Oberheffen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Ber- handlung kommen: 1) Gesuch des Johs. Peppler III. von Großen-Linden nm Erlanbniß zum Ausschank von Branntwein- 2) Wirthschasts-Concessionsgesuche des Heinrich Eifer von Hungen, Heinrich Buttron III. daselbst, Karl Schmidt V. daselbst- 3) -Lage des Ortsarmenverbandcs Gießen gegen den Ortsarmenverband Großen-Buseck, wegen Unterstützung und Uebernahme der Anna Schlabach von Winnerod.
— Samstag, den 13. d. M., Nachmittags 3 Uhr, findet im Regierungsgebäude eine öffentliche Sitzung des Kreisaus- schuffes des Kreises Gießen statt.
— Es wird ohne Zweifel für Biele von Interesse sein, einen etwas ausführlicheren Bericht über den Vortrag des Herrn Dr. Heuser im Oberhessischen Geschichtsverein am 5. d. M. zu lesen. — Als die Franzosen zum drittenmale im vorigen Jahrhundert unsere Stadt besetzten — vom 21. April 1797 bis März 1799 — versuchten sie auch hier wie überall, wo sie hinkamen, Gegenstände der Kunst und Wissenschaft zu rauben. Ein großer Theil der handschriftlichen Schätze der Bibliotheque nationale in Paris stammt ^daher. Es waren namentlich die Commissaires du Gouvernement, die viel schlimmer waren, als die Generale und Offiziere. Sie ließen sich gleich nach ihrem Eintreffen hiervon dem Universitäts-Bibliothekar Chr. Hch. Schmid die Schlüssel abliefern und verlangten die Rückgabe aller ausgeliehenen Bücher. Daraufhin schickte der Senat eine Abordnung von Professoren in das französische Hauptquartier nach Friedberg und diese brachte am 3. Mai einen günstigen Befehl des Generals Hoche zurück. Aber trotzdem fuhren die französischen Commissäre fort, werthvolle Bücher als gute Beute auszuscheiden und gaben erst aus bestimmten Befehl des Adjutanten vom General Champion et die Schlüssel, die Münzen, Cataloge und Handschriften zurück. Aus Erkenntlichkeit wurde, als die Generale Champion et und Gemy die Bibliothek besichtigten, ihnen einige erwünschte Bücher sowie später noch eine Anzahl Münzen aus der Sammlung, welche Prof. Mai 1732 der Universität vermacht hatte, geschenkt und der Adjutant erhielt ein Geldgeschenk von 12 Louisdor.
Zwar waren nun die Schlüssel abgeliefert worden, aber die Commissäre hatten ein Vorlegschloß beseitigt, so daß sie nach wie vor in die Bibliothek gelangen konnten. Daraufhin wurde ein neues Schloß angesertigt und befestigt. Die habgierigen Commissäre wandten sich nun abermals klagend an General Hoche, der sie daraufhin aus's Neue bevollmächtigte, diejenigen Bücher der Universitäts-Bibliothek wegzunehmen, die der französischen Republik nützlich sein könnten, ohne dadurch dem öffentlichen Unterricht zu schaden. Commissär Keil verlangte darauf den Schlüssel zurück, er wurde ihm aber vom Rector Crome vorenthalten. Dieser und Pros. Schaumann reisten nun abermals in's Hauptquartier nach Friedberg, doch hatten sie das Mißgeschick, daß Cromes Koffer vor Butzbach vom Wagen gestohlen wurde. Mit großer Mühe wurde zwar der Koffer selbst wieder erlangt, nicht aber der Inhalt an vielem baaren Geld und einer großen Menge von Wäsche, obgleich die Reise nur kurz war. Crome verlangte eine sehr beträchtliche Entschädigung und entwickelte sich später eine höchst ergötzliche längere Verhandlung, die schließlich damit^endete, daß Crome 183 fl. als Schadensersatz erhielt.
Die Abgeordneten kamen nach Friedberg- Hoche war nach Frankfurt gereist, doch gelang es durch Vermittelung des Kammerassessors Mo ter vom Stabschef Cherin den Befehl an die Commissäre zu erwirken, unter keinem Vorwand etwas aus der Universitäts-Bibliothek wegzunehmen, weder Bücher noch sonst etwas. Es wurde dieses den Commissären Keil und Deville mitgeth^t, worüber diese natürlich sehr ungehalten waren. Deville meinte darauf, die Universität möchte sich mit den Commissären in Güte auseinandersetzen- auf einige Medaillen, Münzen und Manuscripte könne es ihr doch nicht ankommen. Doch ließ sie sich auf nichts ein. Devilles Aeußerung aber wurde der Generalität mitgetheilt und wurden darauf die beiden Commiffäre aus der Stadt gewiesen. Von da an blieb die Universitäts-Bibliothek von den Franzosen unbehelligt, doch waren eine Reihe werthvoller Bücher und Manuscripte geraubt. Ein sehr schwacher Ersatz waren 2 Bücher, die später der General Bernadotte, nachmaliger König von Schweden, der Universitäts-Bibliothek zum Geschenk machte und dafür von der Hochschule zum Ehrendoctor ernannt wurde.
Herr Prof. Dr. Birnbaum machte darauf noch höchst interessante Mittheilungen über die Kriegsschulden der kleinen Gemeinde Annerod vom April 1797 bis Ende 1798. Wir kommen darauf ausführlicher zurück, denn es ist, wie der Vorsitzende, Herr Prof. Buchner, bemerkte, nützlich, wenn das deutsche Volk immer wieder daran erinnert wird, in welch' schamloser Weise die Franzosen in Städten und auf dem flachen Lande die deutsche Bevölkerung bedrückten, theils durch Erpressung von Lieferungen, theils durch Bestechungsgelder.
p. Theater. Am Freitag kommen zur Aufführung:' „Man su.cht einen Erzieher" und zum Schluß „Der Schimmel". Beide Stücke hat Herr AdalbertBrümmer ausgewählt, weil in ihnen ganz besondere Glanzrollen des berühmten Gastes enthalten sind. Hoffen wir, daß man dieser Vorstellung gegenüber, die im höchsten Grade genußreich sein wird, etwas mehr seinen Kunstsinn bethätigt, als leider bei der gestrigen Vorstellung, die für unsere wackere Direction wieder eine schwere Einbuße bedeutete.
-s. In der am Montag Abend statigesundencn Generalversammlung deS „Theater-Vereins" wurden die vorgelegten Statuten mit einigen unbedeutenden Aenderungen angenommen. In den Ausschuß wurden gewählt die Herren Bock, Challier, Cosak, Gail, Goldmann, Heichelheim und Kirch.
— Ein Antrag auf Aufhebung des BedürfnißnachweiseS bei Concessionirung von Wirthschaften ist bei dem neuen
Landtag von dem Abg. Metz-Darmstadt gestellt worden. Die Verordnung vom Ist. November 1886, welche für den Betrieb von Wirthschaften und den Kleinhandel mit Branntwein und Spiritus den Bedürsnißnachweis erfordert, geht nach Ansicht des Antragstellers von der thatsächlich unrichtigen Unterstellung einer erheblichen Zunahme des Branntweingenusses aus. Ueberdies habe die Verordnung den augestrebten Zweck nicht erreicht und werde ihn an keinem Orte und zu keiner Zeit erreichen können, das Gegentheil sei durch sie, ein wie ein Monopol wirkender staatlicher Schutz geschaffen, dessen Ausbeutung vielfach Genußsucht und Luxus gesteigert habe. Die Verordnung widerspreche dem Grundsatz der freien Con- currenz, hindere oder erschwere den Erwerb, das bürgerliche Fortkommen, sie gefährde die wirthschastliche Existenz des Einzelnen. Die Unbestimmtheit und Dehnbarkeit des Begriffs „Bedürfniß" habe nicht selten zu Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten, Härten und Willkürlichkeiten geführt.
Von der Rabenau, 6. December. Ein wie dringendes Bedürfniß es war, daß unsere von der Welt abgeschlossene Gegend dem Weltverkehr geöffnet wird, hat in unzweideutiger Weise die neueste Volkszählung wieder klargestellt. Während bei der letzten Volkszählung der Hauptort der Rabenau — Londorf — eine ortsanwesende Bevölkerung von 776 Seelen zählte, ist dieselbe jetzt auf 755 heruntergegangen. Der Grund dieser bedauerlichen Erscheinung liegt nicht etwa darin, daß die Zahl der.Sterbesälle die der Geburten überwiegt — der kleine Nachwuchs ist im Gegentheil recht zahlreich —, er liegt vielmehr in der Thatsache, daß viele junge Leute wegen Mangel an lohnender Arbeit gezwungen sind, Arbeit und Verdienst anderswo zu suchen. Neben der Landwirthschast sind es hauptsächlich unsere vortrefflichen Steinbrüche, welche einer beschränkten Anzahl Personen lohnende Arbeit gewährten - allein es lag die Gefahr nahe, daß der Betrieb derselben in absehbarer Zeit hätte eingestellt werden müssen, weil sie wegen der hohen Transportkosten des bearbeiteten Materials mit ähnlichen Unternehmungen in anderer Gegend nicht mehr concurriren konnten. Diesem Uebelstand wird nunmehr durch den Bau unserer Eisenbahn hoffentlich für immer abgeholfen. Danken wir darum unserer hohen Staatsregierung, sowie der weisen und thatkrästigen Verwaltung unseres Kreises dafür, daß sie den Nothstand unserer Gegend und deren tüchtigen Bevölkerung rechtzeitig erkannten und im Verein mit unseren Landständen die nöthigen Mittel gewährten, demselben in wirksamer Weise abzuhelfen. — Für Keffelbach — Linie Grünberg—Londorf —, das nicht unbedeutenden Geschäftsverkehr hat, war keine Haltestelle vorgesehen worden. Die Vorstellung des Ortsvorstandes an das Finanzministerium hatte den Erfolg, daß der Bescheid kam, es solle der Bitte entsprochen werden, sofern die Anlage ausführbar wäre. Keffelbach kann sich freuen, wenn die im Project gewesene Bahnlegung durch das Dorf damit fallen wird.
Lauterbach, 10. December. Der für den hiesigen Kreis ernannte Kreisrath Herr Dr. Fischer war vorigen Sonntag hier, um sich seinen neuen Wirkungskreis einmal anzusehen - derselbe wird im Lause dieser Woche seinen Dienst antreten.
Lauterbach, 10. December. Nach der Volkszählung hat unsere Stadt gegenwärtig 3363 Einwohner, ein Mehr von 93 Personen seit der Zählung im Jahre 1885.
Alsfeld, 10. December. Die hiesige Stadt hat seit der letzten Volkszählung um 136 Seelen zugenommen.
Rülfenrod, 10. December. Bei der am 4. d. M. in den Freiherrlich Schenckischen Waldungen dahier stattgefundenen Treibjagd wurde einer der Jäger durch einen von einem anderen Herrn abgegebenen Schrotschuß so schwer verwundet, daß er an der Jagd nicht bis zu Ende theil- nehmen konnte und ärztliche Hülse in Anspruch nehmen mußte.
Vermifdrtes»
* Resultate der Volkszählung vom 1. December 1890. München (genau) 344,898. Leipzig mit den einverleibten Vororten 355,485 (+ 63,887), Nürnberg 144,240 (+ 28,240), Mannheim 79,018 (-s- 17,745), Hannover 163,100, Fürth 42,659, Zwickau 43,941, Crimmitschau 19,970, Mülhausen (Elsaß) 76,413, Cannstatt 20,411, Reutlingen 18,499, Ludwigsburg 17,429, Tübingen 13,235, Hanau 24,939, Heidelberg 28,472, Neustadt a. d. Haardt 13,645, Augsburg 75,523, Halle 100,131, Straßburg im Elsaß 123,500, Metz 59,723, Elberfeld 125,839, Barmen 116,192, Worms 25,500, Limburg 6851, Herborn 3143, Dillenburg 3939, Wimpfen 3207, Griesheim 4157, Groß-Gerau 3692, Langen 4826, Oppenheim 3450, Bodenheim 2351, Colmar 29,649, Lübeck 63,556, Coburg 17,049, Kreuznach 18,084, Stuttgart 125,230, Cassel 71,885, CaM bei Mainz 7600 Einwohner.
* Wetzlar, 8. December. Wie Herr Bürgermeister Moritz in der heurigen Stadlverordneten-Sitzung mittheilte, hat die Volkszählung am 1. December in hiesiger Stadt eine ortsanwesende Bevölkerung von 8125 Seelen ergeben. 1885 betrug die Zahl der Ortsanwesenden 7874, die Zahl der Wohnbevölkerung 7770 Seelen. Gegen erstere sind es 281, gegen letztere 355 Seelen mehr.
*— Frankfurt a. M., 9. December. lieber die nächstjährige internationale electrotechnilche Ausstellung sprach gestern Abend Herr Oscar v. Miller, der wissenschaftliche Leiter der Ausstellung, in der Elcctrotechnischen Gesellschaft. Aus den umfassenden Mittheilungen des Redners, die allerdings auch Manches enthielten, was schon bekannt ist, verdient Folgendes hervorgehoben zu werden: Für die Abtheilung für Telegraphie haben sich 40 Aussteller gemeldet. Neben vielem Anderen wird in dieser Abtheilung ein Börsendrucker zu sehen sein, d. i. ein Apparat, vermittelst welchem eine Depesche von einer Cenrralstelle aus an eine größere Anzahl von Typendruckern weitergegeben werden kann. In der Abtheilung für Telephonie wird ein Telephonautomat von Mix und Genest Interesse erwecken, welcher es ermöglicht, Cvncerte rc., welche in Wiesbaden, ja selbst in München ab
gehalten werden, hier in Frankfurt zu hören. Auch laut sprechende Telephone werden ausgestellt werdett. Die electro- chemische Abtheilung zahlt bis jetzt 14, diejenige für Medicin und Wissenschaft 46 Aussteller. Das Hauptinteresse beansprucht natürlich das Kesselhaus und die Maschinenhalle. 20 Kessel mit 2400 Quadratmeter Heizfläche und 56 Motoren mit zusammen 3900 Pferdekräften werden in Thätig- keit sein. Motoren von V2 biß 600 Pserdekrästen werden arbeiten. Zur Krasterzeugung werden außer Dampf und Leuchtgas Petroleum und Dowson-Gas, welch letzteres in der Ausstellung erzeugt werden soll, zur Verwendung kommen. Eine wichtige Neuerung, die Anwendung des Wechselstromes mit Gasenverschiebung, Drehstrom genannt, wird zur Anwendung kommen. Derselbe soll sich zu elektrischer Kraftübertragung auf weite Entfernungen besonders gut eignen. Von Uebertragungen sind zu nennen: 100 Pferdekräfte vom Palmengarten, 100 von Offenbach und 300 von Lauffen nach der Ausstellung. Siemens u. Brothers in London wollen von der Vertheilungshalle nach dem Main ein Kabel legen, in dem Ströme von 2u000 Volt Spannung fortgeleitet werden» Die Verwendung des Electromotors für das Kleingewerbe soll dem Handwerker durch Vorführung von Werkstätten, in denen thatsächlich gearbeitet wird, gezeigt werden. Die Halle für Installationsmaterial werden 75 Firmen beschicken. Die Fortschritte auf dem Gebiete der electrischen Beleuchtung werden in einem Ausstellungstheater, einer Kunstausstellung, dem Ausstelluligsgarten, einer großen Fontaine, einer Grotte mit 10 Meter hohem Wasserfall, einer Tauchercabine und einem Leuchtthurm veranschaulicht werden. Für Zerstreuung und Unterhaltung der Ausstellungsbesucher werden u. a. ein Panorama und eine elektromotorische Rundbahn sorgen. — Geh. Rath Heldberg, welcher den Vorsitz führte, konnte mit- theilen, daß die Abhaltung des Electrotechniker-Congrefses dahier so gut wie sicher ist.
* Süße Geheimnisse überall. Tuscheln und Flüstern um^ rauscht uns- geheimnißvolle und vielsagende Blicke fliegen herüber und hinüber. Man könnte sich rings von Spionen in feindlichstem Lande umgeben glauben, wenn es nicht das lieblichste Territorium, weihnachtlicher Boden wäre, auf welchem wir wandeln. Solche Furcht vor Spionen und den Blicken anderer böser Menschen ist die treue Begleiterin dieser Wochen. Denn die Ueberraschung ist der Triumph, welchen man unter dem flamrrtenden Tannenbaum auszuspielen beabsichtigt und deßhalb muß man selbst vor Ueberraschungen gesichert sein. Wohl ausgeklügelte Verstecke werden ausgesucht, um das von der Liebe geweihte Gut nicht voreilig an das Tageslicht kommen zu lassen. Nun aber sucht Jeder im Hause nach einem solchen Versteck und da pflegt es denn, oft genug gerade bei diesem Suchen sich zu ereignen, daß das Geheimniß des Andern entdeckt wird. Aber wer ist grausam genug, über feinen Fund Bericht zu erstatten und damit dem Spender den größten Theil seiner eigenen Freude zu verderben ? Man behält das sorgsam für sich und thut so, als ob man z. B. seiner Frau es aufs Wort glaubt, wenn sie sagt: „Männchen! Ich hätte Dir gern einen neuen Schlafrock bescheert - aber Du kannst Dir ja denken, wie unmöglich, es bei dieser allgemeinen Theuerung ist, derartige Anschaffungen aus den vom Wirthschastsgelde gewonnenen Ersparnissen zu machen." Ja, das hört der Gatte ganz ernsthaft an, er tröstet sogar sein Weibchen noch, daß dies gar nichts zu sagen habe und sie deßhalb nur ohne Sorge fein mögcr und dabei hat der Schelm den Schlafrock längst entdeckt, als er seinerseits einen für die Gattin besorgten Einkauf heimlich verstecken wollte. So gibt es denn auf allen Seiten ein gut Theil Verstellungskunst. Aber niemals wird von ihr und den kleinen gefahrlosen Lügen ein so lieblicher Gebrauch gemacht, wie gerade jetzt. Aus eine falsche Fährte soll der zu Erfreuende gelenkt werden, damit am Heiligabend die Ueberraschung eine vollständige sei, und um dieses Ziel zu erreichen, nimmt man es mit der Wahrheit nicht gar zu genau. Wer wollte darob sich erzürnen und nicht vielmehr auch aus diesen Anstrengungen der sonst wahrhaftigsten Leute die Liebe erkennen, welche dieses Thun dictirt. Sehr summarisch ver- sahren wir der Kinderwelt gegenüber, um unsere Geheimniffe bis zum letzten Augenblicke zu hüten und uns in unseren Ueberraschungen nicht überraschen zu taffen. Die „gute Stube" wird zugeriegelt und damit basta! Dadurch wird dieselbe zum Paradies, zu einer Schatzkammer, in welcher der kindliche Geist schwelgt, und an deren erträumten Herrlichkeiten er sich nicht genug zu thun vermag. Der Knabe, dessen Phantasien sonst am Bord eines Seeschiffes, oder in den Wigwams der Indianer weilt, er sucht sich jetzt zunächst. Klarheit über jenes verschlossene Gebiet der „guten Stube" zu verschaffen. Seiner Phantasie steht nur ein reales Hilfsmittel zur Verfügung : das Schlüsselloch. Was er durch diese- erspäht, genügt natürlich seinem Forscherdrange nicht- aber er muß sich bescheiden, bis der große Tag kommt, an welchem er das gelobte Land auch betreten darf, das cr nur von ferne geschaut? Bis dieser Tag aber gekommen ist, wird noch von gar vielen Seiten allerlei List und Klugheit aufgewendet werden, ja, den kleinen Kindern gegenüber, und wer möchte es leugnen, daß es gerade in dieser Zeit auch „große Kinder" gibt, dürste auch die sauste Gewalt zu ihrem Rechte gelangen» Und dies alles nur, damit Jung und Alt erst unter dem Tannenbaum kund werde: das süße Geheimniß.
Pertcbr, Caufc» tmb
Frankfurt 8. December. Viehmarkt. ES waren ange- trieben 409 Ochsen, 8 Bullen, 4So Kühe, Stiere und Rinder, •284 Kälber, 433 Häwmel und 430 Schweine. Die P.eile stellten sich für Ochsen 1 Qual, auf JL 70—72 pr. Ctr Schlachtgewicht, 2. Qual, v* 60—64, Bullen JL 55—57, Kühe und Rinder 1. Qual. «X ,5—60, 2. Qual. X 50-54, Kälber 1 Qual. 65-68 H, 2. Qual- 55-f8 Hämmel 1. Qual. 64-66 H, 2. Qual. 48—oO H per Psd, Schweine 1. Qual- 58—60 2 Qual. 56—58 H pr. Psd-
Schlachtgewicht.______________
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.
Adoentsandacht am Donnerstag ben 11. December» Abends 8 Uhr, in der Kirche. Pfarrer Schlosser.
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