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errichten und die Gründung einer Kranken- und Pensionskasse für die Beamten der Bcrnssgenossenschaften in Erwägung zu ziehen und Vorschläge zu machen. Eine Reihe von Anträgen, welche als Vorwurs für eine etwaige Novelle zum Unfall­gesetz dienen, wurde einer hierzu besonders gebildeten Com­mission überwiesen.

Ausland.

Pest, 7. Juni. Der Kaiser empfing heute Vormittag Kalnoky und Szapary.

Petersburg, 7. Juni. Der Kronprinz von Italien reiste heute Nachmittag 2 Uhr 30 Min. nach dem Dejeuner aus dem Schlosse Gatschina nach Berlin ab. Der Kaiser, die Großfürsten und Großfürstinnen begleiteten ihn zum Bahnhofe, wo eine Ehrenwache des Leibgarde-Kürassier-Regi- ments Kaiserin mit der Standarte und Musik Aufstellung genommen hatte. Die Offiziere des prinzlichen Gefolges wurden durch Ordensverleihungen ausgezeichnet. General Lavriano erhielt den Großcordon des Ordens des weißen Adlers.

Sofia, 7. Juni. Der Fürst und die Minister sind nach Pratza abgereist, um der Enthüllung des dem Dichter Potew gesetzten Denkmals beizuwohnen.

Heute früh 6^2 Uhr wurden hier zwei ziemlich starke Erdstöße in der Richtung Süd-Nord verspürt.

Bukarest, 7. Juni. Der König und der Erbprinz sind nach Sinaja abgereist.

Die Kammer begann heute die Berathung über den Credit für Militärausrüstungen.

Bukarest, 7. Juni. DieAgence Roummne" dementirt die Meldung von einem angeblichen Proteste Rußlands gegen die Rede Carps, betr. die Befestigungen, und bemerkt, ein derartiger absolut ungebräuchlicher Schritt habe auch nie­mals unternommen werden können.

Bukarest, 7. Juni. Der Senat nahm das Bankreform- Project mit 70 gegen 1 Stimme an, nachdem die Liberalen den Saal verlassen hatten. Aurelian fragte an, was die Negierung zu thun gedenke angesichts des französischen Mais­zolles, wodurch die Bedingungen des französisch-rumänischen Handelsverkehrs im Augenblicke der Veröffentlichung des ver­längerten provisorischen Handelsvertrags abgeändert.würden. Der Redner wird die Anfrage schriftlich einbringen.

Newyork, 7. Ium. Die hiesigen So eia listen beriefen eine Versammlung ein, um einen Candidaten für den Posten des Mayors von Newyork aufzustellen.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 8. Juni. Der Erbprinz von Meiningen befindet sich bedeutend besser und wird in einigen Tagen auf- ftehen.

Köln, 8. Juni. In einer heute hier stattgehabten Ver­sammlung der Moselcanal-Jnteressenten wurde nach einem eingehenden technischen Vortrage über die Aus­führung der Canalisirung nach dem Schönbrod'schen Project eine Resolution angenommen, in welcher der Handels­minister und der Minister der öffentlichen Arbeiten ersucht werden, die Mosel-Canalisirung baldmöglichst in Angriff zu nehmen.

Wien, 8. Juni. Die hiesigen Morgenblätter erblicken in der Rede des Kaisers beim Empfange der Delegatio­nen mit Genugthuung eine hohe Friedenskundgebung, sowie den klaren, überzeugenden Ausdruck vom Fortbestände der Innigkeit und der Festigkeit des Dreibundes. Dieselben erkennen die Nothwendigkeit der Fortentwickelung der mili­tärischen Macht mit Rücksicht auf das diesbezügliche Vor­gehen der anderen Staaten an, und daß damit die Mo­narchie sich als werthvolles Mitglied des Dreibundes erhalte. Mehrere Blätter interpretiren die Erklärung des Kaisers, daß in den Balkanländern feit dem vorigen Jahre keine wesentliche Veränderung statwesunden habe, im Zusammen­hänge mit den vorjährigen Erklärungen des Kaisers in Be­treff Serbiens und Bulgariens dahin, daß die Zustände in Bulgarien auch gegenwärtig befriedigend seien, und daß die serbische Regentschaft die Versicherung, die freundschaftlichen Beziehungen zu Oesterreich-Ungarn pflegen zu wollen, im Wesentlichen eingehalten habe.

Kopenhagen, 8. Juni. Gestern Abend fand in Skods- borg ein Festessen zu Ehren des Generals Christensen aus Newyork statt, welcher vor 41 Jahren aus Dänemark auswanderte. Der hiesige Gesandte der Vereinigten Staaten Barr und Vertreter aller Gesellschaftsklassen wohnten dem Festessen bei. Der Festsaal war mit amerikanischen und dänischen Flaggen reich geschmückt. Nach einem Hoch auf den König hielt der frühere dänische Gesandte in Washing­ton, Kammerherr von Bille, die Festrede auf General Chri­stensen, welche denselben als echten amerikanischen Bürger feierte, der trotzdem die Liebe zu seinem angestammten Vaterlande-und seinen Landsleuten bewahrt habe. General Christensen schilderte in bewegten Worten seine Freude beim Wiedersehen des natnrschönen Dänemark. Barr betonte dann in längerer Rede, daß diejenigen Emigranten, welche die Liebe zum alten Vaterlande bewahrten, im neuen Lande die besten Bürger würden, wofür General Christensen ein leuch­tendes Beispiel sei, und toastete auf dessen Wohl.

Belgrad, 8. Juni. Das amtliche Blatt erklärt gegen­über der Meldung, Exkönig Milan wäre finanzieller An­gelegenheiten wegen nach Belgrad gekommen, der König sei einzig zum-. Besuch seines Sohnes hier eingetroffen und ver­folge weder politische noch sonstige Ziele.

Washington, 7. Juni. Das Repräsentantenhaus verwarf mit 140 gegen 116 Stimmen den Vorschlag, die Silbervorlage mit unbeschränkter Ausmünzung nochmals zu discutiren, und nahm sodann die Vorlage des repu­blikanischen Caucus mit 135 gegen 119 Stimmen an.

Konstantinopel, 8. Juni. DerAgence de Constantinople" zufolge werde in den leitenden türkischen Kreisen den Vor­

gängen an der serbisch-türkischen Grenze in Albanien keine besondere Bedeutung beigemessen- es handle sich nur um durch Blutrache hervorgerufene örtliche Conflicte. Die bei einigen Botschaften eingegangenen Nachrichten bestätigen diese Auffassung. Die Pforte erhob in Serbien Vorstellung wegen der Tödtung türkischer Gendarmen. Die angebliche Entsendung Schakir-Paschas nach Albanien wird von der Pforte als grundlos bezeichnet.

Cocalcs srnd prooitajicHc**

Gießen, 9. Juni.

Zum Stellvertreter des Obersteuerinspectors des hiesigen Hauptsteueramts, Herrn Finanzrath Hörr, welcher in diesen Tagen einen längeren Badeurlaub antreten wird, ist Herr Steuerassessor Dr. Würth, z. Zt. in Friedberg, ernannt worden.

Das seit Samstag im Saale des Cafe Leib auf­gestellte Goltzfch'fche Riesen-Diorama, darstellend Ansichten, wie sie die Natur auf einer Reise von Berlin nach der sächsischen Schweiz, durch Böhmen, nach Wien und Salzburg bis 'zu den Alpen bietet, erfreut sich eines lebhaften Zuspruchs des Publikums. Auf die im Laufe dieser Woche täglich statt­findenden Vorstellungen sei deshalb hiermit nochmals hin­gewiesen.

Heute wurde uns ein Kornhalm überbracht, der die beiden bereits in diesem Blatte erwähnten an Länge noch um ein Bedeutendes übertrifft. Der Kornhalm ist aus einem Acker bei derSchönen Aussicht" gewachsen und mißt ohne Wurzel 2,83 Meter.

§ Nieder-Gemünden, 8. Juni. Ein entsetzlicher Unglücks­fall ereignete sich am gestrigen Morgen im Walde bei Ehrings­hausen. Der hiesige Landwirth Stumpf war mit seiner Dienstmagd Elise Nagel, einem blühenden Mädchen von 17 Jahren, in den dortigen Wald gefahren, nm Holz zu holen. Auf dem Heimwege, an einer abschüssigen Stelle, wollte das Mädchen das zwischen Vorder- und Hinterrad befindliche Hemmwerk zuschrauben. In demselben Moment stürzte der Wagen um und die Holzmassen begruben das Mädchen. Als Leiche hob man es nach sofortigem Entfernen des auf ihm lagernden Holzes auf. Das unglückliche Mädchen muß sofort todt geblieben fein. Hätte sich das Hemmwerk hinten am Wagen befunden, das Unglück wäre nicht passirt.

vermischtes.

* A Aus Rheinhessen, 8. Juni. Auf Anregung des Ministeriums hin haben die diesseitigen Kreisämter an die Bürgermeistereien der Landorte ein Ausschreiben gerichtet, durch welches dem Ueberhandnehmen der Tanzmusiken gesteuert werden soll. Es wird in dem Ausschreiben be­merkt, daß die Anzahl der aus Anlaß von Fahnenweihen, Sänger-, Turner-, Kriegersesten u. s. w. eingebrachten Ge­suche um Tanzerlaubniß in einem auffallenden Mißverhältniß ständen zu den Klagen über hohe Steuern, mißliche Lage der Landwirthschast 2c. rc. Die Bürgermeister sollen sich für die Folge bestimmt aussprechen, ob sie solche Gesuche beim Kreis­amt zur Genehmigung empfehlen und dabei angeben, wann und bei welchen Wirthen in den letzten sechs Monaten Tanz­vergnügen stattgefunden und ob dabei Ausschreitungen vor­gekommen sind.

* = Frankfurt a. M., 7. Juni. Unsere Stadtverord- neten-Versammlung wird sich in nächster Zeit mit zwei Fragen zu beschäftigen haben, von denen wenigstens die eine voraus­sichtlich wieder viel Staub aufwirbeln wird. Die andere, welche auf eine Bewilligung von 2,300,000 Mk. hinausläuft, für Wasserentnahme aus dem Brachthale, sowie den Bau der Wasseranlagen wird, da Frankfurt eine Ver­mehrung des Quellwassers nöthig hat, vermuthlich glatte Er­ledigung finden. Der Magistrat hat mit dem Fürsten von Jsenburg-Birstein einen Vertrag über Quellenableitung aus dem genannten Thale abgeschloffen. Für die dem Fürsten vertragsmäßig zu leistenden Zahlungen, sowie die Anlagen ist die obige respectable Summe erforderlich.

* Frankfurt a. M., 7. Juni. Eine Versammlung von Kaufleuten, in welcher über die Sonntagsruhe ver­handelt wurde, faßte folgende Resolution'

Die heutige im Restaurant Feußner tagende zahlreich besuchte Versammlung der Handlungsgehilfen aller Branchen wendet sich an die Principalität mit dem freundlich - dringenden Ersuchen, dem Personal am Sonntag frei zu geben und dies durch Schließung der Geschäfte, event. durch ein Abkommen untereinander zu bewirken."

Ferner wurde eine Resolution angenommen, wonach seitens der Principale und Gehilfen eine Petition in diesem Sinne an den Reichstag gerichtet werden soll.

Iahsesbkricht her Großh Fabrikinsp ctore» für 1889.

(Schluß.)

Unregelmäßigkeiten im D a m p f k e s s e l b e t r i e b e werden in neuerer Zeit weit weniger vorgefunden als in früheren Jahren - dafür macht sich aber bei der stetig wachsenden Einführung von Gasmotoren in größeren und kleineren Betrieben der Mangel einer geeigneten Vorrichtung zum gefahrlosen Bewegen des Schwungrades beim Anlassen der Gaskraftmaschine fühlbar. Bei zwei Unfällen, von welchen der eine den Tod des betr. Arbeiters zur Folge hatte, gerieten die Betroffenen durch Fall zwischen die Arme des Schwungrades und wurden gegen das Fundament der Maschine gedrückt. Bei den Besuchen der Fabriken im Berichtsjahre wurde der Beschaffenheit derselben bezüglich ihrer Feuer- sicherheit und Einrichtungen zur Sicherheit der Arbeiter im Falle einer Feuersbrunst besondere Aufmerksamkeit zu- gewendet. Das Ergebniß war nur theilweise befriedigend,

da meistens größere Fabriken in ausreichendem Maße die Bedingungen erfüllt, um eines ausbrechenden Feuers rasch Herr zu werden oder für die Möglichkeit raschen Verlassens der Arbeitsräume Sorge getragen haben. Es wird hier auf die Nachtheile und Gefährlichkeit eiserner Fenster hin­gewiesen, auch wurde mehrfach die Umänderung eiserner Fenster verlangt, wenn sich durch dieselben die Möglichkeit eines Verlassens der Arbeitsräume auf ein benachbartes Dach re. ergab. Desgleichen wurde da, wo. dies angängig erschien, die Anlage eiserner Nothtreppen, Leitern rc. verfügt und zwar in 22 Fabriken. In vielen Fabriken mit Dampf­betrieb werden in der kalten Jahreszeit die Arbeitsräume mit Dampf erwärmt, was als der Gesundheit der Arbeiter zuträglich bezeichnet wird, da denielben die Möglichkeit der Ueberheizung der Arbeitsräume benommen, auch dadurch der Staub, den Ofenfeuerungen erzeugen, vermieden wird. Eine große Anzahl Fabriken sind mir elecrrischer Beleuchtung ver­sehen, mehrere haben Fabrikfeucrwehren. Im Berichtsjahre kamen außerordentlich viele Fabrikbrände vor, sie brachen fast alle während der Arbeitszeit aus. Heber bie wirth schast- lichen und sittlichen Zu stände der Arbeiterbevölkerung, Wohlfahrts-Einrichtungen u. s. w. bemerkt der Bericht u. A., daß die mittleren Preise für Fleisch und Steinkohlen im ganzen Gebiet des Großherzogthums gestiegen sind, so betrug die Preissteigerung in der Zeit von December 1888 bis November 1889 für Ochsenfleisch 13, Kuh-und Rindfleisch 16, Kalbfleisch 15, Schweinefleisch 22, Steinkohlen 23pCt., wo­gegen Kartoffeln um 36pCt. im Preise gefallen sind. Der Preis von Weißmehl, Roggenmehl und Brod war int November 18ö9 derselbe wie im December 1888. Die Auf­stellung zuverlässiger und genauer Lohnnachweisungen ist mit Schwierigkeiten verbunden, nicht immer sind Arbeitgeber geneigt, zuverlässige Angaben über die Höhe der Löhne ihrer Arbeiter zu machen. Eine besondere Aufmerksamkeit wurde dem Zustand der Schlafstellen in solchen Fabriken zugewendet, wo Arbeitern Wohnung oder Schlafstelle gegeben wird. Es wurde Ordnung und Reinhaltung verlangt und in einigen Fällen auf die bessere Einrichtung und Ausstattung der Schlafräume hingewirkt. Auf dem Gebiete der Wohlfahrts- einrlchtungen für die Arbeiter, besonders in mittleren und kleinen Fabriken kann nach Darlegung der Fabrikinspectoren noch viel gethan werden. Allerdings hat der Jnspector des Jnspectionsbezirks II beobachtet, daß hier und da Arbeiter von bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen wenig oder gar keinen Gebrauch machten. In einer kleinen Maschinenfabrik z. B. hatte der Besitzer ein zweckmäßig eingerichtetes Badezimmer mit warmem und kaltem Wasser und Douchc angelegt, aber die Arbeiter benutzten dasselbe fast gar nicht, trotzdem ihnen und ihren Angehörigen die Benutzung erlaubt war. In einer Cementfabrik wurde die Badeanstalt hauptsächlich von den Cement- und Kalkarbeitern, aber fast gar nicht von den Schlossern und Schmieden in Anspruch genommen. Besondere Beachtung verdient noch die Schilderung des Herrn Stadt­verordneten Ehlers in Offenbach über die dortigen Wohnnngsverhältnisse. Herr. Ehlers bemerkt:Es befinden sich daselbst etwa 1378 kleine Wohnungen mit ein und zwei Räumlichkeiten, die zusammen von 5827 Personen, worunter 1276 Schläfer, bewohnt werden. Die höchste Ziffer erreicht eine Hofraithe mit 26 Familien mit 142 Personen incl. 29 Schläfern. In einer kleinen Hofraithe befinden sich 8 Wohnungen mit 62 Bewohnern incl. 23 Schläfer. In einer Behausung, die vor Kurzem niedergelegt wurde und eine Brutstätte von Krankheiten und Unzucht war, wohnten 12 Familien mit 70 Personen, wovon durchschnittlich 6 Personen beiderlei Geschlechts in einem Zimmer. Ein Theil dieser Familien mußte im Armenhause, aufgenommen werden, da sie in der Stadt keine Unterkunft fanden. Die ärmere Volksklasse wohnt am thenersten, da ihre Wohnungs- rniethe 25pCt. ihres Einkommens absorbirt und es sind die hohen Miethpreise der kleinen und kleinsten Wohnungen ein Hauptgrund zur Verarmung. Die Einwohnerzahl Offenbachs hat in 4 Jahren um 2000 Seelen zugenommen und umfaßt jetzt ca. 34 000 Einwohner, wovon 2/s dem Proletariat an­gehören. Es gibt Wohnungen, welche diesen Namen nicht verdienen, bestehend aus einer mittelgroßen Stube, welche von Mann, Frau unb Kistdern bewohnt wird, wofür 2.50 Mk. wöchentlich bezahlt werden müssen. Wenn nun der Verdienst nicht ausreicht, um die hohe Miethe zu bezahlen, so wird noch ein Schläfer hinzugezogen. Die ungünstigen Wohnungs­verhältnisse haben Krankheiten aller Art im Gefolge, wodurch die Familie nach und nach verarmt. Die meisten Bauten sind für besser gestellte Leute bestimmt. Die gemeinnützige Bangesellschafft in Offenbach (hier roirb auf den Jahresbericht von 1885 verwiesen) hat mit der Erbauung von Arbeiterwohnungen in der Fluthstraße begonnen, die sehr zweckmäßig, billig und gesund sind. Hoffentlich werden solche Arbeiterhäuser auch in anderen Stadttheilen errichtet werden, damit die Arbeiter nicht zu entfernt von ihren Arbeitsstätten wohnen. Hat die Stadt | geeignete Plätze zur Verfügung, so sollten solche zur Errichtung derartiger Wohnungen verwendet werden. Bei dem niederen Zinsfuß und Geldüberfluß ist ein Zinsgenuß von 3pCt. für eine gemeinnützige Sache nicht zu wenig. Solche Miethhäuser dürften aber Seitens der Gesellschaft nicht verkauft werden, da dann das Unternehmen nicht gemeinnützig, sondern speculativ wird. Der Käufer wird ein solches Haus nur kaufen, um damit ein Geschäft zu machen, was auf Kosten der Miet her geschieht. Die Errichtung von großen Mietskasernen ist nicht zu empfehlen, auch darf der Arbeiter in seiner freien Bewegung nicht behindert werden. Wenn der Arbeiter mehr an fein Heim gefesselt wird, wenn er gesund und freundlich wohnt, dann kann er sich auch mehr feiner Familie widmen. Findet er, von der Arbeit zurückgekehrt, nichts als Krankheit und Elend, dann wird auch in der Regel zur Schnapsflasche gegriffen."

Eingesandt.

Sietzen, 8. Juni.

- e. In der Wteseck machen sich wieder die Fr 0fche bemerkbar und beginnen die Nachtiuhe der Anwohner bedenklich in Frage zu