des Bethauses Jean Juvenal Aneina hat heute Vormittag in der hergebrachten Weise in dem Saale über dem Portikus von St. Peter stattgefunden. Nach der Verlesung des Dekrets über die zu vollziehende Heiligsprechung durch den Cardinal Alo'tsi Masclla wurde die Messe durch den Bischof von Jossano, der Vaterstadt des Heiliggesprochenen, celebrirt. Am Nachmittag um 4 Uhr begab sich der Papst in Begleitung seines Hofstaates in den Saal, um das Bildniß und die Reliquie des Heiligen zu verehren und an der Spendung des heiligen Abendmahls durch den Bischof von Saluzzo theilzunehmen.
Locales und provinzielles.
Gießen, 10. Februar.
t Wir haben in vor. Nr. bereits kurz hingewiesen auf die beiden Vorträge, welche am vorigen Freitag Abend im Oberhess. Geschichtsverein gehalten wurden und wir kommen I heute darauf zurück, da dieselben nicht nur einen werthvollen I Beitrag zur Geschichte unserer Hochschule Kesern, sondern auch in culturgeschichtlicher Beziehung von weitgehendem Interesse sind. Die älteste Matrikel der Hochschule Gießen war das Thema, über welches sich Herr stud. Ebel in seinem Vortrag verbreitere. Der Vortragende, welcher in Gemeinschaft mit Herrn Dr. Klewitz zur Zeit die Herausgabe der ältesten Matrikel, die den Zeitraum von 1650—1663 umfaßt, bewirkt, wies zunächst auf den Zweck solcher Matrikelveröffentlichungen hin und bemerkte, daß aus den Ma- I trikeln der Einfluß ersichtlich sei, den die betreffenden I Universitäten auf das Geistesleben der Zeit gehabt haben. In Erkennung des Werths der Matrikeln ist bis jetzt die I Herausgabe derjenigen der hohen Schulen von Bologna, Dorpat, Erfurt, Frankfurt a/O., Heidelberg, Herborn, I Leyden, Marburg, Prag, Wittenberg und Rostock erfolgt, I während die alte Kölner in Vorbereitung ist. Die einzige, I aus der ersten Zeit des Bestehens der hiesigen Hochschule I erhalten gebliebene Matrikel beginnt erst mit der Restauration der Hochschule 1649/50 und weist im Eröffnungsjahre 1650 die Zahl von 142 Immatrikulationen aus. Während des Zeitraums 1650—63 schwankt die jährliche Jmmatrikulations- ziffer zwischen 55 und 142, so daß durchschnittlich 94 Immatrikulationen auf das Jahr kommen. Von solchen entfallen: 13 auf Oberhessen, 4 auf Starkenburg, 3 aus Rheinhessen, 7 auf Hessen-Kassel, 18 aus Norddeutschland, 36 auf Mitteldeutschland, 5 auf Süddeutschland, 6 aus's Ausland (Dänemark, Schweden, Rußland, Italien, Ungarn, Belgien), in 4 Fällen war die Heimath der Jmmatrikulanten nicht angegeben. Die Vertheilung der Studirenden aus die einzelnen Facultäten anlangend, gibt nur das Jahr 1650 genauere Auskunft, da im Allgemeinen die Herren Studiosen wenig gewissenhaft in der Angabe ihres Studiums waren. Es studirten in einem Jahre 56 Philosophie und freie Künste, 40 Theologie, 24 Jurisprudenz und nur 4 Medicin. Die vorliegende Matrikel verzeichnet eine Reihe von Namen, deren Träger entweder selbst eine hervorragende Stellung in der i Wissenschaft oder im Staate eingenommen oder die berühmte Verwandte gleichen Namens die ihrigen nennen können, außerdem befinden sich heute noch allgemein bekannte nnd verbreitete Namen aus Gießen und Umgebung, z. B. Löhr, Pistor, Fresenius, Windecker, Vigelius, Ebel, Trygophorus, Sack, sowie eine Reihe von Adeligen darunter. Bemerkenswerth sind in dieser Hinsicht die Jahre 1656 und 1657, in welchem zwei Grasen von Solms, Heinrich I. der Jüngere von Reuß, Herren von Plauen, Ludw. Will), von Wallenstein, Ph. Friedr. von Schlitz, gen. Görtz u. A. hier eingeschrieben waren. Die Sucht damaliger Zeit, die Geschlechtsnamen zu latinisiren und gräcisiren, illustrirte der Vortragende I an einigen hübschen Beispielen ulld machte noch verschiedene, den I Chroniken der Rectoren entnommene Mittheilungen, die sich aus die Wiedereröffnung der Universität, Besetzung der Lehr- stüble, Ausschreitungen der Studenten, Relegationen u. s. w. beziehen und interessante Streiflichter ans das Universitätsleben der damaligen Zeit werfen. Auch Familienuachrichten, insoweit sie Angehörige der Hochschule betreffen, geben diese I Chroniken. Ein diesbezügliches Vorkommniß soll der Curiosität halber hier angeführt werden. Der Prorector Misler erzählt, daß am 31. August 1657 ein doppelt fröhliches Ereigniß I stattgefunden habe, nämlich eine Doctorpromotion und gleich I darauf die Hochzeit des neuen Doctors. Der Glückliche war Georg Marsmann. Er promovirte als Dr. jur. utriuaque uni) wollte sich gleich daraus die edle und züchtige Jungfrau I Magdalene Sybille, die Tochter des Professors Peter Haberkorn antrauen lassen. Da aber ein heftiger anhaltender Regen I den Weg von dem Prüsungssaal zur Kirche für den Augenblick unmöglich machte, so wußte man sich zu helfen und die I Trauung sand in dem theologischen Auditorium statt, das I gerade nebenan lag.
Der folgende Vortrag des Herrn Pros. Dr. Buchner hatte ein Ketzergericht in Gießen in der Mitte des 18. Jahrhunderts zum Gegenstand. In jener Zeit, wo die Frömmigkeit oft in widerlichster Weise zur Schau getragen wurde I und religiöser Fanatismus den krassesten Aberglanben zeitigte, I trat natürlich auch der Nationalismus hervor. Unter den I damaligen Rationalisten war Johann Christian Edelmann am I weitesten bekannt. Der „berüchtigte Edelmann", wie er von I seinen Gegnern genannt wurde, war um das Jahr 1700 in Weißenfels geboren, studirte in Jena Thelogie bis 1724 und hielt sich dann an verschiedenen Orten auf. Seine zahl- I reichen theologischen Streitschriften sanden selbstverständlich I Widerlegung und auch in Gießen traten die Professoren I Denner und Nebel, ersterer in einer Disputation, letzterer in I einer lateinischen Dissertation den „Jrrthümern" Edelmanns entgegen. Damals mußte sich ein jeder Angestellte der Hoch- I schule Gießen durch schriftlichen Nevers verpflichten, der reinen I lutherischen Lehre anzuhangen, um so größer mag die Ent- I rüstung gewesen fein, als sich die Kunde verbreitete, ein Glied I ber Hochschule sei ein Anhänger des berüchtigten Edelmann I und leie seine Schriften. Es war dies der Universitäts- I buchdrucker Lammers, welcher in Folge dieser Gerüchte be- 1
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 9. Februar. Die „Norddeutsche" schreibt: Staatssecretär Graf Bismarck erhielt ein Schreiben des Secretärs der „Church Missionary Society" in London vom 4. Februar, worin das Gomite der „Church Missionary Society" den Dank ausspricht für die werthvollen Dienste, welche Wißmanu im Ostäquatorialafrika den Missionsagenten geleistet hat. Wißmann gewährte Herrn und Frau Cole in Mpwapwa im Augenblicke der Gefahr seine Hilfe und beschützte sie auf der Reise zur Küste. Wißmann erleichterte die Verbindung der andern in Usagara befindlichen Missionäre mit ihren Freunden an der Küste bedeutend und gewährte denselben Hilfe und Unterstützung während der aufreibenden Perioden ihrer Jsolirung in den Zeiten der Beängstigung und Gefahr. Es gereicht dem Comite zur lebhaften Freude, seine Werthschätzung der freundschaftlichen Gesinnung auszusprechen, worin diese guten Dienste seitens Wißmanns geleistet wurden und gleichzeitig dem Staatssecretär die auf- cichuge Anerkennung d<.s nachdrücklichen Beistandes auszusprechen, welcher durch einen Offizier im Dienste des Kaisers gewährt wurde.
Paris, 9. Februar. Das „Memorial Diplomatique" bezeichnet die Meldung von der Ernennung Billots zum französischen Botschafter in Rom als mindestens verfrüht. Der Minister des Auswärtigen, Spuller, werde vor der Ankunft des französischen Botschafters in Petersburg, Herrn be Laboulaye, keine Entscheidung treffen.
Dem „Journal des Debats" zufolge ist die im Allgemeinen für richtig gehaltene Ansicht über den Schritt des Herzogs von Orleans die, daß er nicht als ehrgeiziger Prätendent und auch nicht als Agitator gehandelt habe. Wenn das Urtheil gesprochen sei, werde es dem Präsidenten der Republik zukommen, einzugreifen.
Rom, 9. Februar. Die Feier der Heiligsprechung des hemaligen Bischofs von Saluzzo und Mitgliedes des Ordens
züglich der ihm zur Last gelegten Ketzerei durch den Univer- sitäts-Secretär Riedel befragt und als diese Aussage kein befriedigendes Resultat ergab, nochmals vor der theologischen Facultät eingehend über die Frage vernommen wurde, ob er nicht die Edelmännische principia und aus- gestreuetc schändliche Irrlehren glaube, ihnen beygethan seye, auch wohl sie auszubrciten suche? — Diese । und noch weitergehende Fragen wurden dem „Ketzer" I vorgelegt, aber Lammers betheuerte fortgesetzt seine Unschuld, legte sein Glaubensbekenntniß ab und die Sache kam an den I engeren Senat, der sich jedoch eines Spruches enthielt und I Entscheidung über diese hochwichtige Angelegenheit dem Landgrafen Ludwig VIII. anheimstellte. Eine solche scheint I übrigens niemals eingetroffen zu sein, wenigstens geben die Acten keinerlei Aufschluß hierüber.
Der erste V o r t r a g von Frl. Dr. E. Mensch, welcher das Drama der Skandinavier behandelte, fand am Samstag im Festsaal der Realschule statt. Der nächste Vortrag, der Samstag den 15. Februar von 6 b i s 7 U hr i m g l e i ch e n Local stattfindet, wird speciell Henrik Ibsen zum Gegenstand haben und es ist zu erwarten, daß dieses Thema besonderes Interesse erregen wird, da ja auch hier das eigenartige Werk „Die Gespenster" in Scene gegangen sind. Um Jrrthümern vorzubeugen, sei noch erwähnt, daß Herren zu den Vorträgen gleichfalls Zutritt haben. — Karten für Einzel- I vorträge werden ausgegcben und sind von Dienstag den 11. Februar an beim Pedell der Realschule zu 1,50 Mk.
I zu haben.
s Gießener Concertverein. Drittes Concert. Das Sprüchwort „Was lange währt, wird gut" hat sich an dem I uach wiederholten Verschiebungen gestern endlich zur Ausführung gebrachten dritten Concert des Gießener Concert- vereins vollauf bewahrheitet, uud zwar nicht allein in An- I sthung der Fülle und Mannigfaltigkeit des Gebotenen, sondern vor Allem hinsichtlich der Güte und künstlerischen Höhe der Leistungen. In dem orchestralen Theil des Programms nahm Beethovens achte Symphonie in F-dur die erste Stelle ein. Das herrliche Werk, das Schwierigkeiten aller Art bietet I und namentlich im letzten Satze (Allegro vivace) ein sorg- I fältiges Studium erheischt, erfuhr unter der Leitung des Herrn Universitäts-Musikdirectors Adolf Felchner eine vorzügliche Wiedergabe, die aufs Neue zeigte, wie ein tüch- I tiger und energischer Dirigent auch ein so sprödes und in sich ungleichwerthiges Material, wie unser Orchester, zur Lösung hoher künstlerischer Aufgaben geeignet machen kann. Den Beschluß des Concertes bildete die Sr. Kgl. Hoheit I Ludwig IV. gewidmete Festouverture für großes Orchester I in E-dur op. 82 von Friedrich Lux. Das interessante, groß angelegte und packende Werk, das hin und wieder an Schu- mannsche Art gemahnt, ist in Gießen gestern zum ersten Male zum Vortrag gelangt, manchen Gießenern aber schon von dem elften mittelrheinischen Musikfest her bekannt ist, I aus dem es der Componist selber dirigirte. Auch hier sollte die Festouverture unter der eigenen Leitung des Herrn Friedrich Lux executirt werden. Doch war es Diesem, der schon eingewilligt hatte, bei der Verlegung des Concertes nicht möglich, feine Zusage zu erneuern. Dem Interesse an dem Werke hat das Fehlen seines Schöpfers möglicherweise geschadet, indem sich vielleicht die Abendbrotlüsternen im anderen Falle nicht wieder einmal rücksichtslos vor der letzten Nummer entfernt hätten - sicherlich ist die Abwesenheit des Herrn Lux ohne Einwirkung auf die Güte der Ausführung geblieben, die ganz im Sinne derjenigen in Mainz erfolgte und zu rückhaltlosem Beifall herausforderte. Ebenso verdient die Orchesterbegleitung zu dem Schumann- scheu Concert in A-moll aus der Rossi'schen Arie „Ah ren- dimi quel core“ mit allem Lobe hervorgehoben zu werden. Mit der letzteren eröffnete Fräulein Agnes Schöler den solistischen Theil des Programms. Die Dame besitzt eine ungemein süße und wohllautende, namentlich in der Mittellage überaus angenehme, wenn auch nicht gerade große Stimme, mit der sie eine äußerst liebliche und natürliche Art zu fingen und eine verständnißvolle, poetische Auffassung ihrer Vorlagen verbindet. Sie erfreute uns :n großer Freigiebigkeit mit einer stattlichen Anzahl von Liedervorträgen, die ebenso wie die Wiedergabe der interessanten Arie von Francesco Rossi stürmischen Beifall fanden und von denen wir bei der gleichmäßigen Schönheit aller Gesänge keinen einzelnen besonders namhaft machen wollen. Während Fräulein Agnes Schöler gestern zum ersten Mal in Gießen auftrat, begrüßten wir in Fräulein Elisabeth Rouge ein'e gute Bekannte von vorigem Jahre. Das brillante Clavier- spiel der Künstlerin, deren technische Meisterschaft und geistvolle Auffassung gleich bewundernswerth sind, steht hier noch von damals im besten Andenken. In dem Schumann'schen Concert in A-moll war namentlich die Wiedergabe des An- dantino grazioso und das Allegro vivace entzückend. Weit mehr noch als in der Schumannschen Composition hatte sie dann in der Etüde op. 25 Nr. 1 und der Polonaise in As- dur op. 53 von Chopin, ganz besonders aber in der von Franz Liszt herrührenden Bearbeitung der zuerst für Violine componirten Jagdetude von Paganini Gelegenheit, ihre wirklich glänzende Virtuosität zu offenbaren.
— In unserem Wahlkreise sind nunmehr auch die Freisinnigen in die Wahlagitation eingetreten. So hielten dieselben am Samstag Abend in Alten-Buseck und Großen-Buseck zwei gut besuchte Versammlungen ab, in welchen die Herren Landtagsabgeordneter Metz und Fabrikant Georgi von hier das Programm der Partei entwickelten und die Candidatur Guts leis chs warm empfahlen. In Alten-Buseck waren die Ausführungen von allseitigem Beifall begleitet. Auch in Großen-Buseck gab die große Mehrzahl der Zuhörer den Rednern wiederholt lebhaft ihr Einver- ständniß zu erkennen- dagegen versuchten einige Antisemiten mehrfach, jedoch ohne Erfolg, die Versammlung zu stören.
— Der seit langen Jahren herbeigesehnte Uebergang über die Oberhessischen Eisenbahnen an der katholischen Kirche
die bestehende Regierung jede für den Weltfrieden bedenkliche Störung der inneren Ruhe Bulgariens mit sicherer Hand «iederzuhalten wiffe, gebühre ihr die Achtung und die Sympathie aller Friedensfreunde.
Pest, 8. Februar. Eine Deputation der hiesigen deutschen Arbeiter ersuchte den deutschen Generalconsul, dem Kaiser Wilhelm für seine in der Arbeiterfrage ergriffene Initiative zu danken.
Bern. 8. Februar. Die schweizerische Presse aller Schattirungen, besonders die „Baseler Nachrichten,", „Bund", „Berner Zeitung", „Genfer Journal", „National-Zeitung", -,Neue Züricher Zeitung", sowie die Wochenblätter begrüßen und besprechen sämmtlich sehr sympathisch die Erlasse Kaiser Wilhelms. Die meisten geben der Hoffnung Raum, daß trotzdem die von der Eidgenossenschaft angeregte Conferenz unter der Theilnahme Deutschlands am 5. Mai in Bern zusammentreten möge.
Paris, 8. Februar. Gutem Vernehmen nach beschloß der Ministerrath bezüglich der Verhaftung des Prinzen Ludwig Philipp, Herzogs von Orleans, sich streng an das Gesetz zu halten. Der Herzog wird demnach vor das Zuchtpolizeigericht der Seine gestellt, sobald die Untersuchung abgeschlossen sein wird. Die erwartete Jnterpellaüon in der Kammer wird Constans in diesem Sinne beantworten.
Paris, 8. Februar. Der Herzog von Orleans erschien heute vor der achten Kammer des Correctionstribu- nals. Er erwiderte auf die Frage des Präsidenten, er fei nach Frankreich gekommen, um Militärdienst zu leisten und verlangte die Vertagung der Angelegenheit, um einen Advokaten anzunehmen. Der Gerichtshof vertagte die Verhand- । lung bis Mittwoch.
Paris, 8. Februar. Wie die hiesigen Blätter melden, übernahm die Vertheidigung des Herzogs von Orleans der Stabträger der Advocatenkammer, Greffon. Der Herzog appellirte in einem Schreiben an die Loyalität des Enkels des „großen Garnot", damit der Nachkomme Heinrichs IV. uni) der Enkel des Soldaten von Jemappes dem Vaterlande ferner diene. — Dem „Temps" zufolge versucht der Herzog in einem Schreiben die Gründe seiner Anwesenheit in Paris barzulegen.
Paris, 8. Februar. Die Deputirtenkammer nahm den Gesetzentwurf betreffend die Errichtung neuerEavalle- rie-Reg im ent er an. Lamarzelle (Rechte) beabsichtigte, die Regierung betreffs der Verhaftung des Herzogs von Orleans zu interpelliren, wurde jedoch von feinen Freunden veranlaßt, feine Absicht nicht auszuführen.
Paris, 8. Februar. Der Ertrag der indirecten Steuern und M o n o p o l e im abgelaufenen Monat Januar ergibt ein Mehr von 250 700 Francs gegenüber dem Vor- Quschlage, sowie eine Abnahme von 2 508 800 Francs gegenüber dem Januar 1889. Der Mehrertrag setzt sich zusammen aus Mehrergebnissen der statistischen Gebühr, Stempel, Zölle, Post- und Telegraphen-Gebühren, sowie aus den Minder- ergebniffen der indirecten Steuern (Salz, Zucker) und der Monopole. Gegenüber Januar 1889 hatten auch die sta- istische Gebühr und die Zölle einen Minderertrag.
London, 8. Februar. Dem „Standard" wird aus Shan- I gbai umterm 7. d. M. gemeldet: Infolge eingetretener Verstärkung der russischen Stl'eitkräf te in Sibirien ziehe die chinesische Regierung große Truppenmassen in der Mandschurei zusammen und bestellte mehrere Tausend Repe- I tiergewehre in Europa.
London, 8. Februar. Die Meldung der „Times", der russische Botschafter v. 'Staat sei nach Petersburg berufen, um über den englisch-portugiesischen Gonflict Bericht zu erstatten, ist unbegründet. Staal hatte schon länger die Absicht, einen Urlaub anzutreten und denselben in St. Petersburg zu verbringen.
Rom, 8. Februar. Garbinal Pecci (der Bruder des Papstes) ist gestorben.


