ist, nachdem der Bau schon vor einiger Zeit fertig gestellt wurde, endlich dem Verkehr übergeben. Es ist damit wenigstens theilweise den berechtigten Wünschen der Bewohner der oberen Frankfurter Straße Rechnung getragen worden.
— Die nationallib erale und die deutsch-freisinnige Partei hier haben sich für die bevorstehende Reichs- tagswahl auf Herstellung der Farbe, der Form, des Papiers und des Ausdrucks nach gleiche Stimmzettel geeinigt.
— Bei der vom 7. bis 9. ds. Mts. von dem Verein zur Förderung und Veredelung der Kanarienvögel-Zucht in Hannover veranstalteten allgemeinen großen Ausstellung von Kanarien-Hohlrollern hatten auch von hier drei Züchter je 4 Vögel ausgestellt. Es erhielt Herr A. Siegel einen ersten, zwei zweite und einen dritten Preis, für Gesammt- leistung den II. Stammpreis, sowie die broncene Medaille und den fünften Ehrenpreis. Herr Hermann Weidmann erhielt zwei zweite und zwei dritte Preise, sowie für Gesammt- leistung den III. Stammpreis. Herr Philipp Brand erhielt drei dritte Preise.
— Das Maskenkränzchen der hiesigen Biirgergesellschaft am Samstag Abend verlief unter zahlreicher Betheiligung ihrer Mitgliedschaft recht flott. Wenn auch im Allgemeinen über Maskenbälle wenig zu sagen ist, so haben solche andererseits wieder ihre erwähnenswerthe originelle Seite. Es kommt hier hauptsächlich darauf an, in den an sich monoton wirkenden Maskentrubel Leben hineinzubringen. Dieser Ausgabe ist die Bürgergesellschast vollständig gerecht geworden- sie hatte den carnevalistischen Markt mit einigen leistungsfähigen Clowns beschickt, die durch ihre oft halsbrecherischen Produclionen und ihre recht humorvolle Darstellung einer Circusvorstellung dem Fest ein lustiges Gepräge gaben, während andererseits das schöne Geschlecht durch seine Tyrolerinnen-Gruppe gut vertreten war. In einem ebensalls gut beschickten Ausflug nach dem Windhof sand das Fest gestern seinen Abschluß.
Theater. Am Dienstag gelaugt im Abonnement „Der Vetter" von Benedix zur Ausführung. Das höchst amüsante und pikante Stück gehört zu den gelungensten Arbeiten des ge- seierten Lustspieldichters. Frau Anni Reiners hat darin eine reizende Rolle. Sehr komisch ist die Partie des Allerweltsvetters Siegel, den Herr Jaskowski spielen wird.
Lich, 9. Februar. Heute fanden dahier zwei politische ] Versammlungen statt, eine Nachmittags 4 Uhr im Saale zum Holländischen Hose, in welcher die Herren Professor Gottschick, Rechtsanwalt Curt man, Professor S t a m m und Gymnasiallehrer Dr. Matthäi von Gießet» b;c Wahl des Herrn Sch lenke vom couscrvativeu Standpunkte aus befürworteten- eine Abends um 7 Uhr im Saale des Herrn Heiland. In letzterer, zahlreich besuchter Versammlung empfahlen die Herren Fabrikanten Georgi und Rechtsanwalt Metz aus Gießen unter dem Beifall der Versammlung die Wahl des freisinnigen Candidaten Dr. Gutfleisch.
Alsfeld, 6. Februar. Anläßlich seines 50jährigen Arbeiterjubiläums erhielt der Werkmeister in der Schirmer'schen Fabrik, Wilhelm Ni et mann hier, von Sr. Köntgl Hoheit dem Großherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für- Verdienste".
Vermischte».
* Marburg, 8. Februar. Die hier vor etwa Jahresfrist errichtete Pflege st ation für durchreisende Handwerker ist wieder ansgehoben worden. Ueber die Gründe dieser Anordnung vernimmt man, daß einerseits der bei der Errichtung ins Auge gefaßte Zweck nicht zu erreichen gewesen und andererseits gerade die hiesigen Herbergsverhältnisse als gute und allen Anforderungen der Wanderer genügende bezeichnet werden können. Die Zahl der bis Ende Januar d. I. in der Station Verpflegten betrug 656.
* + Aus Kurhefsen, 9. Februar. Eine dunkle Begebenheit. Unter geheimnißvollen Umständen wurde gestern in der Nähe des Städtchens Schlüchtern die Leiche eines Mannes gefunden, ein Vorfall, welcher mit Recht die Ge- mütber lebhaft beschäftigt. In der Nähe des Bahnhofes der Frankfurt-Bebraer Bahn, in einem versteckt liegenden Wasserdurchlaß des Bahnkörpers wurde nämlich die schon sehr stark in Verwesung übergegangene Leiche zufällig entdeckt und ans Licht geschafft. Die Gesichtszüge des Mannes, der in mittleren Jahren gestanden haben mag, waren nicht mehr zu erkennen; bekleidet war er mit einem kurzgeschnittenen Gehrock mit Schößen von brauner Farbe, der Stoff dabei leicht carrirt, Hose von schwärzlichem Buckskin - die Zugstiefeln, welche der Unbekannte getragen, waren in besonders gutem Zustande, ferner lag bei der Leiche ein moderner brauner
Filzhut. Leider war die Verwesung schon so weit vorgeschritten, daß nähere und besondere Merkmale nicht mehr festgestellr werden konnten. Dagegen stellte sich bei einer- näheren llntersuchung des Todten die überraschende Thatsache heraus, daß er ein Portemonnaie mit 109 Mk. 39 Pfg. bei sich trug, sowie eine werthvolle, silberne Cylinderuhr, Uhr- gehängc, Messer rc. Legitimationspapiere oder irgend welche Schriftstücke, die über die Persönlichkeit des Getödteten hätten irgendwie Anhaltspunkte geben können, sanden sich dagegen nicht vor. Die Frage ist nun, auf welche Weise ist der unbekannte Mann, welcher den besseren Ständen angehörte, zu Tode gekommen und wie kommt die Leiche, die schon mehrere Monate gelegen hat, in den Canal? Letzterer wird selten betreten, wodurch das späte Ausfinden erklärlich ist. Ob ein Verbrechen, ob Unglücksfall vorliegt, wird hoffentlich der eingeleiteten Untersuchung klarzustellen gelingen.
* Der preußische Staat beschäftigte in seinen Bergwerken, Hütten, Salinen und ähnlichen Betrieben im Etatsjahre 1888—89 zusammen 51,235 Arbeiter, davon kommen allein 38,402 auf den Steinkohlenbergbau. Die Ueberschüsse aus allen diesen fiskalischen Werken beliefen sich auf siebzehn Millionen Mark.
* Ein stenographischer Fries. Wie die „Phonographie World" mittheilt, hat die Bank zu Buffalo im Staate New- York ihre Gebäude mit einem arabeskenhast aussehenden Fries verzieren lassen, welcher in stenographischen Zeichen nachstehende Inschrift trägt: „Gunst und Wohlwollen sind die Merkmale guten Bankwesens. Strenge Aufrichtigkeit und Erfüllung eingegangener Verpflichtungen sind seine richtigen Grundsätze."
Schisfsirachrtchteir.
Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 6. Februar wohlbehalten in Newyork angekommen.
vermehr, Land« nnd volkrwirthschaft.
«rünberg, 8. Februar. (Fruchtpreise). Weizen Jt 20,00, Korn X 18,50, Gerste 18,00, Hafer JL 16,20, Erbsen JL 00,00, Samen JL 00,00, Lein Jt 00,00, Kartoffeln JL 0,00, Linsen JL 00.
Ararrkfurt, 8. Februar. Erbsen ganze per Pfd. 14—18 H, do. geschälte 16—20 Linsen 15—25 H, weiße Bohnen 16—26 A» gelbe Kartoffeln per Gescheid 12—14 H, rothe Kartoffeln per Gescheid 12-14 H, Butter per Pfd. JL 1,00-1,20 H, Eier das Stück 8—11 A, Blumenkohl 30—40 H, Weißkraut das Stück 10—20 A, Rothkraut 15-30 A, Wirsing 10—12 A-
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