T ödes-Anzeige
Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass uns unser liebes Töchterchen und Schwesterchen
Auguste Margarethe
x die tiefbetrübte Familie J* Boller,
Giessen, den 11. October 1890.
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 4 Uhr vom Trauerhause, Bahnhofstrasse 58, aus statt.
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im Alter von 7 Jahren nach schwerem Leiden durch den Tod entrissen wurde. Um stille Theilnahme bittet
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Course der Frankfurter Börse
die 3% Reichsanleihe vollzogen worden, und wie nicht anders zu erwarten, wurde der verfügbare Betrag bedeutend überzeichnet. Schon zu Beginn der Woche hatte man die neue Anleihe mit 1 % Agio gehandelt, diese voreilige Fixierung des Courses hat sich aber schnell wieder ausgeglichen. Indessen litten auch die Course der alten 4 o/oigen und 3%igen Anleihen, und zwar nicht unbeträchtlich, da, abgesehen von der zunehmenden Geldknappheit, manche Tauschoperakionen Anlaß zu Verkäufen gegeben haben. Von den ausländischen Renten wurden Ungar. Goldrente, Egypter und Mexicaner ziemlich hart betroffen, während Italiener, Russische Goldanlerhen, Serben und Rumänen sich noch annähernd behauptet haben. Valutaanleihen 1—2 % schwächer.
Montanwerke waren flau und oftmals drängend ausgeboten. Es verloren Laura 10 o/Oz Alpine Montan 5%, Lothringer St. Prt. 4,50, Gelsenkirchener reichlich 5o/o.
Auch unter den übrigen Jndustriewerthen sind Coursverluste, und zum Theil sehr beträchtliche, an der Tagesordnung. So nottren Mainzer Brauerei 9% niedriger, Deutsche Verlags-Anst. 15 %, Grazer Tramway 2%, Electricitäts-Ges. 3%, Guano 3 %, Türkische Tabak 2 °/L.
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Cours vom
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3o/o Sächsische Rente. .
3%% BremerStaatsanl.
„ Hamb.Staatsrente 4o/oOestr. Goldrente .
„ GriechischeMonopol- Anleihe . . .
5»/g Rumänische Rente .
4'/-o/o Russische Anl.. .
Börseuwocheriberiehr
von E. Wasser sekleben, Bankgeschäft.
Die Börse hat eine eigenthümliche Physiognomie angenommen. Es ist zwar keine Seltenheit, daß der Oclobertermin mit seinen gewaltigen Anforderungen an den Geldmarkt Anlaß zu heftigen Coursschwankungen bietet; aber wir stehen heute inmitten einer Batssebewegung, deren Intensität an die Rückschläge erinnert, welche im Anfang dieses Jahres der damaligen Ueberspeculation ein Ende machten, die sich aber nach Beendigung der Liquidation, da man alle Gefahr schon überwunden glaubte, entwickelte. Vergebens sucht man heute nach Verhältnissen, die denen ähneln, welche damals den Rückschlag verursachten und in der Regel den Grund so heftiger Bewegungen bilden. Die Engagementsoerhältnisse sind keineswegs derart, daß sie Anlaß zu Befürchtungen bieten könnten; selbst in den von der Bewegung des Silbercourses abhängigen Werthen sind die Positionen zwar groß, aber eine ungebührliche Belastung ist, auf den deutschen Märkten wenigstens, nicht zu bemerken. Freilich muß in Betreff dieser Werthe die Höhe des Coursnioeaus in Berücksichtigung gezogen werden, denn es würde zweifellos ein bedeutender Theil selbst der in Capitaltstenkreisen fest classirten Waare an den Markt kommen, wenn sich die Hoffnungen, welche man an die Entwickelung spectell der österreichischen Vatu a knüpft, nicht erfüllen sollten. Das ist ein Punkt, der in dieser Woche die Börse beunruhigte und wenigstens im Anfang derselben fast allein für die Entwickelung der Course maßgebend blieb, wie er auch der Baissespeculatton, die bei solchen Anlässen nie ausbletbt, Gelegenheit zu entschlossenem Eingreifen gab. Der rapide Rückgang des Stlberpreises in New-Aork und London hatte ja auch eine Ermäßigung des österreichischen Wechselcourses zur Folge gehabt, aber dieselbe stand doch in keinem Verhältniß zur Werthveränderung des Silbers, und selbst heute, nachdem die Gerüchte über die Valutaconferenz einen Rückgang von 4 JL verursacht haben, steht derselbe noch 5—6 % über dem rffectiven Werth des Stlberguldens. Das ist an sich keine Anomalie, da die österreichische Valuta auf Papier beruht, und doch wird, wenn, wie es in der That den Anschein hat, die Fixirung eines leichteren Goldguldens behufs Durchführung der Valutaregultrung beschlossen wird, der Metallwerth des Silberguldens die Grundlage bilden müssen. Es ist begreiflich, daß in den österreichisch-ungarischen Ländern eine starke Strömung extftirt, welche diesen Werth möglichst niedrig zu greifen sich bemüht, und welche nicht zugeben will, daß die letzte Steigerung des Silbers aus Anlaß der amerikanischen Gesetzgebung darin zum Ausdruck kommt; aber trotzdem wird man mit den gegebenen Verhältnissen rechnen müssen. Mag man den Durchschnittspreis der lechten Jahre oder Jahrzehnte berechnen, immer wird der Metallwerth des Silberguldens ein entscheidendes Wort mitsprechen. Es ist in der That ganz aussichtslos, heute den Werth des zukünftigen Guldens bestimmen zu wollen, und es liegt kein Grund vor, zu überstürzten Verkäufen zu schreiten, weil in der Conferenz diese oder jene Andeutung gefallen ist. Es ist nicht denkbar, daß die zukünftige Werthrelatton festgesetzt wird, ehe die Regierung den Metallstock in Händen hat, welcher sie zur Aufnahme der Baarzahlungen befähigt. Die Zett aber, die bis dah<n und bis zur Beendigung der nothwendigen Verhandlungen und Untersuchungen verstreicht, vermag die gegenwärtigen Werthverhaltnisse wieder von Grund aus zu verändern. Immerhin wird man gut thun, sich auch zu vergegenwärtigen, einen wie großen Antheil das Silbergesetz an der gegenwärtigen Preisnotirung hat, und daß dasselbe nicht dauernden Bestand haben wird.
Ein anderer Grund, der die Börse auf das Tiefste beunruhigte, ist die Gestaltung der Geldverhältnisse. Der Rückfluß, den man gewohnheitsmäßig nach dem 1. October erwartet, ist bisher ausgeblteben. Im offenen Markte nahm die Geldknappheit nach einer kurzen Erleichterung ständig zu, und zu gleicher Zeit wurde mit Bestimmtheit versichert, daß die Ansprüche, welche an die Retchsdank gestellt würden, sich unausgesetzt vermehrten. Der am Freitag erschienene Bankausweis bringt die Bestätigung dieser Angaben. Der Metaüschatz hat wettere 46 Mill, verloren, die Depositen haben sich fast um den gleichen Betrag vermindert, während Wechsel und Lombardbestand nur um 33 Mill, zurückgegangen sind; und nicht genug damit, meldet eine gleichzeitige Depesche, daß nach Abschluß dieses Ausweises weitere beträchtliche Geldentnahmen stattgefunden haben. Die Börse hat diese Ziffern und die Andeutungen, die vor deren officteller Bekanntmachung im Umlauf kamen, sehr ungünstig commentirt, und namentlich Berlin warf die Course procentweise zurück. Eine derartige Schwächung der Reserven, wie sie der letzte Bankausweis erkennen läßt, kann allerdings Bedenken erregen. Alles wird jetzt darauf ankommen, den Geldabfluß nach Rußland und Rumänien zu verhindern; aber bei dem günstigen Stand der Wechselcourse kann das nicht schwer fallen, wenn mit einer Discont- erhohung unverzüglich vorgegangen wird. Die Börse sieht heute noch diese Maßregel als ein großes Unglück an, aber sie wird sich darein zu finden wissen und erkennen, daß sie ein nothwendiges Ucbel ist, dessen sie zur eigenen Sicherheit bedarf. Deshalb dürfte auch die Wirkung auf die Course weniger tieseinschneidend sein, als man sich oorstellt. Auf die Dauer werden dadurch nur Rentencourse stärker 'eeinflußt und in dieser Hinsicht ist wohl zu beachten, daß es sich nur um eine vorübergehende Maßregel handeln wird. Die Zukunft der Coursgestaltung jedoch wird nicht allein von den inneren Verhältnissen abhängig sein. Die deutschen Börsen haben die Macht nicht mehr, so rücksichtslos vorzugehen wie voriges Jahr, der fremde Einfluß ist ein gewichtiger Faktor geworden und es w.rb daher in Betracht kommen, daß das Ausland sihr wenig günstig disponirt ist, daß namentlich London und New-Uork unter der Silberspeculation schwer zu leiden haben.
Das Endresultat der Bewegung ist eine sehr einschneidende und ziemlich all- gemeine Ermäßigung des Coursnioeaus, die bet den österreichischen Werihen durch den Rückgang der Valuta noch besonders verschärft wird. Gegen die bereits nied- Am Samstagscourse verloren Disconto 3.30%, Handelsgesellschaft 30/0, Darm- ftaoter 2.50%, Dresdner 4%, Credtt 5 fl, Unionbank 6% fl., Bankverein 3% f£, Oesterreich.-Ungar. Bank 8 fl., Länderbank 3% fl- Wie das begreiflich erscheint, wurden österreichische Bahnen, das Gebiet, welches durch die oorangegangene Steigerung der Valuta am meisten gewom en hatte, auch am schwersten betroffen. Es ist r Eine der langen Reihe von Activen, die ihren Cours behaupten konnte, und fast überall betragen die Verluste viele Procente, Böhmische Westbahn büßten 13 fl. ein, Nordbahn 2% fl., Buschlherader 15 fl., Galizien 5 fl., Graz Köflacher 7 fl.,
Crernow tzer 4 fl., Staatsbahn 6 fl., Lombarden 2 fl., Localbahn 5 fl., ®H>tbal 5 fl. u. s. w. Auch Schweizer Bahnen litten unter einem r?1 AnAfbot, wenngleich die Verheerungen hier bedeutend weniger in das kt 7^ir bet Gotthard, die wegeri einiger Betriebsunfälle fiaifer ange- fen, beträgt der Verlust nahe an 2%, die übrigen Actien, die allerdings um Äuchcheile fi^rrker zurückgrgangen waren, ermäßigten ihre Course nur .
den Anlagenmarkt betrifft, so ist am Donnerstag die Subscription auf
3./X.
10./X.
Cours vom
3./X.
10./X.
104.60
105.90
104.20
105.80
4l/s0/oPortug.-A. 88 u.89
5o/o amort. Serb. Gold-
91.20
90 80
103.90
89.—
103.95
88.20
Rente .... 5%SerbtscheEisenbahn-
88.30
88.80
—.-
—- —
Hyp.-Obl. D. A. .
92.80
94.—
98.50
98.30
4o/o Schweb. Obltg.l880r
102.40
102.05
96.35
95.40
1% Türken conv. .
5%Argent. Gold-Anl.
18.85
18.40
78.20
77.35
v. 1887 .. .
82.—
80.90
100.35
102 50
100.—
101.85
3%°/o Egypt.....
93.55
92.50
«isendohn-Prioritäte«.
4%Pfälz. Ludwigsbahn
5% Südbahn Lombarden
105.50
105.10
(Bexbach) . . . „ Hessische Ludwigsb.
103.—
102.85
4% do. do.
3% do. do.
67*20
99.35
66.65
68/69 garant. .
102.20
102.15
4o/o Prag-Duxer Gold .
100.50
99.90
„ Elisabethb. steuerfrei
v Rudolf Gold (Salzk.)
100.70
100.20
Gold ....
101.40
101.—
„ Franz-Josef Silber
87.50
84.—
5% Oestr. Staatsbahn.
107.50
—.—
3o/o staall. garant. Jtal.
4^'/o do. do.
100.20
100.90
Eisenbahn . .
57.15
57.15
3% do. do.
3% Ltoorneser . . .
64 70
64.80
I.-VIII.Emiss.
84.—
83.70
4o/g Rufs. Südw Ciseno.
94.95
94.45
3% do. Ergänzungsnetz
81.05
81.05
4% Wladikawkas garnt.
93.80
93.35
5% Nordwestbahn Gold
108.25
107.40
4% gar. Sardtn.Sec.stfr.
84.80
84.95
«ifetrbahn-rkttetr.
Ludwigshafen-Bexbach.
229.50
228 —
Lübeck-Büchner . . .
173.50
168.80
Hessische Ludwigsbahn.
120.35
118.40
Mecklenburger . . .
—
—
Pfälzische Nordbahn .
Marienburger-Mlawka.
122.—
121.25
Gotthardt.....
161.90
159.20
69.50
64.—
Jtal. Mtttelmeer . .
114.50
112.70
vairGAetten.
Deutsche Reichsbank .
143.50
143.50
Dresdener Bank. . .
164.10
158.70
Berlin. Handelsgesellsch.
172.60
167.40
Mitteldeutsche Creditb. .
113.—
111.80
Deutsche Bank . . .
168.30
165.90
Wiener Bank-Verein .
108%
105%
DeutscheGenossenschftsb.
v.Soergel,ParrisiusLCo.
131.20
130.90
Württemb. Vereinsbank
127.25
126 95
Industrie-Papiere.
Btnding-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad)
165.00
164.90
Deutsche Verlagsanstalt
265 40
250.—
135.—
134.90
Farbwerke,vorm.Meister,
Bad. Anilin- u. Soda-
Lucius & Brüning.
286.—
284.90
fabrik ....
284.—
284.50
RlebeckffcheMontanwerke
183.40
183 50
Pfanddriefe.
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4o/oDeutscheGrundschld.-
v. 86 ab . . .
102.—
102.—
Bk.-Pfandbr. .
101.50
101.50
3'/-°/°Frnks.Hyp.-Pfddr.
97.50
97.50
31/2% do......
96.30
96.—
4%Preuß.Hyp.-Act.-Bk^
31/2°/i Rhein.Hyp.-Bank-
Pfandbr. . . .
101.60
101.60
Pfandbr. . . .
94.80
94.70
3%% do......
4o/o Preuß. Centr.-Bod.-
96 30
96 —
40/0 Meininger Pfandbr.
101.50
101.50
Cred.-Pfandbr. bis 1885 .....
—.—
101.70
Oestr. 1860rfl.500-Loose
Loose.
127.50
125.50
Braunschweig. 20 Thlr.-
„ 1854rfl. 250- „
124.—
122.80
Loose ....
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105.85
4o/o Meininger Prämien-
3% Oldenburger Loose .
131.50
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Pfandbr. . . .
133.35
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