Ausgabe 
12.10.1890 Erstes Blatt
 
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Herr Universitätsamtmann Dr. Dietz hier wurde zum Vorsitzenden des Vorstandes der Versicherungsanstalt für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung ernannt. Zum Staats- commissär bei dieser Versicherungsanstalt wurde Herr Regie­rungsrath Dr. Wilh. Zeller zu Darmstadt ernannt.

Nach beendigten Herbstübungen hat das Commando der hessischen Division eine Danksagung aus Anlaß der guten Ausnahme der Truppen durch die Quartiergeber erlassen.

Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, trifft der noch von früher her bekannte Circus Lorch demnächst wieder hier ein. Zur Zeit gibt derselbe in Nordhausen Vorstellungen. Von dort wird geschrieben: Der Circus Lorch hat mit seiner gestrigen Eröffnungsvorstellung alle Erwartungen völlig erfüllt, die an einen gut eingerichteten Circus gestellt werden können. Das Aeußere des Circus läßt an Eleganz nichts zu wünschen übrig und auch gegen die Einflüsse der Witterung bietet er einen hinreichenden Schutz. Was nun die Leistungen anbetrifft, so müssen wir uns für heute begnügen, den außerordentlich befriedigenden Gesammteindruck der Vorstellung zu constatiren und einzelne der hervorragendsten Leistungen hervorzuheben. Großartige, von Beifall überschüttete Productionen waren die der Gebr. Flumm mit der japanesischen Leiter und die des Jongleur Artiselli zu Pferde. Der Jockey-Reiter Geni excellirte mit seinen Leistungen und es wurde allgemein anerkannt, daß er noch von keinem der bisher hiergewesenen Jockey-Reiter übertroffen sei. Auf dem gespannten Tele­graphendraht erntete der jugendliche Julius Lorch den stürmischsten Beifall. Frau Director Lorch ritt auf einem ungarischen Wallach mit tadelloser Eleganz die Gangarten der hohen Schule. Die vorgeführten Pferde waren alle schön und erregten Bewunderung, so besonders das von Herrn Director Louis Lorch vorgeführte ApportierpferdCora" und die fränkische (StutePrecioso". Die von Herrn Director Ad. Lorch dirigirlen Elefanten sind ein paar gewaltige Exemplare mit guter Drcssur. Die Clowns, besonders Herr Bozner, erheitern sehr.

Büdingen, 8. October. Ihre Durchlaucht die regierende Gräfin zu Stolberg-Roßla, geb. Prinzessin zu Isen­burg und Büdingen, wurde gestern von einem Sohne glücklich entbunden.

Hungen, 8. October. In dieser Woche sind aus hiesiger Umgegend zwei Selbstmorde zu verzeichnen. In Ulsa erhängte sich am vergangenen Sonntag Morgen der Dreschmaschinenbesitzer R. und in Berstadt machte der Schneider D. ebenfalls seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Beide waren ältere Leute. Die Motive zu diesen Selbstmorden sind unbekannt.

+ Glauberg, 9. October. Die Maul- und Klauenseuche ist auch bei uns ausgebrochen und man hat deshalb Ge­markungssperre angeordnet. Ueberall hängen die Warnungs­tafeln. Aber was eine solche Tafel bei uns verbietet, das dürfte doch anderwärts nicht leicht vorkommen, nämlich: Das Durchtreiben vongespaltenem Klauenvieh" ist verboten. Das arme Klauenvieh, von der Seuche gequält, auch noch zu spalten und dann fort- und durchtreiben, ist eigentlich gegen alle Kleiderordnung, und es müßte sich der Thierschutzverein ins Mittel legen. Die Voraussage Ihres Berichterstatters aus Altenstadt, daß sich die Obstpreise bei dem reichlichen Ertrage wahrscheinlich nicht auf so bedeutender Höhe erhalten würden, hat sich bereits bei uns bestätigt. Obgleich das hiesige Gemeindeobst durch längeres Hängen werthvoller ge­worden ist, will man doch nicht mehr die Preise zahlen, die vor acht Tagen geboten wurden. Schade, daß man bei so hohen, schönen Preisen nicht ja sagen konnte.

* Ein hereingefallener Bauer. Ein Bäuerlein aus Echzell in Oberhessen verkaufte an einen Frankfurter Wirth 2 Pferde und einen Wagen für 500 Mark. Bezahlt wurde er mit einer Zoologischen Garten-Actie und 50 Mk. baar. Bei Hingabe der Actie erklärte der Wirth dem Bäuerlein, daß er für den richtigen Eingang nicht haste. Der Bauer da­gegen sagte, das Papier mit den Bilderchen gefällt mir; es ist mir recht. Ich bin schon einmal angeführt worden, das war so ein weiß lang Papierche (Wechsel), an dem hab' ich viel Geld verloren. Wie üblich, wurde nun auf das abge­schlossene Geschäft getrunken,- schließlich verlangte auch der Makler seine Gebühr mit 100 Mk. Da unser Landmann kein weiteres Gel- hatte, so versuchte er, die Zoologische Garten-Actie wechseln zu lassen. Man wies ihn an die Garten- Direction. An der Pforte des Gartens angekommen, wurde er nach seinem Begehr gefragt,'Eich will zum Garte-Owest," sagte er,der soll mir das Papier wechsle." Man wies ihn aufs Bureau, wo man bereit war, ihm statt des Nominal- Betrags den Tagescours zu geben. Das that das Bäuerlein nicht, eilte vielmehr spornstreichs zu dem aus der Bergerstraße wohnenden Wirth, erklärte diesem, daß das erbaltene Papier nichts werth sei und daß er jetzt zur Staatsanwaltschaft gehe, besagt, gethan. Aus Grund der Anzeige wurde eine Unter­suchung aus Betrug eingeleitet, dieselbe aber ist, nach einer dem Wirthe gewordenen Mittheilung, eingestellt, weil es das Bäuerlein selbst zugebcn mußte, daß es erklärt, das Papier mit den Bildchen sei ihin recht und Käufer habe ihm gesagt, er haste nicht für den richtigen Eingang. Der Bauer ist jetzt Pferde und Wagen los, hat die Zeche von den erhaltenen 50 Mk. baar bezahlt, besitzt eine Zoologische Garten-Actie und ist nun durch Urtheil angehalten, dem Makler 100 Mk. Maklergebühr zu bezahlen.

* Darmstadt, 9. October. Der Darmstädter Herbst- Pferdemarkt hat heute Vormittag, von dem Wetter sehr begünstigt, seinen Anfang genommen. Wenn derselbe auch nicht so stark wie der Frühjahrsmarkt befahren ist, so wurde doch eine erkleckliche Anzahl, und darunter sehr prachtvolle Thiere, zu Markt gebracht. In den Stallungen sind etwas über 100 Pferde untergebracht und aus dem Marktplatz sind

circa 100 Pferde und Fohlen zur Prämiirung und circa 100 Pferde zum Verkaufe aufgestellt. Es sind sonach im Ganzen etwa 300 Thiere zu Markt gebracht. Die Verkauss- geschäfte sind recht lebhaft im Gange.

* Während des Feldzugs 1870/71 haben u. a. auch Truppen des 1. Großh. Drag.-Regts. Nr. 23 unter dem jetzigen Reichskanzler v. Caprivi gefochten. In der Zeit vom 18. November bis 3. December 1870 waren nämlich sechs Schwadronen hessischer Reiter dem Voigts-Rhetz'schen 10. Corps, welches schwach an Cavallerie war, zugetheilt und nahmen dieselben an den blutigen Schlachten dieses Corps am 24. und 28. November bei Beaune la Rolande ruhmvoll theil. An den Erfolgen dieser Schlachten, wo das 18. und 20. französische Corps unter dem Oberbefehl des Generals Crouzat in der Stärke von etwa 60000 Mann mit 138 Geschützen gegen 11000 Deutsche mit 70 Geschützen kämpften, wird aber bekanntlich dem Reichskanzler als da­maligem Generalstabschef des 10. Corps ein ganz hervor­ragender Antheil zugesprochen. (Vergleiche Zimmermann, Geschichte des 1. Großh. Hess. Drag.-Regts., Seite 150.) Schreiber dieser Zeilen hatte damals als einfacher Soldat Gelegenheit, die außerordentliche Ruhe und Sicherheit zu be­wundern, mit welcher der Generalstabschef dem commandirenden General während der Schlacht Vortrag hielt und hieraus Befehle ertheilte und Aufträge gab.

* Mainz, 9. October. Der bei der oft erwähnten Unterschleifsaffaire in dem hiesigen Artilleriedepot am meisten belastete Zeughauptmann Hahnke wurde, wie jetzt in die Oeffentlichkeit dringt, von dem Militärgericht zu einer Zuchthausstrafe von Jahren verurtheilt. Für die lange Dauer der Untersuchungshaft kommen 5 Monate von der Strafe in Abzug. Das Urtheil soll bereits die kaiserliche Bestätigung erhalten und der Verurtheilte schon vor einigen Wochen die Strafe angetreten haben.

* Mainz, 9. October. Die Schattenseite von der außerordentlichen Bauthätigkeit, welche sich hier in den letzten zehn Jahren entwickelte, tritt jetzt immer mehr in den Vordergrund und beginnt für Diejenigen, welche mit fremden Capitalien gebaut haben, allmälig einen ziemlich beängstigenden Character anzunehmen. Bei dem letzten Quartalwechsel sind von den zur Vermiethung ausgeschriebenen Wohnungen nicht weniger als 500 große Wohnungen unvermiethet geblieben und nur ganz bescheidene Wohnungen fanden Abnehmer. Daß bei diesem Wohnungsangebot ein Druck auf die Mieths- preise erfolgte, ist selbstredend. Schwarzsehende prophezeien aus dieser Thatsache bereits einenHäuserkrach", eine Be­fürchtung, die indeß mit Rücksicht auf die allgemeinen Ver­hältnisse hier durchaus nicht begründet ist.

* Worms, 7. October. Ein originelles Andenken an seine Militärdienstzeit hat sich der gegenwärtig als Reservist eingezogene bayerische Unteroffizier Mich. Metzger dadurch verschafft, daß er mit Verwendung von in manchen Kasernen nicht eben seltenen Flöhen auf Carton eine Erinnerungsinschrift folgenden Inhalts zusammengeklebt hat:

Königl. Bayr. 3. Infanterie-Regiment Prinz Karl von Bayern

M/71 Vierte Compagnie M 71/84 Zur Erinnerung an 1885 meine Dienstzeit 1888 Unteroffizier Michael Metzger aus Noerdlingen Lith. u. Verl, von M. M."

Zu diesem wunderlichen Machwerk, dessen Anfertigung vier Monate in Anspruch nahm, hat der geduldige Urheber der stattlichen Zahl von 8500 Stück Flöhen bedurft, bei deren Fang ihm seine Kameraden übrigens freundliche Hülfe leisteten.

* Kraftsolms, 8. October. Ein Vorkommniß, das im waidmännischen Leben ziemlich selten passiren dürfte, hat sich in voriger Woche bei einer in unserer Nähe abgehaltenen Jagd zugetragen. In dem Wald zwischen Schwalbach und Niederwetz wurde nämlich ein Dachs in dem Augenblicke lebend gefangen, als er sich aus einerRöhre" hervor­wagte. Später gelang es dem Thier noch einmal, auf kurze Zeit zu entwischen, die Hunde brachten es jedoch bald wieder zur Stelle.

* Für das Denkmal auf dem Kyffhäuser wird derNat.- Zeitung" zufolge in den nächsten Tagen schon das Preis­ausschreiben um das Reiterbild Kaiser Wilhelins erlassen werden. Wie es heißt, ergeht die Einladung an alle deutschen Bildhauer unter Zugrundelegung des architectonischen Ent- wurss von Bruno Schmitz, der für die Abmessungen des Reiters, etwa 7 Meter hoch, sowie für die Nebenfiguren maßgebend ist. Auch die Anordnung der Barbarossa-Nische vor dem Thurme, die der poetischen Auffassung halber so beifällig ausgenommen wurde, soll in den Grundzügen bei- behalten werden. Für die vier besten der im Mai 1891 einzureichenden Modelle sind Preise von 1000 bis 5000 Mk. in Aussicht genommen, auch soll dem Sieger, wenn nicht besondere Fälle eintreten, die Ausführung der Figuren in Bronze oder getriebenem Kupfer übertragen werden. Dem Preisgericht werden außer den Vertretern des Fürsten von Schwarzburg - Rudolstadt als des Protectors, mehrere Mit­glieder des Denkmal-Ausschusses, sowie Künstler in großer Zahl angehören.

* Ein junger armloser Maler aus Bristol, der mit dem Pinsel im Munde malt, hat bei der jüngsten Ausstellung in Süd-Kensington, London, einen Preis für seine außerordent­lich geschickten Leistungen davongetragen.

* Auf einer gründlich verregneten Rheiureise kommt dieser Tage ein durstiger Oesterreicher nach Köln und beginnt dort mit seinem Gastwirth das in diesem Jahre übliche Gespräch über das schlechte Wetter. ,Waß soll," jammert er,bei dieser Nässe und Kälte Heuer mit dem Wein werden?" Ach," erwiderte ihm der biedere Kölner,mit dem Wein Hütts am Ende noch keine Noth,- Wein kann man immer machen, aber Kartosfeln!"

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Die -Rene Mtifik-Zettrrrrg" (Verlag von Carl Grü- ninger in Stuttgart), welche den Ruf genießt, ein ruhiges, unbe­fangenes Urtheil zu üben und sich von fachlicher Einseitigkeit und Engherzigkeit frei zu halten, bietet in dem uns vorliegenden dritten Quartalband einen Reichthum von vortrefflichen, sowohl belehrenden, als unterhaltenden Artikeln, die geeignet sind, die Leser über das gesammte Musikleben der Gegenwart auf dem Laufenden zu erhalten. Dem gediegenen Text reihen sich 4 Clavierftücke, 5 Lieder und 1 Violinpiece mit Clavierbegleitung an, für deren musikalischen Werth die Namen Edvard Grieg, Walter Petztt, Sporck, W. Speidel u. a. Bürgschaft bieten. Beim gegenwärtigen Quartalwechsel empsehlen wir den Familien, in denen die volksthümlichste der Künste eine Heimstätte gefunden, das Blatt zur Anschaffung. Die Verlagshand­lung sendet an jede ihr aufgegebene Adresse eine Probenummer gratis und franco.

Der erste Band des neuesten Werkes von Hans Wachen­husen: »AirS bewegtem Leben, Erinnerungen aus dreitzig Kriegs- nnd FriedenSjahren" (Verlag der Straßburger Druckerei und Verlagsanstalt, vormals R. Schultz u. Comp., Preis 3^M) liegt jetzt vor und bat vollauf die Erwartungen erfüllt, die an dieses viel­versprechende Buch geknüpft wurden. Der Verfasser will, wie er in seiner Vorrede sagt, keineGeschichte schreiben", sondern nach dem, was er mit eigenen Augen gesehen, dem Leser ein Bild geben von dem Ringen und Kämpfen der Völker im Kriege und im Frieden, ein Bild jener politisch bewegten und erregten Zeiten, deren vieloer- schlungene Ereignisse in ihren Folgen und ihrem Zusammenwirken schließlich Deutschland auf den Schild erhoben, es zur Einigkeit führten und zum mächtigen Hort des Friedens machten.

Wachenhusen beginnt seine Aufzeichnungen mit dem Jahre 1853, der Thronbesteigung Napoleons III. und führt uns im ersten Bande bis zum Jahre 1861, der Einigung Italiens zu einem Königreiche unter Victor Emanuel. Vom Balkan, dessen Zustände zu jener Zeit er in lebendigen Farben schildert, führt er/uns durch den russisch- türkischen Feldzug über Konstantinopel nach Wien, von da nach Berlin, woselbst er einige Zeit der Ruhe pflegt. Aber lange hält er es nicht aus. Bald finden wir ihn auf dem Kriegsschauplätze in Spanien wieder, von welchem er, nach mancherlei Irrfahrten, sich nach Italien begibt, dort die Befreiung und Einigung Italiens mit- erlebend.

Besonders interessant sind die Schilderungen und Beobachtungen über das Leben in den großen Hauptstädten, so namentlich über Paris, das damals begann, seine heutige äußere Gestalt anzunehmen und über den Hof Napoleons III., welcher das Barometer für den politischen Wetterstand war. Mit scharfem Blick hat Wachsenhusen mancher der maßgebenden Personen besondere Züge abgelaujcht, die uns den Character, das Wollen und Wirken, überhaupt die ganze politische Rolle derselben in einem zum Theil neuen, eigenen Lichte erscheinen lassen.

Auf den zweiten Band des Werkes, welcher dasselbe abschließen wird, dürfen wir mit Recht gespavnt sein.

Entscheidungen des Reichsgerichts.

In Bezug auf die Zulassung der Nothwehr hat.das Reichsgericht kürzlich eine sehr humane Entscheidung gefällt. Darnach ist der Angegriffene nicht gehalten, das Vorgehen des Gegners abzu­warten, sondern er befindet sich auch dann in Nothwehr, wenn er durch einen Angriff unmittelbar bedroht zu sein glaubt und diesem durch Unschädlichmachen seines Feindes zuvorkommt. Das Reichs­gericht hat somit den BegriffNothwehr" soweit wie möglich auf­gefaßt.

Land, und PelhnHMMcbaft.

Frankfurt, 8. October.'Z Viehmarkt. Es waren ange­trieben 363 Ochsen, 20 Bullen, 283 Kühe, Stiere und Rinder, 286 Kälber, 207 Hümmel und 306 Schweine. Die Preise stellten sich für Ochsen 1- Qual, auf 7274 pr. Ctr Schlachtgewicht, 2. Qual. 6567, Bullen Jn 586 , Kühe und Rinder 1. Qual. JL 6365, 2. Qual. JL 5458, Kälber 1 Qual. 7580 2. Qual.

6570 Hämmel 1. Qual. 64-66 H, 2. Qual. 5055 H per Pfd-, Schweine 1. Qual 6769 H, 2. Qual. 6566 H pr. Pfd. Schlachtgewicht.

* ** Echzell, 6. October. Heute fand dahier unser sogenannter Kirmes-Markl" statt. Der Auftrieb von Schweinen war der in unserer Nachbarschaft herrschenden Maul- und Klauenseuche wegen kurz vorher untersagt worden und wurde also in Folge dessen kein Viehmarkt abgehalten. Der des Nachmittags stattgefundene Krämer- markt war gut besucht.

Zunahme des Margarineverbrauchs. In Berlin hat sich nach einer Schätzung derBerliner Markthallenzeitung" der Margartneverbrauch tm Jahre 1889 gegen das Jahr 1888 verdoppelt und hat im Jahre 1889 im Ganzen 300000 Centner betragen. Rach derselben Quelle wurden in Berlin in derselben Zeit gegen 700000 Centner Butter verbraucht. Bemerkenswerth ist, daß 1000 bis 1500 Butterproducertten (von ungefähr 30000 bis 40000) diese Butter nach Berlin liefern, während die Gesammtzahl der Margartnefabrtken, welche in ganz Deutschland jetzt bestehen, etwa 60 beträgt, wozu noch die bei Weitem bedeutenderen ausländischen, namentlich holländischen Fabrikanten kommen, von denen manche täglich mehrere tausend Centner zu liefern im Stande sind.

Schrft-nachrichte«.

Der PostdampferFriesland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 8. October wohlbehalten in New- york angekommen.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

19. Sonntag nach Trinitatis, 12. October:

Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Abends 6 Uhr: Pfarrcandidat Preuschen aus Gießen.

Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer D ingeldey.

Bibelstunde am Montag den 13 October, Abends 8 Uhr, In der Kleinkinderschule; Jakobusbrtef Cap 1, das christliche Ver­halten in Anfechtungen Pfarrer Dr. Naumann-

Am Sonntag den 19. October: Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst, der vom nächsten Sonntag um 5 Uhr beginnt-

Die Pfarraeschäfte in der Woche vom 12. bis 18 October besorgt Pfarrer D ingeldey.

Katholische Gemeinde.

20. Sonntag nach Pfingsten, 12. October:

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um Ve7 Uhr Austheilung der hl Communion; um V>8 Uhr Früh­messe; um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt- Nachmittags um Vj3 Uhr Christenlehre und Andacht. Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht.

Während der Woche ist Dienstag und Freitag Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag, 11- October.

Freitag Abend 500 Uhr, Samstag Morgen 8^ Uhr, Samstaa Mittag 300 Uhr, Samstag Abend 6 Uhr.

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