läge. Wir haken bei uns genug zu cultiviren und brauchen unser Geld nicht nach Ostafrika zu tragen, für Arbcitersachen hat man nie Geld. Mit dem Appell an die nationale Ehre gerathen Sie in den Sumpf- das ist das System Napoleons III. Deutschland ist nicht reich genug, um solche Politik zu treiben. Mögen Forscher nach Afrika gehen, wir werden gern Mittel zu ihrer Unterstützung bewilligen, jedenfalls sollte man ver- juchen, die ausgewendeten Kosten von der ostasrikanischen Gesellschaft zurückzubekommen.
Abg. v. Kardorff (Rp.): Die Heranziehung der ostafrikanischen Gesellschaft wird noch zu erörtern sein, ebenso die Frage, ob der Sultan von Zanzibar der Gesellschaft für den derselben verursachten Schaden ersatzpflichtig ist. Mögen auch die Herren von der Opposition dahin wirken, daß die entstellten und unwahren Berichte der Presse über Ostafrika aushören, dann wird auch das deutsche Capital sich diesen Unternehmungen zuwenden. Jedenfalls sind die Fortschritte der Missionen auch ein Grund, für die Colonialpolitik zu stimmen.
Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): Ich kann der Colonialpolitik nur insoweit zustimmen, als die Ehre des Reiches diese Politik erfordert. Daß die ostafrikanische Gesellschaft zum Ersatz der in ihrem Interesse aufgewendeten Kosten heraltgezogen wird, scheint mir unanfechtbar. Wir sind nicht im Stande, die Nothwendigkeit der Forderungen zu prüfen, wir müssen uns hierin auf die Regierung verlassen. Herr Major Lieben hätte Näheres über seine Erfahrungen darlegen sollen. Es wird jedenfalls nöthig sein, Bagamoyo zu halten. Dem Reichskanzler kann man nur danken für die klare und offene Darlegung über die Ziele der Regierungspolitik. Wenn wir nicht schon drin wären in Afrika, so würde ich sagen.' Gehen wir nicht hinein! Jetzt, wo wir drin sind, müssen wir vor allen Dingen auch für die Mission sorgen. Wollen Sie aber diese, dann müssen Sie uns auch die Möglichkeit geben, unsere Missionare in Deutschland zu bilden, damit nicht fremde Missionare dorthin gehen. Möge der Reichskanzler auf seine Collegen im preußischen Staatsministerium einwirken, daß man dort das Nüthige veranlasse. Dem Major Wißmann und seinen Leuten gebührt unbedingte Anerkennung für ihre Leistungen.'
Nach persönlichen Bemerkungen der Abgg. Bamberger (dsr.) und Liebknecht (Soc.) vertagt das Haus die weitere Debatte aus Dienstag 1 Uhr- außerdem steht die Militär- Vorlage auf der Tagesordnung. — Schluß 5 Uhr.
Netteste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Chemnitz, 12. Mai. Den bekannten Beschlüssen des Fabrikantenvereins von Reichenbach, Mylau und Netzschkau gegenüber wurde in einer in Netzschkau heute abgehaltenen Arbeiterversammlung beschlossen, bei den gestellten Forderungen — zehnstündige Arbeitszeit und 25 pCt. Lohnerhöhung stehen zu bleiben. In Meerane haben viele Arbeiter aller Färbereien die Arbeit wieder ausgenommen, nachdem verschiedene Firmen eine Lohnerhöhung gewährt haben.
Chemnitz, 12. Mai. Gestern sind s ch w e r e G e w i t t e r in verschiedenen Theilen des Sachsenlandes niedergegangen. Zwischen Wolkenstein und Wilischthal wurde durch ein Schloßenwetter der Bahnverkehr zeitweise gestört. Dort, wie in der Gegend von Scheibenberg und Schlettau boten die Fluren den Anblick einer vollen Winterlandschaft. Die Strecke Dresden-Chemnitz war bei Oederan durch Schlamm und Gerolle, das von dem Dammbruch eines Teiches herrührte, eine zeitlang vollständig gesperrt. Auch in der Gegend von Riesa und Lunzenau herrschten Unwetter.
Wirschkowitz, 12. Mai. Se. Majestät der Kaiser brach heute früh 3 Uhr mit dem Grafen Hochberg und dem Oberförster Schulz zur Pürsche in das Tschotschwitzer Revier auf. Vciber war das Revier in der vergangenen Nacht durch Wilddiebe beunruhigt worden, so daß das Ergebniß der Jagd ein geringeres war, als man erwartet hatte. An dem Frühstück im Walde nahmen auch Prinz Reuß, Prinz Georg v. Schön- aich-Carolath, Graf Dohna-Schlobitten und Generalarzt Dr. Vciitf;o[b Theil. Bald nach 9-/, Uhr erfolgte die Rückkehr nach^ dem Schlosse. Nach einem kurzen Vortrage des Hausmarschalls v. Lyncker begab sich Se. Majestät zur Ruhe.' Das Diner findet um 2 Uhr statt. Um 4i/2 Uhr bricht Se. Majestät zur Pürsche im Nesselwitzer Revier aus.
Wien, 12. Mai. Der Kaiser nahm das Protectorat e Landesausstellung in Prag an, welche für o) tft, und drückte dem in Audienz empfangenen
Präsidium der Ausstellung seine Freude aus über das friedliche Zusammenwirken der beiden Volksstämme an dem patriotischen Unternehmen.
Pest, 12. Mai. Heute wurde die vierte Session des Hausev der Abgeordneten eröffnet. Zu Vieepräsidenten wählte man Bokrosz und Theodor Andrassy. - Im Cbertjaufe ist das bisherige Bureau wiedergewählt worden.
Prag, 12. Mai. Sämmtliche Arbeiter der Maschinenfabrik Danek haben die ihnen gestellten Bedingungen ange- ""wwenmid sind zur Arbeit zurückgekehrt. Zu ihrem Schutze wurde Militär aufgeboten. Als Abends die Arbeiter der Danek fcf)en Fabrik das Etablissement verließen, wurden sie von sinkenden Arbeitermassen insultirt. Das Militär verhaftete mehrere Haupttumultuanten und zerstreute die Massen, woraus Ruhe eintrat.
r Ochern Abend ist das im Albnlathale
gelegene 200 Einwohner zählende Dorf Tiefenkasten ab- § n ; a nr.n Nur die beiden Hotels und einzelne abgesonderte Hanjer find verschont. Wassermangel verhinderte die Löschversuche. , Niemand ist verunglückt.
c ^ans, 12. Mai. Die Enquete-Commission für n Creöit goncier wird am Mittwoch zusammentreten. Der Bericht wird nicht veröffentlicht werden.
m2’ 2JtQL hiesige Garnison wird demnächst urch ein Regiment Infanterie verstärkt werden.
Rom, 12. Mai. Heute Vormittag trug heftiger Sturmwind das Dach der großen Schießhalle und den Triumphbogen am Eingänge derselben ab. Auch sonst wurde mehrfacher schaden an Fahnen, Zielscheiben u. s. w. angerichtet. Der Luftballon Godard platzte. Das Schießen mußte bis Nachmittags eingestellt werden, um die Schäden auszubessern.
Cocates «nd provinzielle»
Gießen, 13. Mai.
— Zur Feier des Geburtstages Richard Wagners am Donnerstag den 22. Mai veranstaltet der hiesige Richard Wagner.Zweig.Verein in Steins Saalbau eine Musikaufführ ung. Diese Feier findet vor geladener Gesellschaft statt. Ein Eintrittsgeld wird selbstredend nicht erhoben, jedoch sind Freunde der Wagner-Sache als Gäste gern willkommen und gebeten, sich bei Herrn Challier gefl. melden zu wollen.
-h Das neue Boothaus der Rudergesellschaft. Seit vergangener Woche flattert draußen an der Lahn von dem über 26 Meter hochstehenden Flaggenmast des Aussichtsthurmes, weithin im Lahnthale sichtbar, die Fahne der Gießener Ruder- gesellschaft, als Zeichen der äußeren Fertigstellung ihres neuen Heimes. — Die in diesem Fach bedeutendste und größte Zeitschrift „Der Wassersport", welche auch uns vorliegt, bringt in ihrer letzten Nummer eine genaue und schön entworfene Zeichnung des Neubaues nebst schwungvollem Leitartikel, welcher u. A. eine genaue Beschreibung der Einteilung der Gebäulichkeiten enthält. Letztere werden allen Rudervereinen als mustergiltig empfohlen und den Baumeistern, welche den Entwurf gefertigt und Mitglieder der Gesellschaft sind — den Architeeten Stein u. Mayer — warme Worte der Anerkennung gezollt. Gewiß ein Beweis, daß die hiesige Rudergesellschaft einen erfreulichen Aufschwung genommen hat und nicht nur hier am Platze Ansehen und Anerkennung findet, sondern auch nach Außen im ganzen deutschen Rudersport, trotz schlechter Wasserverhältnisse und örtlich isolirter Lage eine ehrenvolle und geachtete Stellung einnimmt. — Die Bau- und Einrichtungskosten belaufen sich aus ungefähr Mk. 10 000, welche Summe größtentheils aus freiwilligen Beiträgen der Mitglieder, theils geschenkt und theils auf alljährlich auszuloofende Anteilscheine (Mk. 25.—) gedeckt wurde. Von nahezu 200 Mitgliedern haben sich 170 durch Beiträge beteiligt und dürste, wenn die noch fehlenden 30 ihr Scherflein beitragen, auch für die innere Ausstattung, welche den ganzen Anlagen entsprechend würdig ausfallen müßte, Sorge getragen werden können. — Mit der Fertigstellung des Boothauses wird die Gießener Rudergesellschaft ein eigenes Heim besitzen, welches durch seine reizende Lage und stundenweite freie Aussicht lahnaufwärts, sowie nach den Burgen Gleiberg und Vetzberg nicht nur dem Ruderer einen würdigen Aufenthalt — sondern an den heißen Sommertagen auch den passiven Mitgliedern ein lauschiges, kühles und idyllisches Plätzchen — bieten wird. — Dasselbe wird außerdem Zeugniß ablegen von der Opferwilligkeit und dem regen Sportsinn seiner Stifter und Gründer und es wird stets daran erinnern, daß auch im Hessenlande der schöne Rudersport blüht, es wird ein festes Bollwerk fein, den Niedergang des Rudersports in Gießen für alle Zeiten zu verhindern.
— Verhaftet wurde ein Schlofferlehrling, welcher am Freitag und Sonntag in eine Wohnung in der Marktstraße eingestiegen war und daselbst aus einer verschlossenen Com- mobe jedesmal 14 Mk. entwendet hatte. Dieses Eigenthums- vergehen scheint dem jugendlichen Dieb besonders dadurch erleichtert worden zu fein, daß, als er vor Kurzem den Betrag einer Rechnung für seinen Meister erhob, in seiner Gegenwart das Geld aus der Commode entnommen und der Schlüssel zu derselben wieder nebenan gehängt wurde. Den Aufbewahrungsort des Schlüssels zur Wohnung hatte er ebenfalls ausfindig gemacht. Bis an die Wohnung war er durch Einsteigen vom Dache aus gelangt.
-ll. Lollar, 12. Mai. Der hiesige Turnverein unternimmt am Himmelfahrttage eine Turnfahrt über das Forsthaus nach dem Dünsberge. Der Rückmarsch erfolgt über Fellings- haufen, Bieber, Rodheim und Krofdorf. Da der Turnverein Gießen ebenfalls auf seiner Turnsahrt das Forfthaus berührt, so dürsten beide Vereine wahrscheinlich dort zusammen- treffen.
B. Aus Münzenberg wird uns geschrieben: Münzenberg und Umgegend wird jedensalls dieses Jahr wieder der Schauplatz militärischer Hebungen. Der eommaiibirenbe General ber hessischen Division, v. Bülow, hat bieser Tage das Terrain in Augenschein genommen und sich in obigem Sinne geäußert.
x In Friedberg verunglückte, wie uns von dort berichtet wird, am Sonntag der Kutscher eines Fuhrwerksbesitzers dadurch, daß, als er das angeschirrt vor dem Hause haltende, unruhig gewordene Pferd etwas bewegen wollte, von diesem auf die Erde geworfen und sortgeschleist wurde. Der Kutscher erlitt hierbei so bedeutende Verletzungen, daß er besinninigslos vom Platze getragen werden mußte. Der Wagen wurde zertrümmert.
Friedberg, 10. Mai. Heute Nachmittag 4 Uhr kam Se. Kgl. Hoheit der Großherzog und Ihre Großh. Hoheiten die Prinzessinnen Victoria und Alix, nebst den Kindern der ersteren, Prinzessinnen Alix und Victoria von Battenberg, mit Extrazug hier an, an der Bahn empfangen von Kreisrath Dr. Braden, Major Winter, Amtmann Wallau und Bürgermeister Steinhäußer. Zum Empfang im Großh. Schlosse Hutten sich die Spitzen der Behörden eingefunden, im Schloßhofe hatte sich der Kriegerverein ausgestellt. Im Gefolge der Allerhöchsten Herrschaften befanden sich Freiin von Grancy, tfrL von Fabrice, Oberhofmarschall von Westerweller, Ober- stallmeifter Freiherr v. Nordeck zur Rabenau und Flügel
adjutant Hauptmann Frhr. Röder von Diersburg. Die Allerhöchsten Herrschaften wurden allenthalben mit lebhaften Hochrufen begrüßt, die Stadt hatte überreich geflaggt. Ueberall gab sich die lebhafte Freude zu erkennen, den geliebten Landesherrn auf längere Zeit in unseren Mauern zu wissen. — 11. Mai. Se. König!. Hoheit der Großherzog und Prinzessin Victoria fuhren heute 9 Uhr zur Bahn, um Ihre König!. Hoheiten den Prinzen und die Prinzessin Heinrich von Preußen abzuholen, die mit dem Kasseler Schnellzuge von Berlin eintrafen. Um 1 Uhr kam Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich nebst den Prinzessinnen-Töchtern von Homburg zum Besuch. Um 2 Uhr sand Tafel statt, zu der Kreisrath Dr. Braden. Major Winter und Bürgermeister Steinhäußer geladen waren und bei welcher die Musik des 116. Regiments von Gießen concertirte. Um 5 Uhr fuhr Ihre Majestät .bie Kaiserin Fredrich nebst Prinzessinnen Töchtern wieder nach Homburg zurück. Se. Königl. Hoheit der Großherzog machte mit gesummter Allerhöchster Familie eine Spazierfahrt nach Bad- Nauheim. — 12. Mai. Heute früh 8 Uhr fuhr Se. Königl. Hoheit der Großherzog nach Bad-Nauheim, um im Badehaus daselbst einige Anordnungen zu treffen; um 10 Uhr machten die Allerhöchsten Herrschaften eine Spazierfahrt - um V21 Uhr begab sich Se. Königl. Hoheit Prinz Heinrich nebst Gemahlin zum Besuche Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich nach Homburg.
*** Trais.Horloff, 11. März. Ein hier in Dienst stehender Knecht von Watzenborn trank sich heute Nachmittag einen Rausch an, stieg dann auf den Heuboden, um den Rausch dort auszuschlafen, stürzte aber im Schlaf die Treppe herunter auf das Pflaster und zog sich hierbei solche Verletzungen zu, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Schotten, 12. Mai. Auf dem gestern in Betzenrod stattgehabten Bezirkstag des Kriegerbezirksverbands Vogelsberg wurde beschlossen, daß das diesjährige Kriegerfest in Eichelsdorf und zwar am 13. Juli stattfinden soll, verbunden mit der Fahnenweihe des dortigen Kriegervereins.
vermischte-.
* Mainz, 9. Mai. Unter den Eltern der Schüler des Gymnasiums und des Realgymnasiums circulirt eben eine Petition an die Leiter der Anstalten, in welcher der Wiedereinführung des Nachmittagsunterrichtes das Wort geredet wird. Zur Begründung des Verlangens wird hauptsächlich angeführt, daß es sich in der Praxis gezeigt habe, daß der fünfstündige fortlaufende Vormittagsunterricht auf den Gesundheitszustand des körperlich nicht sehr entwickelten Kindes im höchsten Grade nachtheilig wirke.
* Worms, 9. Mai. Die Maikäferplage hat innerhalb weniger Tage derart zugenommen, daß man nur mit Bedauern die armen Bäume und Sträucher in Garten, Feld und Wald betrachten kann, die ber Gefräßigkeit ber Jnsecten also preisgegeben sinb. In gleichen Massen glaubt man bie Maikäfer noch in keinem Flugjahre wahrgenommen zu haben. Wenn man nun in Betracht zieht, baß eine Steigerung ber Plage beim nächstmaligen Auftreten ber Käfer gar nicht ausbleiben kann, so sollte man, so lange es noc^' thnnlich ist, boch mit allen zu Gebote stehenben Mitteln auf bie Vernichtung ber Maikäfer hinarbeiten. Selbst be» Spaziergängern werben die Maikäfer in diesem Jahre ganz außerordentlich lästig.
* Frankfurt a. M., 12. Mai. Durch den Beschluß der Schuhfabrikanten in Frankfurt a. M., Mainz, Dann- stadt, Offenbach, Bockenheim und den Nachbarstädten, die Fabriken vom 24. Mai ab zu schließen, werden fünftausend Schuhmacher arbeitslos. Der Schuhmacherstrike in Frankfurt, der fast erloschen war, ist hierdurch neu aufgelebt. Eine gestern abgehaltene Versammlung ber Gehilfenschaft beschloß/ bie Strikenben mit allen Kräften zu unterstützen. In Offenbach haben bie Arbeiter bie Künbigung mit einer sofortigen Arbeitseinstellung beantwortet.
* Einen Koffer mit Orden pflegt ber Kaiser auf seinen zahlreichen Reisen mitzuführen, deren Werth über 800,000 Mk. beträgt. Ein Geheimer Hofrath hat diesen Schatz zu ven walten und zu hüten. Der Kaiser liebt es, derartige Auszeichnungen persönlich zu überreichen und darum müssen die Orden immer zur Hand sein. In dieser kostbaren Sammlung sind alle Ordensklassen zugleich mit den Diplomen vertreten.
* Koblenz, 10. Mai. Auf eine beim Hofmarschallamt in Berlin erhobene Beschwerde der Bewohner von Capellen ist die Maßregel, nach welcher Schloß Stolzenfels nur während einiger Stunden des Tages besichtigt werden konnte^ ausgehoben worben. Die Besichtigung kann wieder, wie früher, während des ganzen Tages stattfinden. Bei der genannten Behörde will man nun noch wegen Aushebung der Bestimmung eines Eintrittsgeldes von 25 Pfennig für den Besuch des „Stolzenfels" vorstellig werden; es ist Aussicht vorhanden, daß auch diese Belästigung der Reisenden demnächst in Wegfall kommt, zumal ber freie Eintritt in bic herrlich gelegene Burg auf einer ausbrücklichen Bestimmung des srühern Burgherrn, König Friebrich Wilhelms IV., beruht.
* Das Lohnende der Fischzucht. Von wie großer Be- beutung für bie Lanbwinhschaft bie Ausnützung ber Gewässer durch eine rationelle Fischzucht ist, ist wenig bekannt. Es ergiebt sich inbeß baraus, baß das Wasser im Haushalte der Natur eine wichtige Rolle spielt, ist doch seine Productions- fraft um Vieles größer als bie der Erde. Das beste Ackerfeld kann im günstigsten Falle nur 400 Kilo Fleisch per Hektar jährlich liksern, während aus einem Hektar Wasserfläche 2000 Kilo Fische gewonnen werden können. Sehr viele Landwirthe besitzen auf ihrem Grund Heine,, fließende und stehende Gewässer, kleine Teiche, Feldbäche, Tümpel und Quellen, welche sie kaum zu etwas anderem als zum Tränken des Viehes benützen, ohne darauf zu achten, daß sie, unbeschadet dieser Benützung, mit ihnen einen doppelten Zweck erreichen können, wenn sie das Wasser zur


