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4516] Südanlage 17: Mansarde, « 2'mmr k., ,u oerin. C. EGüttt,
Neuenweg 39 ist der dritte Sk: 7 Zimmer nebst Zubehör und Waft lntung, per sofort zu permiethen.
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574'] Durch Versetzung des Hm Kreisbaumeisters von Riefel.ist de zwrite Etage meines Hauses für soft oder später anderweit zu oerunethen.
Dr. Haupt, Astei weg ^ ' 6i)95] In meinem 3ltbenbau rine H’ fanilitnwobnwg W permietben.
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.571] Durch Umzug des Herrn Li walter Keller ist der ll Slock men Hauses, 5 Zimmer nebst Zubehör,^ 1- October anderweit zu permiethen.
Chr. Zimmer, Bahnhofstraße 1L
Nr. 212
Freitag den 12. September
1890
ießener Anzeiger
Generat-Wnzeiger
Redaction, ExpedMa» und Druckerei:
-chutstraße it.)»
Aerniprecher 51.
Vierteljähriger Kvounementrpreiss 2 Mark 20 Pfg. mÄ Bringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Vie Gießener JgMitien S tätßer »erden dem Anzeiger »Tchentlich dreimal beigelegt.
Der GEetruer Anzeiger erfcheinr täglich, «tt Ausnahme des MontagS.
Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. WWWWSSSWWWMWWWWWM»»««»««»»»«««,«»
Oratisöeitage: Gießener Jamilimötätter.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung,
die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Groß- herzogthums betreffend.
Das Großh. Ministerimn des Innern und der Justiz hat dem Vorstand des Gewerbehalle-Vereins in Darmstadt die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung einer Verloosung unter der Bedingung erthellt, daß der vorgelegte Verloosungs- plan eingehalten wird, insbesondere nicht mehr als 17000 Loose zu 1 das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 65% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind, sowie im Uebrigen die Vorschriften unseres Ausschreibens vom 9. August 1890 — Anzeiger Nr. 188 — beobachtet werden.
Großh. Ministerium hat den Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet.
Gießen, den 9. September 1890.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
Gießen, 11. September 1890. Betreffend: Uebersicht über die Sterblichkeit.
Das
Großh. Kreis-Gesundheitsamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien de- Kreises.
Wir erinnern diejenigen unter Ihnen, welche die Sterblichkeits-Nachweise noch nicht eingesandt haben, an die Erledigung innerhalb 3 Tagen.
I. V.: Dr. Balser.
Aus Anlaß der Geburtstagsfeier Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs bleibt das Ortsgericht am 12. Sept, geschloffen
Gießen, den 11. September 1890.
Gros, Ortsgerichts-Vorsteher.
Apolitische Uebersicht.
Gießen, 11. September.
Die Kaiserlage und Kaisermanb'ver in der meerumschlungenen deutschen Nordmark sind nunmehr vorüber und ihr Eindruck gestaltet sich nach allen Seiten hin zu einem erhebenden und befriedigenden. Allerorten ist dem Kaiser und seiner erlauchten Gemahlin aus schleswig-holsteinischem Boden, auf welchem ja auch die Wiege der heutigen deutschen Kaiserin stand, ein begeisterter Empfang seitens der Bevölker
ung bereitet worden und bewies derselbe, daß die Schleswig- Holsteiner an Treue und Anhänglichkeit an das Kaiserhaus mit den andern deutschen Stämmen glänzend wetteifern. Kaiser Wilhelm selbst hat diese patriotische Gesinnung der Bevölkerung der deutschen Nordmark in seinen Kundgebungen an festlicher Tafel wiederholt rühmend anerkannt und hierbei zugleich hervorgehoben, daß ihm Schleswig-Holstein besonders theuer sei, was ja dann der hohe Herr in charakteristischer Weise näher begründete und die Schleswig-Holsteiner dürfen auf diese Bevorzugung gewiß stolz sein. Was aber den militärischen Theil der Kaisertage an der Ostsee anbelangt, so ist derselbe in allen seinen Abschnitten vorzüglich gelungen und hat er von der großen Kieler Flottenschau an bis zu den hochinteressanten Land- und Seemanövern im historischen Sundewitt so glanzvolle Bilder entrollt, wie sie bislang noch niemals bei den deutschen Kaisermanövern zu schauen waren. Auch über die rein militärischen Ergebnisse der Kaisermanöver, namentlich der dieselben krönenden gemeinsamen kriegsmäßigen Hebungen der Panzerflotte und des 9. Armeeeorps, deren Schluß am Mittwoch gegen Mittag erfolgte, soll in den leitenden Kreisen unserer Heeresverwaltung große Befriedigung herrschen. — Die Kaiserin traf am Dienstag Abend 11 Uhr von den Manövern in Schleswig-Holstein wieder in Potsdam ein, während der Kaiser erst in der Nacht zum Donnerstag nach Potsdam zurückkehrte, um bereits am nächsten Morgen mit der Kaiserin die Reise nach Schlesien anzutreten.
Die Hochwassergefahr kann nunmehr fast in allen Theilen des Ueberschwemmungsgebietes Deutschlands und der von der Wasserealamität mitbetroffenen Nachbarstaaten als wieder beseitigt betrachtet werden. Nur in den überschwemmten Elbnieber- ungen von Strehlaund Riesa von der sächsisch-preußischen Grenze an bis in die Gegend von Torgau ist die Wassersnoth noch immer ziemlich groß und sind hier unter dem Andrange der Hochfluthen verschiedene Schutzdämme und Deiche geborsten. Von der königlichen Kreishauptmannschast Dresden wird zur Bildung von Sammelstellen zur Unterstützung der durch das Hochwasser geschädigten Bewohner der Elbortschaften des Regierungsbezirkes Dresden aufgefordert und will die Kreishauptmannschaft, unter Vorbehalt näherer Organisirung des Unterstützungswerkes, die betreffenden Beiträge entgegennehmen.
Die österreichischen Staatsbahnen sind bekanntlich im Laufe dieses Sommers von einer Reihe ernster Unfälle betroffen worden, welche in auswärtigen Blättern eine scharfe Kritik der österreichischen Eisenbahnverwaltung veranlaßten. Nunmehr veröffentlicht die Generaldireetion der österreichischen Staatsbahnen die Ergebnisse der Untersuchungen über diese Unfälle, wonach in sechs von acht aufgezählten Fällen die Schuld fast gänzlich oder auch völlig bei den Bahnbediensteten liegen soll, deren unnachsichtliche Bestrafung die Generaldireetion
verspricht. Insbesondere hebt dieselbe hervor, daß in keinem einzigen der aufgezählten Fälle der Zustand des Bahnkörpers oder Fahrparkes mitwirkend gewesen sei. — Letzterer Behauptung stehen freilich übereinstimmende Privatberichte entgegen, denen zufolge allerdings der Zustand der österreichischen Bahnen theilweise wenigstens jene bedauerlichen Ereignisse mit verursacht hätte.
In Dänemark haben die Wahlmännerwahlen zum Landsthing, welcher mit dem Folkething zusammen den dänischen Reichstag bildet, stattgefunden. Soweit sich die Wahlergebnisse übersehen lassen, sind dieselben der Rechten überwiegend günstig, denn in den Städten wurde fast durchgängig eonser- vativ gewählt. Nur in der Hauptstadt Kopenhagen selbst erlitt die Rechte eine Niederlage, denn während Kopenhagen im bisherigen Landsthing durch sieben eonservative Abgeordnete vertreten war, entsendet es in den neuen Landsthing nur vier Eonservative, daneben aber noch zwei Soeialisten und einen Liberalen. Immerhin wird auch jetzt noch das eonservative Element im Landsthing vorwiegen, im Gegensatz zum Folkething, in dem die radieale, sich hauptsächlich aus den ländlichen Wahlkreisen reerutirende Opposition entschieden das Hebergewicht besitzt.
Die Choleraepidemie in Spanien ist jetzt endlich im entschiedenen Rückgänge begriffen. Der Vergleich der aus der ersten Septemberwoche vorliegenden Ziffern der Todesfälle und Erkrankungen an Cholera in Spanien mit den entsprechenden Ziffern des Vormonats bekundet genugsam diese erfreuliche Thatsache und man darf daher annehmen, daß die Seuche bis zum Spätherbst völlig erloschen sein wird. Dagegen wüthet die Cholera in Arabien noch immer ziemlich heftig und in Japan breitet sie sich ebenfalls bedrohlich aus.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Kiel, 10. September. Der Kaiser ist um 8% Hhr an Bord der „Hohenzollern", gefolgt von der „Irene", welche den Hafen prachtvoll electrisch beleuchtete, und unter dem Salut des Torpedoschulschiffes „Blücher" hier eingetroffen. Er fuhr mit einer Dampfbarkasse von der „Hohenzollern" nach der Jensenbrücke und begab sich dann zu Fuß nach dem Bahnhof, von wo er sammt Gefolge um 11 Hhr im Sonderzuge nach Berlin abreiste.
Gravenstein, 10. September. Nach der Speeialidee für das heutige Manöver steht das Ostcorps bei Düppel, das Westeorps dicht davor, letzteres durch das Schleswig-Holsteinische Füsilier-Regiment Königin Nr. 86 verstärkt. Das Westeorps wird einen Angriff von Norden aus aus die Stellung bei Düppel machen und hierbei von der Torpedoflotille unter-
Feuilleton.
Weiße Hssre.
Novelle von H. von Ziegler.
(Fortsetzung.)
Der große Tag des Festes auf Schloß Nordeck war da. Vor dem Wehlen'schen Hause stampften ungeduldig die Pferde. Julie und die Mutter standen in Mäntel gehüllt fertig da, aber noch immer erschien Lilli nicht. Die zitternden Hände des jungen Mädchens waren heute so ungeschickt, immer wieder strömten Thränen in die blauen Augen, Thränen des Glücks, denn seit heute früh war ihr eine neue Welt aufgegangen. Sie hatte einen Brief erhalten, den ein Packet begleitete, und als sie denselben in ihrem Stübchen geöffnet, da war sie in die Knie gesunken und hatte nur sprachlos zum Himmel emporgeblickt. Was war es doch für ein süßes, unbeschreiblich großes Glück, welches ihr aus den kühnen, eleganten Schristzeilen dort entgegenwinkte? Hnd aus dem Packete schauten duftige Maiblümchen und Rosenknospen hervor, jetzt mitten im Januarschnee! Nein, den Strauß wollte sie nicht mitnehmen und den Brief auch noch nicht der Mutter zeigen. Sie verbarg ihn erröthend und herzklopfend auf der Brust und begann dann die Toilette zu dem Festmahle.
„Aber, Lilli," rief die Mutter ungeduldig, „wo bleibst Du nur? Wir müssen fort, es ist hohe Zeit."
Juliens Gesicht war finster und sie murmelte etwas von einem „verzogenen Kinde" vor sich hin, als endlich die Schwester hochroth und athernlos erschien.
„Wie sitzt denn eigentlich Dein rosafarbenes Kleid, Lilli?" srug Frau von Wehlen. „Das hat man von Deiner Verspätung, nun kann ich Deine Toilette gar nicht mustern."
„Ach, das thut nichts, Mama," meinte Julie verdrießlich, „solch junges Backfischchen schlüpft schon so mit durch und wird nicht groß beachtet. O, Lilli, Du hast auf mein blauseidenes Kleid getreten, nimm Dich doch ein wenig in Acht!"
Aber der Schalk, welcher aus den Augen der Gescholtenen lachte, verschwand nicht- fröhlich hüpfte Fräulein Lilli in den Wagen und die Damen fuhren ab.
„Was hast Du nur, Kind," tadelte Frau von Wehlen Lilli, ihr jüngstes Töchterlein, „Du sitzest ja keinen Augenblick ruhig und wirst Deine Frisur gänzlich ruiniren. Nun, länger wie zwanzig Minuten fahren wir nicht."
Herr v. Nordeck eilte seinen Gästen selbst entgegen und küßte allen drei Damen verbindlich die Hand. Ein Glück ivar es, daß Mama und Julie vorangegangen waren, so sahen sie nicht, wie „das Kind" und Herr v. Nordeck einen innigen Blick des Einverständnisses wechselten, hörten nicht, wie zwei Namen und eine überaus herzliche Begrüßung ausgetauscht wurden.
Das Festmahl verlief wie all solche Festlichkeiten etwas steif und eeremoniell. Leben und Bewegung kam erst in die Gäste, als die Thüren zum Tanzsaal sich öffneten und die ersten Töne der Musik vernommen wurden.
Julie, welche sich heute so sonderbar beklommen fühlte, trotzdem der Hausherr sie wiederholt mit dem Tausnamen angeredet, ihr auch bei dem Aufbruche von der Tafel abermals die Hand geküßt hatte, sah, wie Herr v. Nordeck gerade bei dem Beginn des Walzers mit ihrer Mutter verschwand ; aber, mein Himmel, was war denn das? Hatte sie denn recht gesehen oder sich getäuscht? Herr v. Nordeck nickte ihr leuchtenden Blickes zu und grüßte sie wiederholt. Weßhalb zog er sich mit der Mutter zurück? Wie sollte sie sich sein Benehmen deuten? War es möglich, täuschte ihr
pochendes Herz sie nicht? O, ein Erwachen aus diesem Traume wäre ihr Tod gewesen! Fester preßte Julie die Hand auf die Brust, die Worte ihres Tänzers verhallten ungehört in der Lust und als nun gar dort drüben unter der Portiere die stattliche Erscheinung des Hausherrn erschien, als sein Blick sie wieder zu suchen schien, da wankte sie und der Herzschlag wollte stocken vor leidenschaftlicher Seligkeit, denn sie hatte nicht bemerkt, daß neben Leopold von Nordeck eine zierliche Mädchengestalt, in rosafarbene duftige Stoffe gehüllt, stand, daß er ihre kleine Hand innig in die (einige preßte, und als jetzt die männlich sonore Stimme erklang — waren es ganz andere Worte, die Julie von Wehlen anhören mußte.
„Meine verehrten Damen und geehrten Herren, meine lieben Gäste! Erlauben Sie, daß ich Ihnen allen eine große Heberraschung und Freude bereite, indem ich Ihnen — meine Braut, Fräulein Lilli von Wehlen, hiermit vorstelle. Ich wünsche, daß ein Jeder von Ihnen im Leben so glücklich sein oder werden möchte, als ich es in dieser Stunde bin!"
Mit diesen Worten verkündete Herr von Nordeck der Gesellschaft seine Verlobung mit Fräulein Lilli von Wehlen. Das war ein Blitzschlag für die stolze Julie. Vor ihren Ohren kreischten unartifuUrte Töne, eine schwere, gräßliche Saft schien sich auf ihre Brust zu senken und dunkle Schleier wallten vor ihren Blicken- mit zuckenden Händen griff sie in die Lust, dann wankte sie.
«Helfen Sie, helfen Sie, eine Dame ist ohnmächtig geworden!" erscholl ein Rus im Saale.
Der Frühling kam mit Sonnenschein und Lerchenjubel, die Bäume schimmerten in schneeigem Blüthenschmuck, der Himmel wölbte sich tiefblau über der Erde und Lilli v. Wehlen


