Bern, 8. October. Die Jnfanteriebataillone 38 und 39 kehren heute aus dem Tessin zurück und werden morgen hier entlassen. Die Bataillone 40 und 46, sowie das Cavallerie-Regiment verbleiben daselbst.
— Seit gestern beräth der Ständerath die Tessiner Angelegenheit. Die Minderheit des Ausschusses bestreitet dem Bundesrath das Recht, eine Cantonsregierung zu suspendiren.
Paris, 8. October. Der Marineminister läßt im Tou- loner Arsenal ein submarines Schiss bauen, welches an Dimensionen alle bisher construirten derartigen Fahrzeuge übertreffen und mit vollständigem militärischem Apparat versehen wird.
— Nach Meldung hiesiger Blätter hat sich in Cardin, wo 100 Bergarbeiter striken, die Situation verschlimmert. Die Strikenden bedrohten die arbeitenden Bergleute. Von Lille ging Cavallerie zur Ausrechterhaltung der Ordnung nach Carvin ab.
Madrid, 8. October. In Barcelona wurden vorgestern 10 Cholerasälle constatirt, von denen 2 tödtlich verliefen. Gestern kamen 2 Fälle vor.
Konstantinopel, 8. October. Der „Agence de Constan- tinople" zufolge gilt in Pforten-Kreisen der Besuch des russischen Thronfolgers keineswegs als feststehend; in diplomatischen Kreisen herrsche sogar die Meinung vor, daß der Besuch unterbleiben werde. Diese veränderte Disposition wird mit der bisher unerledigt gebliebenen griechischen Patriarchatsfrage in Verbindung gebracht. — Derselben Agence zufolge empfing der serbische Gesandte die telegraphische Mittheilung, daß etwa 1 20 Albanesen die serbische Grenze überschritten und einige Grenzwächter getödtet hätten.
Newyork, 8.October. Eine heftige Pulverexplosion erfolgte gestern Nachmittag bei Wilmington in Delaware. 10 Personen wurden getödtet, 20 verwundet. Angeblich sind alle Häuser der Umgebung beschädigt worden.
Buenos Ayres, 8. October. (Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Am Montag Abend herrschte eine panikartige Erregung in Folge der Nachricht von dem Ausbruch einer neuen Revolution. Truppen wurden aufgeboten und Admiral Bordero übernahm den Oberbefehl über die Flotte, deren Schiffe gefechtsbereit waren. Zahlreiche Deputirte und Senatoren blieben Nachts im Hause des Präsidenten. Der Kriegsminister geleitete den letzteren und den General Roca zur Sicherung ihrer Person in die Kasernen. Wie verlautet, versuchten einige.Sergeanten, zwei hier garnisonirende Regimenter aufzuwiegeln. Dienstag früh war alles ruhig. Man zweifelt nicht, daß die Regierung die Ordnung werde aufrecht erhalten können.
SocaU# »nö provinzielle».
Gießen, 9. October.
— Bei den mannigfachen Jubiläen, mit denen man gewisse Abschnitte zurückgelegter Thätigkeit eines Vereins, einer Institution, einer Person usw. besonders zu bezeichnen pflegt, richtet sich wohl in wenigen Fällen der Blick der zur Zeit Betheiligten aus die Umstände, unter denen das Jns- lebentreteu eines Gegenstandes des Jubiläums erfolgte und auf die Personen, denen irgend eine Gründung zu verdanken, mehr aber auf die äußeren Erfolge eines Unternehmens und den jeweiligen Stand desselben. Und doch erhält eine durch eingehende Rückschau auf den Anfang und den Weiterbau einer vorhandenen Sache getragene Feier, mag sie sich nun in geräuschvoller, festlicher oder in einfacher, bescheidener Weise vollziehen, erst die richtige Weihe. Insbesondere ist dies bei Jubiläen der Fall, die ein industrielles Unternehmen zum Gegenstände haben- hier gebührt vornehmlich der Thatkrast und geschäftlichen Umsicht des Urhebers^des Gründers eines industriellen Etablissements nicht minder die Anerkennung wie Denjenigen, die es verstanden, das ins Leben Gerufene im Sinne des Begründers weiterzusühren und zu achtunggebietender Höhe zu leiten. Trotzdem wir in Gießen eine Anzahl gewerblicher Etablissements besitzen, die schon im vorigen Jahrhundert ihre Entstehung fanden, sei es gestattet, aus der stattlichen Reche blühender Geschäfte der hier heimischen Tabak-Industrie eines herauszuheben, das mit dem morgenden Tage eine Reihe von 65 Jahren ersprießlicher Thätigkeit abschließt, dessen Namen in der weiten Welt gerade so bekannt und geachtet ist, wie hier und in der Umgegend selbst. Es ist dies die Rauchtabak-, Kautabak- und Cigarrenfabrik von Georg Heinrich Schirmer. Unterm 1. October 1825 erließ Herr Gg. Heinr. Schirmer, der Vater des jetzigen Inhabers der Firma, folgendes Circular:
//Ich beehre mich, Ihnen hierdurch die Anzeige zu „machen, daß ich hier unter meiner Firma: Georg „Heinrich Schirmer ein Tabacks-Fabrikytions.Geschäst „errichtet habe. Langjährige Erfahrungen in diesem „Geschäfte, die ich in dem Hause der Herren Strabberg & //Koch in Cassel zu sammeln Gelegenheit haue, sowie „die fortdauernden wohlwollenden Gesinnungen dieser „Freunde gegen r ich, welche deren einliegende Empfehlung „bekundet, werd - mich, bei strenger Befolgung derselben „dura) sie bewährten reellen Bedienungsart und Haud- „lungsweise in den Stand setzen, meine geehrten Freunde
meinem hiesigen Fabrikate gegen das gewohnte „Casseler keinen Unterschied finden lassen. Ich bitte „demnach um Ihr geneigtes Vertrauen, welches ich „unter jeden Umständen zu rechtfertigen wissen werde „Von meiner Unterschrift wollen Sie gefälligst Vormerkung machen und die Versicherung meiner Hoch- „achtung und Ergebenheit genehmigen.
Gg. Heinr. Schirmer."
Wenn unter den heutigen Verhältnissen schon mehr wie persönliche Beliebtheit eines Angestellten bei seinen Chefs dazu gehört, wenn ihm bei Gründung eines eigenen, gleichartigen Geschäftes nichts in den Weg gelegt wird, so soll zur Characterisirung der fortdauernden wohlwollenden Gesinnung, welche laut vorhergehendem Circular die Herren
Strubberg L Koch gegen Herrn Schirmer hegten, dessen hervorragende persönliche und geschäftliche Eigenschaften sie in deffen 13jähriger Wirksamkeit als Reisender und späterer Theilhaber ihrer Firma hinreichend kennen zu lernen Gelegenheit hatten, auch das Circular hier mitgetheilt werden, welches diese Firma dem jungen Unternehmen mit auf den Weg gab. Es lautet:
„Herr Georg Heinrich Schirmer von hier, früher „Reisender, später Teilnehmer unseres Geschäfts, hat, „wie Sie aus seinem Rundschreiben ersehen werden, in „Gießen, im Großherzogthum Hessen, unter seiner „Firma ein Tabacks-Fabrikations-Geschäft errichtet. „Nach der dreizehnjährigen seltensten Wirksamkeit des „Herrn Schirmer für uns halten wir es für unsere „Pflicht, an dessen fernerem Wohl, folglich an dem „gedeihlichsten Aufblühen seiner Unternehmung — wofür „übrigens dessen Kenntnisse und Erfahrungen, sowie „hinreichende Mittel: nicht weniger Herrn Schirmers „ausgezeichnete Eigenschaften volle Gewähr leisten — „den thätigsten Antheil zu nehmen. Wir werden es „uns daher zum Vergnügen machen, denselben mit Rath „und That zu unterstützen. Hiernach bitten wir unsere „geehrten Freunde, in den Gegenden, wohin die Ver- „sendung von hier aus durch die Mauthverhältnisse „erschwert oder unterbrochen sind, sowie diejenigen der- „selben, in deren Convenienz die Beziehungen von „Gießen liegen — etwa um des Wiederverkaufs in das „Großherzogthum Hessen willen — Ihr gütiges Zutrauen, dessen wir uns bisher zu erfreuen gehabt haben, „auf Herrn Schirmer zu übertragen. Uebrigens benutzen „wir diese Gelegenheit, Ihnen die Versicherung unserer „Hochachtung und Ergebenheit zu erneuern.
Strubberg & Ko ch."
Nun, die unter den damaligen Verhältnissen wahrscheinlich nicht leichte Gründung eines Geschäfts, deffen Erzeugnisse bei den früheren Lebensgewohnheiten unserer Vorfahren sich erst ein Absatzgebiet nach dem andern erstreiten mußten, ist reichlich gesegnet worden. Die Firma Gg. Heinr. Schirmer wuchs, blühte und gedeihte, ihre Fabrikate: Rauchtabak, sowie die später noch fabricirten Kautabake und Cigarren sind allenthalben beliebt, sie haben dazu beigetragen, daß es der Firma ermöglicht wurde, einen Stamm bewährter Mitarbeiter in allen Zweigen sich heranzuziehen und zu erhalten, der die sicherste Gewähr bietet, daß das vor nun 65 Jahren begonnene Werk unter der thatkräftigen und einsichtsvollen Leitung seiner jetzigen Inhaber weiter wachse, blühe und gedeihe. Dies unser aufrichtigster Wunsch, der gewiß getheilt wird von allen Geschäftsfreunden der Firma nah und fern, von unseren Mitbürgern und nicht zum wenigsten von der gesammten Mitarbeiterschaft des Etablissements.
— Heute Abend von 6 bis 8 Uhr Minder in den neuen Kliniken, in denen bekanntlich electrische Beleuchtung eingesührt wird, eine Probebeleuchtung statt.
n. Theater. Morgen, am Freitag, wird im „Neuen Theater" das „letzte Wort" von Schönthan zur Ausführung kommen. Das Stück gehört zu besten Lustspielen neuerer Zeit und hat in Berlin und sodann aus den größeren Provinzialbühnen außerordentlichen Erfolg gehabt. Frau Director Anni Reiners wird in einer reizenden Rolle zum ersten Mal in dieser Saison mitwirken, ebenso wird Herr Reiners eine bedeutende Partie zu spielen haben.
— Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Todt- geborenen, betrug in der Woche vom 21. bis 27. September in Mainz mit Castel 27, in Darmstadt 20, in Offenbach 4, in Worms 11 und in Gießen 10, zusammen 72, darunter 17 im ersten Lebensjahre. — Die Todesursache anlangend, verstürben an Rachenbräune 1 (Gießen), an Keuchhusten 1 (Mainz), an Unterleibstyphus 3 (Mainz, Offenbach, Worms je 1), an Diarrhoe und Brechdurchfall 5 (Darmstadt 3, Mainz und Gießen je 1), an Lungenschwindsucht 10 (Darmstadt 4, Worms 3, Mainz, Offenbach und Gießen je 1), an entzündl. Krankheiten der Athmungsorgane 7 (Mainz 4, Gießen 2, Worms 1), an Gehirn-Apoplexie 2 (Mainz und Darmstadt je 1), gewaltsamen Tod 2 Personen (Darmstadt und Gießen je 1).
Dauernheim, 6. Oetober. Das Söhnchen des Gastwirths Carl Schmitt von hier fand auf dem Felde reife Erdbeeren. Dies ist für jetzige Jahreszeit gewiß eine große Seltenheit.
Mittelgründau, 5. October. Dieser Tag wurde dahier ein Weißkrauthaupt geerntet in einem Gewicht von 233/4 Pfund.
vsnmischtes.
*A Mainz, 8. October. In Anwesenheit von Delegirten der Handelskammern von Mainz, Darmstadt, Worms, Bingen, Gießen und Offenbach fand gestern hier ein Hessischer Handelskammertag statt. Zur Berathung kam ausschließlich die Novelle zum Gewerbegesetz. Referent war Commerzienrath Michel-Mainz. Bei eingehender Berathung wurden die einzelnen Paragraphen des sehr ausgedehnten Entwurfes zuni größten Theil mit den Abänderungsanträgen des Referenten angenommen. Einzelne Punkte wurden von den Delegirten nur ad referendum genommen und behielt man sich die Entscheidung der Handelskammern vor. Durchgreifende Aenderungen erfuhr der Regierungs- entwurs nur bei einigen wenigen Paragraphen.
* Wetzlar, 8. October. Nach langjähriger Pause — die seitherigen mangelhaften Obsternten ließen den längst gefaßten Plan niemals zur Ausführung kommen — wird in unserer Stadt wieder einmal eine Ausstellung der iin unserem Kreise gezogenen Obstsorten vereinigt sein. Das von den unternehmenden Vereinen — dem landwirthschaft- lichen und dem Gartenbauverein — bestellte Comite hat bereits so zahlreiche Anmeldungen entgegengenommen, daß begründete Aussicht dazu vorhanden ist, daß die Ausstellung
hinter den gleichartigen, noch in bester Erinnerung stehenden Veranstaltungen früherer Jahre in keiner Weise zurückbleibt. Auch der Feld- und Gartenbau, welche ebenfalls in die Ausstellung einbezogen sind, werden sich mit einer ansehnlichen Reihe hervorragender Leistungen betheiligen. Nicht minder dürften die Producte der Obst- und Beerenweinbereitung, sowie der Bienenwirthschaft, aus deren Vertretung ebenso in hervorragendem Maße gerechnet werden darf, das lebhafteste Interesse aller Kreise hervorzurufen geeignet sein. Das Comits der Ausstellung entfaltet überdies eine so rühnge Thätigkeit, daß nicht allein eine übersichtliche Vertheilung der einzelnen Ausstellungsobjecte, sondern auch eine geschmackvolle Decoration der Getammtausstellung gesichert erscheint. Wir zweifeln nicht daran, daß die Ausstellung, welche bekanntlich 4 Tage — vom Sonntag den 12. bis zum Mittwoch den 15. d. M. — geöffnet ist, sich der regsten Theilnahme nicht allein aus hiesiger Stadt, sondern auch von Seiten der auswärtigen Obst- und Gartenfreunde zu erfreuen haben wird.
* Frankfurt a. M., 8. October. Heute Mittag um 1 Uhr gab Mr. Cody (Buffalo Bill) in einer Jndianerhütte im Palmengarten einer Anzahl geladener Gäste ein Indianer-Frühstück, das den Theilnehmern vorzüglich mundete. Auf Büffelfelle gelagert, verzehrte man die saftigen, auf dem Rost und am Spieß gebratenen Rippenstücke, die auf in die Erde gesteckten Holzpfählchen aufgespießt waren, mit Kartoffeln, Mais, Gurken und mürbem Gebäck, trank dazu guten deutschen Wein und rauchte nachher „civilisirte" Cigarren. Deutsche und englische Ansprachen wurden gehalten, deren Thema selbstverständlich die Leistungen der Truppe Buffalo Bills waren. Die ganze fröhliche Gesellschaft wurde, flankirt von Vollblut-Indianern, schließlich von Herrn van Bosch mittelst Momentphotographie ausgenommen.
* Die „Liebfrauenmilch", jener köstlichste Tropfen der Rheinweine, wird bald zu den größten Seltenheiten gehören. Durch die Hafenbauten bei Worms wird vornehmlich das Terrain, aus welchem die Liebfrauenmilch wächst, in Anspruch genommen, so daß von dem ohnedies nicht großen Gebiete, auf welchem die Liebfrauenmilch wächst, nur noch ein Dritl- theil übrig bleibt. Verschiedene Eigenthümer des Liebsrauen- stifts haben sich mit der Stadt Worms wegen der Abtretung des Geländes auf friedlichem Wege geeinigt, eine Anzahl anderer Eigenthümer sind mit den ihnen gemachten Geboten nicht einverstanden. Diese Angelegenheit kam in der letzten Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Rheinhessen in Mainz zur Verhandlung. Aus dem Sitzungsbericht entnehmen wir, daß für die beste Lage des Liebfrauenstiftes, für das sogen. Kirchenstück, 70 Mk. per Quadrat-Klafter bezahlt werden, d. h. für den */< Hectar 28000 Mk., ein anderes Stück erzielt 65 Mk. per Quadrat-Klafter oder 26 000 Mk. per 1/4 Hectar. Gewiß ganz enorme Preise, wie sie wohl selten für einen Weinberg bezahlt worden sind. Für das dem Liebfrauenstift zunächst gelegene Gelände sollen nach der Entscheidung des Provinzialausschuffes 30 resp. 45 Mk. per Quadrat-Klafter bezahlt werden oder immer noch 12 000 bis 18 000 Mk. per !/4 Hectar.
ArrS der Rheinprovinz. Noch wenig schöne warme Tage und auch dieser Sommer ist vorbei; der Herbst beginnt und mit ihm teilt die kühlere Witterung ein. Die Kleidung und die Lebensweise werden wieder winterlich und binnen kurzer Frist genießt man anstatt kühlende Getränke erwärmende. Von den letzteren sind jedenfalls die beliebten in der ganzen Welt bekannten Cölner Punsch-Syrupe und Taftl-Liqueure, welche besonders von der 1844 gegründeten Firma Herrn. Jos. PeterS & Cie. Nachfolger in Cöln als Spectalttät fabrtcirt werden, als gesunde, wohlschmeckende und erwärmende Getränke am meisten vorzuziehen. Die Tafelliquenre und Punsch- syrupe vorstehender Firma, besonders die sehr beliebte Spectalttät Retchs-Punsch-Effenz wurden mehrfach mit goldenen rc. Medaillen ausgezeichnet und sind dieselben höchst aromaretche Getränke, welche entgegen den meisten in den Handel kommenden Punschsyrupen nicht den geringsten Kopfschmerz erzeugen. Der Versandt dec Firma Herm. Jos. Peters & Cie. Nachf. in Cöln nach Deutschland selbst und nach allen Weltgegenden nimmt von Jahr zu Jahr zu, woraus zur Genüge hervorgeht, daß die Erzeugnisse der Firma Herm. Jos. Peters & Cie. Nachf. in Cöln an Güte, Reinheit und Wohlgeschmack zu den besten D-mfchlands und des Auslandes zu zählen sind.
— Unter sämmtlichen in den Verkehr gelangenden deutschen Liqueuren nimmt der „Deutsche Benedtcltne-Ltqueur" aus Waldenburg i. Schl, in Folge seiner in jeder Hinsicht ganz vorzüglichen Eigenschaften unbestritten den allerersten Rang ein. Durch die strenge Auswahl der ausgezeich- elften Stoffe und die auf die Fabricatton und Behandlung verwendete größte Sorgfalt hat sich dieser Liqueur zu einer sonst unerreichten Höhe aufg. schwangen und über alle seine Concurrenten in glänzendster Weise dm Sieg errungen. Es wurde allerdings von vielen Seiten der Versuch gemacht, andere Fabrikate unter gleichem oder ähnlichem Namen um theures Geld in das Publicum zu bringen, welches aber seinen richtigen Geschmack nicht beirren ließ, die aufgedrungenen mtnderweithigen, oft sehr schlechten Fabrikate sofort wieder unbeachtet ließ und dem Waldenburger Benedictine treu blieb. 8221
Besonders hat auch die französische Concarrenz alle nur denkbaren Mittel angewendet, den Waldenburger Benedicttne-Liqueur zu verdrängen, doch auch dies blieb ohne jeden nachhaltigen Erfolg und erreichte nur die um so festere Einbürgerung des letzteren. Es ist unzweifelhaft constatirt, daß der Waldenburger Benedictine-Liqueur mit besonderer Vorliebe gekauft wird und überall, auch in den höchsten Kreisen, Eingang gefunden hat; so hat sich derselbe auch hauptsächlich in dm hohen Offizier Casinos außerordentlich beliebt gemacht und schreibt u. A. der Verwaltungschef des Kaiser!. Deutschen Commissariats für Ost-Afrika, daß derselbe allerseits belobt und gern getrunken wird. Nach Gesagtem kann der „Deutsche Benedictine- Liqueur" von Waldenburg out's Wärmste empfohlen werden.
Für die Abgebrannten in Staufenberg
gingen weiter bei uns ein: Uebertrag 116 JL 84 I. W. 1 JL 2- U. 3 v4L. zusammen 120 JL 84 H, welche wir (nach Porto-Abzug von 30 ^) per Post-Einzahlung (120 Jt 54 H) an Herrn Bürgermeister Stephan in Staufenberg übersandten.
Wir schließen hiermit die Sammlung, allm Gebern herzlichen Dank sagend.
Die Expedition des „Gießener Anzeigers".
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Limburg, 8. October. Fruchtmarkt. Rother Weizen JL 17.20, weißer Weizen JL —Korn JL 12.86, Gerste JL 10.30 Haier JL 6.95, Erbsen JL —.—, Kartoffeln JL —.—.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsaesellschaft.
Freitag Abend 5«o Uhr, Samstag Vormittag 8»o Uhr, Samstaa Nachmittag 3°o Uhr, Samstag Abend 6U0 Uhr. 0
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