Ausgabe 
13.2.1890
 
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Coupewagen bewähren sich für Fernzüge, Durchgangs­wagen mehr für Nahverkehr. Beachtenswcrthe Winke werden gegeben für Reinlichkeit, Desinfection, Beleuchtung, Schutz der Augen, Verhütung des Klapperns der Thüren und Fenster, des Eindringens von Staub, Bau der Sitze, Schlafwagen 2C.

Von besonderem Gewicht und großer Schwierigkeit sind die Fragen der Lüftung und der Heizung- ihnen ist denn auch eine Reihe äußerst mühevoller Untersuchungen gewid­met. Der kleine Luftraum bedingt starke Lufrerneuerung, die aber ohne Zugluft schwer ausführbar- staubfreie Luft ist nicht zu haben- die dünnen Wände kühlen rasch ab, so daß gleichmäßige Wärme im Winter nicht cinzuhalten ist- um­fängliche Einrichtungen sind wegen Raummangel ausgeschlossen n. s. w. Dampfheizung wird immer allgemeiner. Allein in Preußen kostet diese Einrichtung an 4 Millionen. Das Recht auf frische Luft ist endlich überall zur Anerkennung gelangt - auch jeder Einzelne hat das Recht, Oeffnung eines

Fensters an der dem Winde entgegengesetzten Seite zu ver- i langen. Versuche haben festgestellt, daß in einem Wagen von ' 40 Cbm. Inhalt die Luft 25- bis SOmal in der Stunde er- : neuert werden kann, d. h. also genügend, ohne schädliche Zugwirkung.

Bekanntlich wird, nach Pettcnkofers Vorschlag, der Kohlensäuregehalt ziemlich allgemein als Maßstab für die Luftverdorbenheit angenommen, nicht "weil der Kohlensäure selbst eine sonderliche Schädlichkeit zugeschricben würde, son­dern weil ein noch nicht näher gekanntes giftiges Product der Athmung, dasWohnungsgift" oderMenschengift", Anthropotoxin, ungefähr parallel mit der Kohlensäureerzeug­ung geht. Dessen intensiv giftige Eigenschaften haben neuere Untersuchungen von Brown-Sequard und Arsonwal festgcstellt. Darum trat Professor Löffler-Greifswald, der Eorreserent, einer von nicht fachmännischer Seite aufgestellten Behauptung, daß auf Ventilation weniger ankomme", mit gutem Rechte nachdrücklich entgegen.

Eine nicht überflüssige Mahnung wurde an die örtlichen Eisenbahnbehörden gerichtet: darüber strenger zu wachen, daß die bestehenden, zumeist genügenden Anordnungen auch durchweg voll und richtig zur Ausführung gelangen möchten. -A- 0.

Wöchentliche Zleberficht der TodesMe in Meßen.

6. Woche. Vom 2. Februar bis 8. Februar 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär).

Sterbltchkeitsztffer: 12,7 J/oo-

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsme: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

Lungenschwindsucht

2

1

1

Organ. Herzkrankheit

1

1

Altersschwäche

1

1

Lebensschwäche

1

1

Summa

5

3

1

1

Bekanntmachung.

In Berichtigung unserer Bekanntmachung vom 6. Februar d. I. Anzeiger Nr. 34 bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß

1) an Stelle des Stadtverordneten Herrn Professor Thaer Herr Rechtsanwalt Curtman zum Wahlvorsteher für den zweiten Wahl- bezirk der Stadt Gießen,

2) an Stelle des Stadtverordneten Herrn Rendanten Grüneberg Herr Stadtverordneter Kaufmann Richard Scheel zum Wahl­vorsteher und Herr Kaufmann Louis Plank zum Stellvertreter des Wahlvorstehers für den fünften Wahlbezirk der Stadt Gießen ernannt worden ist.

Gießen, am 12. Februar 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 1270

Vergebung von Bauarbeiten.

Die Erd- und Maurerarbeiten, Cement-, Asphalt- und Steinhauer - Arbeiten für den Neubau der städtischen .Knabenschule in Gießen sollen einzeln im Submisstonswege, vergeben werden.

Zeichnungen, Bedingungen und Maffenverzeichnisse liegen im Zimmer Nr. 3 der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht auf bezw. werden daselbst unentgeltlich verabfolgt.

Die Angebote sind bis spätestens

Saur-tag den 1. März d. I., DormittagA 10 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, versiegelt und frei bei unterzeichneter Stelle einzureichen.

Gießen, am 10. Februar 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 1251

Bekanntmachung.

Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprecheinrichtung in Gießen erforderlichen Vorbereitung« arbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen bezw. Geschäftsräume re im Laufe dieses Jahres mit der genannten Stadt- 'sernsprecheinrichtung verbinden wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, spätestens bis zum 1. März d. I. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur für die bis zu diesem Zeitpuvkt eingegangenen Anmel­dungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den 1. Bauabschnitt des lausenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete An­schlüsse können erst im nächsten Bauabschnitt zur Ausführung gelangen.

Darmstadt, den 4. Februar 1890.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector- Clavel.

Holzversteigerung

Otctaffaöung.

Forderungen an den Nachlaß des Wilhelm Schwarz von Allen- dors an der Lumda sind innerhalb 14 Tagen bei Gericht specificirt an­zumelden, wenn sie bei der Nachlaß- regulirung Berücksichtigung finden sollen.

Gießen, 6. Februar 1890.

Großh. Amtsgericht.

Gebhardt. 1252

Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen Hausburschen Peter Stephan von Dillenburg, geboren am 13. November 1871, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu ver­haften und in das Amtsgerichts - Ge- fängniß zu Dillenburg abzuliefern.

Limburg a/Lahn, 8. Febr- 1890.

Königliche Staatsanwaltschaft.

I. A.: Hagemann.

Beschreibung. Alter: 18 Jahre, Statur: schlank, Größe: 1,65 m, Haare: blond, Stirn:, Augen­brauen:, Nase:, Zähne:, Gesicht:, Sprache:, Kleidung: blau und rothgestreifter Kittel, dunkle Hose, grau und gelblicher Filzhut, schwere mit Nägel beschlagene Schuhe, Bart:, Augen:, Mund: auf­geworfene Lippen, Kinn:, Gesichts­farbe:.

Besondere Kennzeichen:. [1259

JaMvrrpachtung.

Montag den 17. d. M., Nachmittags 2 Uhr, soll die der Ge­meinde Keffelbach zuftehende Wald- und Feldjagd auf dem hiesigen Bürger­meisterei-Bureau nochmals verpachtet werden.

Kesselbach, am 10. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Keffelbach

Stein- 1256

Holzversteigerung.

Freitag den 14 Februar l I. sollen im Gemeindewald Hausen, Di- stricten Bokerswald und Bruch, ver­steigert werden:

156 Nadelstämme bis zu 33 Ctmtr.

Durchmesser und 18 Meter Länge = 43 Fcstmeter,

211 Nadelstangen von 6 Ctmtr. Durch­messer und 13 Meter Länge 18,5 Festmeter,

13 Raummeter Buchen-Knüppel

70 Nadel-Knüppel,

14 Hundert Buchen-DurchforstungS- Wellen,

16 r Nadel-Wellen,

37 Raummeter Nadel- Stöcke.

Der Anfang ist Vormittags 9Va Uhr im District Bruch beim Wegweiser.

Hausen, am 10. Februar 1890.

Großh. Bürgermeisterei Hausen.

Dern. 1231

11511 Heu zu verkaufen.

H. Schürz, hintere Bleiche.

Donnerstag den 27. Februar,

Nachmittags 2V- Uhr,

soll auf dem hiesigen Ortsgericht die der Johann Georg Jung Wittwe in Gießen zustehende ideelle Hälfte an nachbenannten Immobilien:

Flur I. Nr. 315 12 Meter Hofraum, Miststätte in der Kaplansgasse,

Flur I. Nr. 322 62 Meter Hofraithe daselbst,

Flur I. Nr. 322a 19 Meter Grab­garten daselbst

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 15. Januar 1890.

Großherzogliches Ortsgertcht Gießen. 502 Vogt.

Versteigerung.

Donnerstag den 13. Februar d. I.-

Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der

Restauration Klingenverg (früher

Bramm) dahier:

1 Sopha, 1 Commode, 1 Waschtisch, Nachtschrank, 1 Tisch, 1 vollständiges Bett, 2 Spiegel, 2 Ladenschränke, 1 Büffet, 1 Verticow und Gold- und Silberwaaren

gegen Baarzahlung

Vorn.

1268 Gerichtsvollzieher in Gießen.

Apotheker Senckenberg®

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Ferd. Drebes, Marktplatz.

in dem Arnsburger Walde.

Mittwoch den 19. Februar I. J-. sollen in den Districten Coln- häuser Kopf, Seif, Lauterbachs Wäldchen und Rasselkaute (Trais- Münzenberger Wäldchen) und

Freitag den 21 Februar L J-. in den Districten Wetterberg und Hardt

öffentlich versteigert werden:

20 Eichen-Stämme mit 3,00 fm (Wagnerholz),

75 Fichten-Stangen II. und III. El. mit 4,30 fm,

32 rm Fichten- und 8 rm Kiefern-Nutzprügelholz (3 u. 4 m lang), 7 Fichten-Reiserprügelholz,

56 Buchen-Scheitholz,

328 rm Buchen-, 9 rm Eichen - und Obstbaum', 5 rm Kiefern-, 33 rm Weichholz-Prügelholz,!

52 rm Buchen- und 57 rm Eichen- und Obstbaum-Stockholz,

807 rm Buchen-, 375 rm Eichen- und Obstbaum- und 768 rm Nadel­holz- und Weichholz-Reiserholz.

Kaufliebhaber für das Reiserholz und das Holz in der Raffelkaute wollen dasselbe vorher ansehen. .

Zusammenkunft: Vormittags 9*/2 Uhr am 19. Februar im Colnhauser

Kops am Dorfgüller Fußpfad, am 21. Februar im Wetterberg an der Kalkofen-Schneise.

Arnsburg, den 11. Februar 1890.

1262 Gräfl» R-vierv-rwaltung.

Wegen Umzugs in das von mir gekaufte Haus, Kirch en platz 6, neben dem Einhorn, verkaufe unter Garantie bis zum 1. April fämmtliche goldene und silberne Taschenuhren, Regulateure, Wecker, Ketten etc. zu herabgesetzten billigen Preisen.

Fritz Scharmann, Uhrmacher,

778 Schloßgaffe 15.

Submission aus Liefe­rung von GrenMnen zur Abgrenzung von Slaalsgelänbe.

Die zur Aussteinung des Bahn- geländes der Nebenbahn Hungen Laubach in den Gemarkungen Laubach, Wetterfeld und Ruppertsburg nöthigen Grenzsteine, circa 400500 Stück, von 60 Ctm. Höhe, mit 35 Ctm. Fuß, 25 Ctm. glatt behauenem Ober- theil, 13 und 15 Ctm. im Quadrat, gewölbtem Kops mit 2y3 Ctm. Wöl­bung, aus gutem dauerhaftem Material, sollen im Wege der Submission zur Lieferung an 'Bahnhof Laubach ver­geben werden. Angebote hierauf mit Preisangabe sind dis zum 26. Fe­bruar Ifb« Jahre- auf der unter­zeichneten Stelle einzu eichen.

Laubach, den 11 Februar 1890. Großh- Bürgermeisterei Laubach.

__________Jochem._______1255 Donnerstag, 13. März L I-, Nachmittags 2'/- Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Kranz Gerbode Eheleute« in Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 228 91 Meter Hofraithe tn der Kaplansgasse,

Flur I Nr. 229 19 Meter Grabgarten daselbst

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 28. Januar 1890.

Großh. Ortsgericht Güßen- I. A.:

Vogt. 885

Eberhard Dort, Wallthorstraße.

L. Kalkhof, Frankfurterstraße.

p fy, Karl Möser, Alicestraße.

Emil Orbig, Bahnhofstraße.

Chr. Lndw. Thomas, Wallthorstraße-

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