher als rationeller Landwirth, diejenige des Creditvereins Lind­heim, insbesondere des Herrn Lehrers Clarius bei diesem Vereine, werden gebührend gewürdigt. Die Anlegung einer Sparkasse, der schon aus 4000 Mk. angewachsene Reserve­fonds, die geringen Revisionskosten der Kasse- und Buch­führung (72 Mk.), die solide Geschäftssührung, die billigen Darlehen werden besonders hervorgehoben und der Haus- haltungssckule für Töchter von Landwirthen lebhafter Beifall gezollt.

Von Lindheim reisten die Herren nach Stockheim, wo sie die Zuckerfabrik besuchten, über Feld- und Viehwirthschaft Erkundigungen einzogen und mit Interesse die wohlgebauten Frucht- und Rübenfelder inspicirten. Der Weg führte weiter über Hirzenhain nach Wenings, wo die Gutswirthschaft der Gebrüder Hahn, sowie deren genossenschaftliche Thätigkeit wegen Begründung und Leitung der Creditkasse, das ein- gesührte Bürgschastssystem, die Hebung des Viehstandes durch Einsührung von Simmenthaler Originalbullen belobt wird.

Von Wenings ging die Reise über Gedern, Burk­hards und Herchenhain nach Grebenhain. Wenn auch die Ackerwirthschaft dort, der hohen Lage und des rauhen Klimas wegen, naturgemäß nicht in solcher Blüthe stehen kann, wie in den gesegneten Fluren der Wetterau, so wird doch das tüchtige Streben der Bewohner nicht verkannt. Von der bereits erfolgten Einrichtung einer landwirthschaftlichen Winterschule und der Anstellung von Wanderlehrern verspricht sich der Herr Verfasser mit Recht weitere Erfolge. Die landwirthschaftlichen Darlehnskassen in jener Gegend haben nicht den Umsatz wie diejenigen in der Wetterau- die Bedürf­nisse sind auch ganz andere.

Der betriebsfleißige Ort Altenschlirf mit seiner tüchtigen Viehzucht und seinen intelligenten Bewohnern gefiel Herrn Dr. Platzmann sehr wohl- noch mehr aber Stock­hausen und die Freiherrlich von Riedesel'sche Oeconomie unter Leitung des Herrn Rentmeisters Hofmann. Rindvieh- (Simmenthaler) und Schweinezucht werden als vorzüglich anerkannt und die Feldbestellung gilt als musterhaft. Ebenso wird die zu Stockhausen bestehende Darlehnskasse und ihre Wirksamkeit gebührend hervorgehoben.

Die Reise ging von Stockhausen über Rudlos nach Lauterbach. Die Wirthschaft der Herren Pächter Backhaus, Vater und Sohn, wird eine Musterwirthschaft genannt. Ob­gleich der Boden an Qualität sehr verschieden sei, stünden die Saaten doch alle gut, was auf vorzüglichen Viehstand und tüchtige Mineraldüngung schließen lasse. (Rudlos ist eine Versuchsstation der Deutschen Landwirthschaftsgesellschaft.) Es werden hier z. B. von Herrn Backhaus jun. mit ^ver­schiedenen Roggensorten in diesem Jahre Versuche gemacht. Als Beispiel für die ausgezeichnete Zuchtviehhaltung wird angeführt, daß ein selbstgezogener Simmenthaler Bulle zu dem Preise- von 800 Mk. an die Zuchtgenossenschaft Lauterbach verkauft worden ist. Die Verwerthung der landwirihschaft- lichen Producte ist durch die nur eine Stunde entfernte Station

- Für die durch Hagelschlag Beschädigten in Königsberg gingen ferner ein: Von L. Plank 5 «AL, F. Burk 10 AL, E. P. 3^L, I. P. 1 AL, K. 5 AL, M. M. 2 AL, C. Felsing 10 AL, Benner & Krumm 3 AL, Frl. Görtz 1 AL, 1 AL 2B. 1 AL Zusammen 42 AL Jnsgesammt nunmehr 167 «AL

Für den bedürftigen Conrad Röhrsheim in Crumbach, dessen Häuschen durch das Unwetter am 2. August einstürzte, gingen ein: Von Ungenannt 1 «AL, G. W. 1 «AL, Mandarinenkasten 10 JL Zusammen 12 «AL

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Lauterbach erleichtert, wo sich auch eine Genossenschaftsmolkerei befindet.

Mit dem Besuche dieser Letzteren", so schließt Herr Dr. Platzmann seinen interessanten, für uns Oberhessen gewiß ehrenvollen Bericht,endete diese landwirthschastliche an so verschiedenen Eindrücken reiche Excursion. Die Zuversicht, daß allerdings auf landwirthschastlichem genossenschaftlichem Gebiete, wenn nur Intelligenz, guter Wille und rechte Be­harrlichkeit sich dazu entschlossen die Hände reichen', noch manche schöne Frucht gezeitigt und geerntet werden kann, war dadurch in uns nur noch mehr zur Gewißheit ge­worden !"

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och liebe Angehörige barg. ! ytetteten Angehörigen und e zur lluglücksstätte geeilt a sahen wir einen Vater - eiertet und hatte Verhältnis getragen den thräuenden r des 2. Stockwerks gerichln, ind an dem hosseitigen Giebü ine Frau einige Augenblicke Kinderchen gebettet- sie war en etwas Wasser zu bringen, den Kindern hat man noch ) entging dem Tode dadurch, )iese es vor den herabsallen- es Mitleid erregte ein be: mter bem Schutt begraben idlidjen Don ihren Quck des Unglücks eM W- istrophe scheint ein (M ird) den furchtbaren Wassn- spricht u.A. auch die TP lanalauschlüsien auch in der der hineinströmte und oa Canalleitung lag, MvM j omente des Unglückshau^ des unterirdisch arbetten in Das Kellergewölbe des i ZZL- sSsd

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MEDAILLE

1878

FREIS-