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Iitjttt, 11. November.

wer vom 28. October.

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n der Kammer in der Mgen Bezirk ^machten Beschränkung des Detail- ber das bestehende Maß Möwenh erscheine. Die sen aus Beschränkung der ngen gegenüber ablehnend motivirte Eingabe an Gr.

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leistung von Seiten des Publikums zu gewinnen. Man sollte doch meinen, daß Jeder sich darüber klar sein könnte, daß seltsamer Weise auch bei einem Theaterunternehmen die Leistungsfähigkeit des Unternehmers zu dem Entgegenkommen des Publikums in directem Verhältnisse steht und daß man, wenn man im Ernste die Absicht hat, Kunstinteressen zu pflegen, im Anschluß an solid gelegte und bewährte Grund­lagen einem solchen Streben viel erfolgreicher obliegen kann, als wenn mau ins Blaue hinein ohne die nöthige Kcnntniß der einschlägigen Verhältnisse mit fast rührender Naivität die Möglichkeit eines eigenen Thcaterbaues und sonstige über das naheliegende und erreichbare Gute mit schrankenloser Phantasie hinausschweifende absonderliche Pläne ins Auge faßt. Indem man derart gerade in Kreisen, die das geistige Wshl unserer Stadt fort und fort im Munde führen, in wahrhaft trans- cendentalen Träumen schwelgt und sein Genüge findet, vergißt man hier, welche Pflichten man in Bezug auf eine mögliche und wirkliche Förderung unseres Theaters eigentlich in Wahr­heit hätte. Um so erfreulicher berührt einen in Mitte einer Wüste schlecht besuchter Wochenvorstellungen die Oase eines nahezu ausverkausten Hauses am Sonntag, wie vorgestern wieder. Die Besucher wird es schwerlich gereut haben, sich so zahlreich eingefunden zu haben. Denn sowohl die drastische und überaus wirksame Comik des Schwankes selber, wie das launige Spiel aller Mitwirkenden gestalteten die Vorstellung zu einer höchst gelungenen und genußreichen. Uebcrwältigend comisch waren namentlich Herr Adam Reiners als Ambrosi und Frl. Ida Unger als Moorpilz. Graziös und lieblich, wie immer, zeigt sich in der Rolle der Ernestine Frau Anni Reiners, die nicht allein unter den siebenHäßlichen" als die reizendste erschien. Besonders anerkennenswerth ist der große Fleiß, mit dem Herr Rudolf Biebrach seine umfangreiche Rolle bewältigt hatte und die gewandte Art, mit der er sich seiner Partie entledigte. Wir hoffen den strebsamen Herrn in solchen Rollen öfter zu sehen. Die übrigen Mit- wirkendeu waren theils gut, wie Herr Winolt, Frl. Martin usw., theils befriedigend.

Anknüpfend an die wiederholten Mittheilungen interessanter Hausinschristen dürfte man wohl auch eine solche der Vergessenheit entziehen, die an einem hiesigen Hause an­gebracht war, resp. wohl unter dem Bewurf noch vorhanden ist. Das fragliche Haus ist das Schulhaus in der Neustadt, welches früher Waaghaus war- hier wurden die in die Stadt ein- und ausgehenden Früchte und Mehl gewogen und gemoltert. Durch zwei an den beiden Enden des Hauses befindliche gewölbte Thore fuhren die Wagen ein und aus- in der Mitte befand sich die Waage, an der der Wiegemeister seines Dienstes waltete. Die Säcke wurden gewogen und denselben ein Procentsatz des Inhaltes,der Molter", ent­nommen, der in die Wand befindliche Kästen geschüttet und allfreitäglich versteigert wurde. Dies brachte der Stadt eine ganz hübsche Einnahme, an deren Stelle später das Octroi trat. Dies vorausgeschickt, möge die Inschrift hier folgen, sie lautete:

Dies Waghaus ist im 1580 Jahr Als Herr Oswald Bauherr war Von Holz aus dem Bersröder Wald Zugericht; Gott laß es kalt.

Stangenrod, 9. November. Heute hat sich in hiesiger Gegend einOhm-Lumda-Thal-Sängerbund" ge­bildet, dem gegenwärtig 13 Vereine angehören.

K. Bellmuth, 10. November. In unserer Gemeinde herrscht schon seit einiger Zeit die Diphtheritis in ganz erschreckender Weise. Innerhalb acht Tagen sind einem Manne zwei Kinder im Alter von 6 und 12 Jahren v^r derselben hingerafft und der Schwester desselben Mannes ist ein Kind von 9 Jahren daran gestorben und das andere Kind derselben liegt noch sehr hoffnungslos darnieder.

* Frankfurt a. M., 10. November. In einer hiesigen Familie wurde gestern ein seltenes Fest gefeiert; ein Familienvater ließ nämlich seine sechs Kinder, von denen das älteste 14 Jahre alt ist, taufen.

Frankfurt a. M., 10. November. Am 24. d. Mts. finden Hierselbst dieStadtverordneten-Ergänzungs- w ah len statt- 19 Stadtverordnete sind neu zu wählen. Die drei Parteien, welche bisher im Hause Limpurg ver­treten waren, die Demokraten, Fortschrittler und National- liberalen, haben diesmal sich dahin verständigt, von einem Wahlkampf unter sich abzusehen. Diese Friedensbestrebungen

passen aber den Socialdemokraten nicht. In einer gestern | Vormittag stattgehabten Versammlung erklärte der Herr Neichstagsabgeordnete Wilhelm Schmidt, er würde, weil sich in der socialdemokratischen Partei im Augenblick schwer Leute finden ließen, um einen Wahlkampf richtig zu führen, auch diesmal davon abgerathen haben, bei den bevorstehenden, Stadtverordneten-Wahlen selbstständig vorzugeheu und das Eintreten für die focialdemokratischen Caudidaten befürwortet haben, wenn die drei im Collegium vertretenen Parteien nicht zu dem überraschenden Entschluß gekommen wären, die Streitaxt zu vergraben, um dem demnächst einziehenden neuen Stadtoberhaupt kein Bild des Unfriedens und Streites zu geben. Unter solchen Umständen könnten die Socialdemo­kraten nicht mit den Demokraten gehen. Es wurde denn auch von allen Rednern befürwortet und endlich auch be- fchloffen, selbstständig bei den Wahlen vorzugehen, erst am Tage vor der Wahl den ober die Candidaten zu nominiren und den Schlachtplau bekannt zu geben. Die Socialdemo­kraten beanspruchen als stärkste Partei, auch im Stadtrath vertreten zu sein. Sie fordern Erbauung von Arbeiter- Häusern, um der WohnungSuoth zu steuern (an kleinen Wohnungen mag's.fehlen, 2200 größere st.ehen leer!), städti­schen Betrieb der Gasanstalten und Trambahn, Errichtung eines Schwimmbades, Beseitigung des bestehenden Ccnsus bei den Stadtverordneten-Wahlen, andere Handhabung bei Ver­gebung städtischer Stipendien, damit nicht immer die Kinder besserer Stände bedacht würden, und vieles Andere. Statt friedlich, werden allem Anscheine nach die nächsten Stadtver- ordneten-Wahlen erst recht erregt verlaufen.

* Coblenz, 7. November. Als gestern Nachmittag in einem Hotel die Table dhöte beginnen sollte, trat ein älterer Herr in Begleitung eines Schutzmannes in den Speisesaal und ließ einen fein gekleideten Herrn und eine junge, kaum 16jährige Dame verhaften, die hier alsEheleute" ange­kommen waren und fein lebten. Morgens hatten sie einen Ausflug zu Wagen nach Arenberg gemacht und für Nach­mittags war wieder der Hotelwagen bestellt. Wie polizeilich festgestellt ist, war das Mädchen in einer Pension in einem Orte bei Diedenhofcn und unterhielt von da aus mit dem 33jährigen Arbeiter ihres Vaters ein Liebesverhältnis Der Plan zu der gemeinsamen Reise ist von dem Mädchen aus­gegangen. Das Pärchen war mit reichen Mitteln ausgestattet, die das Mädchen der Kasse des Vaters entnommen hatte. Gestern Abend ist der Vater mit der jugendlichen Liebhaberin nach Hause abgereist, der Arbeiter wurde entlassen und reifte ebenfalls nach seiner Heirnath in der Rheinpfalz ab.

* Erledigte Stellen für Militäranw'ärter im Bezirk des 11. Armee-Corps. Eisenbahndirection Frankfurt (Main), Königl. Hauptwerkstätte, Magazinaufseher, beim Eintritt auf Widerruf, später auf Kündigung, vorläufig 75 Mk. Monats­besoldung. Hanau (Stadtverwaltung), Stadtrath, Hilfsthurw- wächter, auf Kündigung, 480 Mk. jährlich. Eifenbahn- Betriebsamt Cassel, Telegraphenaspirant, auf einmonatliche Kündigung, später auf Lebenszeit, 80100 Mk. Monats- besoldung. Witzenhaufen, Polizeifergeant und städtischer Voll­ziehungsbeamter, auf Kündigung nach Maßgabe § 56 der Hessischen Gemeindeordnung vom 23. October 1834, 500 Mk. jährlich. Im Bezirk der Großh. Hessischen (25.) Division: Darmstadt, Großh. Ober - Staatsanwaltschaft Darmstadt, Gefangenwärter am Gefängniß in Darmstadt, auf Widerruf, eine baare Remuneration von 1000 Mk. jährlich.

*Sagen Sie, Herr Doctor, welche Aussicht kann ich mir von dieser Haartincrur versprechen?"Die Aussicht aus eine Mondlandschaft."

Universität»«Nachrichten.

Marburg, 8. November. In der philosophischen Facultät unserer Hochschule habilittrte sich heute Dr. Ferdinand Wrede aus Frankfurt a. O. für das Fach der deutschen Philologie mit einer Schrift zur ostgothischen Grammatik und einer Antrittsvorlesung über die Walthersage.

Berlin, 6. November. Der Herr Justizminister hat im Ein- verständniß mit dem Herrn Cultusmtnister bestimmt, daß die Uni­versität Freiburg in der Schweiz nicht als eine Universität anzu­sehen ist, an welcher ein Rechtsstuvium im Sinne des $ 2 des Deutschen Gerichtsverfassungsgejetzes betrieben werden kann.

Der bisherige Privstdocent vr. Karl Uphues zu Halle a S. ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der Universität Halle-Wittenberg ernannt worden.

Verkehr, £and« rind L> »lk-rsirthschaft.

Gietzen. 11. November. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pft. 4t 0.851,00, Hühnereier 1 St. 78, 2 St. H, Enteneier 1 St.--2 St. - H,

Käse pr St. 48 H, Käsematte pr. St. 8 H, Erbsen vr. Liter 16 4, Ansen vr. Liter 28 H, Tauben pr. Baar 0,500,70, Hühner pr.

Stück JL 0,851.00, Hahnen pr. St- X 0,60-1,00, Enten pr. Stück X 1,401,60, Ochsenfleisch pr. Pfd- 7074 H, Kuh- und Rindfleisch 6064 Schweinefleisch 7080 H, Hammelfleisch 6268 Kalb­fleisch 60-64 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3.50-5A), WeKkraut vr. St. 37 3», Zwiebeln per Centner X 6,000,00, Milch per Liter 1218 H Gänse pr. Pfd- 4660

SttSfcld, 8. November. Fruchtmarkt. Weizen JL 1850, Korn «X 17.16, Hafer at 13.90, Erbsen JL 16.50, Kartoffeln JL 4.80.

A TlrrS der Wetterau. 10. November. Je nach Klima und Bodenbeschaffenheit entstehen Eulturen, die für manche Agenden eine ungewöhnliche Bedeutung erlangen. Ein solcher Fall findet sich im N'ddathale in den Dörfern Dauernheim, Ober- u«d Nieder- Mockstadt. Diese drei Dörfer und darunter wieder die beiden Mockstadt zeichnen sich durch eine vorzügliche Zwiebeleultnr aus. Was Griesheim bei Darmstadt in Bezug auf ZlotebelproducUon für die Provinz Starkenburg, die Residenzstadt Darmstadt und noch weiter hinaus bedeutet, das sind die beiden Mockstadt und Dauern- heim für die Stadt Frankfurt, die Provinz Oberhesfen und weit ins Preußische hinein.

Es ist für den Landwirth nicht blos, sondern für Jedermann, besonders für unsere Hausfrauen, die die Zwiebel weder entbehren können, noch wollen, interesfant, einiges Wenige über die Mockstädter Eulturen zu erfahren. Der Boden im Niddathale ist mild und kräftig, warm und thätig. Die Leute bestellen die Zwiebeläcker in Bezug auf Umbrechen und Düngen mit großer Sorgfalt. Der Samen wird mit der größten Aufmerksamkeit geerntet, gereinigt und aufbewahrt. Sobald die kleinen Zwiebeln im Frühjahr so stark ge­worden sind, daß ihnen das Umdrücken nicht schadet, beginnt das Reinigen der Eulturen von Unkraut, denn dieses ist der größte Feind der Zwiebel, es nimmt ihr Kraft, Luft und Sonnenschein weg. Das Reinigen ist ein beschwerliches Geschäft, denn tagelang müssen die Leute (meistens Frauenzimmer) auf den Aeckern sitzen ober knieen und arbeiten. Dies geschieht so zeitig im Frühjahre, daß es noch recht empfindlich kalt dabei ist. Das Reinigen muß mehrmals wiederholt werden. t

Ist der Boden richtig zubereitet und verdirbt die Witterung nichts (naßkaltes Wetter verträgt die Zwiebel nicht) dann gehen bie Eulturen freudig voran. Ein tüchtiger Zwiebelzüchter meinte: Wenn die Sache ganz richtig sein soll, müssen die Zwiebeln so stehen, daß vier sich berühren und aus dem Zwischenraum muß noch eine fünfte herauswachsen, deren Wurzeln in der Erde stecken, während die Zwiebel selbst von den anderen vier nach und nach emporgetragen wird. In der That hat Einsender oft diese Stellung der Zwiebel zu beobachten Gelegenheit gehabt.

Im September, zum Theil auch schon im August beginnt das Ernten und auch sogleich der Handel. Die Erträge sind Mch den Jahrgängen sehr verschieden; sie schwanken zwischen 70 und 150 Clr. Wenn die Zwiebeln nun gute Preise Haven, dann kann ein ganz bedeutender Ertrag erzielt werden. Ist der Preis aber niedrig, dann ist die Zwiebelcultur nicht lohnender, als diejenige der Halmfrüchte, der Zuckerrüben, des Magsamens, der Kartoffeln, des Rapses u. v. A. In der Regel bringen die Leute die Arbeitskosten nicht in Anschlag. Sie calculiren: Zu Hause sind sie doch; im Vorfrühjahre gibt es nicht viel zu thun, die Zeit ginge dahin, auch wenn die Zwiebel nicht cultivirt würbe, also ist es das Richtigste, Zwiebel, nicht aber Zucker­rüben ober Anderes zu bauen. Dieses hat viel Wahres für sich, weil gerade der Boden dort für die Zwiebel sehr geeignet ist.

Wenn nun aber die Zwiebeln gute Preise haben, also etwa 468 Mk., im Frühjahre gar 10 Mk. pro Eentner, dann ist die Zwiebelcultur eine sehr lohnende. In der Regel halten sie gute Mittelpreise. Bei einem Ertrage von 100 Eentnern und einem Preise von 5 Mk. kommt' schon eine recht stattliche Nettoernte zum Vorschein. ,r o __

Diese Erträge drücken sich auch in den Guterpreisen aus. Es ist keine Seltenheit, daß 15 bis 1600 Mk. für den Morgen Acker­boden bezahlt werden. Die Leute wissen trotzdem eine Rente zu erzielen und Viele haben sich dadurch etwas erworben. Aus der Zwiebelcultur aber läßt sich die Lehre ziehen, daß der Ackerbau, wenn richtig geführt, immer noch seinen Mann ernährt. Die Cultur von HandelSgewLchfen muß daher dem kleinen Landwirthe von Zeit zu Zett ins Gedächtniß zurückgerufen werden. Zwiebel, Zuckerrüben, Magsamen, Raps, Tabak, Hopfen liefern da, wo die erforderlichen Vorbedingungen in geologitcher und klimatologischer Beziehung vor­handen sind, befriedigende Erträge. Wo Letzteres nicht der Fall, ist Alles umsonst. Daher sagt man auch mit Recht wieder: Eines schickt sich nicht für Alle.

Außer den genannten Orten Ober- und Nieder-Mockstadt und Dauernheim findet auch zu Staden, Ranstadt und Stammheim Zwiebelbau statt, wenn auch nicht in so intensiver Weise wie in den drei erstgenannten Dörfern.

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, jnie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nack Gießet! gebrachte Kranke kommen

Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

45. Woche. Vom 2. November bis 8. November 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär).

SterdUchkeitsziffer: 30,4^

Kinder

Es starben an: Zusammen:

Erwachsene:

im vom

Diphtherie 1 (1)

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

1 (1)

Lungenschwindsucht 2

2

Lungenerweiterung 1

1

Tuberculose d. Gekrais- drüse u. Gedärme 1 (1)

1 (1)

Vergrößerung der Prostata 1 (1)

1 (1)

-

ftrcbS 2 (1)

2 (1)

-

Altersschwäche 4

4

Summa: 12 (4)

11 (3)

1 (1)

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