1890
Mittwoch den 12. März
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Gießener Anzeiger
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Amts- Mitb Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren
| Gratisbeilage: Gießener Aamitienökätter.
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Wahlkreis Friedberg ange- für Gießen eine Neuwahl
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N« «rlieuklälter «erden dem Anzeiger ftSchentlich dreimal beigelegt.
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§»t«Jener Knzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
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Locales und provinzielles.
Gießen, 11. März.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnete» Donnerstag den 13. März 1890, Nachmittags
Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
4 Uhr:
1. Gesuch der Firma Heyligenstaedt & Co. um Erlaubnis zur Aufstellung eines Dampfkessels. 2. Gesuch des C. Kockerbeck und Joh. Gg. Pfaff um Erlaubniß zum Umbau des Zöller'jchen Hauses. 3. Gesuch des Kaufmanns H. E. Jughardt und F. Teipel um Bauerlaubniß. 4. Die Annahme eines Straßenwartes. 5. Unterhaltung der städtischen Wiesen. 6. Die Fürsorge für arme Wöchnerinnen. 7. Statut, betr. die offene Armenpflege. 8. Gesuch des Heinr. Hettler um Erlaubniß zum Wirthschaflsbetrieb. 9. Gesuch des Lorenz Schäfer um käufliche Ueberlassung städtischen Geländes.
— Milit'ardienftnachricht. Ritsert, Hauptmann a. D., zuletzt im 2. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, wurde zum Bezirks-Osficier in Alsfeld ernannt.
— Eine Regelung der Arbeitszeit unter gleichzeitiger Lohnerhöhung wird von den hiesigen Tapeziergehilfen angestrebt.
Gießen, am 10. März 1890. Betr.: Sterblichkeits-Statistik.
Das
Croßh. Kreis-Gesundheitsamt Gießen
an die Großh, Bürgermeistereien de- Kreises.
Diejenigen unter Ihnen, welche die Todeszeugnisse und Sttrbesallszählkarten von Januar und Februar 1890 noch nidjl eingefchickt haben, erinnern wir an die Uebersendung derselben innerhalb dreier Tage.
I. V.:
Dr. Balser.
Deutsches Reich.
Gießen, 11. März. Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch
' gewährt- kräftig-8 jilfe geh*,.ba? ll]
Vierteljähriger
AvsnnementspreiA»
2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expeditio» und Druckerei:
KchnkflraßeAr.A.
Fernsprecher 51.
Brücken des Landes betrage, geschafft sei. Aus dem Wegfall des Chausseegeldes könnten für diesen Fall keine Consequenzen abgeleitet werden.
Auch Abg. Schröder spricht sich gegen den Wegfall des Brückengeldes, sowie gegen eine Herabsetzung auf die Hälfte aus. Er warnt vor den Folgen eines solchen Schrittes, der dann nicht wieder gut zu machen sei.
Abgg. Möhn, Jöst und Ulrich treten mit Entschiedenheit für ihre Anträge ein, indem sie hervorheben, daß die Aufhebung des Brückengeldes nur ein gerechter Wunsch der Arbeiterbevölkerung von Mainz und Kostheim sei. Im Falle der Ablehnung stellen die beiden letzten Abgeordneten einen neuen Antrag in Aussicht. Trotzdem wird der Antrag abgelehnt, dagegen soll Großh. Regierung ersucht werden, durch Abgabe von Abonnementskarten an die täglich die Brücke benutzenden Personen einige Ermäßigung zu gewähren.
Zum Schluß der heutigen Sitzung genehmigt die Kammer dem Anträge des Abg. Stephan gemäß einen Beitrag zur Bestreitung der Cultus- und Lehrbedürfnisse an die deutschkatholische sowie an die israelitische Religionsgemeinde zu gewähren, ohne Debatte und vertagt sich sodann bis Mitte April d. I.
Berlin, 9. März. Der heutigen Feier zur Einweihung des erweiterten Mausoleums in Char- lottenburg wohnten bei der Kaiser und die Kaiserin mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Fritz, die Kaiserin Friedrich mit der Erbprinzessin von Meiningen und den Prinzessinnen Victoria und Margarethe, der Erbgroßherzog von Sachsen mit Gemahlin, der Großhherzog und die Großherzogin von Baden, Prinz Alexander, Prinz Albrecht mit Gemahlin und Söhnen, Prinzessin Friedrich Karl und Prinz Leopold, ferner Graf Mottke an der Spitze der Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Herren des kaiserlichen Hauptquartiers, die Generaladjutanten, ferner die persönliche Umgebung der hochseligen Majestäten, an deren Spitze Gras Perponcher sich befand. Zu Beginn des Gottesdienstes sang der königliche Domchor „Christus ist die Auferstehung und das Lebens hierauf sprach der Oberhofprediger Kögel über den Text Hebräer 4, Vers 9: „Ist noch Ruhe vorhanden im Volke Gottes?" Der Redner weihte sodann aufs Neue die Räume als den Ort des Friedens und des Trostes. Die Feier schloß mit dem Gesang des Liedes: „Sei getreu bis in den Tod." Die Vorhalle, sowie das Innere des Mausoleums waren sinnig mit Blumen und Pflanzen geschmückt.
Barmen, 10. März. Die Handelskammer entsendet den Secretär.Ackermann in den Ausschuß der Riemendrehereibesitzer, um mit der Arbeiterbewegung in nächster Fühlung zu bleiben. Die Riemendrehermeister erkannten die Forderungen der Gesellen als berechtigt an und traten ebenfalls in den Ausstand ein.
Schwerin, 10. März. Ein am 8. dss. Mts. über das Befinden des Großherzogs in Cannes ausgegebenes Bulletin constatirt die am 28. Februar eingetretene Erkrankung mit fieberhaften Erscheinungen und schmerzhaften Verdauungsstörungen. Das Fieber dauerte sechs Tage bei zeitweiser Schwellung der Leber. Am 6. ds. trat ein Abnehmen des Fiebers ein und die schon gesunkenen Kräfte beginnen sich langsam zu heben.
Straßburg, 10. März. Zum Vertreter der Reichslande bei der Berliner Conserenz ist nach der „Str. P." Eduard Köchlin, zum Vertreter Hessens Freiherr v. Heyl in Worms ernannt worden.
Pest, 10. März. Herr v. Tisza wurde heute Vormittag vom Kaiser in Privataudienz empfangen- heute Nachmittag empfängt der Kaiser den Minister Szapary und sodann den Minister Csaky.
Paris, 10. März. Spuller trug heute Jules Simon osficiell an, als Vertreter Frankreichs zur Berliner Conferenz zu gehen. Simon bat sich eine kurze Bedenkzeit aus. Falls er annimmt, gilt auch diejenige des Deputirtcn Burdeau sicher.
London, 10. März. Im Hyde-Park fand am Sonntag Nachmittag eine Versammlung zwecks Protestes gegen die unmenschliche Behandlung von politischen Gefangenen in Sibirien statt. Die öffentliche Betheiligung war schwach. Die Mitglieder der radicalen Clubs waren erwartet, aber nicht erschienen, nur der patriotische Club, die Socialistenliga und die socialdemokratische Verbindung waren vertreten. Es wurde eine Resolution angenommen, welche die englische Regierung auffvrdert, ihren Botschafter in Petersburg anzuweisen, die Aufmerksamkeit der russischen Regierung auf die Grausamkeiten gegen die Gefangenen in Sibirien, namentlich der Geißelung der Frau Sibrida zu lenken. John Burns und andere Redner hielten Ansprachen.
Canea, 10. März. In Folge der Intervention des britischen Consuls Biliotti ist das Urtheil gegen die drei Mitglieder des Verwaltungsraths in Rhetymo ausgehoben, nachdem dieselben, wie das Bureau Reuter meldet, ihre Demission zurückgezogen haben. Schakir Pascha begab sich in Begleitung des britischen Consuls und Ibrahim Pascha in den District Kissamo, um eine strenge Untersuchung a\v zustellen wegen der angeblich ungerechten Behandlung der Christen dnrch die gemischte Commission, welche die staatlich gewährten Unterstützungen unter die bei den früheren Unruhen Geschädigten vertheilte.
Cardiff, 10. März. In der Kohlengrube Morfa bei Taibach fand heute eine furchtbare Explosion statt. Mehrere hundert Bergleute sind verschüttet worden. Man fürchtet eine große Anzahl Todte.
Petersburg, 10. März. Nach einer Meldung des „Grashdanin" wäre der Botschafter Graf S ch u w a l o s f beauftragt, seine Rückkehr nach Berlin zu beschleunigen.
— Im slavischen Wohlthätigkeitsverein wurde gestern mitgetheilt, daß für die nothleidend en Montenegriner in Rußland durch die Synode und den slavischen Verein im Ganzen 200,000 Rubel gesammelt worden, wovon über 160,000 Rubel bereits abgesandt seien.
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ganze Anlage zu zerstören.
Hiernach setzt die Kammer die Berathungen über den Antrag Kugle/, Abgabe von Waldstreu fort.
An der Debatte betheiligen sich die Abgeordneten Kugler, Haas, Sturmfels, Friedrich, Schönberger, Osann, Lautz, Westernacher, Michel,
hat das Mandat für den vammeu. Es steht uns also bcvur.
, nn. Darmstadt, 10 März.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 10. März. Die „Bert. Polit. Nachr." vernehmen, daß auch Sachsen dem Bundesrathe Anträge auf Abänderung der Bestimmungen der Gewerbeordnung unterbreite, welche sich auf den Arbeiterschutz beziehen. Die preußischen bezüglichen Anträge würden im Handelsministerium vorbereitet, wo heute Besprechungen stattfanden, woran die Staatsminifter Bötticher und Berlepsch, der Staatssecre- tär Bosse, Unterstaatssecretär Magdeburg und Andere theil- nahmen.
Berlin, 10. März. Der Generalversammlung des deutschen Bauernbundes ging auf ein Begrüßungs-Telegramm an den Kanzler die telegraphische Antwort zu: „Dem deutschen Bauernbunde danke ich herzlich für die freundliche Begrüßung und werde, soweit meine Kräfte reichen, gerne sortfahren, zu wirken, daß die Landwirthschaft als das erste vaterländische Gewerbe durch die Gesetzgebung gepflegt und von steuerlicher Ungleichheit nach Möglichkeit befreit werde."
Berlin, 10. März. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde zunächst der Etat der Bauverwaltung ohne wesentliche Debatte erledigt. Sodann folgte der Etat der Ansiedelungscommission in Verbindung mit der Ansiedelungs-Denkschrift. Abg. v. Puttkamer - Plauth bemängelte den zu hohen Zinssatz, sowie die Forderung allzu vielen Baarvermögens von den Ansiedlern. Geheimerath v. Wilmowski vertheidigte das Verfahren der Commission, welche sogar noch Darlehen zu Bauten hergebe. Die Abgg. Windthorst, Jazdzweski und Ozarlinski — letztere beiden Polen — griffen das Gesetz und dessen Handhabung aufs Heftigste an, während die nationalliberalen Abgg. Seer und Sombart das Verfahren rechtfertigten. Die Fortsetzung der Berathuug wurde aus morgen vertagt.
Köln, 10. März. Wie die „Köln. Ztg." meldet, soll die Berufung des Fürstbischofs Kopp als einer der Vertreter- Deutschlands in der Arbeiterconserenz wirklich in Aussicht genommen sein - sie wird als richtig bestätigt. Von mehreren Seiten beharrt man dabei, daß Spanien in Folge der Einladung Deutschlands an der Conferenz theilnehmen werde.
M. Heb-
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Awßherzog sind heute Nachmittag gegen 3 Uhr nebst den Prinzessinnen Töchtern aus Malta wohlbehalten wieder hier ein- gctioffeii und an der Bahn von den Mitgliedern des Großh. Hauses und des Hofes aufs herzlichste empfangen worden. Morgen Abend wird Seine Königl. Hoheit der Erbgroßherzog aus Leipzig hier eintreffen. Am Mittwoch Abend »findet int Alten Palais Thee-dansant statt und sind hierzu 180 Einladungen ergangen.
nn. Darmstadt, 8. März. Zweite Kammer der Stünde. Tie Kammer tritt sofort in die Beantwortung event. Besprechung der Interpellation der Abgg. Osann und Schröder ictr. Anpflanzung von Waldbäumen auf den Versandungen des Altrheins bei Stockstadt.
Die Interpellanten fragen an: Aus welchen Gründen wurden in dem fraglichen Rheingelände Waldbäume ange- . pflanzt? Will man dieses Gelände nicht zu Wiesen nutzbringend anlegen?
Ministenalrath Draudt beantwortet die Interpellation QU Stelle von Ministerial-Präsidcnt Weber dahin, daß es richtig sei, daß Waldbäume auf den Versandungen gepflanzt seien. Dieses sei zurückzuführen auf den Vorschlag der Localsorstbehörde, welche sich aus den Erträgnissen einen besseren Nutzen verspreche als von Wiesenanlagen.
Die Abgg. Schröder und Osann heben hervor, daß der Plan für' diese Pflanzungen erst reiflich erwogen hätte werden müssen. Die Sache erhalte einen üblen Beigeschmack, weil man mit einer allzugroßen Raschheit die Pflanzung betrieben habe. Ein einziges Hochwasser reiche hin, um die
iKn aus her fortuii ft bet J 2.“ hEen, weder in V. ■ eiliger^ «tau«» gern* Wnngen füt Ih'crmr der »ch
-Mi Mi;»] »tute ergriff, e * dem Kreis unsern Dies Vereins gewönne
15. November v.1 ; aale des Schweden >e verheißungsvoll - so zeigte es sich ball i Bediichiß entjpM -> die sich wöchM nhaus sammelten, r fen und zu nähen, t Jen Mädchen recht ai nein guten Buche R en Damen sind nujt rnzen vorsteht, Fr. ö ichtsdirector Stamnill . Ihnen allen spch" i sten Dank aus.
lden Armenpflege,'^ i i bei uns blühte, tni . so, wie die HMM ' erte. vielleicht w ßnjtvifdjen wird ml für Vermittlung ui |
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5 Bezüglich der Vorstellung mehrerer in den Ruhestand ■Ä «-trettner Steuercommissäre b-schliegt das Haus, dem Gesuch / ke Folge zu geben mit 20 gegen 14 Stimmen.
Eine lebhafte Debatte entspinnt sich über die Anträge W-hn, Ulrich und Jöst auf gänzliche Aufhebung des Brückengeldes zu Mainz und Kostheim resp. auf Herabsetzung dH# die Hälfte. _
Ministerialrath Bauer kann, nicht zugeben, daß dem St aat eine Einnahmequelle entzogen werde, ohne daß Ersatz für- diesen Ausfall, welcher etwa 200 000 Mk. für sämmtliche
verger, jj|unn, -cuu^, .....
Schade, Arnold und Metz. _ .
Allenthalben wurde hervorgehoben, daß unter den kleinen kandwirthen darüber Unzufriedenheit herrsche, daß Seitens der Forstbehörde und speciell der Oberförster zu „ftrief bei der Abgabe der Waldstreu verfahren werde, was sicher rncht dem Tenor des Gesetzes von 1878 entspreche Hier müsse der Hebel angesetzt werden, um der Unzufriedenheit zu feuern durch besseres Entgegenkommen der betr. Beamten. I Der Ausschuß beantragt, die Kammer wolle Großh. Legierung ersuchen, diese möge bie 5orftämter 6eauTttagen, L in Domanial- und Communalwaldnngen soviel Waldstreu ur Ausaabe komme, als dies innerhalb der Grenzen des Gesetzes von 1878 zulässig sei. Dieser Antrag sindet em- simumge Annahme^ migt bje aammer die Vorlage des Kinisteriums des Innern und der Justiz, V-rwilsigung von 2o ooo Mk. für Herstellung von Projecten ?c. für Neben-
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
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