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1890

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btc Post bezogm tark 50 Pfg.

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lstraßeAr.1.

nsprecher 51.

des

Alkgenreinen Mereins für Armen- und Krankenpflege

erstattet auf der Jahresversammlung nm 26. Februar 1890.

Hochgeehrte Versammlung!

Wenn wir uns wiederum anschicken, Ihnen über die Thätigkeit unseres Vereins im verflossenen Jahre Bericht zu erstatten, so suhlen wir es lebhaft, wie schwer, ja unmöglich es ist, von dem vielgestaltigen und doch so stillen Wirken der Armenpflege, wie sie von uns betrieben wird, ein richtiges Bild zu geben.

Vergegenwärtigen wir uns zunächst die Zahlen, in welchen sich die Leistungen unseres Vereins an eigentlichen Unterstützungen darstellt. Es wurden im Jahr 1889 unterstützt: 229 Familien und einzelne Personen (gegen 205 in 1888) in insgesammt 1150 Fällen. In 15 Fällen wurde eine Unterstützung abgelehnt.

Nach den Bezirken vertheilen sich die Unterstützungen folgender­maßen :

B c z i r k.

i.

Anzahl der Fälle.

2.

Anzahl der

Personen ober Familien.

3.

Auf jede Person kommen durch­schnittlich Unterstützung.

Wallthor

1888

175

1889| 313.

1888

53

1889

63

1888

3,30

1889

5

Neuenweg

141

222

35

47

4,93

4,72

Seltersweg

213

2'65

54

3,94

1

4,65

Neustadt

312

350

63

62

4,95

5,61

Insgesammt

! 841

1150

1 205

229

4,50

5,02

Für diese Unterstützungen wurden insgesammt ausgewandt 4039,93 (oeqen 3052,84 in 1888), Welche Fülle von Arbeit und Hingabe, aber auch von Noch und Elend, denen zn steuern war, verbirgt sich hinter diesen todten Zahlen. Wie viel ersehnte Hilfe, wie viel Erquickung durften wir in die Häuser und an die Krankenbetten der Armen bringen; aber wie so mancher Noch gegenüber standen wir auch rathlos, thecks weil sie sich durch eigene Schuld unserer Pflegbefohlenen immer wieder erneute theils weil unsere Mittel unzulänglich waren!

Aber auch das dursten wir immer wieder erfahren, daß die per­sönliche Fürsorge für die Armen, wenn sie anders mit dem Herzen geübt wird, einen Segen in sich trägt, der auch der kleinsten Gabe einen Werth verleiht. _

Ein wenig näher in die Art unserer Hilseleistung laßt es blicken, wenn wir im Einzelnen hervorheben, daß 908 Ctr. Kohlen im Werthe von 903,78 5646 Liter Milch im Werth von 846,90 verwilligt, für Wem 170,05 Jl-, für Badekuren (an 17 Kinder und 2 Erwachsene) 435 JC., an Kostgeld für die Kleinkinder-Bewahranstalt 36 Jt,, an baaren Unter­

stützungen (im Höchstbetrag von 50 Jt) 1542 Jt,. aufgewendet wurden. Daneben gehen endlich noch unsere Suppenzettel her, durch welche wir jahraus, jahrein zahlreichen Kranken eine kräftige Nahrung gewähren können, und andere Spenden von Bettwerk, Kleidungsstücken, Stärkungs­mitteln 2C., die unsere Schwestern für ihre Pfleglinge geschenkt erhalten. In dieser Beziehung wurden unsere Schwestern auch im verflossenen Jahre sehr wirksam durch einen Kreis von Damen unterstützt, welche sich, wie schon seit Jahren, allwöchentlich Mittwoch Nachmittags im Schwesternhaus sammelten, nm für Arme, auch für die Krippe, zu nähen und zu flicken.

Unseren in der Armenpflege arbeitenden Mitgliedern sind wir auf­richtigen Dank schuldig für die treue Hingabe, mit der sie sich ihrer Aufgabe gewidmet haben. Es ist eine überaus erfreuliche Thatsache, daß der Kreis unserer Helfer eine große 'Stetigkeit ausweist. Auch das verflosseue Jahr hat nur wenige Veränderungen gebracht. Die Vorsteher der vier Bezirke und deren Stellvertreter sind dieselben ge­blieben, mit Ausnahme des Selterswegs, wo Herr Prof. Dr. Schürer auf seinen Wunsch im Amt des Stellvertreters durch Herrn Rentner Karl Schwan ersetzt wurde. Ausgeschieden sind: Fräulein Oeser und Herr Lehrer Aubel am Neuenweg, Herr Fabrikant E. Schwall in der Neustadt; neu eingetreteu: Fr. Otto Kempff am Wallthor, Frl. Cella- rius und Fr. Professor Cojack am Seltersweg.

In der Krankenpflege waren von unseren 7 Schwestern 5, zeitweilig auch 6, thätig, und wurden insgesammt 805 Tagpflegen (die ganzen halben und viertel Tage zusammen gerechnet), gegen 5000 Pflegebesuche (Dienstleistungen unter 2 Stundend und 566 Nachtwachen geleistet, sowie 740 Massagen ertheilt.

Davon entfallen: auf die Gemeindepflege 365 Tagpflegen und über 3100 Pflegebesuche bei 192 Familien, auf die Privat- pslege 440 Tagpflegen und über 1700 Pflegebesuche bei 147 Fa­milien. Außerdem wurden im Hause selbst zwei leidende Damen ver­pflegt.

Auch diese Zahlen reden eine beredte Sprache. Vor allem waren diese Leistungen nur möglich durch eine bis an die äußerste Grenze gehende Anspannung aller Kräfte unserer Schwestern, und wir fühlen uns gedrungen, ihnen für die unermüdlich treue Hingabe, mit der sie Tag und Nacht ihr Werk gethan haben, unseren wärmsten Dank aus­zusprechen. Der Schwerpunkt ihrer Thätigkeit liegt in den Pflegebe­suchen. Ihr Dienst soll möglichst der ganzen Gemeinde, namentlich allen Hülfsbedürftigen, zu Gute kommen, und nicht nur einzelnen wenigen. Ganze Tag- und Nachtpflegen dürfen daher nur dann ge­leistet werden, wenn um der Schwere des Falles und nicht aus­reichender Kräfte willen dazu wirklich Bedürfniß vorhanden ist. In erster Linie ist es die sittliche Pflicht der Hausgenossen, für die Pflege ihrer Angehörigen aufzukommen, und wir müßten es für einen schweren Schaden halten, wenn durch ein zu bereites Angebot die Familie dieser heiligen Pflicht entwöhnt würde. Wir zweifeln nicht, daß auch die ärztlichen Anforderungen an eine sachverständige Pflege mit diesen sitt­lichen Forderungen in Einklang gesetzt werden können und müssen. In gar manchen Fällen wird es genügen, wenn die Schwester An­leitung gibt und die Pflege überwacht, und sie wird inzwischen noch manchem armen Kranken dienen können, der sonst ungepflegt liegen müßte.

Wir wollen es nicht unterlassen, dabei anzuerkennen, in wie hohem Maße, nach dem Zeugniß der Schwester, gerade auch die ge ringer bemittelten Schichten unserer Bevölkerung dieser ihrer Pflicht zumeist nachkommen, wie unverdrossen die Leute, die am Tag ihrem

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1. März.

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uptmann a. D., 'rzog) Nr. 116, cit.

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