Ausgabe 
11.6.1890
 
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2>erfc!>r, und Volkswi^thschafr.

Gießen, 10. Juni. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. v*. 0,800,85, Hühnereier 1 St. 5, 2 St. 11 Enteneier 1 St. 56 H, 2 St. 3», Günseeier 10- Käse pr.St. 4-8^, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 A, Linsen vr. Liter 30 4, Tauben pr. Paar ** 0,500,80, Hühner pr. Stück .M. 1,201 50, Hahnen pr. St- Ml 0,901,50, Enten pr. Stück JC. 2,002,30, Gänse pr. Pfd 5060 Ochsenfleisch pr. Pfd 68-72 Kuh- und Rindfleisch 6062 Schweinefleisch 60-70 Hammelfleisch 5668 -S, Kalb­fleisch 52-60 Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 3,804,20, Weißkraut pr- St. 6-8 Zwiebel,' ver Centner JL 14,0')00,00, Milch per Liter 1218 H, Kirschen per Pfd- 30 H

Die Königliche Eisenbahn-Direction Hannover bat in diesem Jahre wieder eine Nachweisung über diejenigen festen Sow- ttNd Rundreisekarten berausgegeben, welche auf Stationen des Bezirks dieser Dircetton aufliegen, oder welche durch Rückfahr­karten mit verlängerter Gültigkeitsdauer von den Hannoverschen Stationen aus nutzbar gemacht werden können. In der Nachweisung stnd auch die Erläuterungen über zusammenstellbare Reisehefte ent­halten. Wir wollen nicht verfehlen, hiermit im Interesse des reisen­den Theils unserer Leser auf diese in Form eines Büchelchens heraus­gegebene Nachweisung besonders aufmerksam zu machen, wobei wir bemerken, daß die Nachweisung durch die Fahrkarten-Ausgabestellen des Dtrecttonsbezirks Hannover zum Preise von 25 Pfg. zu be­ziehen ist.

Die große internationale Gartenban'AnSstellung, welche vom 25. April bis 5. Mai in Berlin ftattfand, hat gezeigt, daß die ernsthaften Bestrebungen, welche in der jüngsten Zett auf die Verbesserung der Obst- und Gemüse-Verwerthung gerichtet wurden, bereits gute Früchte tragen. In fast allen Gauen des Reiches sind in Bezug auf Auswahl best geeigneter Sorten, vessere Pflege beim Anbau, sorgfältiges Auslesen der Früchte zum Frtsch- verkauf und derjenigen zur Verarbeitung erfreuliche Fortschritte wahrzunehmen. Die rentable Herstellung von Fruchtsäften, Obst­weinen und Wein und diejenige guter Dörr-Producte aus Obst und Gemüsen hat in allen Bezirken Terrain gewonnen. Hand in Hand mit diesen Bestrebungen geht auch jene, die zur Obst- und Gemüse- verwerthung dienenden Maschinen immer mehr zu vervollkommnen, auf welchem Gebiete die bekannte Firma PH. Mayfarth u. Co., Fabriken landwirthschaftlicher Maschinen Frankfurt a. M., Ber­lin N und Wien sich bereits die größten Verdienste erworben hat. Dies fand auch wieder auf der Berliner Ausstellung volle Aner­kennung, indem genannter Firma für ihre Dörr-Apparate, Patent vr. Ryder, ferner für die besten Obst- und Traubenkeltern, sowie für ihre sonstigen Maschinen zur Obstverwerthung 3 erste Preise zuerkannt wurden.

)( Hebet die Verwendung der Dteinkohlenafche. Bei der Ausdehnung der Industrie t)i der Verbrauch der Steinkohlen sehr gestiegen, daher die großen Rückstände von Asche, welche bisher noch wenig verwandt, ja oft verschleudert wurden; und dennoch hat diese einen bedeutenden Werth. In naffen und schweren Garten­böden bringt die durch ein Drahtgitter glworfene Steinkohlenasche einen unberechenbaren Vortheil. Ein Aufträgen von 67 Centt- meter Steinkohlenasche im Herbste und gehörige Unterbringung'mit dem Spaten lockert die Erde bedeutend, bewirkt ein besseres Ein­dringen der Atmosphäre und befördert die darauf gebauten Gewächse in ihrem Wachsthume. Alle Gattungen gedeihen in dieser Erde vor­trefflich, besonders die Hülsenfrüchte. Ein zweiter Nutzen ist die Vertilgung der nackten Gartenschnecke und der Regenwürmer durch das Aufstreuen der Asche auf die Beete. In der Oeconomie bietet die Steinkohlenasche gleichfalls große Vorthetle. Nicht nur als Bei­mischung zur Composterde, sondern jeder tiefer und undurchlässige saure Boden wird beim Aufträgen von 810 Centimeter Höhe ge­lockert und kulturfähiger gemacht, und je nach Beschaffenheit des Ackers kann man dieses 23 Jahre nacheinander wiederholen. Ein gleiches gilt bei nassen und sauren Wiesen, welche 5 Centimeter doch mit Steinkohlenasche überzogen werden. Schon im ersten Jahr sind die schönen Resultate wahrnehmbar. Das Mob? und die sauren Gräser verschwinden nach und nach und an ihre Stelle tritt der Wiesenklee, welcher eine dichte Narbe bildet und ein gutes reichliches Futter gibt.

Spielplan der vereinigten frankfurter Ztadllheater.

Opernhaus»

Mittwoch den 11. Juni: Zur Erinnerung an Victor Neßler. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Trompeter von Säkkingen. Außer Abonnement.

Donnerstag den 12.Juni: Die weiße Dame. Puppenfee. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 13. Juni geschlossen.

Samstag den 14. Juni: Afrikanerin. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 15.Juni: Die Meistersinger. Große Preise.

Schauspielhaus.

Mittwoch den 11. Juni: Krenzelschreiber. Gewöhnliche Preise.

Donnerstag den 12. Juni: Die Ehre. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 13. Juni: Die Neuvermählten. Die Ver­lobung bei der Laterne. Gewöhnliche Preise.

Samstag den 14. Juni: Gastspiel des Herrn Jean Hofmann vom Stadttheater in Hamburg. Neu einstudirt: Torquato Tasso. (Tasso: Herr Hofmann.) Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 15. Juni: Fall Clemenceau. Gewöhnliche Preise.

Schwarze Seidenstoffe von 93 Pfge. bis 18.65 p. Met. glatt gestreift und gemustert (ca. 180 versch. Qual.) versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.), Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto. 506

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Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle in Gießen.

23. Woche. Vom 1. Juni bis 7. Juni 1890. Einwohnerzahl: 20 500 (incl. 1600 Mann Militär).

Sterblichkeitsziffer: 27,9 Voo«

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1.Lebensjahr: 2.15.Jahr

Lungenschwindsucht

1 (1)

1

Lungenentzündung

3 (2)

2 (2)

\ - 1

Lungenblutschlag

2

2

Organ. Herzkrankheit

1

1

Hirnentzündung Tuberkulöser Hirnhaut

1

1

entzündung

1

1

Unterleibsentzündung Wochenbettfieber

1

1

1

1

Summa: '

11 (3)

8 (2)

- 3

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betteffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen

Temperatur der Lahn und der Lust am 10. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14i/2, Luft 17 Gr.

Rüb samen.

Briefkasten.

Herrn -nn. Ihre Einsendung, betreffend den HerrnEisen­bahnrath", müffen wir ablehnen. Red.

Im Nachstehenden wiederholen wir die vor einem halben Jahre ergangene Bikanntmachuttg, betr. Trichinenschau, mit dem An­fügen, daß derselben inzwischen noch beigetreten sind die Metzgermeister

Wilhelm Faust, Georg Kraft, Christian Seum und Gustav Trinkaus, und sämmtliche Theilnehmer, mit Ausnahme des Metzgermeisters I. Klein, sich weiterhin verpflichtet haben, auch alles von ihnen etwa von auswärts eingeführte oder hier von Personen, welche der Vereinbarung nicht beigetreten find, bezogene Schweinefleisch auf Trichinen untersuchen zu lassen

Gießen, am 10. Juni 1890.

Grcßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.

Bekanntmachung.

Zur möglichen Verhütung der aus dem Mangel jeglicher Trichinen­schau erwachsenden Gefahren und bis zur gesetzlichen Einführung der zwangs­weisen Trichinenschau hat die Stadtverordnetenversammlung im Einvernehmen mit den Wünschen der hiesigen Schweinemetzger beschlossen, vorläufig und mit Wirkung vom 9. December 1889 ab eine freiwillige Trichinenschau unter nachstehenden Bedingungen einzurichten:

1) Die Theilnehmer verpflichten sich auf die Dauer eines Jahres, alle von ihnen geschlachtet werdenden Schweine im städtischen Schlachthaus einer mikroscopischen Untersuchung aus Trichinen durch die von der Stadt­verordnetenversammlung dafür bestellten, geprüften Personen zu unterwerfen.

2) Diese Verpflichtung gilt als stillschweigend je auf ein weiteres Jahr fortbestehend, wenn nicht mindestens drei Monate vor Ablauf des Jahres ein allenfallsiger Rücktritt angezeigt ist.

3) Diejenigen Theilnehmer, welche entgegen der übernommenen Ver­pflichtung ein geschlachtetes Schwein nicht auf Trichinen untersuchen lassen, unterwerfen sich für jeden einzelnen Fall einer von der Schlachthauscom­mission zu bestimmenden, in die Stadtkaffe fließenden Conventionalstrase bis zu Einhundert Mark.

4) Für die mikroskopische Untersuchung eines Schweines oder eines Theiles davon auf Trichinen wird von Teilnehmern an die Stadtkaffe eine Gebühr von 30 Pfennig pro Stück entrichtet, welche mit den Schlacht- und Schaugebühren erhoben wird.

5) Dafür werden seitens der Stadt die erforderlichen Trichinenschauer widerruflich angenommen und deren Dienst so eingerichtet, daß von einem Trichinenschauer täglich höchstens 20 Schweine untersucht werden, die ein­gehenden Gebühren den Trichinenschauern unverkürzt zukommen, und die letzteren außerdem für jede Ermittelung eines trichinösen Schweines aus der SLadtkasse eine Prämie von zehn Mark erhalten.^

Auf Grund vorstehender Bestimmungen haben sich die nachstehenden Metzger zur freiwilligen Trichinenschau verpflichtet.-

Jean Boller, I. Braun, I. H. Euler, Christian Heßler, A. Hilgardt, August Hofmann, Ernst Jughard, H. Kiefer, I. Klein, Gustav Kreuder, Friedrich Kühn, Heinrich Meister, Karl Metzger,

Adolf Möhl, Ludwig Pirr, Johann Rost, Karl Sack I., E. Ludwig Sack, Louis Sack.

Fritz Schlörb, Heinrich Schmall, Karl Schneider, Friedrich Schreiner, Elias Schulz, Johannes Seng.

| 5012

Im Uebrigen findet eine Unterfuchung der hier geschlachteten Schweine oder des von auswärts eingeführten Schweinefleisches auf Trichinen nur auf ausdrücklichen Wunsch gegen die unter 4 genannte Gebühr statt. ßÄLMj

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5003

48581

1

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bedruckte Fahnenstoffe (ohne Naht)

5010

Gießen, den 9. Juni 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.

Citronen-, Erdbeer-, Himbeer-. Maiwein-, Kirschen- and Orangen - Geschmack, sowie einer Sorte, geeignet durch Anfgiessen von Wasser und Wein zur Herstellung eines Glases

Champagner-Imitation. Die Brause-Limonade-Bonbcns (patentirt in den meisten Staaten) bewähren sich vor­züglich bei allen Erfrischungsbedürfnissen und sind daher sowohl im Sommer als im Winter, ganz besonders auf Reisen, Land­partien, Jagden, Manöver, sowie für Bälle, Concerte, Theater etc. zu empfehlen. Auf die bequemste und schnellste Art in einem Glase Wasser geben sie ein höchst angenehmes u. kühlendes, dabei gesundes Getränk.

Schachteln ä 10 Bonbons 1 Mk. Pf.

Alleinige Fabrikanten:

Gebr. Stollwerck, Köln.

Die Brause-Limonade-Bonbons sind in fast allen Niederlagen Stollwerck'scher Chocoladen u. Bonbons vorräthig, oder wer­den auf Verlangen von denselben bestellt.

Fahnen und Standarten,

mit dem deutschen Reichsadler bedruckt, von 310 Mir Länge,

sowie

Saison-Eröffnung 13. Mai»

Sool- und Moorbäder, Bonifaciirsbrurrrreir, stärkste Lithirrmqirelle der Welt. Fetner drei Stahl-, Schwefel- und Bitterwasserquellen. Alpines Klima. Größte Heilerfolge gegen Gicht, Nieren- und Blasenleiden, Harngries, Nieren-, Blasen- und Gallensteine, Rheumatismus, Leber-, Magen- rind Unterleibsleiden, Bronchial- catarrhe, Blutarmuth, Nervenschwäche, Hämorrhoiden und Verstopfung. Prospekte und Wohnungsnachweis durch die Brunnen- und Badeverwaltung in Salzschlirf (Station der Oberhessischen Bahn). [3835

Niederlagen des Bonifaciusbrunnens in den Mineralwasserh 'ndlungen.

la. Qual, ä Mk. 2. -, Ila. Qual ä Mk. 1.90 Haushaltskaifee ä Mk. 1.80, Wiener Mischung ä Mk. 1.70 per Pfd.

empfiehlt sich durch feines Aroma, absolute Reinheit und hohe Ergiebigkeit als die beste und reellste Waare.

haben bei: J. M. Schulhof

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Man lasse einen Bonbon in einem Glase Wasser »ich ruhig 12 Minuten auflöseu, alsdann e rel rühre uian um, find ein Glos erfrischende Brause-Limonade ist fertig.

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Loeflwrf*

Fahnentuche ahne Naht aller deutschen Staaten, in Wolle und Baumwolle- ।H. Kaeß Nachfolger

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empfiehlt /

Ernst Blödner, Seltersweg.

Reichlicher Gehiwerdlenst

wird Jedermann, der seine freie Zeit benützen will, geboten Anfragen unter

K. 9629 an Budolf Mosge, Frankfurt a. M. 4265

Bekanntmachung.

Wilhelm Steinbach von Gießen beabsichtigt auf dem Grund­stück Flur XXX. Nr. 783/io der Gemarkung Gießen einen Ziegelringofen zu erbauen. Die Pläne und Beschreibung liegen 14 Tage lang, vom Tage des Erscheinens gegenwärtiger Bekanntmachung in diesem Blatte an gerech­net, auf unserem Büreau zur Einsicht offen. Einwendungen sind daselbst binnen vorgenannter Frist bei Meldung des Ausschluffes vorzubringen.

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